Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Stand?

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DieselMotorrad
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Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Stand?

#1 Beitrag von DieselMotorrad » 2016-03-20 22:12:38

Moin zusammen,

ich habe einen OM352A (352.949-10-000343) mit zugehörigem Getriebe. Der Motor stand 10 Jahre in einer Scheune. Er ist aus einer Feuerwehr einem LF1113 Bj.65 km Stand ist unbekannt.

In meinem LA911 ist ein sauger (110 PS), der super läuft, kein Öl verbraucht und auch bei tiefsten Temperaturen sofort anspringt.

Mein erster Gedanke war, die Turbotechnik in meinen Motor zu bauen.
Hier im Forum habe ich gelesen, das es nicht so einfach getan ist.
Die Nockenwellen müssten getauscht werden und die Verdichtung verringert.

1. Frage: wie ist die Verdichtung beim OM352A reduziert worden?

Wenn das zu aufwendig ist baue ich vielleicht doch das gesamte Packet also OM352A mit Getriebe in meinen LA911 und muss damit leben das ich nicht weiß was der Motor gelaufen hat.

Das hätte den Vorteil, das auch die Kupplung mit dem richtigen Durchmesser verbaut ist und passende Getriebe.

2. Frage Wie schätzt ihr das ein? Was sollte man bei dem Motor prüfen/erneuern?

Zu den Getrieben:
mein verbautes Getriebe müsste ein G 32 = G 32-5/8,98 sein, in der Datenkarte steht G32 69949

auf dem Typenschild des anderen Getriebes steht G32-323 016703. Ist das dann ein G 40 = G 32-5/7,5 ???

Vielen Dank schon mal

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Frieland
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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#2 Beitrag von Frieland » 2016-03-20 23:46:41

Hallo,

ich habe jetzt nicht die Fachkenne bezgl. Motortausch und Motoren nach langer Standzeit wiederbeleben, aber:

ich würde es nicht machen.

Never change a running system
. Du hast ja nach deiner Beschreibung einen super funktionierenden Motor in deinem Fahrzeug. Klar, der andere hat deutlich mehr zu bieten, aber du handelst dir
- jede Menge Arbeit ein
- weißt nicht viel über den Zustand des Standmotors
- musst den ja erst wiederbeleben
- und musst sicherlich viele Anpassungen machen, die irgendwo Zeit und/oder Geld kosten.

Ich persönlich würde die Zeit und das Geld lieber in Treibstoff und Urlaub eintauschen :D

Just my 2 cents

Gruß, Fabian

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lunschi
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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#3 Beitrag von lunschi » 2016-03-21 0:09:05

Hallo,

von der Variante, den einwandfrei funktionierenden OM352 zum Turbo umzubauen würde ich abraten. Wenns schlecht läuft hast Du am Ende zwei unbrauchbare Schrotthaufen.

Ich würde zunächst den Zustand des OM352A zu ergründen versuchen. Warum wurde der ausgebaut? Hat der Turbo Lagerspiel? Lässt sich der Motor überhaupt noch durchdrehen oder ist er schon festgerostet? Was macht die Einspritzpumpe? Die sollte am besten auf einen Pumpenprüfstand und gründlich getestet werden bevor beim ersten Motorstart unerfreuliche Dinge passieren...

Alles was man macht ohne den Motor aufzumachen und zu überholen bleibt ein Vabanque-Spiel. Kann gut gehen, muss aber nicht.
Ich würde vermutlich, wenn der Motor sich drehen lässt, eine Kompressionsmessung machen, wenn i. O. die Kurbelwelle neu lagern (dazu reichts die Ölwanne abzubauen, der Kopf kann drauf bleiben) und in Betrieb nehmen.

Gruss
Kai
Kaputt ist wenn man aufhört zu reparieren.

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fuxel
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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#4 Beitrag von fuxel » 2016-03-21 1:00:03

Servus.

Ich wäre da mal vorsichtig, an einen Sauger den Turbo anbauen.
Meines Wissen nach werden im "A" zusätzlich noch die Kolbenböden ölgekühlt.

Aber da werden sich sicher noch die Spezialisten melden, die sich beruflich mit den 352er besser auskennen. :spiel:
fuxel
Allefänzig isch, wenn oner it so welle hot, wie en andre gmonnd hot daß er hett wellen sotten« (Paul Fischer, Narrenmutter von Überlingen 1966-83, +)

[b]Zugegeben, ich bin schon etwas verrückt .
Aber ich bin nicht immer so!
Es gibt auch Zeiten da dreh ich völlig durch...... :D
[/b]

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#5 Beitrag von Prickel » 2016-03-21 8:34:44

Bau den Motor auf ein stabiles Gestell auf Palette oder mit kleinen Rädern drunter.
Kanister als Tank, Batterie und ein kleines Panel mit Lämpchen für Lima und Startknopf.
Öldruckmesser und Temperaturanzeige sowie Drehzahlmesser sind auch kein Thema.
Fehlt der Kühler, nimm einen aus PKW vom Schrott.
Glühkerzen raus, Petroleum auf die Kolben und ne Woche warten.
Von Hand drehen, schauen ob Petroleum weg ist bzw sehen ob und auf welchen Kolben es noch steht.
Öl in der Pumpe kontollieren.
Per Anlasser drehen lassen ohne dass er anspringt bis Öldruck da ist.
Starten, nur kurz handwarm "fahren", dann erst Filter, Kühlwasser und Öl wechseln.
Nun heiß werden lassen, ne Weile laufen lassen mit moderater Drehzahl, Kompression, Wasserpumpe, Ventilspiel etc testen.
Ist alles gut, Motor komplett tauschen, verkaufen, oder in die Ecke stellen und ab und an starten.
Wird getauscht, den Sauger dann ins Gestell und sich freuen, dass der stationär wieder läuft.
VG Tom
Zuletzt geändert von Prickel am 2016-03-21 8:59:41, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#6 Beitrag von KU 65 » 2016-03-21 8:58:59

Bis auf die Glühkerzen hast du recht Tom.

Falls du nun gar nicht weisst was du mit dem Motor machst, sag bescheid, ich entsorge ihn dir :angel:
Gruß Kai-Uwe

Jeder erlebt seinen eigenen Tag!

Konzentriere dich auf das was du hast, nicht auf das was du nicht hast.

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#7 Beitrag von Prickel » 2016-03-21 9:00:52

hat der keine??? Flammstartanlage???
Dann eben die Düsen. Spritzbildkontrolle hat ja auch was bzw gehört eh dazu.
Na ja, mit Sternen hab ichs nicht so.
Wenn der Themenstarter es sich zutraut, Kopf runter und Dichtung neu.
Ölwanne auch.
Dann sieht man am Besten was Sache ist.
:D Tom

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#8 Beitrag von Freddy » 2016-03-21 9:35:47

Prickel hat geschrieben:Bau den Motor auf ein stabiles Gestell auf Palette oder mit kleinen Rädern drunter.
Kanister als Tank, Batterie und ein kleines Panel mit Lämpchen für Lima und Startknopf.
Öldruckmesser und Temperaturanzeige sowie Drehzahlmesser sind auch kein Thema.
Fehlt der Kühler, nimm einen aus PKW vom Schrott.
Glühkerzen raus, Petroleum auf die Kolben und ne Woche warten.
Von Hand drehen, schauen ob Petroleum weg ist bzw sehen ob und auf welchen Kolben es noch steht.
Öl in der Pumpe kontollieren.
Per Anlasser drehen lassen ohne dass er anspringt bis Öldruck da ist.
Starten, nur kurz handwarm "fahren", dann erst Filter, Kühlwasser und Öl wechseln.
Nun heiß werden lassen, ne Weile laufen lassen mit moderater Drehzahl, Kompression, Wasserpumpe, Ventilspiel etc testen.
Ist alles gut, Motor komplett tauschen, verkaufen, oder in die Ecke stellen und ab und an starten.
Wird getauscht, den Sauger dann ins Gestell und sich freuen, dass der stationär wieder läuft.
VG Tom
Bis auf die Kerzen würde ichs auch so machen :-D

Plus! Guck wies um die ESP steht! Wenn der Kraftstoff-zuleitungsraum der ESP leer gelaufen ist, dann können die Plunger angerostet sein und fressen.
Am besten die Einspritzleitungen und die Druckventilhalter darunter abschrauben und die Plunger mit Rostlöse o.ä. füllen.
Den setlichen Deckel abschrauben und die Reglerstange ebenfalls fluten, dann vor Testlauf oben wieder Diesel rein und entlüften, Reglerstannge (über den Gashebel) auf Leichtgängigkeit testen.

Achja, ich könnt dir dein Sorgenkind auch abnehmen wenns dringend weg muss ;-D

Gruß

Freddy

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#9 Beitrag von DieselMotorrad » 2016-03-21 10:48:46

Danke für die schnellen Antworten.

Warum kippt man Petroleum auf die Kolben?
Soll das Ruß und Dreck lösen?
Oder soll es Auskunft über den Verschleiß der Kolbenringe geben?
Also wenn das Petroleum nach einem Tag an den Ringen vorbeigelaufen ist ins Kurbelwellengehäuse sind die Ringe verschlissen.


Wenn ich den Kopf abnehme, müssen danach die Zyko Schrauben neu oder sind das keine Dehnschrauben?

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#10 Beitrag von Mark86 » 2016-03-21 10:51:45

Ich würde den Kram (Motor & Getriebe) einfach im ganzen einbauen und dann weist du was Sache ist. Das dürfte wahrscheinlich genau so schnell gehen wie alles auseinander schrauben und prüfen und wieder zusammen schrauben.

Wenn das den Aufwand nicht wert wäre, würde ich das ganz lassen.
Der Klügere gibt so lange nach bis er der Dümmere ist.

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#11 Beitrag von Prickel » 2016-03-21 10:59:38

Wenn der Motor sich 10 Jahre nicht bewegt hat,
hat Kondenswasser für Korrosion gesorgt.
Petroleum ist das Mittel der Wahl, weil es ein ur ur alter Schraubertrick ist
um festsitzende Kolben schonend zu lösen.

Und nein, bau den Motor nicht einfach ein und lass laufen.
Das ist Kappes.

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#12 Beitrag von Freddy » 2016-03-21 11:04:58

Richtig! Gleiches gillt für die Plunger der ESP, das sind ja auch nur Kolben.

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#13 Beitrag von Mark86 » 2016-03-21 11:11:40

hat Kondenswasser für Korrosion gesorgt.
Petroleum ist das Mittel der Wahl, weil es ein ur ur alter Schraubertrick ist
um festsitzende Kolben schonend zu lösen.
Das kann man so nicht sagen. Entweder er dreht, oder er ist fest.
Wenn er dreht, ist auch noch überall Öl, wenn irgendwo keines wäre, könntest du ihn nicht "von Hand" durchdrehen.
Wenn du dann irgendwelche Mittel reinkippst, machen die den Ölfilm in den Zylindern kaputt, da ist nix machen besser.

Du kannst den Motor mit Petroleum oder Gelserol wenn er fest ist lösen, trotzdem ist er kaputt...
Idr. rosten die Laufbahnen an und dann klemmen die Kolben / Kolbenringe fest. Das kannst du wie gesagt mit z.B. Gelserol lösen, mit nem dicken Hebel losknacken und dann wird der Motor auch laufen, und dann solltest du ihn ganz ganz schnell verkaufen.
Da wo der Rost war, fehlt ja was in den Laufbahnen, nämlich der Guss der aufgerostet ist...
Dazu zerschraddelt das auch mit Gelserol oder Petroleum die Kolbenringe, Rost ist auch in durchgeweicht hartes Zeug...
Erfahrungsgemäß laufen PKW Benzinmotoren dann noch um die 3.000km (reicht zum Verkauf) und saufen dann richtig Öl, Kompression lässt nach und eine Überholung ist eh fällig...

Wenn man nen festen Motor einbauen will und selber fahren will, dann sollte man den zerlegen, neue Ringe drauf machen und einmal durchhohnen, so kann man die Kolben und Laufbahnen retten !
Der Klügere gibt so lange nach bis er der Dümmere ist.

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#14 Beitrag von Prickel » 2016-03-21 11:14:09

ach Mark,
was soll man dazu sagen???

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#15 Beitrag von Freddy » 2016-03-21 11:32:56

Prickel hat geschrieben:ach Mark,
was soll man dazu sagen???
ich wüsste da einiges... aber ich lass es lieber...

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#16 Beitrag von Wilmaaa » 2016-03-21 11:41:41

Was bringt es, wenn Ihr etwas Sinnvolles wisst und es nicht schreibt?
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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#17 Beitrag von Prickel » 2016-03-21 11:46:51

alles, was sinnvoll ist, wurde schon geschrieben.
Wegen der Zylinderkopfschrauben und der noch nicht beantworteten Frage zum Getriebe
mögen sich bitte andere zu Wort melden.
VG Tom

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#18 Beitrag von JRHeld » 2016-03-21 12:02:46

Moin,
der Turbomotor von 1965 ist warscheinlich einer mit nem großen turbo (kannste mal nen Bild Posten)
und damit vermutlich nur geringem Ladedruck und ohen kolbenbodenkühlung...

Was für ein baujahr ist denn der 110Ps in deinem 911er? Ich geh mal davon aus, dass er jünger ist...

Der Feuerwehrmotor wird vermutlich nicht viel gelaufen haben.

Dennnoch würde ich mir die voranstehend genannten Aspekte mal durch den Kopf gehen lassen.
Gegebenen falls auch noch mal genauer recherchieren wo die unterschiede zwischen den Motoren liegen.

Auf jeden fall würde ich auch empfehlen den motor generell erstmal ohne umbau unter die lupe zu nehmen und gegebenen falls in betrieb zu nehmen und umfänglich zu überprüfen.
Gruß
Jakob
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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#19 Beitrag von Pirx » 2016-03-21 12:15:02

Der Motor ist bei dem Baujahr des Spenderfahrzeugs sicher ein OM352A I oder II, das heißt mit 150 oder 156 PS, großem Eberspächer-Turbolader und ohne Kolbenbodenkühlung.

Ich würde den Motor nur komplett mit Kupplung und Getriebe tauschen, aber keinesfalls den vorhandenen Saugmotor auf Turbo umbauen.

Den Zustand des Motors kann man nur vor Ort prüfen und beurteilen, eine Ferndiagnose ist nicht sinnvoll. Besser ist es sicher, den Motor eingehend zu prüfen, evtl. sogar teilweise zu zerlegen vor der ersten Inbetriebnahme nach 10 Jahren. Andererseits wird hier doch immer wieder stolz berichtet "Der Deutz/Hanomag/Mercedes/MAN/usw. stand 20 Jahre in der Ecke und ist auf den ersten Versuch angesprungen! Anschließend sind wir 500 km problemlos nach hause gefahren."

Zum Getriebe kann ich nichts sagen.

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#20 Beitrag von Bahnhofs-Emma » 2016-03-21 12:26:25

Hallo,
Mark86 hat geschrieben:Ich würde den Kram (Motor & Getriebe) einfach im ganzen einbauen und dann weist du was Sache ist. Das dürfte wahrscheinlich genau so schnell gehen wie alles auseinander schrauben und prüfen und wieder zusammen schrauben. ...
Das dürfte vom Aufwand her möglicherweise bis zur Erkenntnis, ob der eingelagerte Motor funktioniert identisch sein. Wenn der Motor aber nicht hundertprozentig läuft (oder sogar gar nicht), dann hat man statt einem laufenden Motor die schlechtere Wahl eingebaut. Fahrzeug in dem Fall nicht mehr vernünftig einsetzbar und die Instandsetzung am Turbomotor sind ausgebaut wohl auch leichter durchzuführen.

Ich halte die Idee des 'einfach im ganzen einbauen' für eine Schnapsidee. :wack:

Grüße

Marcus
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Space is what prevents everything from happening to me.
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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#21 Beitrag von Ulf H » 2016-03-21 12:35:54

... was spricht gegen Prickels vorgehen ... Prüfstand bauen, vorsichtig in Betrieb nehmen und sehen was passiert ... je nach Motorzustand und Schraubermut kann dann der Einbau nach mehr oder weniger Inspektion / Instandsetzung erfolgen ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#22 Beitrag von LutzB » 2016-03-21 13:52:09

Ich möcht ja nicht wissen, wie viele Motore 10 Jahre und länger 'rumstanden, von denen vor der Transplantation kein Mensch davon wusste. Die wurden nach dem üblichen Kompressionsdruck- und Öldrucktest eingebaut und fertig.
Gerade erst hat ein Kollege einen W123/300TD nach 16 Jahren Stillstand wieder in Betrieb genommen. Löppt!

Lutz
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Mit den Menschen ist es wie mit den Autos, Laster sind schwer zu bremsen.(Heinz Erhardt)

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#23 Beitrag von KU 65 » 2016-03-21 14:23:09

Mark86 hat geschrieben:
hat Kondenswasser für Korrosion gesorgt.
Petroleum ist das Mittel der Wahl, weil es ein ur ur alter Schraubertrick ist
um festsitzende Kolben schonend zu lösen.
Das kann man so nicht sagen. Entweder er dreht, oder er ist fest.
Wenn er dreht, ist auch noch überall Öl, wenn irgendwo keines wäre, könntest du ihn nicht "von Hand" durchdrehen.
Wenn du dann irgendwelche Mittel reinkippst, machen die den Ölfilm in den Zylindern kaputt, da ist nix machen besser.

Du kannst den Motor mit Petroleum oder Gelserol wenn er fest ist lösen, trotzdem ist er kaputt...
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Da wo der Rost war, fehlt ja was in den Laufbahnen, nämlich der Guss der aufgerostet ist...
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Mit was verdienst du dein Geld?
So eine gequierlte Kacke von sich zu geben, unglaublich!
Das sollte man deinen Kunden zugänglich machen die mit dir Ärger haben, damit sie vor Gericht noch mehr in der Hand haben.

Wie gut das ich bei dir keine Autos kaufe!
Gruß Kai-Uwe

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#24 Beitrag von Mark86 » 2016-03-21 16:28:15

Klar, bau dir doch nen Motorenprüfstand und lass den da 5.000km probelaufen... Aber denk dran, mit Lastbremse, weil den Motor ohne Last probelaufen zu lassen ist relativ sinnfrei. Wirklich wissen was ein Motor taugt, tust du erst nach 5.000km im Betrieb. Im Leerlauf kriegste nichtmal das Öl warm, um den Öldruck bei warmen Motor gescheit prüfen zu können, ist also alles nippes... Zeit sparen, grob Prüfen, wenn er dreht, ist gut, meinetwegen häng noch Strom, Diesel und Öldruck an und lass den einmal laufen (kannst den aufm Boden stehen lassen, nur gegen umkippen sichern, der hüpft nicht weg), Getriebe einmal durchschalten und rein damit... Mehr Zeit würde ich nicht investieren...
Andererseits wird hier doch immer wieder stolz berichtet "Der Deutz/Hanomag/Mercedes/MAN/usw. stand 20 Jahre in der Ecke und ist auf den ersten Versuch angesprungen! Anschließend sind wir 500 km problemlos nach hause gefahren."
Warum auch nicht? Ich hab Motoren gesehen, die haben 5 Jahre in ner feuchten Umgebung gestanden und waren fest, und Motoren die haben 30 Jahre im Keller gelegen und in trocken, die ich als Basis für ne Revision genommen habe und da war nix mit Rost auf den Laufbahnen, da war auch überall Öl drinnen, die hätte man auch wieder einbauen können... Alles ne Frage der Lagerungsumgebung...
Wenn ich manchmal im Internet lese, das Leute nach n paar Monaten standzeit im Winter anfangen die Kerzen aus zu bauen und Öl rein zu geben, weil sie meinen da würde irgendwo welches fehlen, kann ich mich nur totlachen...
Meinen eigener Opel Motor hat von 1996 bis 2003 ebenfalls nicht gelaufen, einmal rundrum die Anbauteile gemacht, Dichtungen, etc. und ansonsten seit dem bin ich damit über 50.000km gefahren und der Motor hat über 200.000km gelaufen und noch die erste Kopfdichtung, ungeöffnet... Den Sprit den ich 1996 reingetankt habe, habe ich 2002 in meiner Mofa verfahren...
Mit was verdienst du dein Geld?
Mit dem Betrieb einer Oldtimerwerkstatt.
So eine gequierlte Kacke von sich zu geben, unglaublich!
Meine Erfahrung aus über 14 Jahren...
Das es unterschiedliche Ansichten gibt, mag sein, soll jeder machen wie er meint, ich mache mein Zeug wie ich es für richtig halte. Soweit aus zu holen wie du zeugt allerdings von keiner guten Diskusionsdisziplin...
Das sollte man deinen Kunden zugänglich machen die mit dir Ärger haben, damit sie vor Gericht noch mehr in der Hand haben.
Gibts nicht. Gibt weder Kunden die mit mir Ärger haben, noch hat es bis zum heutigen Tage einen Streitfall gegeben, der es überhaupt bis zu nem Anwalt geschafft hat, geschweige denn vor Gericht. Genau so gab es bis zum heutigen Tage nicht eine unbezahlte Rechnung. Die Information die oben steht kriegt auch jeder Kunde von mir, vorausgesetzt er fragt mich. Oft kommen Leute aber erst zu mir, wenn sie sich so ne Eierkiste eingefangen haben, die übergeduscht und zusammengestrichen wurde, 3/4el nett aussieht, n "Schnäppchen" war (das ist ja immer der Fehler den die meisten machen, die versuchen auf Krampf komm raus das Geiz ist Geil Motto um zu setzen) und dann leider ziemlich zügig zerfällt...
Wie gut das ich bei dir keine Autos kaufe!
Bei mir kauft überhaupt niemand ein Auto, weil ich nicht mit Autos handel.
Die Rosstäuscherei überlasse ich anderen. Die Erfahrungen mit Autos die aus der Schäune gezogen wurden, übergeduscht und aufbereitet und dann mit nem "losgeknackten" Motor verkauft wurden, kommt von mir als Motoreninstandsetzer welcher dann nach wenigen Tausend KM die Motoren aufm Tisch hat...
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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#25 Beitrag von AL28 » 2016-03-21 17:44:30

KU 65 hat geschrieben:.........

Mit was verdienst du dein Geld?
So eine gequierlte Kacke von sich zu geben, unglaublich!
Das sollte man deinen Kunden zugänglich machen die mit dir Ärger haben, damit sie vor Gericht noch mehr in der Hand haben.

Wie gut das ich bei dir keine Autos kaufe!

Sorry , aber du hast eine Ausdrucksweise ? :ohmy:

Ich stimme nicht mit alles überein was Mark so schreibt , auch macht er sich wahrscheinlich einen Spass daraus die einfachen Gemüter zu Provozieren . Aber deswegen ist sein geschriebenes inhaltlich nicht unbedingt das , mit dem du da um dich schmeißen tust . Und ich denke sinnvolle Argumente sind Zielführender .
Wen der Motor daliegt würde ich ihn auch zerlegen ,Kurbelwelle , Pleul , Kolben , Laufbuchsen und Kopf prüfen . Vielleicht noch die Ventilschafdichtungen nachrüsten . Wen alles o.k. mit neuen Lagern , Kolbenringen , Dichtungen , Simmerringen und Borgmanring wieder zusammenbauen .
Das entspricht dann einen Austauschmotor und ich hätte bei meinen Reisen ein gutes Gefühl .
Ich habe schon Motoren geöffnet , da hat man gesehen wo die Lauffläche verrostet war und nun Vertiefungen da waren . Der hatte sogar noch Kompression . Auch habe ich schon Motoren mit nur einen gebogenen Schweißdraht als Kolbenring Laufen lassen , hat zwar keine Leistung gehabt , aber ist gelaufen .

Gruß
Oli

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MartinK
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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#26 Beitrag von MartinK » 2016-03-21 18:18:46

Hallo,

ich habe dasselbe Problem mit einem PKW-Motor gehabt. Der Wagen hat 20 Jahre in einer Sammlung gestanden und wurde faktisch nicht weiter konserviert. Dann hat der Sammler "umgeschichtet" und der Wagen ging an den Besitzer vor mir. Die Mechaniker haben den Motor ausgebaut und sich viel Mühe gegeben und es sicher auch gut gemeint. Es wurde ziemlich viel erneuert, einiges investiert und der Wagen wieder in Betrieb genommen. Nach 1500km hat der Vorbesitzer gemerkt daß es nicht sein Traumauto ist und habe ich ihn dann mit fahrendem Motor gekauft. Probefahrt und Motorlauf waren einwandfrei, auch die reichhaltig verbauten Neuteile haben einen guten Eindruck gemacht. Die erste Ölanalyse nach dem Ölwechsel ergab aber eine massive Verseuchung des Öls mit Blei, Kupfer Stahl und Wasser.

Ich habe den Motor darauf hin wieder ausgebaut bevor etwas frisst oder knirscht. Diagnose: Alle Kurbelwellenlager, alle Pleuellager, alle Kolbenbolzen eingelaufen, alle Zylinderwände hatten Flugrost angesetzt und die Zylinder haben Korrosionsmarken gehabt, die durch die Kolbenringe abgeschrappt wurden. Die Dichtungen der Zylinderfüße haben aufgegeben und es ist Kühlwasser ins Öl getropft. Das Ergebnis liegt sei 6 Monaten auf meiner Werkbank, hat unfassbar viel Geld verschlungen und soll Ostersamstag wieder mit der Karosserie verheiratet werden.

Mein Fazit: Solch einen Scheunenfund würde ich ohne ihn zerlegt, begutachtet und wieder zusammengesetzt zu haben nicht in Betrieb nehmen. Am Ende geht nämlich was kaputt, was vorher noch funktionierte. Die Korrosionsmarken aus der Zylinderwand gehen auch mit Petroleum nicht weg, die Verklebungen des Kurbeltriebes rettet man damit auch nicht. Ich bin sicher, der Motor wird starten, wenn man in anlässt. Aber wie sieht er innen aus?

Beste Grüße

Martin
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Mark86
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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#27 Beitrag von Mark86 » 2016-03-21 18:56:18

Mein Fazit: Solch einen Scheunenfund würde ich ohne ihn zerlegt, begutachtet und wieder zusammengesetzt zu haben nicht in Betrieb nehmen. Am Ende geht nämlich was kaputt, was vorher noch funktionierte. Die Korrosionsmarken aus der Zylinderwand gehen auch mit Petroleum nicht weg, die Verklebungen des Kurbeltriebes rettet man damit auch nicht. Ich bin sicher, der Motor wird starten, wenn man in anlässt. Aber wie sieht er innen aus?
Die Frage aller Fragen dabei ist m.E., was man kaputt macht...
Mach ich n Motor kaputt, dessen Revision dann statt 2.000€ für neue Lager, Ringe, Hohnen, Planen, Dichtungen, usw. 6.000€ kostet, weil ich anschließend die Kurbelwelle schleifen darf, die Löcher vorm Hohnen aufbohren darf (oder Buchsen wechseln muss) und neue Kolben brauche und hab noch 1.500€ für doppelten Ein/Ausbau, Betriebsmittel, etc. die ich nem Kunden erklären muss,

oder mache ich n Motor kaputt, den ich dann im schlimmsten Falle und vor allem für mich selber wieder ausbaue und den alten wieder rein hänge?
Die hier angeführten Vorschläge mit Probelaufen lassen, Petroleum reingießen, etc. werden an der Sache aber nix ändern. In allen Fällen überlebt der Motor, oder verreckt, aber einen Einfluss auf das Ergebnis hat das alles nicht. Ich würde wie gesagt, wenn er nicht fest ist, das Ding einbauen und ausprobieren. Mehr als paar Tage Schrauberei gibts ja nicht zu verlieren...
Wenn man die nicht bezahlen muss, ist das m.E. ok. Wenns nicht klappt, baut man halt den alten wieder ein. Oder man spart sich den ganzen Aufwand komplett.

Für Kunden bau ich eh nur Motoren ein, die ich selber ausgebaut und geprüft habe, oder die ich vorher zumindest teil überholt habe...
Auch wenn andere einen überholt haben, baue ich das idr. nicht ein. Die Erfahrung hat mich gelehrt, das die arbeiten grade im Oldibereich von vielen Instandsetzern oder sogenannten Hobbyinstandsetzern dazu führen, das man die Arbeit nochmal macht...
Der Klügere gibt so lange nach bis er der Dümmere ist.

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#28 Beitrag von DieselMotorrad » 2016-03-21 19:07:06

Oh da habe ich ja eine hitzige Diskussion angefangen.

Ich habe gerade mal probiert den Motor zu drehen.
Habe ich bislang nicht gemacht, weil ich angst hatte das Dreck in Pumpen oder sonst wo dabei Schäden verursacht.

Ich kann den Motor von Hand und ohne Hebel an der Riemenscheibe drehen.
Habe nur eine 1/8 Umdrehung gemacht, aber es dreht.

Also er ist nicht fest! 1. Erkenntnis

Da ich ihn ohne Werkzeug von Hand drehen konnte, muss der Rost auf Laufflächen (falls vorhanden) sehr gering sein. 2. Erkenntnis


Ich habe schon eine Menge Motorradmotoren instandgesetzt, und bei denen die lange standen hatten die Ventilsitze der offenstehenden Ventile Rost angesetzt und waren somit undicht geworden.

Das könnte ich doch bei dem OM352A auch testen. Nach einander jeden Zylinder auf OT drehen, und ein bisschen Benzin in den Einlass und Auslasskanal tröpfeln. Wenn es auf den Ventilen stehen bleibt und nicht in den Brennraum durchsickern kann sind die Ventilsitze noch gut.

AL28 hat geschrieben:Wen der Motor daliegt würde ich ihn auch zerlegen ,Kurbelwelle , Pleul , Kolben , Laufbuchsen und Kopf prüfen . Vielleicht noch die Ventilschafdichtungen nachrüsten . Wen alles o.k. mit neuen Lagern , Kolbenringen , Dichtungen , Simmerringen und Borgmanring wieder zusammenbauen .
So würde ich es bei einem Motorrad auch machen. Bei meiner KTM habe ich, als ich sie bekommen habe, den Motor komplett zerlegt und mit neuen Lagern, Kolbenringen und Dichtungen wieder zusammengesetzt obwohl der super lief.
Nur weil ich wissen wollte wie es da drin aussieht, ob auch alles in Ordnung ist.

Keine Ahnung warum ich das bei dem 352 nicht auf anhieb gedacht habe. "Was soll da schon mit sein" Das habe ich mir gedacht. Ist doch eine Stahlhaufen, da kann nichts kaputt gehen....

Aber auch hier ist es sicher der Bessere, oder lass mich lieber schreiben für mich der Bessere Weg.
Das ich dann im gleichen Zuge Ventilschaftdichtungen nachrüsten kann, das hat mich überzeugt. Da habe ich nicht dran gedacht.
Da passen die vom OM366 drauf, wenn man die Schäfte vorher um 5mm gekürzt hat oder wie war das noch?
Ich meine da mal irgendwo gelesen zu haben das es einen speziellen Fräser von MB gibt, aber man sie auch abflexen kann. Ob die jetzt 5,0mm oder 5,5mm gekürzt werden spielt ja sicher keine rolle. Beim Entgraten sollte man sich nur mühe geben.

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#29 Beitrag von LutzB » 2016-03-21 20:18:19

DieselMotorrad hat geschrieben:...........bei denen die lange standen hatten die Ventilsitze der offenstehenden Ventile Rost angesetzt und waren somit undicht geworden.
Das könnte ich doch bei dem OM352A auch testen. Nach einander jeden Zylinder auf OT drehen, und ein bisschen Benzin in den Einlass und Auslasskanal tröpfeln. Wenn es auf den Ventilen stehen bleibt und nicht in den Brennraum durchsickern kann sind die Ventilsitze noch gut.
Vorher ist aber das Kontrollieren bzw. Einstellen des Ventilspiels erforderlich. Denn, sollte ein Ventil zu stramm stehen, könnte Deine Ekenntnis #3 eine falsche sein.

Lutz
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Mit den Menschen ist es wie mit den Autos, Laster sind schwer zu bremsen.(Heinz Erhardt)

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Re: Was mache ich mit OM352A der 10 Jahre in der Scheune Sta

#30 Beitrag von OliverM » 2016-03-21 20:58:14

DieselMotorrad hat geschrieben: Das ich dann im gleichen Zuge Ventilschaftdichtungen nachrüsten kann, das hat mich überzeugt. Da habe ich nicht dran gedacht.
Da passen die vom OM366 drauf, wenn man die Schäfte vorher um 5mm gekürzt hat oder wie war das noch?
Ich meine da mal irgendwo gelesen zu haben das es einen speziellen Fräser von MB gibt, aber man sie auch abflexen kann. Ob die jetzt 5,0mm oder 5,5mm gekürzt werden spielt ja sicher keine rolle. Beim Entgraten sollte man sich nur mühe geben.
Wenn du die Ventilführungen gegen die vom OM366 tauscht geht das . Alles andere ist großer Murks, denn der OM352a hat nicht ohne Grund keine Ventilschaftdichtungen . Wenn ich das noch richtig im Kopf habe sollte der Überstand der Schaftführungen 17 - 17,5 mm betragen.

Grüße

Oliver
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