Finanzierung von Langzeitreisen

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Wilmaaa
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#91 Beitrag von Wilmaaa » 2018-04-19 17:30:40

DerDicke hat geschrieben:
2018-04-19 9:25:34
Wir sind seit Beginn unserer Reise viel offener gegenüber anderen Lebenseinstellungen und -sichtweisen
Muss man für eine solche Offenheit tatsächlich erst wegfahren? :search:
Ich hab einen Virus: den H-A-N-O-M-A-G-I-R-U-S
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Chriss71
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#92 Beitrag von Chriss71 » 2018-04-19 18:40:52

Hallo, wir driften schon wieder ab :ninja:

Wie halten es die "jüngeren" Langzeitreisenden mit der, meiner Meinung nach, größten Ausgabe, der Krankenversicherung?
Die ersten 5 Jahre sind klar, und dann?

Was passiert mit jemanden, der seine private K-Versicherung kündigt, ein paar Jahre Weltreise macht (Versichert), und wieder mit dann über 50 Jahren nach Deutschland kommt? Wird er in der Gesetzlichen aufgenommen?

Viele Grüße
Christian

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LutzB
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#93 Beitrag von LutzB » 2018-04-19 19:38:00

Puffi hat geschrieben:
2018-04-19 11:50:25
..........und wollen einfach weg von Gängepplei, Staat und allem was nervt.
Ich lach mich schlapp!
Um dann in Ländern zu reisen, in denen sie nicht sagen dürfen, was sie denken, nicht fotografieren dürfen was sie möchten, weibliche Reisende sich verhüllen müssen oder gar nicht erst alleine reisen dürfen, irgendein Orts-Kommandant grundlos die Fahrzeuge beschlagnahmen lässt, die Exekutive sich Vergehen einfallen lässt, die, gegen Zahlung eines kleinen Obolus' vom Reisenden, plötzlich keine mehr sind, man sich Konvoys anschließen muss, die von völlig überzogen bezahlten Guides geführt werden, bei einem Verkehrsunfall oder -vergehen man mit einem Bein im Gefängnis steht usw. und so fort.
Das ist weder Staat, noch Gängelei, noch nervt es!?

Lutz
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Mit den Menschen ist es wie mit den Autos, Laster sind schwer zu bremsen.(Heinz Erhardt)

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#94 Beitrag von Bustreter » 2018-04-19 20:00:26

LutzB hat geschrieben:
2018-04-19 19:38:00
Puffi hat geschrieben:
2018-04-19 11:50:25
..........und wollen einfach weg von Gängepplei, Staat und allem was nervt.
Ich lach mich schlapp!
Um dann in Ländern zu reisen, in denen sie nicht sagen dürfen, was sie denken, nicht fotografieren dürfen was sie möchten, weibliche Reisende sich verhüllen müssen oder gar nicht erst alleine reisen dürfen, irgendein Orts-Kommandant grundlos die Fahrzeuge beschlagnahmen lässt, die Exekutive sich Vergehen einfallen lässt, die, gegen Zahlung eines kleinen Obolus' vom Reisenden, plötzlich keine mehr sind, man sich Konvoys anschließen muss, die von völlig überzogen bezahlten Guides geführt werden, bei einem Verkehrsunfall oder -vergehen man mit einem Bein im Gefängnis steht usw. und so fort.
Das ist weder Staat, noch Gängelei, noch nervt es!?

Lutz
jepp recht hast du....so sehr es in Deutschland auch manchmal nerft....hier funktioniert es weitestgehend....muß man zugeben....
Wilmaaa hat geschrieben:
2018-04-19 17:30:40
DerDicke hat geschrieben:
2018-04-19 9:25:34
Wir sind seit Beginn unserer Reise viel offener gegenüber anderen Lebenseinstellungen und -sichtweisen
Muss man für eine solche Offenheit tatsächlich erst wegfahren? :search:
Ja....
wie sonst? per se ist man ja nicht mit Offenheit ausgestattet wenn man nur sein eigenens Zeugs kennt.
oder anders wie willst du das andere Essen beurteilen ohne zu probieren? nur am Geruch?
ch.

schon wieder abgeschwiffen ,o)
21 ist auch nur die halbe Wahrheit...

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Puffi
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#95 Beitrag von Puffi » 2018-04-19 20:35:56

LutzB hat geschrieben:
2018-04-19 19:38:00
Puffi hat geschrieben:
2018-04-19 11:50:25
..........und wollen einfach weg von Gängepplei, Staat und allem was nervt.
Ich lach mich schlapp!
Um dann in Ländern zu reisen, in denen sie nicht sagen dürfen, was sie denken, nicht fotografieren dürfen was sie möchten, weibliche Reisende sich verhüllen müssen oder gar nicht erst alleine reisen dürfen, irgendein Orts-Kommandant grundlos die Fahrzeuge beschlagnahmen lässt, die Exekutive sich Vergehen einfallen lässt, die, gegen Zahlung eines kleinen Obolus' vom Reisenden, plötzlich keine mehr sind, man sich Konvoys anschließen muss, die von völlig überzogen bezahlten Guides geführt werden, bei einem Verkehrsunfall oder -vergehen man mit einem Bein im Gefängnis steht usw. und so fort.
Das ist weder Staat, noch Gängelei, noch nervt es!?

Lutz
Ich hatte in dem Absatz von Aussteigern gesprochen nicht von Langzeitreisenden. Denn auch diese Gruppe gibt es bei richtiger Betrachtungsweise....Die haben also nichts mit Reisen, Konvoi, Verhüllen etc. zu tun :littleangel:

Gruß Puffi
"Freiheit beginnt wo Wege enden"

sri-lanka
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#96 Beitrag von sri-lanka » 2018-04-19 22:31:09

Letzte Woche hat mich mein Kollege welcher schon viele Jahre, abwechslungsweise immer wieder in Thailand lebte, wieder mal Besucht. Jetzt kommt er noch so 2 x im Jahr in die Schweiz.
Er hatte das Glück, dass er vom Computer aus arbeiten konnte und wichtige, persönliche Termine auf die Zeit legen konnte, in der er hier war.

Ca. 30Km ausserhalb Pattaya in einem bewachten Ressort, hat er ein Haus mit angrenzender Einliegerwohnung,vor etlichen Jahre gemietet. Kosten: 300.- Euro
Dieser Mann hatte immer gut verdient und schon jung, ein Mehrfamilienhaus auf dem elterlichen Gründstück gebaut und teils vermietet.

Er weiss schon lange, dass auch in Thailand nicht alles Gold ist was glänzt. Behördengänge, teils Gesetze etc. etc. Und er hat in all den Jahren auch viele sogenannte "Aussteiger", kommen und total abgebrannt wieder gehen gesehen.
Die hatten teils die Pässe schon verkauft.

Nun sagte er mir, dass er grad eine seiner Wohnungen verkaufen könnte,was ich dazu meinte. Die Bodenpreise seien dort in vergangenen 35 Jahren um das 3 fache gestiegen und es wurde Ihm ohne langes hin und her CHF. 1'000 000.- geboten.
"Du bist 65 Jahre alt, hast keine Kinder, bist (noch) gesund, also lebe....meinte ich.

So wäre natürlich eine Langzeitreise oder Aussteigen, finanziell gut hin zu kriegen. :D

Beste Grüsse

Werner

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#97 Beitrag von advi » 2018-04-19 22:49:58

MANniMan hat geschrieben:
2018-04-18 20:02:04
Genauso wichtig, wie sich über eine sinnvolle und nachhaltige Finanzierung der Reise ausreichende Gedanken zu machen und gute Lösungen für die persönlichen Lebensumstände zu finden, ist aus meiner Sicht, auch ein gutes "praxisgerechtes / - erprobtes" Handlungskonzept zu haben, um zB nach x Monaten / Jahren wieder ins "normale" Leben zurück kommen zu können.

Dieses Thema verbinden wir jedenfalls ganz eindeutig mit der Thematik Langzeitreise...
Empfinde ich als gute Frage!

Vielleicht wirft das zuerst die Frage auf, warum reise ich.

Irgendein ProfiReisender meinte einmal in einer Zeitschrift dazu,er habe herausgefunden, das Menschen aus drei Gründen reisen:
  • Um das Land kennenzulernen
  • Um Leute kennenzulernen
  • Um des Reisens wegen
Manche Reisen, weil sie Reiß­aus nehmen wollen aus dem Alltag würde ich ergänzen.

Ich persönlich Reise einfach gerne und bin gerne in Natur, die ich sonst nicht habe.... Einsamkeit mag ich.... Fremdes Denken anschauen mag ich um meine Horizonte zu erweitern.

Ich kenne also mein Warum.....

Das hilft jetzt noch nicht wirklich bei dem Punkt zurückkommen .... und Nu?

In den letzten Jahren war ich ca. 4 Monate im Jahr unterwegs. Normalerweise reisst mich mein Firmenalltag (eigenes Unternehmen) ruckzug mit.... und ich merke immer mehr die Unlust, das weiterzumachen.

Das geht schon einige Jahre so und ich habe sehr vieles deswegen umorganisiert um nicht so eingespannt zu sein. Eine wirkliche Lösung meines Problems war das aber nicht.

Vor einem Jahr hat mich ein Freund gefragt...." Frank, was willst Du die nächsten 20-30 Jahre machen"

Und vielleicht ist das des Pudels Kern..... was will man noch tun?

Jedes Lebenszeitalter kann seine eigenen Ziele haben. Mit 20 sind die anders, als mit 30, 40, 50 ....

Ganz zu Beginn hätten wir das Thema Lebensplanung und wahrscheinlich geht es darum.... was will man noch tun, erleben, reissen im Leben.
Wofür brennt man?

Reisen ist toll! Aber auch das haben wir gehört, es kann abstumpfen und schal werden.

Vielleicht kommen hier Werte mit ins Boot. Die mag jeder anders sehen.
Viele Kulturen empfinden Leben als lebenswert, wenn man etwas für andere, für die Gesellschaft tut.
Dem eigenen Leben einen Wert geben

Wofür fühlt man sich berufen, ist berufen worden?

Wenn man diese Frage für sich klärt, kann man nach einer Rückkehr in kein Loch fallen, da man ja etwas zum Festhalten hat.

So lieber Martin würde ICH Deine Frage beantworten..... :)
Frank

Unserer heißt Alladin und ist ein MAN LE220 mit ausgebautem Kühlkoffer

Ausbau siehe http://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/p ... 35&t=55758

Meine Gedanken zu wie viel Expeditionsmobil ist nötig http://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/p ... 18&t=75381

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#98 Beitrag von Wilmaaa » 2018-04-19 23:02:43

Zum Thema Krankenversicherung gibt es schon einige Threads, das kann dort weiter diskutiert werden.
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#99 Beitrag von Wilmaaa » 2018-04-19 23:09:06

Bustreter hat geschrieben:
2018-04-19 20:00:26
per se ist man ja nicht mit Offenheit ausgestattet wenn man nur sein eigenens Zeugs kennt.
oder anders wie willst du das andere Essen beurteilen ohne zu probieren? nur am Geruch?
Es ging nicht ums Essen, sondern um die Offenheit für andere Lebensentwürfe. Die muss ich nicht selbst erlebt oder gerochen haben, um sie anderen zuzugestehen.

Und wenn ich mit dieser Offenheit ein Problem hätte, könnte ich auch das Forum nicht in der aktuellen Form betreiben. ;)
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#100 Beitrag von Ulf H » 2018-04-19 23:52:37

... unterwegs drückt das Fremde mehr rein als daheim ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#101 Beitrag von Bustreter » 2018-04-20 6:44:56

Wilmaaa hat geschrieben:
2018-04-19 23:09:06
Bustreter hat geschrieben:
2018-04-19 20:00:26
per se ist man ja nicht mit Offenheit ausgestattet wenn man nur sein eigenens Zeugs kennt.
oder anders wie willst du das andere Essen beurteilen ohne zu probieren? nur am Geruch?
Es ging nicht ums Essen, sondern um die Offenheit für andere Lebensentwürfe. Die muss ich nicht selbst erlebt oder gerochen haben, um sie anderen zuzugestehen.

Und wenn ich mit dieser Offenheit ein Problem hätte, könnte ich auch das Forum nicht in der aktuellen Form betreiben. ;)
Liebe Wilma,
Das mag auf Dich (die ja in einer (relativ) offenen Gesellschaft sozialisiert wurde
( dazu zählt die alte BRD durchaus)...deine Umgebung ect ,Urlaube Ferienlager usw..)..zutreffen.
Trotzdem steckt die Akzeptanz für andere Lebensweisen Entwürfe und so weiter massiv durch reisen.
Meiner Meinung nach auch die Fähigkeit anderen Leuten andere Arten und Weisen zuzugestehen.
Ich könnte dir da durchaus Fälle und Personen aus der Ex-DDR nennen wo das nicht der Fall war und ist. Stichwort andere Sozialisation gibt's mit Sicherheit auch in der alten Bundesrepublik in bestimmten Teilen oder Orten.
das Essen war nur sinnbildlich gemeint.
Ein abendfüllendes Lagerfeuer Thema wäre das.
Gruß Christoph
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Uwe
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#102 Beitrag von Uwe » 2018-04-20 8:00:01

Bustreter hat geschrieben:
2018-04-20 6:44:56
Trotzdem steckt die Akzeptanz für andere Lebensweisen Entwürfe und so weiter massiv durch reisen.
Hmm, die Art und Weise, wie sich etliche Langzeitreisende zu 'ortsgebundenen' Lebensentwürfen äußern (auch hier im Thread) spricht nicht unbedingt für Deine Theorie (mag kein Beweis sein, aber ein Indiz ;) ).

Die ernsthafte Beschäftigung mit meiner Offenheit, meinen Vorurteilen, Scheuklappen, limitierenden Glaubenssätzen oder wie immer ich es nennen mag ist m.E. nicht an einen Ort oder an eine spezifische Lebensform gebunden. Eine entsprechende Sozialisation hilft bei dieser Beschäftigung vielleicht, ist aber keine Voraussetzung und auch kein Erfolgsgarant.

Auf Reisen mag es sicherlich mehr Situationen geben als in einem standardisierten Alltag, die mich zum Überdenken meiner Haltung zwingen, nur wenn dies nur in andere Schubladen führt, wird damit keine Offenheit erreicht.

Und letztendlich kann ich auch Reisen, ohne mich in signifikantem Ausmaß mit meiner (veränderlichen) Umwelt auseinandersetzen zu müssen. Wir hier im Forum unterstützen oft genug genau hierbei :angel:

Grüße
Uwe
Zum Glück hab ich kein Laster

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Tomduly
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#103 Beitrag von Tomduly » 2018-04-20 10:51:38

Moin!

Vorweg: ich sehe mich als "Kurzzeitreisenden", der mit seiner stationären Lebensweise ganz zufrieden ist. ;)

Reisen bildet, sagt der Volksmund. Dass Langzeitreisende per se offenere Menschen sind (oder werden) als ortsfeste bzw. kurzzeitreisende Leute, glaube ich auch nicht. Vermutlich wird man, wenn man sich genügend Langzeitreisende anschaut, dort den selben Gesellschaftlichen Mix vorfinden, wie bei den anderen auch.

Offenheit hängt von der eigenen Empathie ab und von der Fähigkeit, zu auf neues unvoreingenommen zu reagieren und seine Ansichten überdenken zu können. Da dürfte das eigene Elternhaus, das Umfeld, in dem man aufwächst usw. ein Rolle spielen. Wenn man als z.B. Ellbogenmensch seinen Weg im System bis 50+ gegangen ist (und man mit seinen Eigenschaften seither auch gewissen Erfolg im Leben hatte), dann "aussteigt" um auf Langzeitreise zu gehen, dann wird man alleine durchs Reisen wohl kaum ein weicher empathischer Zeitgenosse werden, der sich plötzlich an den Blümchen am Wegesrand ergötzt. Für so einen Charakterwandel braucht es meist mehr, einen Schicksalsschlag o.ä.

Mag sein, dass Reisen den Horizont erweitert, bei manchen Reisenden, denen man unterwegs oder auf Treffen begegnet, könnte man aber auch meinen, sie reisen entlang ihrer Vorurteile und suchen Bestätigung für ihre fixen Ansichten. Eine Gefahr bei den Reisenomaden sehe ich auch im sozialen Umfeld. Man hat im wesentlichen nur sich, evtl. seine/n Partner/in und nen Hund, mit dem man die Zeit verbringt. Da ist die Gefahr der Verbuschung durchaus gegeben. Klar lernt man unterwgs überall verschiedenste und oft auch herzliche, tolle Menschen kennen. Aber die Kontakte sind flüchtig, da man ja im Normalfall weiterzieht.

Mich persönlich reizt am Reisen weniger das Kennenlernen andere Leute oder Kulturen. Das habe ich in meinem "stationären" Umfeld sowohl beruflich als auch privat, dazu muss ich nicht losziehen. Meine Motivation ist schlicht, tolle Ecken unseres Planeten zu erkunden und ein Gefühl fürs "große Ganze" zu bekommen (geht z.B. sehr gut am Grand Canyon in USA) und dem Nachwuchs die Welt jenseits des Smartphonedisplays zu vermitteln.

Was die Finanzierung langer Trips angeht, sehe ich verschiedene Möglichkeiten:

a) Systematisch daraufhin arbeiten und dann losfahren.

Erfordertdie konsequente Unterordnung der finanziellen und familiären Lebensplanung bis zum Beginn der Reise am Tag x. Beispiel Lila Pistenkuh, wo z.B. der rasche Auszug der Kinder bei Volljährigkeit schon sehr früh fest eingeplant waren. Das leben in der Ansparphase muss also sehr linear und planmäßig verlaufen. D.h. man erkauft sich die spätere Freiheit mit einer relativ unfreien Phase davor. Kann man machen, darf aber nichts dazwischen kommen.

b) Normales Leben leben und auf eine Gelegenheit warten/hoffen.

Wenn sich die Gelegenheit ergibt, Haus und Hof (oder geerbtes) verkaufen und dann losziehen. Vorteil, man lebt nicht in einem Sparkorsett für den Tag x. Nachteil: evtl ergibt sich keine Gelegenheit und man kommt nie los.

c) "Nabelschnur"-Variante

Man ist in der komfortablen Lage, eine eigene (bezahlte) Immobilie zu besitzen. Im Bestfall lässt sich z.B. ein Haus in Haupt- und Einliegerwohnung aufteilen und man siedelt in die kleine Wohnung um und vermietet die Hauptwohnung. Man bleibt am Wohnsitz gemeldet und versichert. Die Miete der Hauptwohnung finanziert die laufenden Lebenshaltungs-/Reisekosten. Alle paar Monate kehrt man zum Wohnsitz zurück (z.B. per Flieger). Vorteil: man kann jederzeit ins alte Leben zurückkehren, bricht keine wesentlichen Brücken ab. Selbst bei einem Schaden in der vermieteten Wohnung o.ä. ist man heute nach spätestens 2-3 Tagen wieder zurück am Wohnort, wenn es sein muss. Ist das Problem gelöst, kann man weiter reisen. Nachteil: man ist wie an einer Nabelschnur an die Immobilie zuhause gebunden, die einen ernährt, aber auch den Aktionsradius einschränken kann, zumindest den gefühlten.

d) "Jonson"-Variante

Man löst sich von allem und reduziert sich materiell auf das Wesentliche. Kein 250.000-Euro-Mobil, das den Reisealltag diktiert (wo kriege ich die 14,5er-MPT in Südamerika her? Wie schütze ich meine 3.000-Euro-Solarmodule vor dem Verkratzen?). Sondern ein funktionales solides Schneckenhaus auf Rädern, das die grundlegenden maslowschen Bedürfnisse erfüllt. Das Leben spielt draussen, nicht in der Landyacht von Unicat.Das Wohn-Fahrzeug ist nur Mittel zum Zweck. Nachteil: dieser Schrittt erfordert Überwindung und man darf sich nicht an bestehenden sozialen Bindungen festhalten. Im besten Fall ist man kinderlos und hat auch keine Angehörigen, die einen brauchen. Vorteil: minimale Anfangsinvestionen und niedrige laufende Kosten. Zur Finanzierung können Gelegenheitsjobs (ein paar Monate als Trucker) und Mieteinnahmen von Nutzflächen (Garage, Hallenstellplatz o.ä.) dienen.


Was ich bei den Langzeitreisenden in unserem Umfeld so beobachte: irgendwann kommen sie alle wieder zurück: spätestens, wenn die altersbedingten Zipperlein zunehmen und man feststellt, dass ein solides, umlagefinanziertes Gesundheitswesen und umfassende (wenn auch teure) Absicherungsmöglichkeiten auch so ihre Vorteile haben. Oder wenn man es leid ist, unterwegs immer Einheimische anbetteln zu müssen, beim Reifenwechsel zu helfen, weil man sich an den 120kg-Teilen alleine das Kreuz ausrenkt.

Viele blenden das mit mit Mitte 40-50 noch gekonnt aus. Und stehen dann mit Anfang 60 zahnlos und unversichert plötzlich bei den Daheimgebliebenen vor der Tür und suchen Rat.
Deshalb sollte sich der Langzeitreisende nicht nur Gedanken übers finanzielle "jetzt" machen, sondern auch über das "später". Es wird jeden einholen. Und anders als bei Immobilien, lässt sich ein abgerocktes 10-Tonnen-Reisemobil nach 20 Jahren Dauernutzung meistens nicht mit Gewinn verkaufen, um die Nach-Reise-Phase zu finanzieren.

Grüsse
Tom

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#104 Beitrag von Bustreter » 2018-04-20 11:07:19

@Tom danke!
...leider kein Daumen hoch smilie vorhanden.
:rock: :rock: :rock:
Daher 3 x den oberen
Ch.
21 ist auch nur die halbe Wahrheit...

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#105 Beitrag von valeri » 2018-04-20 11:58:57

Ich würde Tom eine 10 geben bin voll und ganz seiner meinung

Und Filix vorschlag praktiziere Ich auch man sieht was und verdient dabei geld, ist nicht einfach weil ohne fammilie aber man kann nicht alles haben

Mfg Valeri
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#106 Beitrag von schmidti » 2018-04-20 14:17:37

Tom, Danke - das war schön ausgeführt.

Gerade bei der Einleitung zum Thema Offenheit und Empathie denke ich an mehrere Begegnungen zurück. Wir haben offene, liebenswerte Reisende getroffen, die alles mit der notwendigen Ruhe angehen und zu allem Sagen. "So ist das halt hier." Das war uns sehr sympathisch. Andererseits gibt es auch die Fraktion der Menschen, die sich abschotten und sagen: "Die Menschen hier gehen mir auf den Sack.", was wir auch weniger sympathisch finden.

Uns hat die Reise dahingehend verändert, dass wir sehr offen begonnen haben, im Iran unsere Privatsphäre schon zu verletzlich war und wir dann in Indien komplett zu gemacht haben. Das war ne harte Nummer, aus diesen Gedanken wieder rauszukommen und wieder offen auf Menschen zuzugehen. Wir haben uns also zu Menschen verändert, die wir selbst nicht sympathisch finden. Großartig! Daher haben wir in Indien auch die Reißleine gezogen und unser Fahrzeug nach Kanada verschifft. Jetzt, in Kanada, sind wir wieder offener für Neues, stressfreier und gehen viel verstärkter wieder auf die Menschen zu.

Für mich das spannendste bisher ist zu verstehen, wie ich bzw. wir funktionieren und denken. Mit welchen Kulturen und Umgebungen wir gut zurechtkommen und wo wir uns schwertun. Wir haben so viel über uns selbst gelernt, was wir im Ansatz nicht über uns gewusst haben.

Bildung und Selbstreflektion kommen da im Doppelpaket, aber auch für selbstreflektion muss man offen sein.


Ups ... das war jetzt wieder ein bisschen OT. Daher zur Finanzierung. Ich hab gestern mein erstes Bild verkauft! :rock:
Mit dem Land Rover einmal um die Welt - www.bodensee-overlander.de

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#107 Beitrag von Enzo » 2018-04-22 2:01:40

Moin moin,
mit Interesse habe ich die Beiträge als "Betroffener" gelesen und bisher nichts dazu geschrieben, weil wir keine Finanzplanung bei Aufbruch vor 6 Jahren hatten.
Da nun einige andere Aspekte einer Langzeitreise auftauchen, wie Wiedereingliederung bei Rückkehr, soziale Verantwortung gegenüber Kindern und immer älter werdenen Eltern und diversen anderen Verpflichtungen, will ich einen weiteren Grund ansprechen, die Gesundheit.
Ich habe, wie viele andere auch, den ganz normalen Werdegang. Schule, Ausbildung, Job, Frau, Kinder, Haus und Hof und Hund, und eine kleine Zimmerei mit 3- 4 Mitarbeitern. Der Traum einer Langzeitreise war immer vorhanden, aber von Jahr zu Jahr hatte ich mehr Verantwortung, mehr Verpflichtungen, immer weniger Zeit und immer mehr Stress. Der Traum wurde zum "Träumchen", später irgendwann. Es gibt tausend Gründe diesen Traum nicht zu leben und als junger Mensch werden keine Gedanken an Krankheit oder gar Tod verschwendet. Als gesundheitliche Einschläge im Bekanntenkreis viel früher Einschlugen als jemals vermutet, manch einer mußte seine Träume schon mit Ende 30zig begraben, wurde ich kurzfristig nachdenklich, dann gings weiter im gewohnten Sauseschritt. Ende 40zig merkte ich, mir fällt es immer schwerer meiner Verantwortung als Ehemann, Familenvater, Firmenchef gerecht zu werden. Ich mußte immer mehr Kraft aufwenden um den Arsch überhaupt noch hochzukriegen. Mein Arzt und Therapeut wollte mich in stationäre Behandlung schicken, längerfristige Geschichte, nur ich keine Ahnung wie ich das organisatorisch auf die Reihe kriegen soll. Zeitlich befristete Schließung des Betriebes? Woher bekomme ich die Kohle um den monatlichen Verpflichtungen nachzukommen? Also weiter wie gehabt, der Versuch es ein wenig "ruhiger" anzugehen schlug komplett fehl, die Arbeitswelt dreht sich immer schneller. Eines Tages, kaum 50zig, war es dann so weit, ein Warnschuß. Früh morgens mit einem Kaffeebecher in der Hand wurde es plötzlich finster. Mein Sohn konnte zum Glück verhindern, das ich stumpf auf dem Küchenboden aufschlug. Kotzend im Notarztwagen wieder aufgewacht. Untersuchung im Krankenhaus, "nur" ein Schwächeanfall, "hatten sie in letzter Zeit Stress"?
Daraufhin trat der Familenrat zusammen, so gehts nicht weiter, laßt uns einen anderen Weg gehen. Ich brauchte einige Tage, dann verkündigte ich meine Entscheidung: Haus und sonstigen Krempel verkaufen, Firma schließen und unbefristet reisen, solange das Geld reicht. Runter nach Südafrika.
Die Reaktion der Familie sehr positiv. Meine Frau sagte nur, ich bin dabei, aber zwei Bedingungen: Nicht mit unserem Landrover und Dachzelt und nicht nach Afrika. Die Tochter: macht das und reist nach Südamerika, dieser Kontinent wird euch gefallen. (Sie war länger in Peru und Bolivien). Der Sohn, trocken wie immer: wenn die Kohle reicht nachdem du deine Schulden bezahlt hast, dann mal los. Wer weiß, wie lange du noch reisen kannst. Außerdem die kleine Anmerkung, eine Wohnung könne er nicht mit seinem Lehrgeld bezahlen.
10 Tage später stand der 110 17 auf dem Hof und das Projekt Reisemobil nahm seinen Lauf. Gut zwei Jahre später starteten wir. Mitlerweile hatten beide Kids ihre Ausbildung beendet und waren im Job. Später dann finanzierten beide, zu meiner großen Freude, ihre Meisterschule bzw Studium selber.
Kurz vor Abfahrt machten wir einen Kassensturz und die Finanzplanung. Alle offenen Rechnungen bezahlt, Einkommensteuer-Umsatzsteuer-Gewerbesteuer beim Finanzamt abgeführt, mit den Sozialkassen und der Bau BG abgerechnet, säumigen Kunden auf die Füße getreten. Ein Drittel war unsere Reisekasse, zwei Drittel wurde als Wiedereinstiegshilfe oder Investitionssumme bei einem befreundeten Unternehmen zu guten Zinsen geparkt. Wenn Reisekasse leer, dann brauchen wir einen neuen Plan. Dies waren unsere Voraussetzungen. Als die Kasse sich zu leeren begann, schauten wir nach einem Platz, wo wir irgendetwas auf die Beine stellen konnten. Wir entschieden uns für Ecuador. Wir haben von unserer Investitionskasse Ackerland gekauft und daraus voll erschlossenes Bauland gemacht, ein Haus zum Verkauf gebaut. Aber nach nun fast 4 Jahren in Ecuador haben wir beschlossen diesen Kontinent zu verlassen. Wir werden hier mit unseren Mitmenschen nicht glücklich. Die hiesige Kultur ist nicht unsere und tritt alle Werte die mir wichtig sind mit den Füßen. Aber der wichtigste Grund: unsere Eltern, die uns immer unterstützt haben, sind im fortgeschrittenen Alter, und wir haben das Gefühl, Enkelkinder lassen auch nicht mehr lange auf sich warten. Da wollen wir dichter dran sein. Deutschland allerdings, mit fast 60zig dort leben oder gar wieder arbeiten, ist völlig außerhalb unseres Horizontes. Zur Zeit nicht vorstellbar. Ich habe einfach Angst davor, in Deutschland wieder das zu verlieren, was ich auf dieser Reise neu gefunden habe. Ein positives Lebensgefühl und Gesundheit. Deutschland als befristete Übergangslösung, dann weiter nach Südspanien. Wir haben da noch paar Hektar Mandelbäume mitten im Off, genug Platz für einen Laster. Dann sehen wir weiter und irgendwie gehts immer weiter. Dieses haben wir hier lernen können. Also stürzen wir uns wieder in die finanzielle Unsicherheit, aber meine Gesundheit ist mir jetzt wichtiger, keine Kompromisse mehr.
Bei aller Langzeitplanung und Vorbereitung, die sicherlich von Vorteil ist, gebe ich nur zu bedenken, plant nicht zu lange. Ein Langzeitreisender, Anfang sechzig, sagte letzte Woche zu mir, "ich reise weil ich es noch kann." Mit diesen wenigen Worten brachte er es für mich auf den Punkt.
Grüße aus Ecuador
Jens

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#108 Beitrag von advi » 2018-04-22 8:45:07

Danke Jens für die offenen Worte und viel Erfolg und glückliche Zeiten beim Umschwung.

Vielleicht noch eine Bemerkung zum Thema Gesundheit, Beweglichkeit und Energie im Alter.
Es gibt hier im Forum einige (wenige?), die sich in ihrer Lebensplanung damit auseinandersetzt haben. Lassie hat sich mit seinem Yoga schon dazu geäußert, andere bleibt die Entscheidung überlassen, ob sie noch was dazu sagen wollen.

Mitte Ende Vierzig habe ich auf einer Reise mit dem Moped durch die Türkei festgestellt, das Reisen nicht alles ist.
Und mich deswegen entschlossen etwas für meine geistige und körperliche Gesundheit zu tun.
In Asien (in unserer Kultur wurde das leider ziemlich ausgerottet) gibt es Jahrtausende lange Traditionen und Techniken, die sich damit beschäftigen. Vieles hängt mit gewissen Formen von Spiritualität zusammen.

Ich habe das Glück gehabt eine für mich passende Form und eine aussergewöhnliche Lehrerin zu finden. So verbringe ich einen Teil meiner Reisezeit auf Retreats, in denen ich mit Körperübungen meine Energie ändern konnte und kann.
10 Jahre mache ich das jetzt, habe eine regelmäßige Praxis, reise dafür viel und kann feststellen, wie sehr sich meine Körperenergie dafür verändert hat.

Vielleicht nur als Hinweis darauf, das wir in einem Zeitalter leben, in dem wir das Glück haben, von solchen Traditionen profitieren zu können.
Was gibt es sinnvolleres, als sich um ein langes und hoffentlich gesundes Leben zu bemühen?
Wir haben die Chancen dazu. Das ehrliche und Jahrtausende lange erfolgreiche Bemühen darum existiert und es liegt an jeden selbst, ob er oder sie das mit in die Lebensplanung aufnehmen mag.

Eins ist klar, wenn man sich nicht bemüht, nimmt das Alter seinen Weg..... wahrscheinlich kann man genbedingte und vererbte Krankheitsveranlagungen nicht aufhalten, aber wenn doch? Oder man sie rauszögern könnte?
Wäre Dir das Einsatz wert? Eine Frage, die Du Dir persönlich beantworten darfst ;)
Frank

Unserer heißt Alladin und ist ein MAN LE220 mit ausgebautem Kühlkoffer

Ausbau siehe http://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/p ... 35&t=55758

Meine Gedanken zu wie viel Expeditionsmobil ist nötig http://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/p ... 18&t=75381

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#109 Beitrag von Seapilot » 2018-04-22 8:53:14

Danke Jens! Da schaue ich nach einer Woche mal wieder hier rein und Dein Beitrag trifft meiner Meinung nach vieles was das Thema betrifft auf den Punkt.

Aber noch etwas zu einigen anderen Anmerkungen.

Geschäftswagen kann man auch legal privat nutzen. 1% Regel

Ich habe das Thema nicht abgeschoben um für mich Lösungen zu finden, eher wollte ich wissen wie andere es gelöst haben und welche Erfahrungen sie machten. siehe Beitrag von Jens.

Für mich persönlich sieht die Planung völlig anders aus. Ich liebe meinen Job, und die Tatsache das man mir mit dem 65. Lebensjahr meine Lizenz entziehen wird war der Grund den LKW bauen zu lassen. Ich hatte schon panische Angst was ich den ganzen Tag machen soll. Seit vielen Jahren reise ich privat zu den Plätzen auf der Welt an denen ich beruflich war und nie wirklich genug Zeit hatte. Bisher aber eben nur per Flugzeug und für wenige Wochen. Das soll sich mit dem LKW ändern.
Da ich den Dicken auch jetzt schon beruflich einsetzen kann ergeben sich auch schon ganz wichtige Erfahrungen. Verbringe viel Zeit in der Kiste, und das auch bei miesem Wetter.

Was die Finanzierung der späteren längeren Reisen angeht. Wir werden in Deutschland unsere Wohnsitze behalten und auch mindestens ein Haus. Die Eigentumswohnungen die ich hatte wurden bereits verkauft und zur Finanzierung des LKW verwendet. Netter Nebeneffekt, kein Stress mehr mit Vermietung.
Und auch wichtig wir werden uns keinen Stress machen. Wir fahren so lange wir Lust haben. Wenn es uns dann wieder nach Deutschland zieht, fliegen wir zurück. Und wenn das Fernweh kommt geht die Reise weiter. Es gibt nur einen groben Reiseplan nix ist in Stein gemeißelt.
Und noch ein Punkt. Immer wenn ich lange im außereuropäischen Ausland war fand ich es danach in Deutschland ganz toll.

Knut

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#110 Beitrag von zappduro » 2018-04-22 22:49:16

Zum finanzieren hilft mir schon lange, ein (desaströses) haus zu kaufen, es zu renovieren und bewohnen und dann nach drei, vier jahren zu verkaufen und wegzufahren. parallel arbeite ich in der zeit wo ich da bin selbstverständlich auch ( abwechselnd unselbständig oder selbständig). das geht schon über 20 jahre nun gut. darüber bin ich auch glücklich und dankbar. hab unterwegs fast mehr lebensentwürfe kennengelernt wie getroffene ( :D ) aber das betrachte ich als lehrreich, denn ich hab mir noch fast von jedem das eine oder andere, was mir gut in mein leben passt, abgeschaut ( lebenslanges lernen ist nicht nur für den job gut ). und das angesprochene "warum" des reisens...... obwohl ich im christlichen abendland sozialisiert worden bin stellt sich für mich eine frage als zentral dar: gibt es ein leben VOR dem tod. und ich fühl mich mal nirgend wo so lebendig, als wenn ich nicht mehr sagen kann ob dienstag oder samstag ist. dazu die schönheit der erde und auch die schönheit des geistes anders lebender.....
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#111 Beitrag von JoSuPa » 2018-04-24 0:04:40

...diese beitraege/ kommentare finde ich interessanter als alles andere in diesem forum. Themen wie kardanwellen oder mautgebühren usw.sind im vergleich absolut unbedeutend. Danke an alle welche sich die mühe,resp.die zeit genommen haben so viele verschiedene meinungen darzustellen. Sind ja alles persöhnliche sachen,gründe.
Gruss John

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#112 Beitrag von DerDicke » 2018-04-24 9:37:31

Wilmaaa hat geschrieben:
2018-04-19 17:30:40
DerDicke hat geschrieben:
2018-04-19 9:25:34
Wir sind seit Beginn unserer Reise viel offener gegenüber anderen Lebenseinstellungen und -sichtweisen
Muss man für eine solche Offenheit tatsächlich erst wegfahren? :search:
Muss MAN nicht, daher habe ich auch von unseren Erfahrungen geschrieben. In unserem bisherigen Leben und unseren Jobs (die uns allerdings diese Reise nun ermöglichen) hatten wir weder die Zeit noch die Muße dafür...
zappduro hat geschrieben:
2018-04-22 22:49:16
obwohl ich im christlichen abendland sozialisiert worden bin stellt sich für mich eine frage als zentral dar: gibt es ein leben VOR dem tod. und ich fühl mich mal nirgend wo so lebendig, als wenn ich nicht mehr sagen kann ob dienstag oder samstag ist. dazu die schönheit der erde und auch die schönheit des geistes anders lebender.....
Das trifft es ziemlich genau! Danke.
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#113 Beitrag von sico » 2018-04-24 12:59:28

Liebe Forumsgemeinschaft,
der Thread macht ja inzwischen einen großen Bogen Richtung Lebensphilosophie, Bewußtseins- Erweiterung der Sichtweise bzgl anderer Länder, Völker und Kulturen etc.
Die Ausgangsfrage nach der Finanzierung von Langzeitreisen ist dabei eher zur Nebensache geworden.

Eine Sache,die mir persönlich sehr wichtig ist, wurde nur einige Male kurz angesprochen:
Das Stichwort heißt Altersarmut.

Dazu mal einige Zahlen.
In Deutschland beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung ca 80 Jahre. Wenn man im Alter von 50 Jahren das Arbeitsleben beendet, dann müssen ca 30 Jahre weiteres Leben und Reisen finanziert werden. Mit einem Bedarf von € 2000.- pro Monat kosten diese 30 Jahre dann ca. € 720 000.-, ganz einfach gerechnet und noch ohne Inflationsrate, die derzeit bei 1,5-2,0% liegt.
Die individuelle Lebenserwartung des Einzelnen kann natürlich stark von der Durchschnittlichen abweichen.
So habe ich immer noch nicht verstanden, wie Leute, die einen gewissen Betrag angespart haben, ihre Kosten für die weiteren Jahrzehnte kalkulieren. Ich weiß allerdings, dass hierbei schon einige Leute mit spekulativen Anlageformen böse auf die Nase gefallen sind und ihr Erspartes für Alter verloren haben.

Ich habe daher erhebliche Zweifel, ob so mancher Reisender solche Beträge aus eigenen Mitteln und vor allem dann auch im Alter aufbringen kann. Nicht zu vergessen die Beiträge zur Gesundheitsversorgung. Ich bin fest überzeugt, dass so mancher Reisende dann gerne nach Deutschland zurückkehrt, um sich aus den öffentlichen Kassen versorgen zu lassen. Kassen, in die der Reisende nicht über mehrere Jahrzehnte fleißig eingezahlt hat. Wenn der Reisende dann auch noch keine eigenen Kinder (sondern nur einen Hund) hat, dann finanzieren die Kinder anderer Bürger den Lebensabend des Reisenden in der sozialen Hängematte.
Dazu gibt es in der Reiseszene schon einige Bespiele, die ich hier namentlich natürlich nicht nennen möchte. Wenn ich dann gleichzeitig eine Reiher junger Leute im Alter von 30-35 Jahren so beobachte, wie sie auf ihrer Homepage das Nichtarbeiten zum einzigen Lebensinhalt erklären und mit dümmlichen Videos auf Youtube versuchen, mittels tausender Klicks einige Euros zu ergattern, dann weiß ich ich jetzt schon, dass diese Leute (ohne andere Einkommensquellen) im Alter den staatlichen Kassen zur Last fallen werden.
Besonders sauer stößt dabei auf, dass diese Reisenden sich gerne über die Bürokratie hier im Staat beklagen und dabei dazu aufrufen, Deutschland, diesem grausigen Staat, möglich schnell den Rücken zu kehren.

Liebe Grüße
vom
Sico

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#114 Beitrag von Lassie » 2018-04-24 13:50:07

Servus Siggi,

Danke für deinen Beitrag, die gleichen Gedanken bewegen mich auch. Während des Studiums traf ich einen Investmentberater und der hatte mich mit ein paar einfachen Fragen für die Tragweite und das Ausmass der privaten Altersvorsorge sensibilisiert.

- Was meinst du wieviel Geld / Sachwerte / Vermögen du für einen gesicherten Lebensabend brauchen wirst? Denke dabei nicht nur an dein eigenes Leben und Bedürfnisse, sondern auch an deine Familie, deine Kinder, vor allem an steigende und im Alter sehr hohen Krankenversicherungs- und Pflegekosten.
- Glaubst du, dass der Staat mit seinen Sozialsystem das oder teilweise für dich leisten kann?
- Wenn du es nicht glaubst, wann denkst du ist ein guter Zeitpunkt mit der eigenen Vorsorge bzw dem Vermögensaufbau anzufangen?
- Was denkst du hat Bestand, falls die auf ständigen Wachstum orientierten Wirtschafts / Geld / Bankensysteme in die Knie gehen?
- An welchem Platz & Umfeld wird für dich - wenn du es nicht mehr kannst - in deinem Sinne gut für dich gesorgt?
- Und: wer sorgt für und kümmert sich um dich?

Das kann man jetzt natürlich noch weiter spinnen. Langzeitreisen sind halt in der Lebensrealität auch nur eine Etappe auf dem Lebensweg. Die Langzeitreise hat spätestens dann ein Ende, wenn der Körper nicht mehr mitmacht und das Fahrerhaus des LKW's zu hoch wird :cold:

Und dann ist es schon gut, wenn man für die Zeit 'danach' vorgesorgt oder sich zumindest mal Gedanken gemacht hat.
Auf Altersarmut hab ich nämlich auch keinen Bock und sehe auch mit etwas Unverständnis die Haltung von so manchen Reisenden mit den Aussagen 'Arbeit ist was für Blöde', 'ich mach mich doch nicht für ein System kaputt', 'Deutschland ist Sch***', etc.

Nach 20 Jahren Leben und Arbeiten in Asien sind wir schon sehr bewusst wieder nach D zurück gekehrt und ich bezahle zwar aktuell als Selbstständiger die Höchstsätze für Versicherungen & Steuern etc - sehe das aber ein wenig sportlich. Ich mach das - so wie ich eben den Unimog habe, eine Firma umtreibe, 2 Kinder ins Ausland zum Studieren schicke, nebenher ein Bauernhaus renoviere - weil ich eben kann.... :positiv:

Und wenn unsere Zeit dann reif ist, werd ich auch in den Mog einsteigen und mal für eine Zeitlang rumfahren. Und wenn diese Zeit wieder um ist, freue ich mich auf ein gemütliches Zuhause mit Holzofen, Sauna, großem Garten mit Feuerstelle und Trinkwassser aus dem Wasserhahn. Und wenn es mit der avisierten Reise doch nicht ausgeht, dann hab ich aber trotzdem gelebt. Sehr gut sogar um genau zu sein :blume:

Viele Grüße
Jürgen
... was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest ?

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#115 Beitrag von DerDicke » 2018-04-24 15:20:28

Lassie hat geschrieben:
2018-04-24 13:50:07


Auf Altersarmut hab ich nämlich auch keinen Bock und sehe auch mit etwas Unverständnis die Haltung von so manchen Reisenden mit den Aussagen 'Arbeit ist was für Blöde', 'ich mach mich doch nicht für ein System kaputt', 'Deutschland ist Sch***', etc.

...

Viele Grüße
Jürgen
Soweit ich hier lesen kann hat keiner derjenigen, die hier ihre Meinung kundgetan haben, das so geschrieben ...
Ich finde es gibt einen Unterschied zwischen Langzeitreisen (ich impliziere darin mehrere Jahre) und "(vielleicht)Fürimmeraussteigern" die vor dem Problem das Du beschreibst stehen könnten. Dass sollte man bei der ganzen Diskussion auch beachten ...
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#116 Beitrag von Seapilot » 2018-04-24 15:22:26

Jürgen und Siggi, ich sehe wir haben da fast die gleiche Einstellung zu dem Thema. Aber mir ging es beim lostreten des Beitrags tatsächlich darum von Menschen die es eben anders herum gemacht haben zu erfahren wie und ob sie es im Rückblick nochmals so machen würden.
Ich habe mir diese Frage auch bei den sog Blauwasserseglern gestellt, die alles zurücklassen und nur noch auf ihrem Boot leben wollen. Meine Einschätzung war immer das da das Prinzip Hoffnung an Stelle solider Planung steht.
Aber das mag die Ansicht eines spießigen auf Sicherheit bedachten alten Sack sein.

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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#117 Beitrag von jonson » 2018-04-24 15:37:31

Ich kenne echt eine Menge Langzeitreisende , auch im gehobenen Alter... Ich gehe davon aus, das in der Gruppe die wenigsten an Altersarmut leiden werden.. Schon eher die Häuslebauer die dann mit 50 Geschieden sind und alles was finanziert ist auch noch teilen müssen...
Von den hippen Youtubern und Bloggern gibt es allerdings auch einige, die das gut machen, die mehr verdienen als sich der "Normalbürger" auch nur annähernd vorstellen kann.. Von 500 Besuchern auf einem Blog pro Tag kannst Du allerdings höchstens in Indien in einer Wellblechhütte überleben. Da brauchts dann schon mehrere Seiten und Millionen Aufrufe pro Monat das das "Geschäftsmodel" Internet funktioniert... Ob das Nachhaltig sein wird, wage ich schwer zu bezweifeln.

Altersarmut sehe ich eher nirgentwo bei derzeitigen Langzeit Reisenden..
Ich zb werde eine super Rente bei meinem Renteneintritt bekommen..Ganz eindeutig mehr als was ich jetzt pro Monat brauche..

Ich denke der Mix machts... Nur auf eine Sache beim Geldverdienen zu vertrauen ist sicherlich gefährlich..
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#118 Beitrag von Lassie » 2018-04-24 15:56:19

Soweit ich hier lesen kann hat keiner derjenigen, die hier ihre Meinung kundgetan haben, das so geschrieben ...
Servus Peter,

hab ich doch auch nicht behauptet. Aber ich kann mich nicht des Eindruckes erwehren, dass so manche Reisenden sehenden Auges die Brücken hinter sich abbrennen (sprich Haus & Hof & Altervorsorge versilbern), gerne mal auf teure (Kranken-)Versicherungen verzichten und lieber heute wie morgen leben und dann im überraschend teuren Alters-Krankheits-Notfall (den natürlich keiner haben will...) dann notgedrungen den deutschen Pass aus der Tasche ziehen und sagen 'Hallo, hier bin ich wieder, kümmert euch um mich, hier ist meine Eintrittskarte zum Versorgungsglück.....'.

Ist natürlich etwas böse ausgedrückt und sicher etwas überspitzt, aber ich hab auf meinen Reisen (zB in Indonesien, Thailand, Vietnam, China, Indien, etc) so manchen bundesdeutschen Zeitgenossen ohne signifikantes Hab und Gut oder tragfähigen Plan fürs Alter getroffen, der sich mit etwas 'legerer Haltung' durchs Leben schlägt und irgendwann aus dem sonnigen Paradies ausgewiesen wird, spätestens wenn die Kohle endgültig aus ist.

Und wenn man nur als Beispiel im Krankheitsfall - ich werfe jetzt einfach mal akute Zahnschmerzen, Malaria, einen Herzinfarkt oder eine Nierenkolik bis hin zu Prostata- oder Brustkrebs in den Raum - in einem x-beliebigen Krankenhaus jenseits der deutschen Grenzen ohne kostendeckendes Plastikkärtchen auftaucht, wundert man sich, was da an Behandlungskosten zusammenkommen kann. Falls man überhaupt behandelt wird.... ;)

Von daher möge die Zeit NACH der Langzeitreise eben bei der Planung und Finanzierung derselbigen auch berücksichtigt werden. Das ist im Wesentlichen der Kern von Altersvorsorge. Und wenn man die Altervorsorge FÜR die Langzeitreise opfert, herrscht danach zwangsläufig ein Loch, welches dann - deutscher Pass sei Dank - die Solidargemeinschaft irgendwie stopfen muss.
Aber ich gehe mal davon aus, dass dies den meisten klar ist und sie Überblick über ihr Leben und ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten und Notwendigkeiten haben. :positiv:

Viele Grüße
Jürgen
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#119 Beitrag von DerDicke » 2018-04-24 16:24:11

Hey Jürgen, alles gut :-)

Ich finde es super, wenn sich einige hier so öffnen und beschreiben wie sie die Finanzierung ihrer Reiserei so hinkriegen.
Das Problem der mangelnden Vorsorge wird halt nicht nur Reisende einholen sondern auch viele andere in der Bevölkerung. Reisende, die nicht vorgesorgt haben sind da meiner Meinung nach nur ein kleiner Teil derjenigen, die evtl. im Alter hart aufschlagen könnten. Das sieht man schon daran dass es z.B. in der Sozialversicherung keine oder nur versteckte Regelungen für "Aussteiger auf Zeit" gibt, die vorhaben nach ihrer Reiserei wieder nach Deutschland zu kommen und wieder ins "System" zu gehen - da kann man als Betroffener ganz übel auf die Nase fallen wenn man sich nicht richtig informiert hat oder auch aufgrund mangelnder Regelung oder Unwissenheit der zuständigen Behörden falsch beraten worden ist. Aber dazu gab es schon mal einen Thread ...

Ich denke wir sind einer Meinung über die "Anderen" :positiv:

viele Grüße
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Re: Finanzierung von Langzeitreisen

#120 Beitrag von Bahnhof » 2018-04-24 19:02:48

Zu einem echten Solidaritätssystem gehört halt nunmal auch, dass man sich darauf ausruhen kann.
Ich bezahle zur Zeit auch relativ viel, aber sich über andere welche nichts zahlen aufzuregen bringt nichts

Und Alternative lebensmodelle ohne Volkswirtschaftlichen Mehrwert finanziere Ich viel lieber mit, als Raucher, Alkoholiker, diverse selbstverschuldete Diabetiker,...
Dazu werden noch diverse Groß und Kleinkonzerne immer noch reicher gemacht

Die soziale Hängematte ist für Deutsche halt da, die zu hassen die sich reinlegen bringt mich nicht weiter 😄

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