Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

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Hatzlibutzli
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#31 Beitrag von Hatzlibutzli » 2018-12-06 22:49:25

Tramadol (Tramal (R)) ist ein niedrigpotentes Opiat ... das steht in manchen Laendern auf deren Betaeubungsmittellisten ... das ist manchmal den Spass einfach nicht Wert ... am Schmerz stirbt ja normal keiner ... mit so einem Opiat kann man sich aber das eine oder andere schlecht beherrschbares Komplikatioenchen einhandeln. Ich wuerde einfach gar nicht drueber nachdenken und bei Ibuprofen, Paracetamol und Novaminsulfon bleiben ... wenn es darueber hinausgeht braucht es ohnehin frueher oder spaeter einen Doktor ...

https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstel ... _node.html hier steht alles Wissenswerte zum Reisen mit BTM ...

Gruesse .. Simon

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#32 Beitrag von landwerk » 2018-12-07 9:10:49

Codein, Tramal oder Heroin sind halt Opiate.
Möglicherweise interessieren sich die Grenzer deshalb dafür.

Aber unabhängig von Grenzproblemen können auch harmloser erscheinende Medikamente gefährliche Situationen provozieren, ohne dass dies direkt mit dem Wirkstoff an sich zusammenhängt.

Ein Beispiel:
Auf einer Reise in einer abgelegenen Gegend bekommt eure Partnerin starke wiederkehrende Bauchschmerzen und erbricht sich mehrmals.
Ihr Bauch ist hart und tut beim Anfassen und Eindrücken weh.
Ihr beschließt die Bauchschmerzen mit Buscopan zu behandeln. Das stand ja so auf dem Zettel zur Reiseapotheke.
Bald stellt sich ein Behandlungserfolg ein und die Bauchschmerzen verschwinden zunächst.

Nicht bekannt ist Euch, dass eure Partnerin einen Verschluss des Dünndarms hat, der unoperiert in den nächsten 12 Stunden tödlich verläuft.

Butyscopolamin behandelt meist nur das Symptom, eine mögliche gefährliche Ursache hingegen bleibt in der Regel aber unbehandelt.


Das wäre, als würde jemand bei einem Abfall des Öldrucks den Zeiger der Anzeige bei 3 bar mit Sekundenkleber festkleben und weiterfahren.
"Guck, hat doch wieder Öldruck!" Der Motor wird verloren gehen.

So ähnlich kann das mit Buscopan auch gehen.



Auf einem Vernünftigen Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs lernt man auch Grenzen der Eigenbehandlung zu erkennen.

Abhören von Lunge und Bauch mit einem Stethoskop können auch Laien gut lernen.
Wenn man dann noch erfährt, welche Gräusche harmloser oder potentiell gefährlicher Natur sind, können Entscheidungen
über den Abbruch oder das Fortsetzen der Tour sicherer getroffen werden.

Im oben beschriebenen Beispiel hätte das Erlernen dieser Fertigkeiten und Kenntnisse lebensrettend sein können.


Das also als eins von vielen möglichen Szenarien.


Würde ich jetzt hier einen Anbieter solider Outdoor-Erste-Hilfe-Kurse benennen, wäre das gegen die Forenregeln.
Also halt ich mich an die Regeln.



Liebe Grüße

Oli

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#33 Beitrag von Wilmaaa » 2018-12-07 10:27:07

Eigenwerbung wäre gegen die Regeln. Das Empfehlen von Dritten nicht.
Ich hab einen Virus: den H-A-N-O-M-A-G-I-R-U-S
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"Frauen haben in der Küche nichts zu suchen. Sie müssen sich um die Schweine kümmern und den Traktor schmieren." (Charlotte MacLeod)
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"Das ist also ein Kleinbus und ein LKW in einem." (Mitarbeiterin über den 170er)

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#34 Beitrag von AL28 » 2018-12-07 11:19:27

Hallo
landwerk hat geschrieben:
2018-12-07 9:10:49
Codein, Tramal oder Heroin sind halt Opiate.
Möglicherweise interessieren sich die Grenzer deshalb dafür.

Aber unabhängig von Grenzproblemen können auch harmloser erscheinende Medikamente gefährliche Situationen provozieren, ohne dass dies direkt mit dem Wirkstoff an sich zusammenhängt.

Ein Beispiel:
Auf einer Reise in einer abgelegenen Gegend bekommt eure Partnerin starke wiederkehrende Bauchschmerzen und erbricht sich mehrmals.
Ihr Bauch ist hart und tut beim Anfassen und Eindrücken weh.
Ihr beschließt die Bauchschmerzen mit Buscopan zu behandeln. Das stand ja so auf dem Zettel zur Reiseapotheke.
Bald stellt sich ein Behandlungserfolg ein und die Bauchschmerzen verschwinden zunächst.

Nicht bekannt ist Euch, dass eure Partnerin einen Verschluss des Dünndarms hat, der unoperiert in den nächsten 12 Stunden tödlich verläuft.

Butyscopolamin behandelt meist nur das Symptom, eine mögliche gefährliche Ursache hingegen bleibt in der Regel aber unbehandelt.


Das wäre, als würde jemand bei einem Abfall des Öldrucks den Zeiger der Anzeige bei 3 bar mit Sekundenkleber festkleben und weiterfahren.
"Guck, hat doch wieder Öldruck!" Der Motor wird verloren gehen.

So ähnlich kann das mit Buscopan auch gehen.



Auf einem Vernünftigen Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs lernt man auch Grenzen der Eigenbehandlung zu erkennen.

Abhören von Lunge und Bauch mit einem Stethoskop können auch Laien gut lernen.
Wenn man dann noch erfährt, welche Gräusche harmloser oder potentiell gefährlicher Natur sind, können Entscheidungen
über den Abbruch oder das Fortsetzen der Tour sicherer getroffen werden.

Im oben beschriebenen Beispiel hätte das Erlernen dieser Fertigkeiten und Kenntnisse lebensrettend sein können.


Das also als eins von vielen möglichen Szenarien.


Würde ich jetzt hier einen Anbieter solider Outdoor-Erste-Hilfe-Kurse benennen, wäre das gegen die Forenregeln.
Also halt ich mich an die Regeln.



Liebe Grüße

Oli
Ein sehr gutes Beispiel :-)
Ich bin ab und zu in Gegenden unterwegs , wo man mehr als 12h bis zum OP hat .
Also ist in diesen Fall meine Partnerin Tot .
Du würdest sie also noch 12 h leiden lassen , anstatt ihr ein Schmerzmittel zu geben .
Ich werde mit noch so vielen Arzthandbücher zum Arzt , schon gar nicht zu einen guten .
Genauso wenig wie ein Arzt zu einen guten Mechaniker wird wen er sich mal drei Handbücher rein zieht .

Gruß
Oli

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#35 Beitrag von landwerk » 2018-12-07 17:17:29

Wilmaaa hat geschrieben:
2018-12-07 10:27:07
Eigenwerbung wäre gegen die Regeln. Das Empfehlen von Dritten nicht.


...deshalb bleibe ich lieber Regelkonform...


LG

Oli

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#36 Beitrag von OliverM » 2018-12-07 17:33:09

https://sanitaetsschule-oliver-blake.de/outdoor/

Macht sowas Sinn? Ich werde es wohl herausfinden und dann gegebenenfalls aus meiner laienhaften Sicht berichten...... ansonsten bleibt nur zu sagen, daß meine Pflege eh todsicher ist . :joke:

Gruß

Oliver
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#37 Beitrag von landwerk » 2018-12-07 18:01:20

AL28 hat geschrieben:
2018-12-07 11:19:27
Hallo.



Ein sehr gutes Beispiel :-)
Ich bin ab und zu in Gegenden unterwegs , wo man mehr als 12h bis zum OP hat .
Also ist in diesen Fall meine Partnerin Tot .
Du würdest sie also noch 12 h leiden lassen , anstatt ihr ein Schmerzmittel zu geben ...

Gruß
Oli


Prinzipiell würde man mit Buscopan im späteren Verlauf der skizzierten Begebenheit keine schmerzlindernde Wirkung mehr erzielen können.
Also würde auch deine Freundin vermutlich mit starken Schmerzen sterben.

Jede Notfallsituation findet under unterschiedlichsten Bedingungen statt.
Es sind multifaktorielle Ereignisse die grundsätzlich individuelle Entscheidungen erfordern.

Bei einem Menschen könnte "ohne Reparatur" der "Öldruck wieder steigen" wenn es sich Beispielsweise nur um einen Magen-und Darm Infekt oder eine Dysmenorrhoe handelt.

Wenn Du mit Buscopan den "Zeiger festklebst" siehst du halt nicht wie sich der Zustand deiner Freundin ändert...

... wird es besser ? wird es schlechter ?


Wären wir mit unseren Freundinnen also 20 Std. fernab der Zivilisation, würden sie eventuell unter Schmerzen sterben.



Anyway



Das erfundene Beispiel sollte stellvertretend für alle anderen möglichen Notfallsituationen darstellen wie sich Verläufe evtl. gestalten könnten.




Du hast es eigentlich perfekt zusammengefasst:

Ich werde mit noch so vielen Arzthandbücher zum Arzt , schon gar nicht zu einen guten .
Genauso wenig wie ein Arzt zu einen guten Mechaniker wird wen er sich mal drei Handbücher rein zieht
.



Oli

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#38 Beitrag von OliverM » 2018-12-07 18:06:33

landwerk hat geschrieben:
2018-12-07 18:01:20



Genauso wenig wie ein Arzt zu einen guten Mechaniker wird wen er sich mal drei Handbücher rein zieht
.



Oli
Damit wird für manch einem hier aber eine/seine Welt zusammen brechen . :D

Gruß

Oliver
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#39 Beitrag von AL28 » 2018-12-07 21:19:57

Hallo
OliverM hat geschrieben:
2018-12-07 18:06:33
landwerk hat geschrieben:
2018-12-07 18:01:20



Genauso wenig wie ein Arzt zu einen guten Mechaniker wird wen er sich mal drei Handbücher rein zieht
.



Oli
Damit wird für manch einem hier aber eine/seine Welt zusammen brechen . :D

Gruß

Oliver
Kein Problem , das kann ich übernehmen .
Ich überlege gerade mir von
" Sigmund Freud " --- Massenpsychologie und Ich-Analyse --- zuzulegen .
Das müsste doch für die Feldmässige psychologie reichen .

Die meisten sollten sich mal bewusst machen in der Wüste oder in Lappland sehr alleine ist .
In Lappland kann man mit ein wenig Glück noch Hilfe holen . Aber von den leichten Bauchschmerzen , bis zum erkennen das es was erstes ist und man zum Arzt muss , vergehen Minimum 6h .
In Lappland hat man unter Umständen Händy Empfang und man bekommt einen am andern ende , dem man überzeugen kann einen Hubschrauber , an die angegeben Koordinaten zu schicken .
Aber selbst dann vergehen noch Minimum 3h bis zum OP Tisch . Das ist dann schon knapp und kann auch mal länger dauern .
In Mauretanien kann man nur hoffen das man unterwegs jemanden trifft , der das schon mal mit dem Taschen Messer gemacht hat . Der ist aber auch für einen Guten erstehilfe Kasten Dankbar .
Ich denke aber , so ein Sanikurs bringt mehr .
Nimmt man nun auch ein paar Leichensäcke mit , oder reichen große Müllbeutel , die ich eh dabei habe ? :spassbremse:

Gruß
Oli

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#40 Beitrag von DäddyHärry » 2018-12-07 21:30:59

OliverM hat geschrieben:
2018-12-07 17:33:09
...... ansonsten bleibt nur zu sagen, daß meine Pflege eh todsicher ist . :joke:

Gruß

Oliver
:ninja: Transporter :ninja:

SCNR

Gruß Härry
Die Bundesfamilienministerin warnt:
Fläschchengeben führt bei Vätern zum Auftreten von Stilldemenz!

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#41 Beitrag von OliverM » 2018-12-07 21:40:23

DäddyHärry hat geschrieben:
2018-12-07 21:30:59
OliverM hat geschrieben:
2018-12-07 17:33:09
...... ansonsten bleibt nur zu sagen, daß meine Pflege eh todsicher ist . :joke:

Gruß

Oliver
:ninja: Transporter :ninja:

SCNR

Gruß Härry

;)
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#42 Beitrag von Ingenieur » 2018-12-07 22:39:57

Hallo,

von der Bundeswehr gab es mal ein schönes Handbuch (ca. 300 Seiten) in Form einer ZDV:

"Die dringliche Kriegschirugie"

Das fand ich ganz informativ.
Allerdings war meine Ausgabe von Mitte der 60er Jahre.
Vielleicht gibt es inzwischen eine Neuauflage.


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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#43 Beitrag von Ingenieur » 2018-12-07 23:02:09

Hallo,
Seapilot hat geschrieben:
2018-12-06 20:20:20
Sebastian die Problematik mit Opiaten bzw. deren Derivaten auf Reisen ist mir bekannt.
Wie verhält es sich bei den genannten Ländern mit Medikamenten für den persönlichen Bedarf.
Ich hatte früher mal einen Arztbrief in 3 Sprachen mit um zu erklären warum ich bestimmte Medikamente mitführe.
Konkret geht es um „Tramal“ Tropfen.
Dafür gibt es einen Opioid-Ausweis.

Wobei "Tramal" mich ehr an Hustensaft erinnert.
Bevor man mir neue Gelenke eingebaut hat,
habe ich Targin 40/20 und Oxycodon in Größenordnungen einnehmen müssen.
Bei 160 mg Wirkstoff / Tag braucht man schon zwei Schachteln für eine zweiwöchige Reise.
Damals habe ich so Apothekenrechnungen ab 650,- EUR aufwärts pro Monat gehabt.

Von den niedrig dosierten Oxycodon-Akut würde ich einen Streifen (10 Stück) immer mitnehmen.
Im Fall der Fälle hat man nach 30 Minuten einen Beginn der Wirkung.
Kann man die Uhr nach stellen.


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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#44 Beitrag von Ingenieur » 2018-12-07 23:14:44

Hallo,

vor zwei Monaten habe ich dann in einen Defi investiert.

Das Finanzministerium in Berlin war so freundlich mir das Gerät nebst Zubehör und Transporttasche preiswert zu überlassen.

AED_Ph_b.jpg
.
Deswegen hat mein Auto jetzt einen Aufkleber:
.




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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#45 Beitrag von AL28 » 2018-12-08 11:36:28

Hallo
Targin 40/20 !!!
Na endlich wird es interessant . :joke: :joke: :joke:
:angel:

Gruß
Oli

P.S. Mit zwei Packungen würde ich mich über keine Grenze wagen , egal mit welchen Ausweis .

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#46 Beitrag von Hatzlibutzli » 2018-12-08 15:50:10

@Olli: genau, das ist das Zeug, das in den USA ganze Landstriche in die Agonie getrieben hat ... für einen echten Notfall wirkt es viel zu langsam ... dann lieber der angeblich an US-Elitetruppen ausgegebene Fentanyl-Lolly ...
Vergesst es einfach alles und bleibt bei Ibu und Co ... ich darf immer nur die Sachen einsetzen, deren Komplikationen ich beherrschen kann ... dazu muss ich tief genug drinstecken, dass ich weiß, was mich ggf. erwartet ...
Ich hätte mich zum Beispiel nicht getraut, das Zündschloss meines Quads zu zerlegen ... aufgeschraubt ist das schnell ... aber dann - pling - wäre das Federchen davongeflogen ... und der ambitionierte Hobbymechaniker wäre suchenderweise auf Knien durch den Schlamm gerobbt .... Du wusstest, was Dich erwartet ;-)))

@Ingenieur: mit dem Defi hier durch die Gegend fahren ist sicher sinnvoll ... nach Lappland oder ins Grand Erg kannst Du ihn getrost zuhause lassen .. wenn die Rettungskette dahinter nicht passt ist er sinnlos ... einen 6 Zylinder bekommt man bei schlapper Batterie damit leider nicht wieder zum Laufen ;-)

Man muss uebrigens gar nicht so weit weg, um einen Notfall blöd eskalieren zu lassen ... Hier in den Voralpen gibt es genug Plätze, an denen man keinen Handyempfang hat und - wenn mal kein Flugwetter ist - die Bergwacht 2h hin braucht und hinterher 4-6h, bis der Patient wieder an einer Strasse ist ... da hilft dann nur gute Kameradenhilfe und ein robuster Patient mit nicht allzuschlimmem Krankheits bzw. Verletzungsbild

Grüsse ... Simon

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#47 Beitrag von Ulf H » 2018-12-08 16:23:19

... Lappland ist nicht ganz so unterversorgt, wie mancher hier meint ... https://www.rth.info/rep/rep.php?id=255 ... den für Südlapplamd zuständigen Schraubhuber hab ich schon mehrfach fliegen sehen ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#48 Beitrag von Ingenieur » 2018-12-09 0:03:34

Hallo,

irgendwie ist die Abbildung von meinem AED-Aufkleber verloren gegangen.

Nachlieferung:

.
KdoW_AED_xxs.jpg
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#49 Beitrag von landwerk » 2018-12-09 18:48:24

Hatzlibutzli hat geschrieben:
2018-12-08 15:50:10

... ich darf immer nur die Sachen einsetzen, deren Komplikationen ich beherrschen kann ... dazu muss ich tief genug drinstecken, dass ich weiß, was mich ggf. erwartet ...


....Man muss uebrigens gar nicht so weit weg, um einen Notfall blöd eskalieren zu lassen ... Hier in den Voralpen gibt es genug Plätze, an denen man keinen Handyempfang hat und - wenn mal kein Flugwetter ist - die Bergwacht 2h hin braucht und hinterher 4-6h, bis der Patient wieder an einer Strasse ist ... da hilft dann nur gute Kameradenhilfe und ein robuster Patient mit nicht allzuschlimmem Krankheits bzw. Verletzungsbild.....

Grüsse ... Simon

So ist das wohl.


Im Titel ging es eben auch um die "Erste Hilfe"

Die kann man lernen und dann auch als Laie systematisch anwenden.

Was viele vergessen ist halt wirklich, dass dann die "Zweite Hilfe" die Betroffene Person zur "Dritten Hilfe" bringen muß, welche dem Betroffenen das Leben rettet oder gesundheitliche Schäden so weit wie möglich abwendet.


Ihr solltet also ganz grob einschätzen können was Zeit hat und was keine Zeit hat.
Und eben auch grundsätzlich mal klären ob, wie und wo Ihr Hilfe beokmmen könnt.


"Proper Preparation Prevents Poor Performance"

...gilt auch für Notfälle und ist evtl. auch wichtig für eure Psychohygiene!

Was wäre, würde eure Freundin sterben, nur weil ihr nicht wußtet, dass 2km"links" ein Krankenhaus gewesen oder unter einer bestimmten Nummer doch ein Hubschrauber gekommen wäre ? Wie würdet Ihr damit den Rest eures Lebens umgehen?

Bei Notfällen macht die Summe der Kleinigkeiten ganz viel aus!

Wenn Ihr die Basics in Theorie und Praxis beherrscht und euch bei der Anwendung eures Materials blind auskennt, ist das schon eine sehr gute Grundlage.


Liebe Grüße


Oli

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#50 Beitrag von Schraubermeister » 2018-12-10 21:28:41

Eine fundierte und gesicherte Unterweisung in Erster Hilfe ist schon mal die halbe Miete. Und das sollte
regelmäßig so alle 2 Jahre stattfinden. Diese Wiederholungen nehmen einem die Scheu vor was neuem /
ungewohnten und eine gewisse "Routine" setzt ein. Und das nicht nur für Reisen ins "Niemandsland",
sondern auch im Alltag kann es Helfen.
Dann muss ich natürlich mein "Handwerkszeug" kennen, wissen was ich habe, wieviel ich habe und wo es ist.
Gutes Werkzeug macht aus einem Sanitäter keinen Mechaniker und ein Rucksack voller medezinischer Hilfmittel
aus einem Mechaniker keinen Sani.
Ich muss mich damit eingehend Vertraut machen, denn im wirklichen Ernstfall bleibt keine Zeit zum
Überlegen und Nachdenken. Durch die Verletzungen des Partners / Freundes ist der Streß-Level eh schon am
Anschlag und dann kommt noch die Gefahrensituation oder Dunkelheit oder Unwetter dazu.
Auch spezielle Lehrgänge für den Outback-Sektor sind mit Sicherheit eine wertvolle Bereicherung und Ergänzung,
doch leider ( oder soll ich ssgen "zum Glück" ) auch nur Theoretisch und gespielt.
Der beste Erste-Hilfe-Koffer ist der, den man nicht benötigt.
Und erst der reale Ernstfall zeigt, wer "die EIer" hat. Wenn man mit offenen Brüchen, starken Blutungen, Schuß-
verletzungen konfrontiert wird.
Man muss sich nur darüber im Klaren sein, das etwas schlimmes passieren kann und das man da erstmal für Stunden
auf sich allein gestellt ist. Und, die Ruhe bewahren und Handeln. Nur wer nichts macht, hat schon verloren. Und wer
was Falsch macht, hat es auf jedenfall Versucht.

Viele Gruße
Thomas
Fährst du quer, siehst du mehr!!!!!!!!

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#51 Beitrag von Aarlon » 2018-12-13 9:00:21

Animiert durch diesen Thread habe ich mich und unsere ganze Fahrzeugcrew soeben hier angemeldet:

https://sanitaetsschule-oliver-blake.de/outdoor/

Sehe ich da irgendwen hier aus dem Forum?

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#52 Beitrag von Ingenieur » 2018-12-13 12:25:23

Hallo,

ja, den Chef.


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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#53 Beitrag von Napukia » 2018-12-15 20:45:33

Hier gibt es noch ein Buch für euch (wurde denke ich noch nicht erwähnt):

"Comprehensive Guide to Wilderness Medicine" (PDF)

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#54 Beitrag von Kueche » 2018-12-16 0:13:00

Ingenieur hat geschrieben:
2018-12-07 23:14:44
Hallo,

vor zwei Monaten habe ich dann in einen Defi investiert.

Das Finanzministerium in Berlin war so freundlich mir das Gerät nebst Zubehör und Transporttasche preiswert zu überlassen.


AED_Ph_b.jpg

.
Deswegen hat mein Auto jetzt einen Aufkleber:
.
Sowas haette ich mir vorgestern im Djungel, aeh Grosstadtdjungel auf dem Aldi Parkplatz gewuenscht. Naja, eigentlich waere ich auch schon ueber eine Beatmungsmaske froh gewesen. Da beides nicht da war musste eben die klassische Herzdruckmassage und Beatmung reichen bis der Notarzt da war. Die 5 Minuten kommen einem vor wie Stunden.
Der Notarzt war zuversichtlich, dass der Patient den Herzinfarkt ueberleben wird, weil meine Freundin und ich ihm am Leben erhalten haben bis er da war.

Wie bekommt man ein AED "preiswert"? Nach der Erfahrung will man sowas dabei haben.


Gruss

Ole

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#55 Beitrag von Wilmaaa » 2018-12-16 0:27:07

Vielen Dank für deinen Einsatz, genau so soll es sein. :)

Ich habe privat keinen AED und würde mir auch nicht unbedingt einen anschaffen. Wartungsfrei sind die Dinger ja auch nicht und wenn man alleine ist, hat man vor lauter Drücken und Pusten eh keine Hand frei.

Es gab seitens der Notärzte bei uns im Kreisverband sogar mal die Überlegung, den Sani-Trupps gar keine AED mehr mitzugeben und die Leute statt dessen intensiver in "klassischer" HLW zu schulen.
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#56 Beitrag von Ingenieur » 2018-12-16 10:32:29

Hallo,

die Handhabung eines Defi's gehört mittlerweile zur Erste-Hilfe-Ausbildung als Voraussetzung für den PKW-Führerschein.

Nach Ausfall der Pumpe muß eine Herzdruckmassage spätestens nach 3 bis 5 Minuten erfolgen,
sonst ist der Patient tot.

Blöd ist es, wenn man allein ist, oder niemand der Umherstehenden sich traut, zu agieren.
Irgendwann geht geht dem Akteur die Kraft aus.
Wenn die Elektroden aufgeklebt sind, darf sowieso niemand mehr den Patienten berühren.
Unwillige Zuschauer scheucht man mit einem lautstarken "WEG" davon.
Den Rest wertet die Elektronik aus.
Ja nach Anzeige dann den Knopp drücken.
Man kann also nix falsch machen.

Es gibt eine schöne Statistik:
In Detroit ist die Todesrate bei Herzstillstand um den Faktor 10 (!) höher, als in Seattle.
Woran liegt das ?
In Seattle ist der Hauptsitz von Boing.
Boing subventioniert die AED's.
Deswegen hängen die dort 'an jeder Straßenecke'.

In den letzten Monaten standen immer mal wieder welche bei der Vebeg drin.
Letzte Woche wurde einer bei Zoll-Auktion für 350,- EUR verkauft.
O.K., der war ohne Zubehör.
Braucht man also noch eine Tasche für 100,- EUR,
eine Atemmaske, eine Schere, zwei Einwegrasierer, usw.

Die Dinger sind Laienbedienbar.
Auch das was die "Wartung" betrifft.
Ein AED macht jeden Tag selbständig eine Funktionsprüfung.
Das einzige, was der Besitzer machen muß, ist das Anzeigefenster anzuschauen.
Ist es Rot, muß eine neue Batterie her - sonst nix.
Das dürfte ein durchschnittlicher Mitteleuropäer leisten können.
Batterielebensdauer so etwa 7Jahre.
Die kostet etwa 200,- EUR - in den USA portofrei die Hälfte.
Naja, und dann alle 5 Jahre mal auf das Verwendungsdatum der Elektroden schauen.
Wenn die nach 10 Jahren nicht mehr richtig kleben,
wäre das ja im Fall der Fälle blöd.
Aber die 15,- EUR hauen den Eigentümer ja auch nicht um.

Nochmal zur Erinnerung:
In Deutschland beträgt die Regel-Zeitfrist für die Erste-Hilfe 15 Minuten.
Danach müsste ein Rettungssanitäter am Ort sein.
Ob sich das immer bewerkstelligen lässt ?
Auch im Winter ?

In Göttingen ist die Rettungsleitstelle schon einen Schritt weiter.
Die haben jetzt angefangen, auch alle privaten AED's zu registrieren.
Es gibt auf der Internet-Seite der Berufsfeuerwehr extra ein Formblatt,
wo man freiwillig sein Gerät registrieren lassen kann.

Zuletzt geändert von Ingenieur am 2018-12-16 10:42:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#57 Beitrag von Wilmaaa » 2018-12-16 10:39:39

Deine Ausführungen implizieren, dass jeder Zustand ohne normale Atmung durch ein Kammerflimmern ausgelöst wurde. Dem ist aber nicht so.
Beim Kammerflimmern ist die Defibrillation hilfreich,das ist richtig. Aber ohne Herzdruckmassage so oder so nur die halbe Miete. Und wenn das Gerät keinen "Schock" (Stromstoß) empfiehlt, wird es zur HLW auffordern.
Wenn ich keinen AED habe, bin ich noch lange nicht hilflos, wenn ich die HLW beherrsche und telefonieren kann.

Ansonsten ist ein gewisses Halbwissen und die Kombination dieses Halbwissens nicht immer zielführend.
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#58 Beitrag von Wilmaaa » 2018-12-16 10:45:15

Und wo Du die 15 Minuten für "Erste Hilfe" her hast, weißt vermutlich auch nur Du selbst.
Rettungsdienst ist Landessache und die Hilfsfrist ist in den jeweiligen Gesetzen geregelt. Das ist nicht bundeseinheitlich.
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#59 Beitrag von Ingenieur » 2018-12-16 11:25:44

Hallo,

deswegen steht da 'Regel-Zeitfrist'.

Mal sind es zwei Minuten weniger, mal ist es eine Minute mehr.

I.d.R. sind es 15 Minuten - eben eine Viertelstunde.

Aber auf die paar Sekunden kommt es gar nicht an.
Der Deutsche 'Otto-Normalverbraucher' geht fälschlicherweise davon aus,
daß innerhalb der 3 bis 5 Minuten ein NAW vor dem Haus steht.
Dem ist aber mitnichten so.

Deswegen hat unser Nachbarkreis jetzt die "First-Responder" preferiert.
Das sind genau die Leute, die diese 'Viertelstunde' überbrücken sollen,
was eigendlich in den Bereich 'Erste Hilfe' fällt.
Dem hat der NDR extra einen Fernsehbeitrag gewidmet.
Und die haben alle einen AED.


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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#60 Beitrag von Kueche » 2018-12-16 12:38:17

Ich will eigentlich gar nicht mit streiten.
In diesem Fall haette ein AED vermutlich geholfen, dass sein Herz wieder selbstaendig arbeitet.
Der Notarzt hat einmal mit 200 Joule geschockt. Dann Pumpte das Herz wieder, wenn auch unregelmaessig. Etwas Atropin und es lief wieder.
Als Schrauber und medizinischer Laie stelle ich mir den Defi als Starthilfekabel vor und das Atropin als Starthilfespray.

Ohne AED hilft HLW vermutlich fast so gut. Das mit der Zeit wird alleine wohl wirklich ein Problem sein. Meine Schere aus dem Autoverbandkasten hat versagt. Die Schere aus dem NEF hat sich schwer getan. Der Doc hat den Defi und Medikamente vorbereitet, der Fahrer vom NEF hat die Kleidung aufgeschnitten waehrend ich weiter gedrueckt habe. Hat ab Ankunft bestimmt 30 Sekunden gedauert. Genuegend Laien waeren da gewesen. Aber keiner haette Erfahrung mit Kleidung schneiden, AED vorbereiten usw. gehabt.
Mein Fazit daraus: Ein AED haette eventuell 3 bis 4 Minuten frueher als der Doc geschockt. Wirklich notwendig war es nicht, ging ja auch gut ohne.

Aus dem Erste Hilfe Kurs vor 20 Jahren sind 2 Dinge haengen geblieben:
- Rechtlich kann man nur eine Sache falsch machen: Nichts tun.
- Gebrochene Rippen kann man spaeter reparieren. Das Herz, bzw. das Gehirn nicht.
=> Keine Angst! Einfach machen!

Gruss

Ole

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