Separ-Vorfilter - Heizung sinnvoll?

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Hackebaer
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Separ-Vorfilter - Heizung sinnvoll?

#1 Beitrag von Hackebaer » 2007-04-06 18:39:28

Hallo,

habe eine Frage an die Praktiker... :D

Ich will mir einen Separ 2000/5 Vorfilter einbauen lassen. Jetzt überlege ich, ob es sinnvoll ist, diesen in der "heizbaren"Ausführung zu nehmen.

Mein Fahrzeug verfügt über eine 10Kw-Dieselwasserheizung. Damit kann ich den Motor ordentlich vorwärmen, allerdings hilft das ja nichts, wenn ich keinen Diesel aus dem Tank bekomme,weil er bei großer Kälte versultzt ist. Ich will den Tank auch nicht aufwendig isolieren oder gar beheizen...

Meine Frage: Wenn ich die heizbare Ausführung nehme, ist dann sichergestellt, dass der Motor mit fließfähigem Diesel versorgt wird oder sorgt versultzter Diesel NACH dem Filter dafür, dass der Motor trotzdem nicht startet? (Fahrzeug hat eine Flammstarteinrichtung)

Praktische Erfahrungsberichte sind mir lieber als theoretische Erläuterungen... :angel:

Gruß
Manfred
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Mathias
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#2 Beitrag von Mathias » 2007-04-06 20:14:41

noin moin!
nun ja....eine dieselheizung brauchts nur wenns echt kalt ist...
dann ist abere einiges zu beachten....
pobleme gibts ja, weil der diesel versulzt...heist:hochsiedende bestandteile flocken aus (zumeist paraffine) und verstopfen den hauptfilter...
eine heizung im separ ist ne feine ,wenn auch teure sache... wichtig ist,das der separ dann unmittelbar in der nähe des hauptfilters sitzt,am besten im motorraum... damit der spritt nicht allzu sehr abkühlt ,bis zum hauptfilter...
für extreme anwendungen (polareinsatz) kann es erforderlich sein, in der kaltstartphase den hauptfilter seperat vorzuwärmen...
ich denke mal so ab -50,-60 °c fangen ernste probleme an ,den motor noch zu starten...
notfalls einfach ein dezentes feuerchen unter dem motor machen,und schon ist der kaltstart problemlos... opa erzählt da immer von....der hat mal mit nem grossen deutschen reiseveranstalter halb europa besichtig...(wehrmacht oder so...heute pleite.... :D )
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HildeEVO
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#3 Beitrag von HildeEVO » 2007-04-07 20:20:10

Hi Manfred,

ich denke das Geld für die teure Heizung kannst Du Dir sparen. Wenn der Diesel mal komlett eingesulzt ist nüzut Dir die Heizung darin nix mehr. Der Diesel muss ja trotzallem noch durch den Hauptfilter, Die Leitung werden dahin schon zu sein! Oder in der von Mathias beschriebenen Situation wird nix mehr vom Tank an den Separ kommen! Es hilft m.M. nach nur rechtzeitig Dieselzusatz in den Tank kippen oder mit Benzin bis 30% zumischen und ggf. den Motor nicht mehr ausmachen! Es wird ja nicht unbedingt vorkommen dass Du 2 Wochen bei 50°- in Sibirien stehst!

Greetz Chris
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Ulf H
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#4 Beitrag von Ulf H » 2007-04-07 20:49:24

Was ist in den mir in letzter Zeit zu Ohren gekommenen Fällen: nordafrikanischer (Sommer-) Diesel bei der Rückfahrt über die möglicherweise leicht winterlichen Alpen oder iranischem Diesel in´m eisigen Süd-Ostanatolien, wäre man da nicht mit einem beheizten Filter problemfrei durchgekommen ??
Oft geht es ja nur darum eine vergleichsweise kurze Strecke durch die Kälte zu meistern, oder man muß eben noch die tanke erreichen, die dann entspechendes Winterdiesel im Angebot hat.

Gruß Ulf
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Mike
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#5 Beitrag von Mike » 2007-04-07 22:34:33

Hallo,
ohne Tankheizung und isolierten Leitungen geht da nichts. Wenn eine Stelle im System versulzt ist Schluss.

Take care

Mike

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#6 Beitrag von HildeEVO » 2007-04-08 15:18:17

Mike hat geschrieben:Hallo,
ohne Tankheizung und isolierten Leitungen geht da nichts. Wenn eine Stelle im System versulzt ist Schluss.

Take care

Mike
Genau so sehe ich das auch...

Auf Wolferl69´s www.site war doch eine interessante Beschreibung mit versulzten Leitungen in Anatolien im Winter wenn ich mich recht erinnere!

Greetz Chris
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#7 Beitrag von Hackebaer » 2007-04-08 15:29:15

Mike hat geschrieben:Hallo,
ohne Tankheizung und isolierten Leitungen geht da nichts. Wenn eine Stelle im System versulzt ist Schluss.
Hallo Mike,

wird denn der Diesel so zäh, dass er überhaupt nicht mehr angesaugt werden kann? Ich dachte bisher immer, dass sich die Filter durch das ausgeflockte Paraffin zusetzten und dann kein Diesel mehr zum Verbrennungsraum gelangte...

@HildeEVO
Benzin in den Tank schütten wird meine Einspritzpumpe wohl nicht so mögen und was soll es nutzen den Motor laufen zu lassen, wenn der Diesel tatsächlich so zähflüssig wird, dass er nicht mehr gefördert werden kann?

@Mathias
Neben der Separheizung, die für den Vorfilter sinnvoll sein könnte, müßte ich dann sicherheitshalber noch eine weitere Heizung für den Hauptfilter einbauen lassen.
Heizung für Kraftstoffleitung
Das würde aber alles nichts nutzen, wenn der Diesel so zähflüssig wird, dass er nicht mehr angesaugt werden kann.

Da ich noch nie versulzten Diesel gesehen habe, bin ich ratlos und die bisherigen Antworten machen mich auch nicht wirklich schlauer :(

Gruß
Manfred
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#8 Beitrag von Mike » 2007-04-08 15:40:07

Hallo,
einfach mal eine Einwegspritze mit Sommerdiesel in den Gefrierschrank.

Versuch macht kluch

Mike

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#9 Beitrag von Hackebaer » 2007-04-08 15:56:25

HildeEVO hat geschrieben:Auf Wolferl69´s www.site war doch eine interessante Beschreibung mit versulzten Leitungen in Anatolien im Winter wenn ich mich recht erinnere!
Hallo Chris,

dein Link funktioniert nicht, aber wahrscheinlich meinst du diesen Text:
Zitatanfang
unser hannibal sah wie ein grosser eiswürfel aus. die lkws, die nicht mehr anspringen wollten, machten die türken feuer unter dem arsch, d.h. sie machen feuer unter dem tank, damit der parafinierte diesel (zu kalter diesel fliesst sehr schlecht und kommt nicht mehr durch den filter, so verstopft dieser) wieder warm wird und der lkw wieder fährt.

wir freuten uns, im halbwegs warmen hannibal zu sitzen. doch die freude währte nicht lange. als wolfi auf den anderen dieseltank umschaltete, war dieser auch parafiniert, obwohl es winterdiesel aus österreich war. genauso wie die türken ging nun wolfi mit der lötlampe auf die dieselfilter los. irgendwie und mit mehrmaligen erwärmen kamen wir das letzte stück den berg hinauf. eigentlich wollten wir diesen temperaturen entkommen und heute noch so weit wie möglich fahren. da aber unser diesel probleme bereitete, erreichten wir mit standgas die nächste tankstelle. nun ist es 22.30, es hat -22°C, unsere heizung will nicht, selbst für sie ist der diesel zu kalt. wolfi hat sie in dieser arschkälte (wisst ihr, wie kalt sich -22°C bei wind anfühlt) zum laufen gebracht, nachdem die dieselleitung entlüftet und benzin zum tank gegeben wurde. nun hoffen wir, dass sie die nacht durchlaufen wird. hier auf dieser tankstelle stehen einige lkws, die das gleiche problem haben. jetzt gehen wir völlig fertig ins bett
Zitatende

Also wieder nur die Filter.... :D

Gruß
Manfred
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#10 Beitrag von HildeEVO » 2007-04-08 17:04:23

Hi Manfred... Ja genau das meine ich!!! Allerdings hatte ich keinen Link gemacht
Das sollte nur der Hinweis auf eine Site sein! Sorry!

Chris
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#11 Beitrag von HildeEVO » 2007-04-08 17:12:21

Oh ich habe geantwortet ohne die oben stehenden Frage von Manfred zu lesen! Sorry:

Grundsätzlich können unsere "alten" Dieselmotoren bis zu 30% Benzin im Diesel aushalten... Versuch das jedoch niemals bei einem Modernen TDI Pumpe-Düse oder Commonraildiesel!!!

Da die Förderpumpe in der Regel wesentlich mehr Diesel fördert als benötigt wird entsteht während dem Betrieb eine ständige durchmischung des Kraftstoffs... Dadurch ist die Gefahr des Versulzen geringer... Allerdings nur bis zu einem gewissen Grad! Ideal wäre eine Heizschlange in der nähe der Ansaugung im Kraftstofftank und die Verlegung der Wasserleitungen zu der Wendel direkt neben der Kraftstoffleitungen und der Filter! Das Ganze isolieren dann wäre das Perfekt!

Vielleicht würde es helfen wenn du uns erklärst was Du mit deinem auto vor hast!

Chris
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#12 Beitrag von Hackebaer » 2007-04-08 17:30:58

HildeEVO hat geschrieben:Vielleicht würde es helfen wenn du uns erklärst was Du mit deinem auto vor hast!
Hallo Chris,

das ist im Zusammenhang mit meiner Frage völlig unbedeutend :cool:

Ich will einfach meinen Motor starten können, wenn ich versulzten Diesel im Tank, Filter Leitungen habe. Dies kann immer mal passieren... und zwar bei den unterschiedlichsten Temperaturen!

Und um dann doch losfahren zu können, möchte ich eine "saubere" Lösung haben, sprich ich will NICHT mit ner Lötlampe unter dem Auto liegen und den/die Filter auftauen oder mit ner Herdplatte den Tank erwärmen.

Nachdem was ich bisher im Netz finden konnte, glaube ich allerdings, dass es nur die Filter sind, die Probleme bereiten und dann ist eine Heizung in bzw. direkt vor den Filtern völlig ausreichend. Aufwendige Tankheizungen/Isolierungen sowie Heizungen für die Spritleitungen scheinen überflüssig zu sein.

Aber vielleicht weiss ja hier doch jemand wirklich, was in Praxi passiert... :angel:

Gruß
Manfred
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#13 Beitrag von joern » 2007-04-08 22:22:37

Bei uns im Iran waren immer "nur" die Filter dicht (so ab -10 Grad Starttemperatur am Morgen) Alle Versuche mit Fliessverbesserer haben nichts gebracht, vermutlich, weil der Diesel bereits sulzig aus der Zapfpistole kam. Türkische Laster hatten ein y-förmig verzweigtes Auspuffende, eines mit einer Kappe verschlossen. Im Winter wurde es so verschlossen, dass der Auspuff direkt auf den Tank bliess. (Hilft in der kritischen Startphase aber auch nichts.) Motor nachts durchlaufen lassen: im Standgas kühlt der Motor schnell aus. Bei uns reichte schon bergab fahren im Standgas aus, dass sich die Filter wieder zusetzten.
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#14 Beitrag von Geishardt » 2007-04-08 23:08:41

Hallo Manfred,


In Ägypten getankt. Dann Fähre nach Italien und Heimreise über den Brenner. In den Alpen ungefähr 2° Minus. Fahrzeug lief noch im Standgas und das war es. Mußte über Nacht in eine geheizte Garage.
Wenn von Sommerdiesel gesprochen wird, sollte man nicht an EU-konformen Treibstoff denken. Es gibt viele Länder z.B. USA in denen die Qualitätsanforderungen viel geringer sind.
Bei Diesel sollte man daher davon ausgehen, dass er auch bei Temperaturen von knapp über 0° versulzt.

Deshalb ist für mich bei einem Dieselfahrzeug, was nicht nur in Mitteleuropa und Afrika - ohne Gebirge- eingesetzt wird, eine Dieselheizung erforderlich.

Gruß
Bernd
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#15 Beitrag von Mike » 2007-04-08 23:09:56

Hallo Manfred,
wenn der Diesel richtig versulzt in deinem Heizfilter ankommt, setzt der sich zu, weil er nicht so schnell die Pampe erwärmen kann. Vor.- und Rücklauf nebeneinander in Armaflex und Düsen/Filter/Tankheizung ist das einzig sichere. Schau doch wie die Profis das in Skandinavien machen. Die Vereisung durch Zugwind sollte auch nicht unterschätzt werden.

Munter bleiben

Mike

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#16 Beitrag von egn » 2007-04-09 8:23:59

Hallo Manfred,

nach allem was ich gelesen habe setzt sich zuerst der Filter zu. Deshalb ist eine Filterheizung sicher keine schlechte Lösung.

Ich habe auf einen Tipp von JStefan hin den Separ mit Heizung eingebaut. Allerdings habe ich auch noch andere Maßnahmen wie isolierte und beheizte Dieseltanks ergriffen da wir uns auch längere Zeit in Gegend auch bei -40° C aufhalten wollen.

Eine gute Alternative finde ich auch die Lösung von Dieseltherm die Du oben gelinkt hast.

Gruß,
Emil

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#17 Beitrag von Hackebaer » 2007-04-09 10:32:06

egn hat geschrieben:Allerdings habe ich auch noch andere Maßnahmen wie isolierte und beheizte Dieseltanks ergriffen da wir uns auch längere Zeit in Gegend auch bei -40° C aufhalten wollen.
Hallo Emil,

ich frage mich nur, warum ich einen solchen Aufwand treiben soll? In solchen Gegenden wird sicherlich Artik-Diesel zum Einsatz kommen und der ist ja bis über -40° C kältefest. Aber unabhängig davon: Wenn der Diesel eh noch angesaugt werden kann und sich nur die Filter zusetzen, reicht ja eine Filterheizung...

@Mike
Warum soll das/die Heizelement/e es nicht schaffen, die "Pampe" wieder fließfähig zu machen??? Und wie machen es denn die Profis in Skandinavien? Wie werden denn dort die LKW ausgeliefert?

Kleines Rechenbeispiel, warum ich deine Aussage für falsch halte:
Um 1l Wasser um 1 Grad zu erwärmen, benötigt man ca. 1,14Wh. Mein Fahrzeug verbraucht max. 25l/h Diesel. Nun kenne ich nicht die spez. Wärmeaufnahmefähigkeit von Diesel, deshalb rechne ich erstmal mit 1,14Wh ...
Also: 25x1,14Wh=28,5Wh für 1 Grad Erwärmung. Bei einer Heizleistung von 500 Watt (Separfilter- + Hauptfilterheizung) sind dies ohne Berücksichtigung von Transmissionsverlusten ca. 18° C Temperaturdifferenz, die ausgeglichen werden könnten. Setze ich jetzt einfach mal 40-50 Prozent als Verlust ein, blieben ca. 10° C effektiver Temperaturunterschied übrig. Also: Bei der "einfachen" Filterheizungslösung kann ich sicher noch starten und fahren, wenn z.B. der Diesel für 0° C ausgelegt ist und draußen tatsächlich -8° C wären oder Diesel für -22° C und draußen -30° C.

Dies ist nur eine ganz grobe Überschlagsrechnung, zeigt aber, daß Filterheizungen eine relativ einfache Lösung sein können, um sich den Aufwand mit Lötlampe usw. zu ersparen.

Erst wenn die Temperaturdifferenz noch größer wäre, müßten weitere Maßnahmen ergriffen werden. Solche Anwendungsfälle sehe ich bei mir aber NICHT! Also mit Sommerdiesel in Gebiete zu fahren, wo dauerhaft mehr als -10° C herrschen oder mit Artikdiesel in Bereichen zu stehen wo dauerhaft -55° C herrschen, werde ich nicht machen und so sind weitere Maßnahmen wohl NICHT nötig für mich(!!).

Gruß
Manfred
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#18 Beitrag von Hackebaer » 2007-04-18 10:24:10

Mike hat geschrieben:Hallo,
einfach mal eine Einwegspritze mit Sommerdiesel in den Gefrierschrank.

Versuch macht kluch

Mike
Hallo Mike,

einen ersten Versuch habe ich jetzt gemacht! Der jetzige Diesel ist aber wohl noch Übergangsdiesel und kein reiner Sommerdiesel. Gleichwohl habe ich ein Glas Diesel 24 Stunden in die Gefriertruhe bei minus 19 Grad gestellt.

Das Ergebnis:
Der Diesel bleibt absolut fließfähig, verändert aber seine Farbe in weiss/hellgrau und scheidet sichtbar Paraffin aus, welches im Diesel schwimmt.

Für mich heißt dies:
Das Beheizen von Tanks und Leitungen scheint absolut überflüssig zu sein! Filter setzen sich aber auf jeden Fall zu, wenn diese nicht beheizt sind. Ein beheizter Vorfilter dürfte aber schon ausreichend sein, um ein Verstopfen zu verhindern. Wer ganz sicher gehen will, heizt auch noch den Hauptfilter.

Im Mai werde ich noch einen Test mit Sommerdiesel machen... :cool:

Gruß
Manfred
Zuletzt geändert von Hackebaer am 2007-04-18 10:26:07, insgesamt 1-mal geändert.
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#19 Beitrag von Geishardt » 2007-04-18 12:56:38

Hallo,

Also bei Temp. von oder um -40° würde ich immer eine Tankheizung empfehlen. LKW`s die in Sibirien im Einsatz sind, haben alle eine Tankheizung.

Bei höheren Temperaturen halte ich einen Dieselfilterheizung mit isoliertem Vor- und Rücklauf für ausreichend. Die Treibstoffpumpe saugt erheblich mehr an, als verbrannt wird. Der "überflüssige" Treibstoff geht über die 'Rücklaufleitung in den Tank und erwärmt den Treibstoff im Tank.

Gruß
Bernd
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#20 Beitrag von egn » 2007-04-18 13:04:42

Geishardt hat geschrieben:Die Treibstoffpumpe saugt erheblich mehr an, als verbrannt wird. Der "überflüssige" Treibstoff geht über die 'Rücklaufleitung in den Tank und erwärmt den Treibstoff im Tank.
Es gibt ja nicht nur den Fahrzeugmotor als Verbraucher sondern auch noch die Standheizung und den Generator.

Ich habe jetzt die Versorgung der Standheizung im KAT und der Webasto für die Kabine auch noch auf den beheizten Separ umbauen lassen. Weil was nützt es mir wenn zwar der Fahrzeugmotor noch geht aber keine Heizung mehr. :(

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#21 Beitrag von Hackebaer » 2007-04-18 13:37:05

Geishardt hat geschrieben:Hallo,

Also bei Temp. von oder um -40° würde ich immer eine Tankheizung empfehlen. LKW`s die in Sibirien im Einsatz sind, haben alle eine Tankheizung.
Hallo Bernd,

ich halte eine solche Maßnahme für überflüssig, weil es dort mit absoluter Sicherheit Artic-Diesel geben wird, der bis - 44° ohne jedwede Erwärmung zünd- und fließfähig bleibt.

Mein erster Test hat ja gezeigt, dass der Diesel sehr wohl fließfähig bleibt! Es setzt sich nur Paraffin ab, welches die Filter relativ schnell zusetzen würde. Die Dieselansaugleitung kann sich nach meinem Empfinden NICHT zusetzen. Also reicht das Heizen von Vor- und ggfs. Hauptfilter allemal! Davon bin ich nach meinem ersten Test schon überzeugt, aber mal sehen was passiert, wenn ich Sommerdiesel auf - 19° abkühle...

@ egn
Natürlich muß auch der Treibstoff zum Heizungsbrenner gelangen können. Dafür nutze ich allerdings lediglich den Diesel-Therm Heizer und nicht den teuren Separfilter mit Heizung.
Übrigens habe ich einen wassergekühlten Motor und der kann über einen Wärmetauscher den Aufbau erwärmen, ohne dass eine zusätzliche Heizung laufen muss. Außerdem habe ich noch einen 100l Gastank und 2x11kg Gasflaschen an Bord, die meine Aldewarmwasserheizung erwärmen können, sollte die Dieselwasserheizung (Eberspächer D10 W) oder die Dieselluftheizung (Airtronic D2L) ausfallen.

Ich halte aufwendige Dieseltankheizungen für überflüssig, will hier aber niemanden bekehren... :angel:

Gruß
Manfred
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#22 Beitrag von Geishardt » 2007-04-19 18:12:13

Hallo Manfred,

ich wünsche Dir viel Erfolg beim Ankauf von Artic-Diesel in der Region Kaschmir-Ladak, Kasastan, Sibirien, Bolivien usw.

Bevor Du auf Deine Gasheizung vertraust, eine Frage, bei welchen Minusgraden wird Propangas unbraubar. Die blauen Camping-Gaz Kartuschen kann man bereits bei - 10° nur noch zur Dekoration verwenden.

Gruß
Bernd
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#23 Beitrag von gunther » 2007-04-19 18:33:05

Hallo Jungs, ich habe mal noch ne Frage und eine Anregung:

1.) Wie verhält sich eigentlich die Dieselheizung wenn man bis zu 30% Benzin beifügt?

2.)Wäre es nicht eine Möglichkeit einen kleinen 30 Liter Dieseltank im Koffer oder Führerhaus zu haben und diesen von den Haupttanks zu füllen.
Da bei den angestrebten Minustemp. der Innenraum sowieso durchgeheizt werden muss könnte sich der kleine Dieselvorrat doch immer vorerwärmen.
Im Wintereinsatz müsste somit immer aus dem kleinen Tank zum Motor /Filter gefördert werden, sollte aber mit isolierten Leitungen auf jeden Fall klappen, falls man die denn überhaupt benötigt.

Das hochpumpen der Pampe aus dem grossen Haupttank sollte kein Problem für ne kleine Pumpe sein.

Weiterhin wäre auch für die Dieselheizung immer warmer Diesel vorhanden.

Den Gestank sollte man doch in den Griff bekommen können und im Sommer kann man sich ja den Umweg über den kleinen Tank sparen.

Eventuell können die Jungs die einen Dieselkocher einbauen diesen auch zum kochen benutzen, soweit ich weiss soll dieser ja sowieso in der Höhe oder noch über dem Kocher sein.

Ein weitere Vorteil eine kleinen Tankes kann auch die Spritversorgung im Gelände oder steilen Bergauf / Bergabfahrten
sein, da der Motor auf jeden Fall Sprit bekommt, was sonst bei fast leeren langen Tanks doch zu einem Problem führen kann.
Gruss

Gunther
Zuletzt geändert von gunther am 2007-04-19 18:41:57, insgesamt 2-mal geändert.

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#24 Beitrag von Hackebaer » 2007-04-19 19:47:18

Geishardt hat geschrieben:ich wünsche Dir viel Erfolg beim Ankauf von Artic-Diesel in der Region Kaschmir-Ladak, Kasastan, Sibirien, Bolivien usw.

Bevor Du auf Deine Gasheizung vertraust, eine Frage, bei welchen Minusgraden wird Propangas unbraubar.
Hallo Bernd,

ich brauche keinen Articdiesel, weil mein Vorfilter ja ordentlich vorheizt (300 Watt) und der Hauptfilter dicht daneben sitzt...
Ich bin mir sicher, dass du noch nie versulzten Diesel gesehen hast, sonst könntest du beurteilen, um was es wirklich geht! Wenn russische (und viele andere) LKW ihre Dieseltanks vorwärmen (notfalls mit offener Flamme) dann liegt es einfach daran, dass sie keine beheizten Filter (Vor- und/oder Hauptfilter haben) haben. So bleibt ihnen gar nichts Anderes übrig, als mit Lötlampe die Filter zu erwärmen und anschließend den Tank "am Kochen" zu halten.

Der Siedepunkt von Progangas liegt übrigens bei -42 Grad. Aber auch dafür gibt es z.B. Eis-Ex... :D

Aber: Ich will in keine Gebiete, in denen dauerhaft(!!) solche Temperaturen herrschen :cool:

@gunther
Klar kann man deinen Vorschlag realisieren. Nur: Es muss offensichtlich keine "Pampe" hochgepumpt werden. Mein Test hat ja gezeigt, dass der Diesel absolut fließfähig bleibt. Es wird nur Paraffin ausgeschieden und dieses setzt den/die Filter zu. Ich bin gespannt, wie mein Test mit Sommerdiesel in der Gefriertruhe endet... :angel:

Gruß
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#25 Beitrag von RobertH » 2007-04-19 21:38:08

Hat sich schon mal jemand die verbaute Heizung genau angesehen? Wäre es möglich dass da eine einfache Glühkerze drin steckt?

Grüße

Robert


Nachtrag :

Es gibt extra PTC-Elemente für Kraftstoffvorwärmung. Sowas kann doch nicht soviel kosten !?

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Zuletzt geändert von RobertH am 2007-04-19 22:34:41, insgesamt 2-mal geändert.

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#26 Beitrag von Geishardt » 2007-04-19 22:58:22

Hallo Manfred,

Du hast recht, ich habe noch nie versulzten Diesel gesehen. Ich hatte ihn nur im Tank.

Ural und ähnliche Fahrzeuge haben eine oder mehrere spezielle Öffnung in der die Lötlampe zur Vorheizung angebracht wird. Dieses vorheizen hat auch nichts mit der Fliessfähigkeit des Treibstoffes zu tun, sondern mit der Tatsache das bei extrem niedrigen Temperaturen der Motor nicht mehr zu starten ist. Nach ungeprüften Informationen eines ehem. russ. Fuhrparksleiter haben alle diese Fahrzeuge eine Filterheizung.

Der Siedepunkt von Propangas ist der absolute Wert, die Frage ist, bei welcher Temperatur wird der Betriebsdruck deines Druchkminders unterschritten. Dein Eis-Ex verhindert ein einfrieren des Druckreglers er ist aber nicht geeignet das Medium auf die benötigte Betriebstemperatur anzuheben.

Hallo Robert,

habe die Bosch Dieselheizung noch nie geöffnet. Sie hat eine Stromaufnahme von 300 Watt, vielleicht hilft Dir dieser Wert um das Heizelement zu definieren.

Gruß
Bernd

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#27 Beitrag von Hackebaer » 2007-04-20 7:40:08

Geishardt hat geschrieben:Hallo Manfred,

Du hast recht, ich habe noch nie versulzten Diesel gesehen. Ich hatte ihn nur im Tank.

Dieses vorheizen hat auch nichts mit der Fliessfähigkeit des Treibstoffes zu tun, sondern mit der Tatsache das bei extrem niedrigen Temperaturen der Motor nicht mehr zu starten ist.
Du willst offenbar nicht einsehen, dass lediglich das ausflockende Paraffin die Filter zusetzt und deshalb der Motor nicht mehr ausreichend mit Treibstoff versorgt werden kann.
Dein angeführtes Argument entbehrt einer nachvollziehbaren Logik! Wie du richtig feststellst, bleibt der Diesel fließfähig. Eine Filterheizung sorgt dafür, dass der Diesel erwärmt wird und das ausgeflockte Paraffin sich vollständig auflöst. Somit ist eine ausreichende Treibstoffversorung des Motors gewährleistet. Den Treibstoff bereits im Tank zu erwärmen überflüssig. Ein größeres Problem könnte allerdings die Batterie werden, denn deren Bereitschaft ausreichend Startstrom abzugeben, wird bei solchen Temperaturen drastisch sinken. Hinzu kommt, dass auch sämtliche Öle zähflüssiger werden und beim Startvorgang einen höheren Widerstand verursuchen und somit noch mehr Startleistung als gewöhnlich von der Batterie abgefordert wird.

Ansonsten sollten wir das Thema beenden, denn eigentlich suchte ich praktische(!!!) Erfahrungswerte über elektrische Filterheizungen. Darüber verfügst du aber nicht...

Gruß
Manfred
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Mike
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#28 Beitrag von Mike » 2007-04-20 8:35:21

Moin,
wenn der Diesel gesulzt ist, setzt sich der Heizfilter schneller zu als er heizen kann. Die mit den Tankheizungen, Isoleitungen.... in Skandinavien wissen schon was sie tun.
Munter bleiben
Mike
Zuletzt geändert von Mike am 2007-04-20 10:24:54, insgesamt 1-mal geändert.

Hackebaer
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#29 Beitrag von Hackebaer » 2007-04-20 8:41:50

Mike hat geschrieben:Moin,
wenn der Diesel gesulzt ist, setzt sich der Heitzfilter schneller zu als er heizen kann.
Moin,

hast du(!!) praktische Erfahrungen gemacht oder sind das Aussagen vom Hörensagen??

Gruß
Manfred
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#30 Beitrag von Wilmaaa » 2007-04-20 9:54:57

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