Hoher Atlas Anfang November?

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maxd
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Hoher Atlas Anfang November?

#61 Beitrag von maxd » 2017-11-17 13:40:10

Das ist schon 3 Wochen her. 25/15 C, sehr angenehm war‘s.

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maxd
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Re: Hoher Atlas Anfang November?

#62 Beitrag von maxd » 2017-11-19 23:07:05

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Ich wache wieder auf, bevor es hell wird. Kurzes Frühstück dann in los. Über dunkle Felder. Durch den Zwiebeligen Ort und schnell bin ich auf der Autobahn, Irgendwann geht hinter mir die Sonne auf.

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An Salamanca vorbei und bei Ciudad Rodrigo Richtung Westen nach Portugal abknicken.

Nach Portugal? Ja, da war ich noch nie und so passiere ich Richtung Guarda die Grenze. Maut scheint in Portugal ein ziemliches Problem zu sein. Ich soll mich ein paar Kilometer hinter der Grenze an einer automatischen Station registrieren - dann wird die Maut irgendwie über Kennzeichenerkennung abgerechnet und von der Kreditkarte abgebucht. Auf der Busspur wird grad gebaut, in die PKW Spur pass ich nur mit dem Schuhanzieher. Registrierung klappt, grünes Licht, Schranke auf. Ich schaue auf den Regestrierungsbeleg: Bei Kennzeichen steht Read Error - naja, nicht mein Problem, viel Autobahn hab ich eh nicht geplant.

An der ersten Abfahrt geht es Richtung Süden auf der 324. Ganz schön ländlich hier. Hinter Cerdeira tanke ich. Eine Frau in Kittelschürze kommt aus dem Imbiss/Supermarkt und betankwartet mich. Uhi, das ist teuer! In einem Komischen Kabuff zahlen. Keine meiner Karten geht.Naja, dann bar.

Ein Stück weiter sehe ich ein Schild zu einem Intermarche und fahre einkaufen. Ich muss erstaunlich lange durch den Ort kurven, bis ich den Supermarkt gefunden habe.[3] Uhi. Nicht nur hier im Supermarkt merkt man doch, dass es dem Land wirtschaftlich nicht so prächtig geht. Ich kauf mir Eis am Stiel und arbeite ein bisschen.

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Auf der weiterhin immer noch recht kurvigen Strecke sehe ich viel frisch oder vor 1-2 Jahren verbranntes Land. Das verbreitet eine seltsame Stimmung.Vor allem mit den Felsbrocken, die sonst unter Gestrüpp versteckt sind und nun offen und leicht verschmort da liegen.

Eigentlich hab ich Faro im Auge. Aber ich soll mich ja nicht immer ablenken lassen: Marokko ist das Ziel. Und hier auf Portugisischen Ladnstrassen kommt man ECHT langsam voran. Also zurück nach Spanien Richtung Fähre.

Bei glühender Hitze - zwar nur 29 C, aber knallende Sonne - esse ich ein Eis und mache einen Kontrollgang um's Auto. Oh, die Schraube am Reserveradhalter sollte ich nochmal nachziehen.

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Kommt man nicht gut dran, aber seit 15.000 km fahre ich ja eine Telesteps-Ausziehleiter spazieren. Was ich dann sehr schnell lernen muß: So eine Leiter hat jede menge kleine feine bewegliche Teile innen drin. Die sind nicht sonderlich Pistenfest. Und wenn die zweite Sprosse von unten nicht einrastet, bleiben auch alle Sprossen darüber nicht in Position. Ich hämmere also Schweißgebadet etwa 20 Minuten auf alle möglichen Teile, Griffe, Knöpfe und Hebel der Leiter ein, bis sie in Position bleibt. Dann ziehe ich zwei Minuten die Schraube fest. Nass, aber tief befriedigt, der Leiter gezeigt zu haben, wer hier Herr und wer Hund ist geht es weiter.

Ich mag die Landschaft. Das ist wohl die Extremadura. Ein Schild zeigt zwar nicht ganz in die Richtung zur Autobahn, aber da soll es eine Brücke geben, die nur bis 20t zugelassen ist. Das zieht mich natürlich an, wie Käsekuchen die Fliegen anzieht.

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Die [Brücke von Alcántara] ist gut 1900 Jahre alt, die Gegend ist schön, was soll man sagen? Die Römer wußten schon, was sie taten.

Steirkampfarenen. Eine nette Entschleunigungsidee: Wenn man am Ortseingang schneller als 50 fährt schaltet eine Ampel in der Ortsmitte auf Rot und lässt einen ein bisschen warten, bevor man weiter darf.

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Irgendwann dann Nachplatzsuche. Alles ist hier landwirtschaftlich genutzt. Ich finde mich schon fast damit ab, in einer Feldeinfahrt direkt an der Landstrasse zu übernachten, finde dann aber doch noch im letzten Licht einen ganz brauchbaren Platz.712 km heute. Viel gesehen. Es gibt Mangoldpfanne und das letzte heimische Bier zum Abendessen - das will so nicht recht zur LAndschaft des letzten Tages passen.

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Re: Hoher Atlas Anfang November?

#63 Beitrag von maxd » 2017-11-23 23:46:47

Nach Gibraltar

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Durch die von Errosion geprägte Extremadura geht es richtung der spanischen Südspitze. Der Plan ist, in Gibraltar zu nächtigen - allerdings muss ich lernen, dass jede Form von nächtigen in dem britischen Überseegebiet verboten ist.

Am späten Abend und frühen Morgen fuhren erstaunlich und unerfreulich viele Fahrzeuge an mir vorbei. Ein oder zwei Traktoren, aber vor allem PKW. Erkenntnis daraus: Das ist nicht nur ein Feldweg, sondern diese Schotterstrasse führt von irgendwo nach irgendwo. Da werde ich lang fahren.

Aber erstmal steht noch Arbeiten an. Es wird darüber 13 Uhr und draussen ist es staubig und heiss.

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Das Tablet mit dem ich üblicherweise die Haustechnik bediene, klappt nicht mehr ganz so prächtig. Der "Home Button" scheint nach innen ins Gehäuse gerutscht zu sein. Bei näherem hinsehen stelle ich fest, dass das ganze Gerät sich aufgebläht hat - vermutlich der Akku. Nicht der Button ist nach hinten verschwunden, sondern die gesamte Gerätefront ist nach vorne gekrochen. Unschön.

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Ich fahre also los auf staubigen Feldwegen. Bin etwas sprachlos ob der Erosionsprobleme, die die hier haben. Unter Zäunen sind metertiefe Kanäle durchgespühlt, die mit Paletten notdürftig verhauen sind. Auf den Äckern gibt es tiefe Rinnen, in den Pisten auch. Karte und Landschaft sind ehr unübersichtlich. Weder TomTom noch CoPilot HD taugen hier als Navi ersthaft etwas.

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Irgendwann kommt mir ein Trecker entgegen, der grad die Auswaschungen im Track mit einer Art angehängtem Strassenhobel in Ordnung zu bringen scheint. Wir kommen auf keinen Fall aneinander vorbei und wenden sit auch nicht ganz so trivial. Nach gefühlt 200 Zügen und freundlichem Einweisen fahre ich zurück, an dem Track lag eh nur eine einzelne Farm, ansonsten Sackgasse.

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Google Maps scheint die meisten Tracks zu kennen und ich lasse mich zur Autobahn lotsen. Schliesslicht ist es völlig unakzeptabel den Weg, den ich gekommen bin, zurück zu fahren. Das große Dorf, durch das ich gestern Abend zuletzt gekommen war war irgendwie auch nicht wirklich einladend.

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Staubige Pisten, Mittagssonne. Viehgatter, Bellende Hunde. Ein ummauerter Obsthof wo ich laut Navi durch soll - nee das passt nicht. Entgegenkommender Trecker. Sehr freundliches Grüßen. Irgendwann Asphalt dann auch bald Autobahn.

Ereignisarm geht es auf leeren Autobahnen gen Süden. Lustig sind die Schilder die vor Auffahrunfällen von Motorrädern - aber auch LKW und PKW - warnen. Alle immer durchaus humorvoll illustriert.

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Ich will mir erstmal Gibraltar anschauen. Als ich an der Bucht von Algeciras ankomme trifft mich der Schlag. Genau so stelle ich mir die Costa Brava in meinen Albträumen vor.

Der Grenzübergang ist schnell ausgemacht. Der Felsen von Gibraltar ist ja wirklich kaum zu übersehen. Aber wie komme ich zum Grenzübergang? Es braucht drei Platzrunden, bis ich Richtung Schlagbaum unterwegs bin.

Bei der Gelegenheit komme ich an zwei Autotransportern randvoll mit Buschtaxis vorbei. Die werden ja Über Gibraltar aus Afrika in die EU eingeführt.

Erste anfrage bei einem Mann von der Guardia Civil. Ob ich mit dem Camping-Car da nach Gibraltar einreisen könnte. Nein in Gibraltar können man nicht campen. Hin und her, Missverständnisse. Ich fahr dann einfach mal.

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Beinahe brettere ich an der spanischen Ausreisekontrolle vorbei bis zur Britischen Einreisekontrolle. Ob mich die Guardia Civil schon kontrolliert hätte? Äh …. ja, klar. Viel Getippe für eine EU-Binnengrenze. Derweil kommen mir Heerscharen von Berufspendlern überwiegend zu Fuß entgegen.

Die freundliche Britische Beamtin weigert sich, zwischen mich und das Kontrollhäuschen zu treten. Ich würde sie sonst tot fahren. Obwohl ich versichere, dass ich das um jeden Preis vermeiden will, solle ich lieber ein paar Meter vorfahren. Kurzer Blick in den Pass. Nein, einen Stempel kann ich nicht kriegen. Schwupps bin ich im Vereinigten Königreich.

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Eine Blechkaravane will in Gegenrichtung ausreisen. Rush-Hour.Die Hauptstrasse führt ja über die Landebahn des Flughafens - immerhin beschrankt, wie ien Bahnuubergang. Sowas mag ich ja.

Das Städtchen ist echt doll verwinkelt. Ich komme an einem T5 Wohnmobil vorbei, ansonsten werden hier wohl ehr kleine Autos bevorzugt.

An einer Stelle sind zwei Parkplätze hintereinander frei - da würde ich von der Länge drauf passen. Aber von der Breite nicht - wenn ich da stehen würde, käme keiner mehr vorbei

Ich gurke weiter durch Festungsanlagen, Tore, Mauern. Alles passt nur um Haaresbreite. Aber man kann um den Felsen von Gibraltar drumherum fahren! Das klingt ja super. Da ich hier wohl eh keinen Stellplatz finde, einmal um den Felsen und dann irgendwo in Spanien an der Straße übernachten.
Die Europa-Road, die zur Südspitze führt, ist auch extrem eng. Wenn ein Bus entgegen kommt, geht erstmal gar nichts mehr. Auch an parkenden Autos komm ich beim dichten Gegenverkehr oft (gefühlt) minutenlang nicht vorbei.

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An der Südspitze leuchtet mir eine Moschee in den letzten Sonnenstrahlen entgegen. Aus dem Innenraum erschallen Gebete. Davor ist eine kleine Brache mit Ruine, da stelle ich mich drauf. Später finde ich heraus, dass ich da auf dem Gelände von Nun's Well stehe - eine historische Zisterne - zeitweise von einer Brauerrei genutzt, die 1988 von der Armee ein komisches Eingangsgebäude spendiert bekommen hatte. Ab 2010 wurde da die Gegend immer wieder abwechselt beflanzt aber nicht bewässert oder in der Gegend wachsene udn vom aussterben bedrohte Gibraltar See-Lavendel mit Schotter überdeckt. Ich dachte zu dem Zeitpunkt das das Gebäude eine obskure und gescheiterte Disko oder so sein müsste.

Ich lass das Auto jedenfalls im Schatten des Minaretts stehen und mach mich auf zur Steilküste.

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Europa Point, die Südspitze Gibraltars, ist schon ein beeidruckender Ort. Das Meer hier am Zusammenfluß von Atlantik und Mittelmeer ist hier auf ruhige weise kraftvoll, aber auch bedrohlich. Im Süden sehe ich die Lichter von Marokko. Dazwischen jede Menge Schiffe.

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In meinem Rücken die Moschee, eine Kapelle und natürlich der Felsen von Gibraltar.

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Derweil bin ich zur Überzeugung gekommen, das das sich aufblähende Tablett eine Feuerrisiko darstellt und das ich trotz Rauchmelders nicht mit dem Ding in einem Raum übernachten möchte. Aber wohin damit. Wo ist hier die nächste Slektronischrott-Annahmestelle? Ich beschliße das gute Stück erstmal auf das Mäuerchen neben meinem Parkplatz zu legen.

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Dann mache ich mich auf Nun's Well, die Vermeindliche Disko zu erkunden. Durch MAuern wird man erst in ien Gebäude geleitet. Dann geht es wieder nach draussen und dort iene Treppe hinab in eine mehrbogiges Gewölbe. Das war mal mit einem Bauzaun abgesperrt, aber inzwischen ist die Absperrung überwiegend durch Müll ersetzt worden. Unten steht eine handbreit das Wasser. Komischer Ort. Ich bin schnell das Erkunden leid.

Bild Aber als ich zurück bin, hat sich ein Problem von selber gelößt: Das feuergefährliche Tablet hat einen Liebhaber gefunden und ist verschwunden. Gut das ich vorher schon alle Daten darauf gelöscht hatte.

Beim Kochen bekommme ich besuch von der Polizei. Ich werde mit britischem Charme über die Unmöglichkeit in Gibraltar im Auto zu übernachten aufgeklärt. Das ich in einem wild umkämpften Umweltschutsdesaster parke wird mir allerdings verheimlicht.

Mit Rheinischem Charme, dem Hinweis dass ich früh morgends auf die Fähre wollte und ein durchqueren der Verwinkelten Gassen mit LAster bei der Dunkelheit doch ungünstig wäre eingen wir und sarauf, dass ich morgen früh bevor die Touristen kommen weg bin. Das macht mich ein bisschen traurig, denn St. Michael's Cave und vielleicht ein paar der vielen anderen Höhlen in Gibraltar harrten noch eines Besuches. Aber andererseits will ich ja auch mal irgendwann nach Marokko.

Nachts ist es ein bisschen warm, gelegentliche lärmende Mopeds und irgendwelche offensichtlich besoffenen Jugendliche, die mit Affenlauten einen tierischen radau veranstelten ...

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Zuletzt geändert von maxd am 2017-11-25 0:20:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Hoher Atlas Anfang November?

#64 Beitrag von meggmann » 2017-11-24 9:09:50

Moin Max,

ich les' deinen Bericht wirklich gerne - schöne Bilder "launiger" Text. Aber manchmal frage ich mich, macht dir das überhaupt Spaß? Straßen zu eng, zu voll, zu schlecht, zu Laut, zu heiß, lärmende Jugendliche,..... klar denke ich das auch MAL wenn ich unterwegs bin ich genieße es aber mich in die Gegend "einzusaugen", Menschen kennenzulernen, zu reden, fremde Gerüche zu riechen, zu schmecken, was ist anders, was ist gleich,... wenn ich Heim komme fühle ich mich bereichert - wo ist dein Genuss? Oder verstehe ich deine Berichte nur falsch?

Gruß, Marcel
- Punkt 1 erreicht, THW Iveco 90-16 ist zu Hause (07.11.2014)
- Punkt 2 erreicht, LAK 2 ist zu Hause (7.12.2014)
- Punkt 3 erreicht, geänderte Fahrzeugart begutachtet (19.01.2015)
- Punkt 4 erreicht, Eisenschwein ist zugelassen (17.03.2015)
- Punkt 5 erreicht, Umbauten am "Trägerfahrzeug" beendet (12.04.2015)
- Punkt 6 erreicht, H Gutachten erteilt (15.12.2015)

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Hoher Atlas Anfang November?

#65 Beitrag von maxd » 2017-11-24 17:35:49

Marcel, ich glaub Du verstehst mich falsch. Ich finde es toll, dass ich in Gibraltar unerwartet einen Nachtplatz gefunden habe. Und das bisschen Verkehr & Enge stört mich nicht. Nur weil es bemerkenswert ist, ist es nicht beklagenswert.

Und im Nachhinein denke ich die Affenlaute kamen von … Affen. ;-)

—max

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Re: Hoher Atlas Anfang November?

#66 Beitrag von franz_appa » 2017-11-24 20:13:49

Hi

@meggmann

Ich glaube es könnte damit zu tun haben das Maxens Schreibstil einen in diesen "positiven" Stress (zumindest zumeist positiv :D ) mit hineinzieht.

Mir (uns) geht das oft genauso - du fährst eine üble Piste bis alle einigermaßen genervt sind (Tagesziel wird eh nicht mehr erreicht - ist ehe schon wieder viel später als gedacht..., alle werden durchgeschüttelt - die Hunde lieben das "besonders", um jede Ecke könnte auch die Stelle kommen wo ans Umdrehen (üble Piste wieder zurück...) gedacht wird, dann auch offen geredet wird, usw...

Irrgendwann kommt dann die Möglichkeit zum Stellplatz - der dann irgendwo im OFF ist, aber deswegen machen wir es ja - und am brutzelnden Grill mit geöffnetem Bier ist alles wieder gut, und wir sitzen in der tollsten Landschaft --> Wow !
Und im Nachhinein ist's ein dolles Ding gewesen. Und alles nur halb so dramatisch...

Aus Maxens Beschreibungen (ok - er fährt oft alleine) kommt oft genau dieser "Stress" rüber.
Und es gibt genug Leute die sagen:
"Boah, ey - und das nennst du Urlaub???"

Ja ey - mehr davon !

Greets
natte
Eat a Peach: Allman Brothers - Gov't Mule - Blues-Rock
26.05. 2018 im Beatles Museum "Yellow Submarine", Bad Ems

04.08. 2018 Transpool - eigene Songs, viel Energie, punkyfunkysong&roll
auf dem Lava-Rock Festival bei Mayen

Dead Baron:
jazzy, funky, improvisiertes Zeugs
01.09.2018 Mahlberg Festival Bad Ems
teaser gefällig? https://www.youtube.com/watch?v=V1qCLXN37Dw

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Re: Hoher Atlas Anfang November?

#67 Beitrag von chabbes » 2017-11-24 20:30:59

Servus,
Da kann ich zustimmen.... war gerade auch 2 wochen alleine in marokko unterwegs.... und desweilen mich selbst für
bescheuert erklährt.... aber dann im nachhinein, wenn alles gut ausgegangen ist " vollgeil"
Zwischendrin xchon mal gedacht " wenn jetzt was schiefgeht" .... dafür wieder lustige Leute im nowhere getroffen.... alles rational nicht erklährbar :totlach:

LG
Chabbes
:D
PS: .... ich würde meine Urlaube auch als "positiven Stress" beschreiben... relaxen geht anders.... ist mir aber noch zu langweilig :p
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Re: Hoher Atlas Anfang November?

#68 Beitrag von maxd » 2017-11-26 23:13:03

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Ich bin vor Tag und Tau wach und um kurz nach Fünf rolle ich auch schon. Das ist ganz gut, denn so passt die bei Gegenverkehr doch deutlich zu enge Straße recht bequem.

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Die Ostseite von Gibraltar, an der ich jetzt lang fahre, ist da, wo die Kläranlage, der Müllplatz und andere ehr unerwünschte sehenswürdigkeiten sind. Zum teil ist es nur ein kleiner Sims zwischen Felsen und Meer, zum Teil geht es durch Tunnel.

Neben den Diversen Öllagern und dergleichen findet sich auch ein riesiger Hof mit Buschtaxis und anderen Landcruisern. Stimmt, die Afrika-Versionen des Ldcruisers werden über Gibraltar nach Europa importiert.

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Die ausreise ist ein bischen unübersichtlich, eigentlich ist an der Grenze so recht keiner wach, ist mir auch egal, irgendwie ja doch EU Innengrenze, da gibt es keinen PApierkram abzustempeln, auf nach Algeciras 20km weg in Spanien - denn die Fähren von Gibraltar nehmen nur Fahrzeuge bis 3m Höhe mit.

Noch im Dunkeln komme ich auf dem wirklich beindruckenden Hafengelände an. Ich sehe wild gestikulierende Leute, deren Gesten ich nicht wirklich deuten kann. Meine Windschutzscheibe ist kaputt? Die Polizei Fotographiert? Sie wollen meinen Koffer einschweissen?

Am Fährterminal winkt auch mal wieder Jemand aufgeregt. Will irgendwie beim Parken Helfen. Die Schranke für Reisebusse will mich aber irgendwie nicht. Die Polizei taucht auf, allerlei Hin und her, ich lande auf dem PKW-Parkplatz. Jemand springt um mich rum - er wollte mich schon bei der Schranke einweisen - sagt 1000 mal "my Friend" und er könne mir bei allem Helfen und vor allem ein Ticket besorgen.

Das das ganze nicht ganz koscher ist, ist mir klar. Aber ich hab alle Zeit der Welt, warum nicht einfach mal mitgehen? Irgendwie ist aber alles einig. Schnell, schnell, wir müssen die Fähre kriegen. Im Parkhaus eine Rampe rauf, dann wieder einen Treppe runter, dann durch eine Art Personentor aus dem Hafengelände raus über einen Kreisverkehr in ein kleines Büro. Ich könnte noch auf das Schiff, dass un 10 Minuten geht. Nein, wenn ich dass Schiff verpasse, kein Problem, dan schreibt er mein Ticket um. Moment, das ist aber Teuer. Ich hab die Hälfte im Kopf. Neinein, das wäre für kleinere Autos. Hmm. Die beiden sind sehr überzeugend. Bald haben sie mich breitgequatscht - die Fähre geht gleich. Naja, wird schon stimmen. Und schon bin ich doppelte des offiziellen Preises los. Öh. Papiere, kurze Wegbeschreibung. Der Schlepper-My-Friend macht mir noch klar, dass er ja was zu Essen brauchte und schafft es, dass ich ihm noch einen Zehner in die Hand drücke. Beeindruckend, denn das hier was schief läuft war mir schon irgendwie die ganze Zeit klar. Als ich zurück durch das Tor auf das Hafengelände komme spricht mich ein Polizist an. Das sei da bei den Händlern "mas, mas caro". Ist klar. Aber als ich vor 5 Minuten an Dir vorbei gegangen bin, mußtest Du mir das nicht sagen, gell?

Naja.Karma. Hoffen wir, dass damit das Gleichgewicht der Welt wieder hergestellt und nichts schlimmeres auf der Reise passiert.

Als ich zum Auto komme schleicht da ein Uniformierter rum und spricht ins Funkgerät. Mist! Nicht auch das noch! Hat die Schweinenase mich im Parkverbot eingewunken? Aber ich bin doch unter den Augen der Polizei und des Parkwächters hier rein …

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"Wie Hoch ist das Fahrzeug?" - 3.60. Aber ich fahre jetzt auch. Kein Problem. Wo ist denn der Kassenautomat? - Nene ich müsse nicht zahlen, ich solle Mitkommen. Er steigt ein. Ups? Was?

Der Typ macht Tempo. Wie Preschen zur Schranke, lässige Handbewegung - durch. Unter dem Hafengebäude. Kurzer halt, dann geht es bis zum Schiff. Da stehen ein halbes Dutzend anderer Fahrzeuge. Als der Lademeister mich begutachtet und nach dem Gewicht gefragt hat, fahren die erste aufs Schiff. Ich als letzter Rückwärts dazu. Klappe zu, Motor an, Leinen los!

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Re: Hoher Atlas Anfang November?

#69 Beitrag von maxd » 2018-07-08 23:21:24

Das ganze mit heilen Bildern kann man auch unter https://blog.foxel.org/tag/marokko-2017/ anschauen.

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Grimber
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Re: Hoher Atlas Anfang November?

#70 Beitrag von Grimber » 2018-07-12 14:43:07

Nur kurzes Feedback. Der Hohe Atlas ist im November über 2.000 m Höhe schon "ziemlich frisch" (d.h. nachts Frost)! … Wir waren 2016 auch im Nov. dort und sind mit unserem Truck dort gefahren (auch die beschrieben Offroad Route)….. Bei Imilhil, Agoudal, etc. sind wir von Schnee überrascht worden.... Nicht ganz so toll. Selbst südöstlich vom Atlas kann es insbesondere nachts EMPFINDLICH kalt werden... (Bouarfa, Figuig, etc.)
Marokko ist ein tolles Land für Selbstfahrer / Offroader.... aber in 16 Tagen ???

Viele Grüße
Thomas
www.grimber.de

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Re: Hoher Atlas Anfang November?

#71 Beitrag von maxd » 2018-07-13 12:33:29

Wer reicher an Zeit ist, kann sich natürlich einen längeren und schickeren Urlaub bauen. Da können wir (Zeit) armen nur neidisch schauen.
Aber aus beschränkten (Zeit-) Mitteln das Beste machen ist ja auch eine Kunst :p

—max

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