Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

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mangusta
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Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#1 Beitrag von mangusta » 2018-03-21 13:27:37

Hallo,


wer kann denn den (fast) perfekten "erste Hilfe Ratgeber" für unterwegs empfehlen, wenn es aus Europa hinaus weiter weg geht und der nächste Arzt eben nicht sofort erreicht werden kann ???

Ist dieses Buch zu Empfehlen:

https://www.reise-know-how.de/de/produk ... isnah-2028

oder eher dieses:

https://www.reise-know-how.de/de/produk ... hilfe-1913

oder welches?

Als Mediziner ist zwar ein gewisses Grundwissen vorhanden - aber einen gebrochenen Arm, eine schwere Verbrennung oder einen akuten Herzinfarkt habe ich dann doch tatsächlich noch nie selbst behandelt...


Vielen Dank für alle Tips

Rolf

Mathias-Peter
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#2 Beitrag von Mathias-Peter » 2018-03-21 13:41:25

Das erste Buch wird auf Amazon besser bewertet.

Liebe Grüße
Mathias

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nemsa
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#3 Beitrag von nemsa » 2018-03-21 14:15:16

hallo Rolf,
sehr zu empfehlen:
https://globetrotterrodeo.at/programm17 ... ste-hilfe/
Michel Mongeville workshop ist gut und das Skript zum freien download auch

ist zwar kein Buch aber es sind wertvolle Tips für Trips abseits medizinischer Infrastruktur

Grüße
Alfred

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Pele
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#4 Beitrag von Pele » 2018-03-21 14:34:33

nemsa hat geschrieben:
2018-03-21 14:15:16
hallo Rolf,
sehr zu empfehlen:
https://globetrotterrodeo.at/programm17 ... ste-hilfe/
Michel Mongeville workshop ist gut und das Skript zum freien download auch

ist zwar kein Buch aber es sind wertvolle Tips für Trips abseits medizinischer Infrastruktur

Grüße
Alfred
Danke für den tollen Tipp ! :rock:

Grüße

Peter

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Tomduly
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#5 Beitrag von Tomduly » 2018-03-21 15:05:05

Moin!

Zwischen Erster(!) Hilfe unterwegs und Selbsthilfe "wo es keinen Arzt gibt" - ist ein weites Spektrum.

Die Erste Hilfe nach westlichem Standard bedeutet in erster Linie, den Zustand eines Verletzten zu erhalten und ihn transportfähig zu machen, mehr nicht. Das setzt aber voraus, dass man dne Verletzten innerhalb sehr kurzer Zeit (Minuten bis Stunden) einer professionellen Versorgung zuführen kann.

Wer also wirklich im Outback unterwegs ist und sich mehr als ein paar Stunden vom nächsten Arzt/Krankenhaus entfernt befindet, der sollte sich über die Erste Hilfe hinaus schlau machen.

Das Original des Selbsthilfe-Buchs "Wo es keinen Arzt gibt", heisst "Where there is no doctor" und stammt von der Entwicklungshilfe-Stiftung Hesperian Foundation. Dort kann man es als PDF kostenlos auf Englisch - kapitelweise - herunterladen und/oder im Shop in diversen Sprachen als Buch/PDF/CD-ROM erwerben. Es gibt dort auch weitere Bücher/PDFs rund um den Themenkomplex. U.a. "Wo es keinen Frauen-/Tier-/Zahnarzt gibt", Hygiene unter prekären Verhältnissen (z.B. Bau von Trocken-Trenn-Toiletten...), sauberes (Trink-)Wasser usw.

Neben den Hesperian-Büchern hab ich noch den "Taschenatlas Notfall & Rettungsmedizin" (Böhmer/Schneider/Wolcke, Springer-Verlag) und "Schnelle Hilfe für Kinder - Notfallmedizin für Eltern" (Janko von Ribbeck, Kösel-Verlag).

Und das "Oxford Handbuch der klinischen Medizin" (Hope/Collier/..., Hans Huber Verlag) - Da ist so ziemlich jedes Krankheitsbild kurz und prägnant umrissen: Definition/Symptome/Befund/Diagnose/Differentialdiagnose/Therapie/Komplikationen.

Grüsse
Tom

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#6 Beitrag von urologe » 2018-03-21 15:18:36

Mir hat das erste Buch - Erste Hilfe unterwegs- besser gefallen .

ich fand auch die Alpine Lehrschrift : Erste Hilfe und Gesundheit am Berg und auf Reisen sehr praxisnah und verständlich geschrieben . (Autor Dr Walter Treibel) , das ist zwar etwas "Berg"-lastig , aber gerade in Sachen Bruchstabilisierung , etc Verstauchung hervorragend bebildert und nachvollziehbar beschrieben .

Meiner Meinung nach gehören beide zusammen mit dem exzellenten Script vom Globetrotterrodeo bei Fernreisen ins Auto . Entscheidend ist aber , diese Bücher in einer ruhigen Minute einmal komplett durchzulesen und die wesentlichen Szenarien einmal im Kopf durchzuspielen !
Die entscheidenden Notfallgriffe müssen bekannt sein und sitzen .
Dein an einem zu großen Bissen erstickender Mitreisender hat keine Zeit ,
bis Du die entsprechende Seite im Buch gefunden hast ... ( war jetzt eine ganz allgemeine Empfehlung )

LG
Ralf
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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#7 Beitrag von flaming_homer » 2018-04-18 20:39:26

Damit die entscheidenen Handgriffe sitzen kann ich nur die Lektüre der ERC-Leitlinien empfehlen:

https://www.grc-org.de/downloads/Leitli ... ompakt.pdf

Die verlinkte Veröffentlichung ist eine "Kittelbroschüre" für Ärzte, die an vielen Stellen aber auch für Laien gut verständlich ist.
Grob überschlagen sollte man die Seiten 43-81, 143-146 und ggf. 180-200 (natürlich ohne Gewähr / Anspruch auf Vollständigkeit).

Für alle anderen Notfallsituationen hat man eigentlich immer Zeit, sich ein Buch zur Hand zu nehmen und in Ruhe die richtigen Maßnahmen nachzulesen.

Viele Grüße
Daniel

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#8 Beitrag von Hatzlibutzli » 2018-04-18 21:35:58

Tomduly hat meineserachtens genau die richtigen Tipps gebracht.

Die deutsche Reisendenversion von Where there is no docter ist meineserachtens etwas am Ziel vorbei und wahrscheinlich juristisch lektoriert ... das englische Original ist gut erprobt.

Mangusta, wenn Du mal Medizin studiert hast, dann ist entweder das von Tom erwähnte Oxford Handbook Emergency Medicine (auch tropical medicine ist excellent) oder das MSD Manual etwas, was man ins Auto packen sollte ... da steht all das drin, was man mal gelernt und wieder vergessen hat.
Wenn Dir mal langweilig ist, gäbe es für Mediziner dann auch noch tolle Kurse diverser Anbieter zum Diploma of Mountain and Wilderness Medicine von der UIAA ...

Die 365 Seiten ERC-Leitlinie sind meineserachtens am Thema für einen Laien völlig vorbei: den Erste Hilfekurs alle 5 Jahre wiederholen würde keinem schaden und das Ganze sogar nicht nur theoretisch beleuchten.

Richtig gute Ausbildungsunterlagen, die ganz nah an unserem Thema hier sind (Versorgung unter eingeschränkten Bedingungen, lange Transportwege, Improvisation) hätte die Bergwacht Bayern, die Östereichische und Südtiroler Bergrettung ...

In Summe: Die Dinge für die erste Panik wie Erstversorgung eines Verletzten gehören aktiv geübt, die anderen Dinge lassen sich nachlesen.

Grüsse ... Simon

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Re: Handbuch: erste Hilfe unterwegs - wo es keinen Arzt gibt gesucht

#9 Beitrag von urologe » 2018-04-18 21:37:49

flaming_homer hat geschrieben:
2018-04-18 20:39:26
Die verlinkte Veröffentlichung ist eine "Kittelbroschüre" für Ärzte, die an vielen Stellen aber auch für Laien gut verständlich ist.
...ist sehr gut geschrieben , hat aber zwei entscheidende Nachteile :
...Broschüre für Ärzte ! auch wenn ein ganzes Berufsleben dazwischen liegt , kann ich mich noch sehr gut an die Zeiten der ersten Notfallnachtdienste erinnern , wo man im Aufzug noch schnell die wesentlichen Dinge nachgelesen hat .... aber als Laie bei Deinem nächsten Angehörigen - no way ! da ist jeder Erste Hilfe Kurs-Leitfaden sachgerechter . Ein Laie ist mit dem PDF überfordert , zumal jeder zweite Satz lautet : bis zum Eintreffen des Not-Teams oder der Notfall-Leitstelle - beides gibt es im Outback nicht.

der zweite Nachteil : Fehlen jeglicher chirurgischer Notfallhinweise. Im Haushalt passieren die meisten Unfälle und dann auch noch Haushalt auf vier Rädern - dh chirurgische Notfälle stehen im Vordergrund ! dazu zähle ich auch Erstickung , allergischer Schock , etc. das sind die beherrschbaren Probleme im absoluten Outback - wer dort seinen zweiten massiven Hinterwandinfarkt erlebt , kann m.E. in diesen Büchern nur seinen kurzen weiteren Lebenslauf nachlesen aber nicht verlängern ,
that´s life und damit muß ich bei Abfahrt leben.
Es ist nun mal leichter , mitten in der Wüste einen Lkw-Motor zu tauschen , als in ein Herzkranzgefäß einen stent zu setzen...

Will damit nur sagen , es macht durchaus Sinn , seine wildesten Abenteuerfahrten nicht ins Rentenalter zu verlegen...
LG
Ralf

edit Simon - Du hast wie immer recht , habe ich erst nach Verfassung gelesen , sonst hätte ich geschwiegen.
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