MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

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MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#1 Beitrag von Kurzer » 2014-10-07 16:48:39

Hallo Forum,

im Rahmen des Getriebeumbaus auf das ZF S6-36 muss die Zugstrebe, welche sich zwischen dem linken hinteren Motorlager und der Abstützung des Hauptbremszylinders befindet, aus geometrischen Gründen weichen, bzw. versetzt werden.
Welche Funktion hat denn die Strebe genau? Ohne Grund wird da nicht drin sein, denn sonst hätten die MB Ingenieure das Ding nicht so massiv und aufwendig angebracht.
Auf den Bildern sieht man die Strebe vom HBZ nach rechts vorne (Foto ist 1x von oben durch die Serviceöffnung und 1x von hinten, vom VTG her fotografiert) laufen. Die Anbindung an das Motorlager habe ich schon demontiert, da man sonst die Schrauben des Getriebes an der Kupplungsglocke nur schwer aufbekommt.

Es gibt bis jetzt durch rumfragen folgende Aussagen/Theorien:
- Die Strebe verhindert ein Rupfen der Kupplung
- Die Strebe nimmt die Verdrehung des Motors auf beim Auskuppeln (unter Last)
- Die Strebe ist bei Linkslenkern auf der linken Seite und bei Rechtslenkern gespiegelt verbaut
- Walter fährt nach seinem S6-36 Umbau ohne die Strebe und merkt keinen Unterschied

Hm, gibt es aus dem Forum noch mehr Wissen dazu? Jetzt wo das G3-60 ausgebaut und das S6-36 noch nicht eingebaut ist, würde ich noch relativ gut hinkommen, um ggf. eine geänderte Anlenkung zu basteln und die Strebe wieder einzubauen. Dazu wäre deren Funktion jedoch erstmal zu klären.

Danke und Grüße, Marco
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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#2 Beitrag von Pirx » 2014-10-07 17:22:45

Hallo Marco,

über die Funktion dieser Strebe habe ich auch schon einmal gerätselt. Im EPC wird sie "Motorlängsfixierung" genannt. Ich vermute deshalb mal, daß sie die Motorposition in Längsrichtung festlegen soll. Der gesamte Motor/Getriebe-Block ist ja nur in 4 Gummilagern auf dem Fahrgestell befestigt. Die seitliche Bewegung durch Motorvibrationen oder Drehmomentabstützung ist erlaubt (und durch die Gummi-Metall-Lager begrenzt), eine Längsbewegung des Triebwerks ist aber eher unerwünscht (Ventilator könnte den Kühler beschädigen oder Schalthebel könnte in Konflikt mit dem Bodenblech im Fahrerhaus kommen usw.).

Der spiegelbildliche Einbauort bei Rechts- und Linkslenkerfahrzeugen scheint richtig zu sein, könnte aber mit Bauraumproblemen zusammenhängen. Pedalerie, Lenkung und Hauptbremszylinder samt Bremskraftverstärker wechseln ja auch die Seite.

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#3 Beitrag von Mogros » 2014-10-07 21:34:01

Hallo Pirx

Ich war auch einer der Miträtselnden ;)

Wenn ich dies also richtig sehe könnte diese Abstützung an einen Ort, z.B. an eines der anderen drei Motorlager, wandern? Mal schauen, wo es da noch ein wenig Platz hat... einen Halter für den Ramen wäre ja dann relativ einfach zu konstruieren und montieren, wenn der Platz vorhanden ist...

Gruss
Chrigu
Zuletzt geändert von Mogros am 2014-10-08 9:58:47, insgesamt 1-mal geändert.

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#4 Beitrag von Kurzer » 2014-10-08 7:54:20

Pirx hat geschrieben:Ich vermute deshalb mal, daß sie die Motorposition in Längsrichtung festlegen soll.
Danke Klaus für die schnelle Einschätzung. Klingt nachvollziehbar und logisch.
Was hälst Du von der Aussage, dass die Zugstrebe ein Rupfen der Kupplung verhindern soll, bzw. das man bei einer rupfenden Kupplung dies durch Nachstellen der Zugstrebe mindern oder gar beseitigen kann. Das müsste ja dann im WHB stehen. Lässt sich das nachvollziehden?
Technisch einleuchten will mir das nicht, da ja Motorgehäuse und Getriebegehäuse fest verbunden sind. Was soll die Zugstrebe da für nen Einfluss haben?

Grüsse, Marco
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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#5 Beitrag von ingolf » 2014-10-08 8:27:38

Hallo,
den Motor längs zu fixieren macht Sinn: Wenn 123er aus schneller Fahrt gestoppt werden an einem Sandberg oder durch Unfallaufprall fräst der Lüfterflügel ein Loch in den Kühler. Das könnte wegen des ungleich höheren Gewichtes des Motor-Getriebe-Blockes beim Kurzhauber bereits bei steiler Bergabfahrt passieren.

Grüße, Ingolf
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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#6 Beitrag von Pirx » 2014-10-08 10:22:38

Kurzer hat geschrieben:
Pirx hat geschrieben:Ich vermute deshalb mal, daß sie die Motorposition in Längsrichtung festlegen soll.
Danke Klaus für die schnelle Einschätzung. Klingt nachvollziehbar und logisch.
Was hälst Du von der Aussage, dass die Zugstrebe ein Rupfen der Kupplung verhindern soll, bzw. das man bei einer rupfenden Kupplung dies durch Nachstellen der Zugstrebe mindern oder gar beseitigen kann. Das müsste ja dann im WHB stehen. Lässt sich das nachvollziehden?
Technisch einleuchten will mir das nicht, da ja Motorgehäuse und Getriebegehäuse fest verbunden sind. Was soll die Zugstrebe da für nen Einfluss haben?

Grüsse, Marco
Hallo Marco,

einen Einfluß dieser Strebe auf ein Kupplungsrupfen kann ich mir nicht vorstellen. Einmal ist die Ursache für das Rupfen in der Kupplung selbst (Reibpaarung Kupplungsbelag - Anlageflächen), andererseits handelt es sich beim Rupfen um eine Drehschwingung. Wie soll eine Längsstrebe Einfluß auf eine Drehschwingung nehmen? Und die Entstehung der Schwingung kann sie schon gar nicht verhindern.

Leider habe ich kein Werkstatthandbuch zur Kurzhauber-Kupplung. Kann also auch nicht nachprüfen, ob dort ein Hinweis steht. Ich glaube aber nicht daran.

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#7 Beitrag von Veit M » 2014-10-08 10:51:16

Einfluß auf die Kupplung kann es nur haben wenn diese über ein Gestänge angesteuert wird und sich so Lageänderungen vom Motor zum Rahmen bemerkbar machen könnten.

Ciao

Veit

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#8 Beitrag von Freddy » 2014-10-08 11:36:30

Jip! das kann sein!

Wird die Kupplung bei den Modellen auch über einen Hebelarm mit Umlenkpunkt in der Kupplungsglocke betätigt?

Wenn ja, dann würde man beim Kupplung treten ja die Motor/Getriebeeinheit "schieben"

Ich erinnere mich daran, dass sich bei meinem Hanomag wenn er richtig warm war und auf ganz wenig Standgas lief der Öldruck absenkte wenn ich auf der Kupplung stand.

Beim Auskuppeln (über Kette) hatte man hier die Motor/Getriebeeinheit etwas nach vorne gezogen womit der Gaszug im Verhältniss kürzer wurde. Und das Standgas viel minimal ab.

Gruß

Freddy

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#9 Beitrag von Landei » 2014-10-08 13:51:08

Wenn ja, dann würde man beim Kupplung treten ja die Motor/Getriebeeinheit "schieben"
Das ist auch so!

Nach dem Umbau auf den 1017er Motor inklusiv großer Kupplungsglocke geht die Kupplung sackenschwer und mir scherten ja auch bereits 3 Mal die Kugelköpfe für die Kupplungsbetätigung ab. Wenn ich die Kupplung trete, dann bewege ich dabei Motor und Getriebe ein paar Millimeter in Längsrichtung!
Gut, dass ich nicht mehr so oft schalten muss und fast ausschließlich auf meinen Strecken nur im 5. Gang fahren kann.

Haben alle Kurzhauber diese Zugstrebe? Mir ist die bewusst noch nicht aufgefallen.

Jochen

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#10 Beitrag von Kurzer » 2014-10-08 19:01:39

Veit M hat geschrieben:Einfluß auf die Kupplung kann es nur haben wenn diese über ein Gestänge angesteuert wird und sich so Lageänderungen vom Motor zum Rahmen bemerkbar machen könnten.
Das ist in der Tat so der Fall beim Kurzhauber.
Landei hat geschrieben:Haben alle Kurzhauber diese Zugstrebe? Mir ist die bewusst noch nicht aufgefallen.
Ich denke schon. Zumindest haben alle vier Getriebumbauanwärter + Walter + Jimmy diese Strebe.....sieht also ganz danach aus.

Dann wäre es doch gut, wenn diese wieder ihren Weg in den Kurzhauber findet um ihre Funktion wieder aufzunehmen, wenn auch an etwas veränderter Stelle, denn wie gesagt will diese nicht mit dem S6-36 zusammen rein passen.
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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#11 Beitrag von Dieselsurfer » 2014-10-10 8:27:16

ich hab die noch nie bewußt wahrgenommen. Aber der kLeene is ja auch ein A-Modell...
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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#12 Beitrag von Walöter » 2014-10-10 9:52:58

Hallo Klaus & Forum,
Pirx hat geschrieben:
Kurzer hat geschrieben:
Pirx hat geschrieben:Ich vermute deshalb mal, daß sie die Motorposition in Längsrichtung festlegen soll.
Danke Klaus für die schnelle Einschätzung. Klingt nachvollziehbar und logisch.
Was hälst Du von der Aussage, dass die Zugstrebe ein Rupfen der Kupplung verhindern soll, bzw. das man bei einer rupfenden Kupplung dies durch Nachstellen der Zugstrebe mindern oder gar beseitigen kann. Das müsste ja dann im WHB stehen. Lässt sich das nachvollziehden?
Technisch einleuchten will mir das nicht, da ja Motorgehäuse und Getriebegehäuse fest verbunden sind. Was soll die Zugstrebe da für nen Einfluss haben?

Grüsse, Marco
Hallo Marco,

einen Einfluß dieser Strebe auf ein Kupplungsrupfen kann ich mir nicht vorstellen. Einmal ist die Ursache für das Rupfen in der Kupplung selbst (Reibpaarung Kupplungsbelag - Anlageflächen), andererseits handelt es sich beim Rupfen um eine Drehschwingung. Wie soll eine Längsstrebe Einfluß auf eine Drehschwingung nehmen? Und die Entstehung der Schwingung kann sie schon gar nicht verhindern.

Leider habe ich kein Werkstatthandbuch zur Kurzhauber-Kupplung. Kann also auch nicht nachprüfen, ob dort ein Hinweis steht. Ich glaube aber nicht daran.

Pirx
im WHB ist unter 25-4 "Motorzugstangen einstellen" zu lesen: Bei Reparaturen an der Kupplung und der Motorlagerung, sowie bei Kupplungsbeanstandungen "Kupplungsrupfen und Anfahrrupfen" muß unbedingt die Einstellung die Einstellungen der Motorzugstangen zu Längsfixierung des Motors überprüft und eingestellt werden.

Weiter werden beschrieben in welchen Fahrzeugen die Zugstangen beidseitig verbaut wurden und in welchen nur einseitig, dann bei Linkslenkern links und bei Rechtslenkern rechts.

Walter
Auffi, huift ja nix!

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#13 Beitrag von Pirx » 2014-10-10 12:39:59

Walöter hat geschrieben:im WHB ist unter 25-4 "Motorzugstangen einstellen" zu lesen: Bei Reparaturen an der Kupplung und der Motorlagerung, sowie bei Kupplungsbeanstandungen "Kupplungsrupfen und Anfahrrupfen" muß unbedingt die Einstellung die Einstellungen der Motorzugstangen zu Längsfixierung des Motors überprüft und eingestellt werden.

Weiter werden beschrieben in welchen Fahrzeugen die Zugstangen beidseitig verbaut wurden und in welchen nur einseitig, dann bei Linkslenkern links und bei Rechtslenkern rechts.
Hallo Walter!

Da bist Du besser mit Werkstatthandbüchern ausgestattet als ich. Ich kenne die Strebe übrigens ausschließlich auf einer Seite, Fahrzeuge mit zwei Streben habe ich noch nie gesehen.

Daß man die Einstellung der Strebe nach Reparaturen, bei denen sich die Längsposition des Motor/Getriebeblocks verändert haben könnte, neu einstellen muß, ist logisch und nachvollziehbar.

Ich bleibe aber dabei, daß die längs verlaufende Strebe keinen oder allenfalls einen homöopathischen Einfluß auf ein vorhandenes Kupplungsrupfen haben kann, auch wenn es im WHB anders steht. Wie genau stellst Du Dir den Einfluß der Strebe auf das Rupfen vor?

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#14 Beitrag von möp » 2014-10-10 12:51:30

Pirx hat geschrieben:
Ich bleibe aber dabei, daß die längs verlaufende Strebe keinen oder allenfalls einen homöopathischen Einfluß auf ein vorhandenes Kupplungsrupfen haben kann, auch wenn es im WHB anders steht. Wie genau stellst Du Dir den Einfluß der Strebe auf das Rupfen vor?

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#15 Beitrag von KU 65 » 2014-10-10 13:09:31

Meiner hat so eine Strebe nicht, scheint erst ab B-Model zu sein!

Bei modernen Autos sieht man so ähnliche Geschichten öfters. Bei Chrashtest hat man wohl raus gefunden, das es besser ist , wenn der Motor da bleibt wo er bleiben soll. :eek: Teilweise sind Drahtseile als Fangbänder verbaut........

Haben die bei Mercedes wohl schon in den 70ern bei den LKWs Unfallforschung so groß geschrieben? :eek: :D
Gruß Kai-Uwe

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#16 Beitrag von Mogros » 2014-10-10 14:30:05

möp hat geschrieben:
Pirx hat geschrieben:
Ich bleibe aber dabei, daß die längs verlaufende Strebe keinen oder allenfalls einen homöopathischen Einfluß auf ein vorhandenes Kupplungsrupfen haben kann, auch wenn es im WHB anders steht. Wie genau stellst Du Dir den Einfluß der Strebe auf das Rupfen vor?

Pirx
bei mechanischer kupplungsbetätigung ist das rupfen leicht erklärbar
durch das anfahrdrehmoment bewegt sich der motor-> kupplungshebel wird dadurch "betätigt"-> motor bewegt sich zurück-> kuppelt wieder mehr ein etc...
Ausgangslage:
- Das sich der Motor und somit auch Kupplung und Getriebe, da alles zusammen eine Starre Einheit ist, in gewissen Situationen in der Silentblöcken marginal verschieben können ist klar...
- Das Kupplungsgestänge ist im Bereich der Umlenkung einseitig mit dem Rahmen verbunden. Die Welle, auf welcher die Umlenkung läuft, ist auf der einen Seite am Rachmen, auf der anderen Seite am Getriebe abgestützt. Dadurch halbiert sich die Bewegung, welche die Welle der Umlenkung mach um ca die Hälft - wahrscheinlich sogar noch ein bisschen weniger, da sich die Umlenkung des Kuppungsgestänges imho näher am Getriebe als am Ramen befindet.
- Das Kupplungsspiel muss gemäss Betriebsanleitung am Pedal 35mm betragen.

Interpretation:
Ein Verschieben von Motor / Kupplung / Getriebe hat imho nur eine Auswirkungdie Position des Kupplungsgestänges, des Kupplungsautomaten und somit auf den Zeitpunkt, wann die Kupplung greift und wann sie löst. Dies Positionsänderung befindet sich aber bei einer korrekt eingestellten Kupplung immer noch im Bereich des Kupplungsspiels... sowiet so gut.
Nun ist die Frage, die ich nicht beantworten kann, ob das Einkuppeln selbst zu einer Lageänderung der Einheit Motor / Kupplung / Getriebe führt? In diesem Fall würde dies dann einen direkten Einfluss auf den Einkupplungsprozess haben und könnte ein Rupfen oder unsanftes Einkuppeln zur Folge haben... denn es wären ja zwei sich entweder gegenläufige oder je nach Situation auch aufaddierende Bewegungen auf das Kupplungsgestänge / auf den Kupplungsautomaten im Gange... kann ich mir zwar theoretisch vorstellen, aber hab eigentlich keine Ahnung ob sich dies in Wirklichkeit auch so verhäldt.

Evtl. hat ja jemand von euch dazu weitergehende Informationen oder Wissen aus der Praxis.

Gruss
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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#17 Beitrag von möp » 2014-10-10 14:40:19

KU 65 hat geschrieben: Teilweise sind Drahtseile als Fangbänder verbaut........
meinst du wirklich fangbänder?
und nicht procon-ten? http://de.wikipedia.org/wiki/Procon-ten

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#18 Beitrag von KU 65 » 2014-10-10 15:23:59

möp hat geschrieben:
KU 65 hat geschrieben: Teilweise sind Drahtseile als Fangbänder verbaut........
meinst du wirklich fangbänder?
und nicht procon-ten? http://de.wikipedia.org/wiki/Procon-ten

Ja meine ich:

http://www.google.com/patents/DE19613870A1?cl=de
Gruß Kai-Uwe

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#19 Beitrag von möp » 2014-10-10 15:32:15

dank, wieder was gelernt
Die mit der Erfindung hauptsächlich erzielten Vorteile bestehen darin, daß über die aus einem Seil bestehende Fangvorrichtung das Antriebsaggregat, welches unmittelbar hinter der Sitzanlage angeordnet ist, bei einem Crashfall in einer Position gehalten wird, die eine Gefährdung von Personen ausschließt.
also eher was für sportwägen, mein T3 mit heckmotor hatte sowas nicht :D

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#20 Beitrag von Pirx » 2014-10-10 17:27:52

Jungs,

ich hatte schon mal eine beim Anfahren rupfende Kupplung am Kurzhauber. Und zwar trotz der eingebauten Strebe.

Das Rupfen war (für mich logisch) erst mit dem Einbau einer neuen Kupplung wieder weg.

Ich habe also guten Grund zu bezweifeln, daß diese Strebe irgend etwas an einer rupfenden Kupplung ändert.

Pirx

P.S.: Zu den Theorien, daß man durch das Treten des Kupplungspedals und die dabei über das Kupplungsgestänge auf den Motor/Getriebeblock wirkenden gigantischen Kräfte :lol: diesen verschieben kann, sage ich lieber nichts.
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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#21 Beitrag von Jimmy » 2014-10-10 18:26:45

Hallo zusammen
Ich bin seit über 20tkm ohne dieser Strebe unterwegs, war sogar im Gelände (Langenaltheim),
konnte kein Rupfen der Kupplung feststellen und auch nicht ein verschieben des Motors in den Gummiblöcken.
Das eine Kraft eine Gegenkraft hervorruft ist klar, also wird da gedrückt, aber ist es bei anderen Fahrzeugen nicht anders.
Es müssten ja dann alle Magirusfahrer, wenn sie sich von hydraulischer auf Gestängebetätigung umbauen, so eine dicke Strebe einbauen, damit ihr Motor nicht aus der Motorhaube geschoben wird.

Vieleicht fällt mir ja mal eine Lösung ( Ansätze waren schon da ) ein für die Strebe, aber nur wenn ich mal viel Zeit hab.

Grüße Jimmy, der ohne fährt um mal festzustellen was dann so alles passiert. :spiel: :idee:

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#22 Beitrag von Kurzer » 2014-10-10 22:32:12

Jimmy hat geschrieben:Vieleicht fällt mir ja mal eine Lösung ( Ansätze waren schon da ) ein für die Strebe, aber nur wenn ich mal viel Zeit hab.
:joke: :joke: :joke: Wann soll denn das sein? 2038? :angel: :angel: :angel:
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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#23 Beitrag von Jimmy » 2014-10-10 22:59:21

Hallo Marco
ich möchte es ja ausgiebig ohne Strebe testen und nichts überstürzen.

Gruß Jimmy

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#24 Beitrag von Phoenix » 2014-10-10 23:21:09

Hallo

Hab mir auch schon Gedanken, zu der Strebe gemacht, da die so blöd im weg ist...

Der Motor ist doch über die Gummiklötze, Silentlager befestigt. Die sind V-förmig angeordnet um auch die Seitenführungskräfte aufzunehmen. Da Silentlager nur kleine Scherkräfte aufnehmen können, ist der Motor in Längsrichtung nicht wirklich fixiert. Ich dachte daher, die Motorlängsfixierung soll den Motor in Längsrichtung fixieren... :idee:

Gruss Manu

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#25 Beitrag von Jimmy » 2014-10-10 23:51:51

Da war mal kurz so ein Gedanke,
mit einer Strebe (Brennschnitt aus Platte), die im Zylinderbereich Owal ist, das der Luftzylinder oben und unten umgangen wird und die "wahnsinnigen Kräfte" so annähernd wieder in gleicher Richtung übertragen werden können. Dazu müßte ewtl. der Halter am Rahmen etwas umgesaltet werden.

Aber wie geschrieben: Es war mal so ein Gedanke, der aus Mangel an Priorität nicht weiter verfolgt wurde.

Grüße Jimmy

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#26 Beitrag von Landei » 2014-10-11 11:49:56

P.S.: Zu den Theorien, daß man durch das Treten des Kupplungspedals und die dabei über das Kupplungsgestänge auf den Motor/Getriebeblock wirkenden gigantischen Kräfte :lol: diesen verschieben kann, sage ich lieber nichts.
Wenn ich nicht vor wenigen Wochen auf dem AMR Treffen wieder mal den Fußboden herausgehabt hätte um die Kupplungsbetätigung zu reparieren und dabei genau diese Längsverschiebung beider Aggregate um mehrere mm mit eigenen Augen gesehen hätte, würde ich diese Theorien sie auch für phantastische Spinnereien halten :D . Geht halt nichts über praktische Erfahrungen!

Mag aber durchaus sein, dass es schon einen Unterschied macht, ob die Silentblöcke schon 49 Jahre alt sind und das Auto in den letzten 15 Jahren regelmäßig und 6stellig bewegt wurde oder ob es sich um ein relativ neues B Modell mit knackigen Blöcken handelt, (das seine Jung-Fern-Fahrt noch vor sich hat).

Ich hatte mal in NZ ein übles Gerät in Form eines Bedford CF, da waren die Silentblöcke so ausgenudelt, dass der Schalthebel beim Anfahren gewaltige Ausschläge zur Seite machte.

Mit Sicherheit ist diese Längsverschiebung beim Kuppeln konstruktiv so nicht gewollt. Ich bekenne mich also schuldig und hoffe, die Betriebserlaubnis meines Kurzhaubers ist deshalb nicht erloschen :blush: .

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#27 Beitrag von Freddy » 2014-10-20 22:45:08

Landei hat geschrieben:
Wenn ja, dann würde man beim Kupplung treten ja die Motor/Getriebeeinheit "schieben"
Das ist auch so!

Nach dem Umbau auf den 1017er Motor inklusiv großer Kupplungsglocke geht die Kupplung sackenschwer und mir scherten ja auch bereits 3 Mal die Kugelköpfe für die Kupplungsbetätigung ab. Wenn ich die Kupplung trete, dann bewege ich dabei Motor und Getriebe ein paar Millimeter in Längsrichtung!
Gut, dass ich nicht mehr so oft schalten muss und fast ausschließlich auf meinen Strecken nur im 5. Gang fahren kann.

Haben alle Kurzhauber diese Zugstrebe? Mir ist die bewusst noch nicht aufgefallen.

Jochen
... Und hier bröckelt sie... die Legende von Jochen Eisenfuß :-D

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lunschi
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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#28 Beitrag von lunschi » 2014-10-21 22:52:10

Pirx hat geschrieben:...
P.S.: Zu den Theorien, daß man durch das Treten des Kupplungspedals und die dabei über das Kupplungsgestänge auf den Motor/Getriebeblock wirkenden gigantischen Kräfte :lol: diesen verschieben kann, sage ich lieber nichts.
Klaus - wenn Du Dich da mal nicht verschätzt! Das Kupplungspedal ist schon einigermassen schwer zu treten und hat ja auch noch eine nicht unbeträchtliche Übersetzung /Hebelarm auf die Kupplungsdruckstange. Ich schätze da kommen ganz schnell Kräfte im vierstelligen N-Bereich zusammen und die bewegen die Motor-Getriebeeinheit dann doch ein wenig. Viel brauchts ja auch nicht - ein Millimeter am Kupplungshebel am Getriebe ist dann vielleicht 2-3 Zehntel am Ausrücklager. Und das könnte schon Rupfen verursachen. Zumindestens würde ich das nicht so in den Bereich der Fabel verweisen. So ganz umsonst brechen bei Jochen ja die Kugelköpfe auch nicht ab.
Ich habe die Erfahrung gemacht das Fahrzeughersteller sich viele Gedanken machen, bevor sie ein Teil in Serie verbauen. Die schauen sich jedes Teil an, ob man es nicht vielleicht auch ohne Funktionsverlust weglassen kann. Ich kenne keinen Fall wo in Fahrzeugen serienmässig verbaute Teile wirklich keine Funktion erfüllen.

Gruss
Kai
Kaputt ist wenn man aufhört zu reparieren.

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KU 65
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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#29 Beitrag von KU 65 » 2014-10-22 8:08:02

lunschi hat geschrieben:Ich kenne keinen Fall wo in Fahrzeugen serienmässig verbaute Teile wirklich keine Funktion erfüllen.

Gruss
Kai
Die Vorlage kann ich so nicht stehen lassen.........
Funktion immer, aber Sinn?

Sonst sehe ich das so wie Kai
Sachs übrigens auch:
http://www.zf.com/brands/content/de/sac ... bbing.html
Gruß Kai-Uwe

Jeder erlebt seinen eigenen Tag!

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http://dickschiff-treffen.de/

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Re: MB911/1113: Zugstrebe zwischen Motorlager und HBZ

#30 Beitrag von Freddy » 2014-10-22 8:29:34

lunschi hat geschrieben:[
Das Kupplungspedal ist schon einigermassen schwer zu treten und hat ja auch noch eine nicht unbeträchtliche Übersetzung /Hebelarm auf die Kupplungsdruckstange. Ich schätze da kommen ganz schnell Kräfte im vierstelligen N-Bereich zusammen und die bewegen die Motor-Getriebeeinheit dann doch ein wenig.
Also so ist das auch... um einen Kupplungsautomaten zu öffnen brauchts ca. 4000 NM meine ich vor kurzem gelesen zu haben...


Die längsbewegung von Motor/Getriebeeinheit gibt es, Jochen und ich habens gesehen.

Viele Grüße

Freddy

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