Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

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mangusta
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Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#1 Beitrag von mangusta » 2018-03-21 13:27:37

Hallo,


wer kann denn den (fast) perfekten "erste Hilfe Ratgeber" für unterwegs empfehlen, wenn es aus Europa hinaus weiter weg geht und der nächste Arzt eben nicht sofort erreicht werden kann ???

Ist dieses Buch zu Empfehlen:

https://www.reise-know-how.de/de/produk ... isnah-2028

oder eher dieses:

https://www.reise-know-how.de/de/produk ... hilfe-1913

oder welches?

Als Mediziner ist zwar ein gewisses Grundwissen vorhanden - aber einen gebrochenen Arm, eine schwere Verbrennung oder einen akuten Herzinfarkt habe ich dann doch tatsächlich noch nie selbst behandelt...


Vielen Dank für alle Tips

Rolf

Mathias-Peter
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#2 Beitrag von Mathias-Peter » 2018-03-21 13:41:25

Das erste Buch wird auf Amazon besser bewertet.

Liebe Grüße
Mathias

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nemsa
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#3 Beitrag von nemsa » 2018-03-21 14:15:16

hallo Rolf,
sehr zu empfehlen:
https://globetrotterrodeo.at/programm17 ... ste-hilfe/
Michel Mongeville workshop ist gut und das Skript zum freien download auch

ist zwar kein Buch aber es sind wertvolle Tips für Trips abseits medizinischer Infrastruktur

Grüße
Alfred

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Pele
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#4 Beitrag von Pele » 2018-03-21 14:34:33

nemsa hat geschrieben:
2018-03-21 14:15:16
hallo Rolf,
sehr zu empfehlen:
https://globetrotterrodeo.at/programm17 ... ste-hilfe/
Michel Mongeville workshop ist gut und das Skript zum freien download auch

ist zwar kein Buch aber es sind wertvolle Tips für Trips abseits medizinischer Infrastruktur

Grüße
Alfred
Danke für den tollen Tipp ! :rock:

Grüße

Peter

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Tomduly
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#5 Beitrag von Tomduly » 2018-03-21 15:05:05

Moin!

Zwischen Erster(!) Hilfe unterwegs und Selbsthilfe "wo es keinen Arzt gibt" - ist ein weites Spektrum.

Die Erste Hilfe nach westlichem Standard bedeutet in erster Linie, den Zustand eines Verletzten zu erhalten und ihn transportfähig zu machen, mehr nicht. Das setzt aber voraus, dass man dne Verletzten innerhalb sehr kurzer Zeit (Minuten bis Stunden) einer professionellen Versorgung zuführen kann.

Wer also wirklich im Outback unterwegs ist und sich mehr als ein paar Stunden vom nächsten Arzt/Krankenhaus entfernt befindet, der sollte sich über die Erste Hilfe hinaus schlau machen.

Das Original des Selbsthilfe-Buchs "Wo es keinen Arzt gibt", heisst "Where there is no doctor" und stammt von der Entwicklungshilfe-Stiftung Hesperian Foundation. Dort kann man es als PDF kostenlos auf Englisch - kapitelweise - herunterladen und/oder im Shop in diversen Sprachen als Buch/PDF/CD-ROM erwerben. Es gibt dort auch weitere Bücher/PDFs rund um den Themenkomplex. U.a. "Wo es keinen Frauen-/Tier-/Zahnarzt gibt", Hygiene unter prekären Verhältnissen (z.B. Bau von Trocken-Trenn-Toiletten...), sauberes (Trink-)Wasser usw.

Neben den Hesperian-Büchern hab ich noch den "Taschenatlas Notfall & Rettungsmedizin" (Böhmer/Schneider/Wolcke, Springer-Verlag) und "Schnelle Hilfe für Kinder - Notfallmedizin für Eltern" (Janko von Ribbeck, Kösel-Verlag).

Und das "Oxford Handbuch der klinischen Medizin" (Hope/Collier/..., Hans Huber Verlag) - Da ist so ziemlich jedes Krankheitsbild kurz und prägnant umrissen: Definition/Symptome/Befund/Diagnose/Differentialdiagnose/Therapie/Komplikationen.

Grüsse
Tom

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#6 Beitrag von urologe » 2018-03-21 15:18:36

Mir hat das erste Buch - Erste Hilfe unterwegs- besser gefallen .

ich fand auch die Alpine Lehrschrift : Erste Hilfe und Gesundheit am Berg und auf Reisen sehr praxisnah und verständlich geschrieben . (Autor Dr Walter Treibel) , das ist zwar etwas "Berg"-lastig , aber gerade in Sachen Bruchstabilisierung , etc Verstauchung hervorragend bebildert und nachvollziehbar beschrieben .

Meiner Meinung nach gehören beide zusammen mit dem exzellenten Script vom Globetrotterrodeo bei Fernreisen ins Auto . Entscheidend ist aber , diese Bücher in einer ruhigen Minute einmal komplett durchzulesen und die wesentlichen Szenarien einmal im Kopf durchzuspielen !
Die entscheidenden Notfallgriffe müssen bekannt sein und sitzen .
Dein an einem zu großen Bissen erstickender Mitreisender hat keine Zeit ,
bis Du die entsprechende Seite im Buch gefunden hast ... ( war jetzt eine ganz allgemeine Empfehlung )

LG
Ralf
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#7 Beitrag von flaming_homer » 2018-04-18 20:39:26

Damit die entscheidenen Handgriffe sitzen kann ich nur die Lektüre der ERC-Leitlinien empfehlen:

https://www.grc-org.de/downloads/Leitli ... ompakt.pdf

Die verlinkte Veröffentlichung ist eine "Kittelbroschüre" für Ärzte, die an vielen Stellen aber auch für Laien gut verständlich ist.
Grob überschlagen sollte man die Seiten 43-81, 143-146 und ggf. 180-200 (natürlich ohne Gewähr / Anspruch auf Vollständigkeit).

Für alle anderen Notfallsituationen hat man eigentlich immer Zeit, sich ein Buch zur Hand zu nehmen und in Ruhe die richtigen Maßnahmen nachzulesen.

Viele Grüße
Daniel

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Hatzlibutzli
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#8 Beitrag von Hatzlibutzli » 2018-04-18 21:35:58

Tomduly hat meineserachtens genau die richtigen Tipps gebracht.

Die deutsche Reisendenversion von Where there is no docter ist meineserachtens etwas am Ziel vorbei und wahrscheinlich juristisch lektoriert ... das englische Original ist gut erprobt.

Mangusta, wenn Du mal Medizin studiert hast, dann ist entweder das von Tom erwähnte Oxford Handbook Emergency Medicine (auch tropical medicine ist excellent) oder das MSD Manual etwas, was man ins Auto packen sollte ... da steht all das drin, was man mal gelernt und wieder vergessen hat.
Wenn Dir mal langweilig ist, gäbe es für Mediziner dann auch noch tolle Kurse diverser Anbieter zum Diploma of Mountain and Wilderness Medicine von der UIAA ...

Die 365 Seiten ERC-Leitlinie sind meineserachtens am Thema für einen Laien völlig vorbei: den Erste Hilfekurs alle 5 Jahre wiederholen würde keinem schaden und das Ganze sogar nicht nur theoretisch beleuchten.

Richtig gute Ausbildungsunterlagen, die ganz nah an unserem Thema hier sind (Versorgung unter eingeschränkten Bedingungen, lange Transportwege, Improvisation) hätte die Bergwacht Bayern, die Östereichische und Südtiroler Bergrettung ...

In Summe: Die Dinge für die erste Panik wie Erstversorgung eines Verletzten gehören aktiv geübt, die anderen Dinge lassen sich nachlesen.

Grüsse ... Simon

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#9 Beitrag von urologe » 2018-04-18 21:37:49

flaming_homer hat geschrieben:
2018-04-18 20:39:26
Die verlinkte Veröffentlichung ist eine "Kittelbroschüre" für Ärzte, die an vielen Stellen aber auch für Laien gut verständlich ist.
...ist sehr gut geschrieben , hat aber zwei entscheidende Nachteile :
...Broschüre für Ärzte ! auch wenn ein ganzes Berufsleben dazwischen liegt , kann ich mich noch sehr gut an die Zeiten der ersten Notfallnachtdienste erinnern , wo man im Aufzug noch schnell die wesentlichen Dinge nachgelesen hat .... aber als Laie bei Deinem nächsten Angehörigen - no way ! da ist jeder Erste Hilfe Kurs-Leitfaden sachgerechter . Ein Laie ist mit dem PDF überfordert , zumal jeder zweite Satz lautet : bis zum Eintreffen des Not-Teams oder der Notfall-Leitstelle - beides gibt es im Outback nicht.

der zweite Nachteil : Fehlen jeglicher chirurgischer Notfallhinweise. Im Haushalt passieren die meisten Unfälle und dann auch noch Haushalt auf vier Rädern - dh chirurgische Notfälle stehen im Vordergrund ! dazu zähle ich auch Erstickung , allergischer Schock , etc. das sind die beherrschbaren Probleme im absoluten Outback - wer dort seinen zweiten massiven Hinterwandinfarkt erlebt , kann m.E. in diesen Büchern nur seinen kurzen weiteren Lebenslauf nachlesen aber nicht verlängern ,
that´s life und damit muß ich bei Abfahrt leben.
Es ist nun mal leichter , mitten in der Wüste einen Lkw-Motor zu tauschen , als in ein Herzkranzgefäß einen stent zu setzen...

Will damit nur sagen , es macht durchaus Sinn , seine wildesten Abenteuerfahrten nicht ins Rentenalter zu verlegen...
LG
Ralf

edit Simon - Du hast wie immer recht , habe ich erst nach Verfassung gelesen , sonst hätte ich geschwiegen.
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#10 Beitrag von Hatzlibutzli » 2018-06-14 7:34:45

Gestern hab ich ein schönes Büchlein in die Hände bekommen, das o.g. Lastenheft recht gut erfüllt:

"Notfall in Natur und Gebirge" aus der Feder von Daniela Hornsteiner http://www.danihornsteiner.de, herausgegeben vom DRK

wunderschöne Grafiken von Georg Sojer http://www.bergundsteigen.at/file.php/a ... ten%29.pdf

zu erhalten wäre das Büchlein über das ZSA der Bergwacht Bayern, wohl gegen eine kleine Spende ....
http://www.bw-zsa.org/

Grüsse ... Simon

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Rumpelstielzchen
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#11 Beitrag von Rumpelstielzchen » 2018-06-14 19:43:44

Vielen Dank allen kompetenten Tipgebern für diesen Thread! Meiner Meinung nach gehört der jetzt ganz oben angepinnt. In der Hoffnung dass man es nie brauchen wird...
Gruß Alex!

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#12 Beitrag von landwerk » 2018-06-14 21:18:25

Moin,

In der Kittelbroschüre gibt es auch seitenweise Abhandlungen die für Ersthelfer gedacht und auch verständlich für Laien geschrieben sind.
Alle diese Erste Hilfe Maßnahmen werden standardmäßig in Erste Hilfe Kursen thematisiert und praktisch geübt.



Bei den so genannten maskierten Verletzungen, die teilweise sehr unspektakulär aussehen aber mitunter akut lebensbedrohlich sind, hilft nur eine unmittelbare Operation in einem geeigneten Krankenhaus.
Der Transport dorthin wird in entlegenen Gebieten nur mit dem Hubschrauber oder Flugzeug möglich sein.

Besonders zu erwähnen wären an dieser Stelle innere Kopf- und Bauchverletzungen.

Ich finde es zum Beispiel wichtig, dass Weltreisende Dinge wie den „Body Check " beherrschen (eine grobe orientierende körperliche Untersuchung) um die notwendigen Transport-Entscheidungen unmittelbar vor Ort treffen zu können.

Weiterhin ist es unabdingbar erforderlich, dass für den etwaigen Notfall entsprechende Möglichkeiten für die schnelle Durchführung eines Transports in ein geeignetes Krankenhaus bestehen.

Diese Notwendigkeit besteht unabhängig davon ob ihr euch in Deutschland, China, der Wüste, auf Island oder sonst wo befindet.
Ein Notfall wird auch keine Rücksicht darauf nehmen ob ihr Arzt, cooler Weltenbummler, oder einfach nur ein Wanderer im Harz seid.

Eine Notfall nimmt auf gar nichts Rücksicht!

Werden erforderliche Maßnahmen nicht unmittelbar eingeleitet wird das zwangsläufig bleibende gesundheitliche Schäden oder im schlimmsten Fall den Tod der betreffenden Person zur Folge haben.

Da könnt ihr so viele Bücher lesen wie ihr wollt.

Für Kleinigkeiten wir ein gebrochenes Bein, Durchfall oder eine stärker blutenden äußerliche Wunde etc. mögen die Outdoor Erste Hilfe Bücher hilfreich sein.
Bei Notfällen, also Situationen bei denen Lebensgefahr nicht auszuschließen ist oder Lebensgefahr besteht, hilft nur ein schneller Transport.


Daher empfehle ich persönlich allen Weltreisenden für den Fall einen entsprechenden Plan B zu haben.

Zumindest sollte man sich dieses Risikos einfach bewusst sein.
Egal, wo man sich Grad auf der Welt befindet.

Oli

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krachbummerpel
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#13 Beitrag von krachbummerpel » 2018-07-03 13:47:26

Auf HochseeSchiffen war häufig Medizin auf See vorhanden. Medizin auf See https://www.amazon.de/dp/3884124889/ref ... oBbDBGS025
Die Probleme und Verletzungen auf See sind häufig äquivalent zu den Problemen auf langzeitreisen

Mfg
Martin

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#14 Beitrag von benni170d » 2018-12-03 19:55:34

Abend,

genialer Thread und viele interessante Bücher zum lesen. Aber, was habt ihr an Erste Hilfe Material dabei?
Ich für meinen Teil habe als Feuerwehrmann und Sanitöter einen Feuerwehr Rucksack nach DIN 14142 mit Zusätzlich noch Samsplint, Vers. Pinzetten, Blutdruckmanschette, Stetoskop, Pulsoxi, Diagnosiglampe, Handwerker Pflaster und Wunddesinfikion dabei. Voralllem weil in der DIN Füllung genug Verbandsmaterial drinnen ist um sich öfter oder mehr Leute zu versorgen. Die Zusatzsachen sind zwar nicht Deppensicher aber zumindest kann man bei falscher Andwendung zumindest nichts schlimmer mache, außer mit dem Samsplint aber das wird einem der Patient dann schon mitteilen ;-) , so kann ich im wost case den Rucksack auch jedem anderen in die Hand drücken.
Die Benutzung wird natürlich mindestens Jährlich geübt und alle 2 Jahre gibts eine Erste Hilfe Nachschulung.
Wie siehts bei euch im LKW aus? reicht euch der normale KFZ Verbandskasten? Habt ihr vielleicht noch mehr dabei (Nähzeugs, Wundkleber, Kältespray, taktisches Verbandsmaterial, Torneque)?
Und wie habt ihr euer Zeug verstaut? Im Rucksack, im Koffer, Tasche, Schrank,...?

Gruß

Benni

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#15 Beitrag von Wilmaaa » 2018-12-03 20:19:18

Was man mitnimmt, sollte man auch benutzen können.
Wenn ein Absolvent eine Standard-EH-Kurses oder meinetwegen auch einer erweiterten EH-Ausbildung auf Tourniquets trifft, ist das nicht unbedingt der Fall ;)
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#16 Beitrag von uraljack » 2018-12-04 12:49:05

super Thread, hilft mir bei der Vorbereitung meiner Baikalreise. Ich habe mir den nachfolgenden Sani-Koffer organisiert und will ihn dann noch ergänzen. Was könnt Ihr mir dazu empfehlen?

https://www.amazon.de/gp/product/B01JP2 ... UTF8&psc=1

Vielen Dank für Eure Unterstützung!
Grüße!

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#17 Beitrag von Wilmaaa » 2018-12-04 14:05:02

uraljack hat geschrieben:
2018-12-04 12:49:05
Was könnt Ihr mir dazu empfehlen?
Dazu müsste man wissen, was Du kannst. ;) Wenn Du z.B. noch nie einen Splint (sei das nun SAM oder ein anderer Hersteller) in der Hand hattest und zuhause den Umgang damit geübt hast, ist es fraglich, ob Dir die Mitnahme desselben tatsächlich etwas bringt... Ähnliches gilt für Wundnahtstreifen etc.

Du könntest dazu natürlich auch den Arzt Deines Vertrauens fragen :) Ist wahrscheinlich sinnvoller als Tipps aus dem Internet. Wir haben allerdings auch noch weitere Threads zum Thema Erste Hilfe unterwegs, da findest Du sicher auch noch Anregungen für das Infogespräch mit Deinem Doc.
viewtopic.php?f=18&t=77444
viewtopic.php?f=16&t=79171
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#18 Beitrag von uraljack » 2018-12-04 15:27:04

Hoi Wilmaaa,

vielen Dank für Deine Hinweise. Ich werde nächste Woche mal wieder einen EH-Kurs machen, um meine Kenntnisse aufzufrischen. Weiterführende medizinische Kenntnisse habe ich nicht. Deshalb habe ich auch ein Gespräch mit meinem Hausarzt geplant, zur Vorbereitung helfen mir Deine Links sehr weiter.

:D
Grüße!

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#19 Beitrag von LoveToTravel » 2018-12-04 16:09:41

Vielleicht eine Überlegung wert: Was nimmt das Militär (z. B. Spezialkräfte) in den Einsatz mit...? -> Die sind auch fernab unterwegs und hier geht es oft darum, den Patienten zu stabilisieren und dann schnellstmöglich zum Arzt zu bringen.

Bei meinen Reisen abseits der "üblichen" Trampelpfade habe ich jeweils ein Tourniquet, eine verstärkte Alu-Rettungsdecke und "QuickClot" noch dabei. Braucht kaum Platz und kann ich selbst an mir anwenden.

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#20 Beitrag von Wilmaaa » 2018-12-04 17:31:04

Bedenkt, dass es auch für Eure Mitreisenden sinnvoll ist, ihre Kenntnisse aufzufrischen. Wer der einzige, der weiß, wie man gebrochene Gliedmaßen ruhig stellen kann, derjenige mit dem Bruch ist, ist das auch irgendwie blöde... :spassbremse:
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#21 Beitrag von LutzB » 2018-12-04 17:35:01

Wilmaaa hat geschrieben:
2018-12-04 17:31:04
Wer der einzige, der weiß, wie man gebrochene Gliedmaßen ruhig stellen kann, derjenige mit dem Bruch ist, ist das auch irgendwie blöde... :spassbremse:
So es nicht gerade der Kiefer ist, kann sie/er es ja noch erklären. :smoking:

Lutz
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Mit den Menschen ist es wie mit den Autos, Laster sind schwer zu bremsen.(Heinz Erhardt)

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#22 Beitrag von Wilmaaa » 2018-12-04 17:37:02

Ich bin ja nun, was Erste Hilfe angeht, ein ziemlich erfahrener Erklärbär. Aber als ich mir damals in den Arm geflext hatte, war ich doch ganz froh drum, dass ich Uwe nicht viel erklären musste. Ich war dazu in dem Moment nämlich nicht in der Lage. :cold:
Deshalb der Rat, dass alle Mitreisenden gewisse Grundkenntnisse haben sollten für den Fall der Fälle.
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#23 Beitrag von Hatzlibutzli » 2018-12-04 18:41:58

Diese Reiseapotheke ist inzwischen gut erprobt und weit gereist ... eine Gemeinschaftsproduktion aus dem alten schweizer Saharaforum:
https://www.hausaerztepang.de/app/downl ... 1460718225

Nochmal... das beste Verbandszeug und Pelox und Israeli Bandage geraffel hilft nix, wenn man es noch nie hergenommen hat ...keep it simple

Was sind die wichtigsten Ersatzteile beim Reisen: Kabelbinder, Draht, Dirko, Sikaflex und Panzertape

Gruesse ... Simon

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#24 Beitrag von AL28 » 2018-12-04 18:56:50

Hallo
Bremseinreiniger !!!
Auch zum Desinfizieren . :angel:
Notfalls zum Ausbrennen . :joke:
Gruß
Oli

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#25 Beitrag von Wilmaaa » 2018-12-04 19:54:57

Ach Oli... :spassbremse:
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#26 Beitrag von Seapilot » 2018-12-06 16:57:01

Schon länger mache ich mir Gedanken über die Ausstattung eines Notfallkoffer , sowie über geeignete Kurse die über den üblichen Erste Hilfe Kurs hinausgehen. So richtig gut gerüstet fühle ich mich bei einem ernsthaften Fall nicht. Und das obwohl ich während des Studiums mehrer Vorlesungen Notfallmedizin besuchte, nach dem Studium noch in der Notaufnahme eines Krankenhauses ein 3 Wöchiges Praktikum absolvierte, in den ersten Berufsjahren auch diverse Notfälle versorgt habe, und in der Familie reichlich Mediziner diverser Fakultäten vertreten sind. Das Problem ist das die ständige Übung fehlt. Es ist wie mit allen Dingen die man irgendwann mal erlernt hat und jahrzehntelang nicht mehr anwendet. Wenn dann noch Stress in einer Situation hinzukommt wo man eigentlich voll konzentriert und ruhig sein sollte, dann wird es nicht besser. Ein gutes Buch als Ratgeber mag sicher helfen und ein Baustein sein, aber Theorie und Praxis sind leider zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Bei mir liegen die letzen praktischen Erfahrungen schon mehr als 30 Jahre zurück. Auf der Adventure Northside gab es einen Vortrag über „Remote Medizin“
Die Vortragenden bieten Kurse an die ganz auf die Wünsche des Kunden abgestimmt werden. Die Übungen sollen sehr realitätsnah ablaufen. Leider nicht für kleines Geld. Mein Plan ist vor der ersten Reise in wirklich abgelegene Gegenden mit meiner Partnerin zusammen solchen Kurs zu buchen. Ansonsten das geballte Fachwissen der Familie anzapfen was Ausrüstung und Diagnostik angeht. Und klar auch ein entsprechendes Buch das dem Laien weiterhelfen kann. Von daher danke für die vielen Hinweise.

Knut

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DcNexus
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#27 Beitrag von DcNexus » 2018-12-06 20:01:48

Moin,

ich denke, dass ein Auffrischen der eigenen Kenntnisse gerade vor einem Trip, der einen ausserhalb Europas führt in jedem Fall auf der "to do" Liste stehen sollte.
Wieviel man sich über einen EH Kurs hinaus an Wissen anlesen/erlernen kann, ist natürlich bei jedem verschieden.

Richtig finde ich, was oben gesagt wurde: die tools, die mitgeführt werden, sollten auch sicher angewandt werden können. Den Koffer, den ich auf der Reise mitgeführt hatte, ist sicherlich für einen Nicht Mediziner völlig übertrieben. Allerdings bergen solche Ausrüstungen auch verschiedene Fallen an den Grenzübergängen. So ist eine Einfuhr jeglicher Opioide (starke Schmerzmittel) Barbiturate und ähnliches in den Iran und Turkmenistan aber auch Russland mit Strafen versehen. Wenn man das Risiko nicht eingehen will - sollte man sich eher dahingehend informieren.
Brüche stabilisieren, Gelenke einrenken, Schnittwunden versorgen kann jeder erlernen und wird das sicher vor Ort in der Akut Situation als Einziger auch anwenden können. Den Herzinfarkt vor Ort therapieren zu wollen halte ich für etwas sportlich.....

Grüße Sebastian

Seapilot
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#28 Beitrag von Seapilot » 2018-12-06 20:20:20

Sebastian die Problematik mit Opiaten bzw. deren Derivaten auf Reisen ist mir bekannt. Wie verhält es sich bei den genannten Ländern mit Medikamenten für den persönlichen Bedarf. Ich hatte früher mal einen Arztbrief in 3 Sprachen mit um zu erklären warum ich bestimmte Medikamente mitführe. Konkret geht es um „Tramal“ Tropfen.

Knut

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#29 Beitrag von DcNexus » 2018-12-06 20:34:50

Moin Knut,

exakt nach Tramal wirst Du an der russischen Grenze wiederholt "befragt". Da nutzt auch kein Arztausweis. An einem solchen Brief werden sie auch nicht wirklich interessiert sein...könnte ich mir vorstellen. Zumindest ist es keine Garantie für ein problemloses Einreisen.
Selbst "Hustentropfen" mit Codein Anteil werden verteufelt. Ggf. also entweder "versteckt" mitführen oder Alternativen suchen wäre meine Empfehlung.

Grüße
Sebastian

Seapilot
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#30 Beitrag von Seapilot » 2018-12-06 20:59:48

Danke

Knut

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