Mal wieder: Kurztrip Sardinien Pfingsten 2018

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Tomduly
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Mal wieder: Kurztrip Sardinien Pfingsten 2018

#1 Beitrag von Tomduly » 2018-05-25 19:50:22

Moin!

Damit sich der Mog nicht die Räder platt steht, musste es mal wieder auf eine kleine Tour gehen. Mit Schulkind bieten sich die BaWü-Pfingstferien gut an. Perfekt dazu passte ein Rabattangebot auf einem Fährbuchungsportal letzten Herbst. Genua - Porto Torres - Genua mit GNV und in "4er-Familien-Suite" und Womo für 604 Euro inkl. Storno-Option bis 48h vor Abfahrt. Der Preisunterschied von Kabine zu Suite war marginal, der Komfortgewinn dagegen gewaltig. Man hat zwei Zimmer, durch eine gläserne Schiebetür getrennt: ein Schlafzimmer mit 2x2m Doppelbett und im anderen Zimmer eine Couch, zwei Sessel, nen Couchtisch, ein herunterklappbares Bett (wie das obere Bett eines Stockbetts), einen Hotelschreibtisch mit TV, Telefon, bestückter Minibar und ein Badezimmer mit Fliesenboden und Marmorwaschbecken. Die Abwicklung beim Einschiffen in Genua ungewöhnlich flott und entspannt: kein Gerenne zur Staziona Marittima wegen der Tickets, zügiges Check-in schon ab 15 Uhr, pünktliche Abfahrt um 20:30, Bars und Restaurants an Bord gleich geöffnet. GNV hat es offenbar kapiert, dass schnell an Bord gebrachte Passagiere durchaus Umsatz bringen, kein Vergleich mit CTN oder Tirrenia. Auch das Ausschiffen in Porto Torres ging sehr fix.

Noch ein Wort zur Anreise nach Genua. Für nuns Älbler sind das rund 650km. Sind wir bislang mehr oder weniger auf einer Backe durchgefahren, um dann kurz vor Genua einen Übernachtungsstopp einzulegen. Nachteil: stressig, vor allem, wenn es am Gotthard mal wieder dauert und dann schlägt man auch noch viel zu früh in Genua auf. Diesesmal haben wir uns Andermatt als Zwischenstation ausgesucht und nicht bereut. Auch die Anreise am Pfingstsonntag war kein Fehler, es blieben uns die knapp 30km Megastau vom Vortag erspart und man kann schon b ei Wassen auf die parallel verlaufende Gotthardstrasse Richtung Andermatt abfahren. Dann gehts rauf auf 1500m, mit dem Laster umfährt man am besten den Ort am ersten Kreisel und folgt der Strasse zum Gotthardpass, bis man am Ortsende von Andermatt schon den Stellplatz "Gotthard Camping" direkt bei der Seilbahnstation sieht. Preise und Service sind ok, man bekommt einen Zahlencode genannt, um die Sanitäreinrichtungen im UG der Seilbahnstation nutzen zu können. Viel los ist um diese Jahreszeit in Andermatt nicht, viele Lokale und Geschäfte haben noch bis Mitte Juni geschlossen. Essen gehen mit der Familie sollte man sich überlegen: Wiener Schnitzel 44 Sfr., Entrecote 49 Sfr. Auch das Tanken ist exklusiv: 1,92 Sfr. pro Liter Diesel.

Nach dem Aufstehen ist man dann von Andermatt aus fast schon schneller im Gotthardtunnel, als einem lieb ist. Man kann in Göschenen auffädeln (was von Wassen kommend an Hauptreisetagen unterbunden wird, um die "Stau-Umfahrer" auszubrensen) und man ist gefühlte 20min nach dem Wegfahren vom Stellplatz in Andermatt schon im Tunnel, Motor und Getriebe noch nicht mal richtigh warm, so dass die ersten Kilometer mit dem Mog etwas zäh sind (~70km/h), zumal es bis zur Tunnelmitte leicht ansteigt. Dann ist die Kiste warm und läuft 85 und mehr und prompt kommt ein kilometerlanger 60km/h-Abschnitt in der Röhre.

In Italien dann beim ersten "Alt Stazione" der spannende Moment, ob die gemietete Telepass-Mautbox funktioniert - ja! Was für ein Komfortgewinn, an den Mautstationen einfach mit Tempo 30 durchfahren zu können. Gefühlt spart das bis Genua gegenüber dem händischen Bezahlen locker 15min Fahrzeit.

So nun ab er genug der langen Vorrede. Sardinien! Uns fehlte bislang noch der Nordwesten nördlich von Bosa bis unterhalb von Stintino. Und es war ein Volltreffer. Keine 40km vom Ankunftshafen Porto Torres finden wir zwischen Palamdula und Argentiera einen traumhaften, zur Steilküste ansteigenden Abschnitt mit einsamen Buchten, teils schroff felsig, teils sandig. Wir bleiben hier die ersten drei Tage, übernachten mal am Parkplatz des öffentlichen Strandes, mal oben auf den Klippen, wo sich ein spontanes Unimogtreffen ergibt: ein Pärchen aus der Schweiz ist mit seinem 404S unterwegs - auf 3,5t abgelastet.
Von dort aus erkunden wir Argentiera, eine Erzwäscherei und Silbermine, die den morbiden Charme einer Geisterstadt (bzw. -fabrik) hat, mittlerweile ab er aufwändig saniert bzw. erhalten wird. Gerade als wir eintreffen, werden Freiwillige eines Arbeitscamps mit Maurerkelle und Schubkarren ausgestattet und stehen noch etwas ratlos herum. Argentiera kämpft ein wenig mit den Altlasten der Erzwäscherei, auf Hinweisschildern wird vor zu langem Aufenthalt am Strand gewarnt und dass man sich Füße und Hände nach dem Strandspaziergang gründlich waschen soll. Auch das Baden soll hier mit Vorsicht genossen werden, bei allergischen Reaktionen soll man den medizinischen Notdienst kontaktieren.
Aus Neugier - wegen dieser Vorgeschichte4 - nahm ich einen Geigerzähler mit und wurde nicht enttäuscht, die Radioaktivität hat schon an den frei zugänglichen Gebäuden im Freien teilweise den fast dreifachen Wert des hier üblichen Niveaus ergeben.

Nach Natur pur und strahlend schönen Industrieruinen sind wir dann zur Neptungrotte bei Alghero weitergefahren, haben uns die Treppen vom Berg hinunter und wieder hochgekämpft und die beeindruckende Tropfsteinhöhle besichtigt, dann haben wir Alghero zum Teil umfahren, sind die Strandpromenade entlang gefahren und haben sofort entschieden, nach Bosa weiter zu fahren. Dort gibt es einen geteerten Womo-Stellplatz direkt an einer Fußgängerbrücke in die Altstadt. Ideal, um dort die Stadt an zuschauen und lecker essen zu gehen. Für die Nacht auf dem Stadtstellplatz musste ich meinen Fluchgtreflex (Natur, Klippen, Ruhe) heftigtst unterdrücken, dafür konnten wir heute Vormittag zum Baden noch an den Strand von Bosa und mit geschätzten 20 weiteren Personen uns diese kilometerlange Feinsandlagune "teilen". Der Vorteil für Kids hier: es gibt Eis, Cola, Sandwiches usw. in den zahllosaen Strandbars, die gerade aus dem Winterschlaf erwachen und vereinzelt auch schon ihre Disco-Lautsprecher testen. Dann hat sich der Senior durchgesetzt und nun stehen wir 20km hinter-/oberhalb von Bosa auf einem Hügel bei Sennariolo neben einem Ristorante mit bekannt guter Kücher (nichts für Vegetarier) - allerdings auch nicht ganz billig. Letztes Mal vor 5 Jahren ließen wir 80 Euro beim 3-Gänge-Abendessen für 2 Erwachsene und ein Kind. Dafür ist der etwas verbuschte4 Stellplatz (mit Sanitärhaus, Ver- und Entsorgung, Strom) kostenlos, wenn man Essen geht.

LTE ist hier mittlerweile auch flächendeckend verfügbar und Dank weggefallener Roaminggebühren normalpreisig.

Morgen gehts weiter ins nördliche Inselinnere.

Grüsse
Tom
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Re: Mal wieder: Kurztrip Sardinien Pfingsten 2018

#2 Beitrag von Lassie » 2018-05-26 18:04:37

Servus Tom,

groooßer Daumen hoch für die Story. Mehr Bilder und Text werden von den Daheimgebliebenen (Frauli muss lernen, ich baue dafür halt an einer Terrasse...) gerne goutiert.

Viele Grüße vo dr Alb ra....
Jürgen
... was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest ?

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
Erasmus von Rotterdam

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Tomduly
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Re: Mal wieder: Kurztrip Sardinien Pfingsten 2018

#3 Beitrag von Tomduly » 2018-05-28 12:59:24

Moin!

Bevor es in Bosa losging, noch ein vom Junior erbetener Vormittag am feinen Sandstrand in der Bosa Marina. Die Menschenmassen sind um diese Jahreszeit noch sehr überschaubar, trotz 29 Grad, blauem Himmel und schon badetaugluicher Wassertemperatur (für Ostseefans regelrecht warm, den Einheimnischen ist es noch zu kalt). Dann über schmale und schmalste Bergsträßchen rund 20km ins Landesinnere zu La Rosa dei Venti, einem 5km ausserorts gelegenen Restaurant mit Stellplatz auf einem Hügel mit grandioser Rundumsicht bei Sennariolo. Ankunft am frühen Nachmittag, genau richtig, um uns fürs Abendessen anzumelden (Restaurantbesuch geht nur nach Voranmledung, Spontanbesucher wurden auch schon wieder weggeschickt).
Die Zeit bis dahin nutzen wir für kleinere Wartungen, Schräubchen hier, Klebeband da. Erkunden den Hügel, auf dem es noch einen Beobachtungsturm der Corpo Forestale und eine Kapelle gibt. Nutzen die Ver- und Entsorgungsstation, füllen den Wassertank wieder nach (das Entsalzungsduschen nach den Strandbesuchen fordert seinen Tribut), waschen etwas Wäsche und relaxen bei einem Kaffee. Dann ist es endlich 20 Uhr und wir dürfen ins Ristorante, dessen Eingangstür übersät ist mit Feinschmecker-Auszeichnungen. Wir sind die ersten (und im Prinzip einzigen Gäste). Man bietet uns einen Platz auf einer Terrasse zwischen Palmen mit Blick aufs Meer bei Bosa an. Die Speisekarte ist übersichtlich: Menü, einzelene Gänge aus dem Menü oder Bistecca. Wir sind mutig und wählen das Menü. 12 Vorspeisen von diversen eingelegten Bohnen, Zwiebeln über Filetstreifen, Tintenfischklopse bis hin zu Seeigel"fleisch" in feinen Streifen. Dann der Nudelgang mit selbstgemachten sardischen Nudeln, an schwäbische Spätzle erinnernd, in fruchtiger Sauce - dann endlich Carne! - gegrilltes Fleisch vom sardischen Rind in verschiedensten Variationen. Da unser Junior bei den Vorspeisen etwas zurückhaltend war, es kaum aushielt vor Hunger, nahm ihn die Chefin des Hauses kurzerhand an die Hand und ging mit ihm in die Küche, etliche Minuten später kam er schwer beeindruckt wieder: Mama, Papa, das glaubt ihr nicht: da ist soo ein riesen Fleischstück [breitet die Arme theatralisch aus] auf einem riesen Holzkohlegrill. Nur für uns! Wir wurden nicht enttäuscht, es war mega lecker.
Als Dessert gab es dann noch eine Art (warmen) Zitronenkuchen mit Vanillesauce. Am Ende saßen und aßen wir da 2,5h...

Am nächsten Morgen herzliche Verabschiedung von den Wirtsleuten und nun folgte eine Transportetappe Richtung Norden mitten durchs Landesinnere. Hier muss es im Winter ordentlich Schnee geben, mehr als einmal waren Schilder mit Schneekettenpflicht zu sehen. Wir fuhren auf der "Autobahn", die Oristano mit Sassari verbindet und die auf der rechten Spur stellenweise dermassen schlecht ist, dass man sich an die Pipelinepiste in Tunesien erinnert fühlt, bis kurz vor Sassari und bogen dann nach Nordosten Richtung Tempio ab. Die Umfahrung von Ploaghe verpassten wir elegant, so tuckerten wir gemächlich durch das Bergstädtchen, nachdem wir das für "LKW über 8t verboten"-Schild passiert hatten. Platzangst darf man da aber nicht haben, immerhin waren wir am Marktplatz einem Ape-Fahrer hinter uns zu langsam, so dass er uns in der Tempo-10-Zone keck und todesmutig überholte.

Einige Kilometer durch eine an Arizona und Utah erinnnernde Berglandschaft (Canyons mit roten Felsformationen, Kateeen) erreichten wir Valledoria und damit unser nächstes Ziel: den Rio Coghinas mit seinen Thermalquellen. Aus dem "WOMO-Reiseführer" hatten wir die GPS-Koordinaten des "wilden" Stellplatzes auf der dem Thermalhotel gegenüberliegenden Flussseite und fanden auch problemlos dorthin. Allerdings war hier vor kurzem ein ziemlich heftiges Hochwasser durchgegangen, das Treibgut findet sich teils in über 2m Höhe in den Bäumen am Flussufer. Wir parkten auf einer Höhe, etwas über der Hochwasseremarke, meine bessere Hälfte wünschte sich das für einen ruhigen Schlaf. Nachmittags kam ab und zu jemand vorbei, aber immer zurückhaltend, freundlich, drehte seine runde, murmelte "Salve" und war wieder weg.
Über eine Holzbrücke kommt man zum Thermalhotel gegenüber, mit einem Cafe und Ristorante. Wir zogen die Ruhe in unserem Wäldchen vor. Am nächsten Tag wieder eine kurze Transportetappe mit Zwischenstopp im malerischen Castelsardo an der Nordküste. Gut, dass wir früh am Vormittag dort sind, bis zum Mittag war Städtchen und Burg noch menschenleer, dann kamen die Reisebusse. Ein Heideker-Bus aus Münsingen gesellte sich zu unserem Mog, was wieder für etliche Selfies mit unserem Vehikel gesorgt haben dürfte. Überhaupt fallen wir hier mit unserer Cabina Curioso ziemlich auf, aber nur positiv, ständig gibts Daumen hoch und Fotos werden gezückt.

Man nimmt uns auch nicht übel, dass wir (aufgrund unserer Eintragung "LKW m. Wechselaufbau/wahlw. Wohnmobil) die Durchfahrtverbote immer zu unseren Gunsten auslegen: steht ein "für LKW verboten" auf dem Schild, sind wir Womo, ist es für Camper verboten, sind wir natürlich LKW.

Kleinere Ausfälle gibt es natürlich auch schon: der alte IVT-Solarlader hat sich verabschiedet und zeigt auf dem Display nur noch klingonische Meldungen an und lädt nicht mehr. Gestern hat sich dann noch der Drehzahlmesser während der Fahrt verabschiedet. Die LiMa lädt aber weiterhin, die Klemme-W-Leitung zum DZM hab ich noch nicht durchgemessen, evtl. ist einfach nur der 34 Jahre alte DZM gestorben. Vielleicht besteht aber auch ein Zusammenhang mit dem Solarregler, da dieser zwar an den Aufbaubatterien hängt, diese aber während der Fahrt über die BW-Versorgungsleitung für aufgesattelte Kabinen von der LiMa mitgeladen werden, sieht der Solarregler auch das Bordnetz des Fahrgestells.

Eine Befürchtung hat sich bestätigt; fürs Tanken auf Sardinien braucht man immer noch Cash. Zwar haben alle Tankstellen Kartenterminals, aber entweder akzetieren sie weder ausländische Maestro- noch Kreditkarten oder der Kartenschlitz ist zugeklebt. Und bei derzeit 1,50€/l für Diesel braucht man dann viele Scheine der 10-50 Euro-Kategorie.

Jetzt stehen wir wieder nördlich Argentiera an "unserer" kleinen Sandbucht und sitzen gerade den ersten - wenn auch warmen - Regentag aus, bevor es zum Endspurt noch rauf nach Stintino geht und übermorgen wieder per Dampfer von Porto Torres zurück nach Genua.

Grüsse
Tom
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franz_appa
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Re: Mal wieder: Kurztrip Sardinien Pfingsten 2018

#4 Beitrag von franz_appa » 2018-05-28 13:19:05

Boah - da läuft einem ja das Wasser im Munde zusammen... - du Sadist ! :D

Geniale Tour.
Leider gibbet bei uns keine Pfingstferien , stattdessen Karnevals-Winterferien.
Aber keine 2 Wochen lang... :wack:

Greets und Danke fürs Nase-lang-machen
natte
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schwarzmilan
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Re: Mal wieder: Kurztrip Sardinien Pfingsten 2018

#5 Beitrag von schwarzmilan » 2018-05-28 14:52:22

Hallo Tom,

vielen Dank für den Bericht. Vielleicht nehme ich dann im Spätsommer doch Sardinien....

Was mich aber noch interessiert - warum hast Du einen Geigerzähler dabei? Und hast Du den immer dabei? Oder war das nur Spaß?

Gruß Klaus

romain
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Re: Mal wieder: Kurztrip Sardinien Pfingsten 2018

#6 Beitrag von romain » 2018-05-28 16:31:39

schwarzmilan hat geschrieben:
2018-05-28 14:52:22
Hallo Tom,

vielen Dank für den Bericht. Vielleicht nehme ich dann im Spätsommer doch Sardinien....

Was mich aber noch interessiert - warum hast Du einen Geigerzähler dabei? Und hast Du den immer dabei? Oder war das nur Spaß?

Gruß Klaus
steht oben im Text
Argentiera kämpft ein wenig mit den Altlasten der Erzwäscherei, auf Hinweisschildern wird vor zu langem Aufenthalt am Strand gewarnt und dass man sich Füße und Hände nach dem Strandspaziergang gründlich waschen soll. Auch das Baden soll hier mit Vorsicht genossen werden, bei allergischen Reaktionen soll man den medizinischen Notdienst kontaktieren.
Aus Neugier - wegen dieser Vorgeschichte4 - nahm ich einen Geigerzähler mit und wurde nicht enttäuscht, die Radioaktivität hat schon an den frei zugänglichen Gebäuden im Freien teilweise den fast dreifachen Wert des hier üblichen Niveaus ergeben.

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Tomduly
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Re: Mal wieder: Kurztrip Sardinien Pfingsten 2018

#7 Beitrag von Tomduly » 2018-05-28 18:00:16

Moin!

Normalerweise reise ich nicht mit dem Geigerzähler in den Urlaub, das war jetzt nur wegen Argentiera. Wer als Kind mal im alten Silberbergwerk bei Neubulach im Schwarzwald war, weiss durch den dort eindrucksvoll demonstrierten Effekt eines Uranminerals vor dem Geigerzähler, dass es in Silberminen häufig auch Uranverbindungen (Pechblende/Katzengold) etc. gibt. Und weil ich beruflich ne ganze Zeit mit den elektronischen Innereien von Strahlungsmessgeräten zu tun hatte, hab ich noch Zugang zu dem einen oder anderen Detektor. Gehört aber sonst nicht zu meinem üblichen Reisegepäck.

Grüsse
Tom

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Re: Mal wieder: Kurztrip Sardinien Pfingsten 2018

#8 Beitrag von Tomduly » 2018-06-03 22:15:34

Moin!

Wie immer sind solche Kurzreisen leider viel zu schnell vorbei. Den geplanten Trip nach Stintino respektive zur "Eselinsel" Asinara cancelten wir zugunsten eines weiteren Strandtags an "unserer" Bucht. Beinah wäre es da noch zu einem Hilfseinsatz durch uns beim An-Land-Ziehen eines Motorbootes, das am Strand auf einen Trailer verladen wurde, gekommen. Der fürs Slippen der Boote dort stationierte 45PS Lamborghini-Traktor hatte mit einem etwas größeren Aussenborder-Boot derart zu kämpfen (oder war es der jugendliche Fahrer?). Jedenfalls waren die Achssperren des Allradschleppers auf der sandigen Betonrampe funktionslos und so tanzte der kleine Traktor nur hilflos auf der Stelle, während der angehängte Trailer mit dem bereis verladenen Boot drauf Stück für Stück weiter zurück Richtung Wasser rutschte. Man holte dann einen zweiten dieser Mini-Schlepper und band ihn mit einem langen Strick vor den ersten Schlepper. Dann folgte das, was man bei Kiesgruben-Fahrtreffen auch regelmäßig beobachten kann: das Bergefahrzeug fährt mit Schmackes in das sich straffende Seil, es macht peng und man hat zwei halblange Seile. Die Jungs ließen sich nicht beirren, verknoteten die Seilstücke und nahmen sie diesmal doppelt und fuhren etwas behutsamer an. Die Stricke hielten, doch der Bootstrailer weigerte sich weiterhin, sich von den beiden Traktoren rausziehen zu lassen. Mein Sohn wurde immer unruhiger: Papa, Du musst denen helfen! Also in Badehose hin zu den Jungs und angeboten, det janze mit dem Unimog und einem 20-Bergegurt zu beenden. Aber ich hatte nicht mit dem Stolz der Sarden gerechnet, sie mussten es einfach selber schaffen, einer organisierte nun einen Mitsubishi Pajero und sie hängten diesen statt des zweiten Traktors an den ersten Traktor dran und mit der Investition von ein paar mm Kupplungsbelag beim Pajero gelang es diesem Gespann nun tatsächlich, den Trailer an Land zu bekommen.

Den nächsten und letzten Insel-Tag ließen wir seehr entspannt beginnen und zockelten dann gegen Mittag ins nahegelegene Porto Torres, wo unsere Fähre um 20:30 ablegen würde. Vor den Toren der Stadt gab es noch einen kurzen Einkaufs- und Tankstopp - der Sprit ist auf Sardinien derzeit deutlich günstiger als auf dem italienischen Festland: wir tankten hier für 1,50 €/l zwischen Genua und Chiasso lagen die angezeigten Preise an den Tankstellen bei 1,67 bis 1,69 €/l. Interessant auch, dass Diesel auf der Insel durchweg "Diesel" heisst und auf dem Festland "Gasol".
In Porto Torres gibt es direkt am stadtnahen GNV-Fährterminal riesige kostenlose Parkplatzflächen, von denen man in gut 5 Minuten zu Fuß in der Innenstadt ist. Tirrenia und Moby Lines legen am neuen Fährterminal im Industriehafen (neben dem Kohlekai fürs Kraftwerk) an. A propos Fährgesellschaften: es ist schon wieder ein sinnfreier Konkurrenzkampf zwischen den Linien ausgebrochen: die Strecke Genua - P.T. und zurück wird nahezu zeitgleich (10 Minuten Zeitunterschied beim Ablegen) sowohl von GNV als auch von Tirrenia bedient. Beides riesen Fähren und beide offensichtlich bei weitem nicht voll ausgebucht.

Das Einschiffen ging auch in P.T. relativ entspannt ab, man brauchte auch nicht mehr wie früher zur Stazione Marittime, um seine Buchungsbestätigung in Tickets umzuwandeln. Das geht nun direkt vor dem Einschiffen bei den Einweisern. Da unsere "Nach-Hause-Fähre" einige Sattelauflieger eingeparkt bekam und sie auf einen Nachzügler warten mussten, waren wir eines der letzten Fahrzeuge fürs LKW-Deck und ich hatte mal wieder das Vergnügen, rückwärts die Rampe rauf und im Schiff fast bis ganz nach hinten rangieren zu dürfen, im Slalom zwischen Bodenhindernissen auf der einen Seite und Anschlagketten der Trailer auf der anderen. Dafür waren wir dann in Genua sehr fix draussen und wurden erst gut 30min später auf der Autobahn von den Motorradgruppen eingeholt, die mit auf dem Schiff waren. Anfahrt war dann überpünktlich 10 min vor der planmäßigen Zeit und die Ankunft über eine halbe Stunde früher, als angegeben.

Auf dem Rückweg machten wir wieder einen Zwischenstopp mit Übernachtung in Andermatt, dort hatte sich der Schnee gegenüber dem Beginn unserer Reise weit zurückgezogen und man konnte tatsächlich in kurzer Hose draussen in der Sonne sitzen - bis anfing zu regnen.

Der vermutete Ausfall von Solar-Regler und Drehzahlmesser hatte sich im übrigen nicht bestätigt, der PV-Regler liess sich nach einer komplett abgeklemmten Nacht problemlos wieder in Betrieb nehmen. Dafür lieferte die LiMa keinen Strom mehr. Den - abgesetzten - Regler der BW-Ausführung hatte ich als Ersatzteil dabei, leider brachte der Tausch keine Besserung. Auch die nächsten Verdächtigen, der Kabelbaum zwischen LiMa, Regler und dem "Dusselschalter" für die Erregerwicklung am Batterie-Trennschalter, sowie dieser Mikroschalter selbst, waren messtechnisch unauffällig. Also blieb letztlich die LiMa als Fehlerquelle. Lt. meinem Bosch-Heft zur Drehstrom-Lichtmaschine, das ich dabei hatte, deutet die Symptomatik auf einen "Kurzschluss in einer Plusdiode". Eine Ersatz-LiMa hatte ich allerdings nicht dabei. So stellte sich die Frage: wie weit kann man ohne funktionierende Lichtmaschine fahren? Gut war, dass wir nun wieder Solarstrom hatten, dass die Sonne schien und dass meine Aufbaubatterien wie die Starterbatterien aus zwei Nato-Gel-Blöcken bestehen und beide Batteriesysteme nach dem sonnigen Strandtag proppevoll geladen waren. Dann kurz nachgerechnet: bei 100Ah@24V Starterbatteriekapazität und einem 3,6kW Anlasser könnte ich 240 mal 10sec lang orgeln, bevor die Batterien leer wären (und hätte dann noch die Aufbaubatterien). Netterweise springt bei den momentanen Temperaturen der OM352 gefühlt nach 1-2 Umdrehungen (bzw. Sekunden) an. Also von dieser Seite drohte uns ohne LiMa kein Ungemach. Da die Fahrtetappen nach Hause allesamt tagsüber stattfinden würden, waren wir auch nich auf Scheinwerferlicht angewiesen. Blieben halt die Tunnels von denen es zwischen Genua und Schaffhausen ja nicht gerade wenige gibt. Also auch hier nochmal nachgerechnet: bei angenommenen 300W Last durch die Beleuchtung würde ein Satz Batterien 8h durchhalten. Geht doch. Zumal wir auf halber Strecke übernachten und dort nochmal die Batterien (mit Landstrom) nachladen konnten.

Interessantes Phänomen dann bei der Rückfahrt: bei Tempo 80 sprang die Drehzahlmesser kurz nach dem Anstieg von Genau auf die 2.800 U/min und blieb dort. Ging ich vom Gas, fiel der DZM wieder auf Null. Bei Tempo 80 (oder mehr) sprang die Nadel wieder auf die erwartete Position, d.h. die LiMa arbeitete wieder. Für mich ein Indiz, dass die LiMa aus welchem Grund auch immer, bei höheren Drehzahlen ein Erregerfeld aufbauen konnte (an dem hängt der DZM über Klemme W). Das ging so bis Mailand, dann fielen DZM bzw. LiMa wieder aus. Zwischen Zürich und Schaffhausen gingen sie dann wieder. Ich gehe mal von einem Diodenschaden in der LiMa aus. Das werden die nächsten Tage/Wochen zeigen, wenn ich Gelegenheit habe, die LiMa zu tauschen.

Ansonsten verlief die Rückfahrt reibungs- und gottseidank auch vollkommen staulos.

Grüsse
Tom
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Re: Mal wieder: Kurztrip Sardinien Pfingsten 2018

#9 Beitrag von MassivesAlteisen » 2018-06-03 22:25:05

Hui

Danke für den Bericht und die Bilder. Wie es ausschaut, ist die Strasse nach Andermatt rauf (oder runter) inzwischen fertiggestellt und die Dauerbaustelle geräumt.

Gruss
Marco
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Re: Mal wieder: Kurztrip Sardinien Pfingsten 2018

#10 Beitrag von Tomduly » 2018-06-03 22:42:47

@Marco: die Baustelle ist noch nicht ganz fertig, oben an der Teufelsbrücke wird noch gewerkelt. Allerdings war die Baustelle während des Pfingstwochenendes und an Fronleichnam geräumt und keine Ampelregelung (sonst 15min Wartezeit bei rot...).

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Re: Mal wieder: Kurztrip Sardinien Pfingsten 2018

#11 Beitrag von MassivesAlteisen » 2018-06-04 22:54:02

Danke für die Info :-)
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