Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

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TobiasXY
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Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#1 Beitrag von TobiasXY » 2016-10-14 21:34:16

Irgendwie lässt mich der Gedanke nicht los, statt im Januar oder Februar nach Marokko zu machen, eher 4 Wochen Richtung Norden zu ziehen, sprich Nordschweden und Lappland.

Wie bereite ich den Kurzhauber auf die Geschichte vor?

Den Koffer isoliere ich nach d.h. meine Kältebrücken verringere ich und baue eine Holzwand vor die Doppelflügeltüren (ist eh schon seit letztem Winter geplant)

Kühlwasser ist auf -40°C gemischt.

Öl trotzdem 15w40?

Startet der Motor OM352A auch bei -20°C ohne Vorwärmung oder sollte ich mich um eine Wasserstandheizung bemühen?

Holzofen wird auch ohne Strom den Koffer erhitzen, dank Eichenbricketts ;)

Die 760wp Solar werden mir wohl nichts nützen..d.h. ich sollte die Bordbatterien doch wieder mit der Lima verbinden

Ich bau mir noch gescheite Radkästen rein (irgendwann kommen ja auch die 12.00R20 oder 13R22,5) für die Schneeketten.

Schafft die normale Kurzhauberheizung das Fahrerhaus zu erwärmen ? Im Endeffekt hab ich auch das Fahrerhaus mit Armaflex isoliert (wobei hier und da noch paar Stückl fehlen)

Auf Einschraubspikes würde ich gern verzichten :blush:

Ansonsten kann man da ja schließlich nicht viel machen oder?

Einsteigen, LanglaufSki einpacken und losfahren :lol:

Noch ist es nur eine Überlegung, aber wer weiß...

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micha der kontrabass
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#2 Beitrag von micha der kontrabass » 2016-10-14 22:09:43

Du bist auf jedenfall herzlich willkommen auf dem Weg in den weiteren Norden. Ich wohne nur 15km von Lappland weg, aber nicht südlich, sondern östlich davon.

Die Kälte dürfte kein grosses Problem sein. Batterien sollten warm haben.

zur Frage nach Einschraubspikes usw: Der Winterdienst tickt hier anders, der Schnee wird gut geräumt, aber weiter wird im Land nicht viel gemacht. Also, ist die Strasse mal vereist, bleibt sie es meist über Wochen, bis halt neuer nasser Schnee kommt und sich mit dem Eis verbindet (Idealfall), neuer kalter Schnee sich einfach obendrauf legt (worst case - dann helfen nicht mal Spikes), oder das Eis einfach abgefahren wird, passiert früher oder später.

Beispiel von Gestern, Reifglättewarnung - Winterdienst = 0. Im Schatten waren die Strassen noch am Nachmittag vereist, gab auch einige Unfälle, bin ja auch noch mit Sommerreifen unterwegs :ninja: .

Welche Reifen fährst du? Bedenke, auch bei -24′C müssen die noch einigermassen weich sein, um Griff zu haben, was z.B. bei Michelin XZL definitiv nicht der Fall ist, Conti MPT 81 ist etwas besser. (Der ist weicher, deshalb nutzt er sich ja auch schneller ab, in dem Fall ein wichtiger Vorteil)

Das allerwichtigste ist, die Fuhre IMMER sicher abbremsen zu können, alles andere ist wenig problematisch, sprich ordentliche Bremskraftverteilung/ALB, und Griff auf der Straße.

Heizung möglichst ausfallsicher/zweitsystem.

Ansonsten einfach Fragen.
Am besten ist man im Winter damit unterwegs:
P1260733_1.JPG
Ach ja, hier kann man überall Eisfahrtraining machen, wenn sowas irgendwo gibt in Deutschland, machen!

Gruß
Micha d.k.
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#3 Beitrag von laforcetranquille » 2016-10-15 7:24:03

Wir tragen uns mit dem selben Gedanken, falls wir diesen Winter überhaupt wegkönnen. Normalerweise sind wir ja jetzt schon auf der Rolle. Winter in Lappland wär mal eine schöne Kurzzeitreise zum Abschluss der europäischen Schmudelwettersaison.
Lange habe ich überlegt was man ändern/verbessern könnte. Übrig blieb ein zweiter Satz Schneeketten für die Vorderachse und evt. ein Stromaggregat sollte man irgendwo doch mal etwas länger stehen.
Die Isolierung ist top ( evt noch was zusätzliches für die Frontscheibe), zwei Heizungen sind vorhanden die nicht das Chassisystem belasten, alle Batterien sind warm im Innenraum untergebracht, Abwasser ist beheizt, B-B -Lader gewährleistet eine vernüftige Ladung der Aufbaubatterien auch bei kurzen Fahrstrecken oder Leerlauf. Nur die Dieselfilter man mir noch etwas Sorgen da nicht beheizbar. Ich überlege sie mit Heizwendeln zu ummanteln die in die Alde eingeschlauft sind. Ich denke aber im worst case reicht auch der kleine Reiseföhn zumal ich vom Innenraum aus rankomme. Die Heizwendeln würden beim fahren u n d stehen heizen.
Was mir eher etwas Kopfzerbrechen bereitet ist wo finde ich überhaupt vernüftige zugängliche Stellplätze wenn ich nicht immer nur auf Truckstops oder an Supermärkten und Tankstellen stehen will.
Gruss Wim
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matthiasbut
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#4 Beitrag von matthiasbut » 2016-10-15 13:17:38

Wir fahren ja regelmässig im Winter nach Lappland, ohne Spikes würden wir gar nicht gehen.
Die Vorschriften in S N für LKW sind zu beachten. Es gibt einen Liste mit den zugelassenen Winterreifen. Meine Michelin waren nicht aufgeführt, ich habe jetzt Conti Scandinavia. Ketten brauchts du zwei für hinten und eine für vorne. Das ergibt im Prinzip zwei Paar.
Motorenoel habe ich 5W40 und Kühlerwasser bis -50.
Standheizung für den Wasserkreislauf ist sicher nicht falsch und angenehm.
Isolation, je mehr desto besser.
Dann kommt es halt drauf an wie du es gerade triffst. Kann kalt sein, muss aber nicht. Wir hatten schon am 31.12. Regen am Inarisee, aber auch - 40. Norwegen an der Küste eher wärmer als in Lappland.
Bis jetzt am kältesten war es nicht in Lappland, sondern im Engadin. Das Engadin ist auch gut um mal zu testen.
Du wirst deinen Erfahrungen selber machen, jede Reise ist anders. Wir haben nie ein starrer Reiseplan. Waren auch schon am 30.12 am Nordkapp, weil es gerade gepasst hat, aber auch schon auf den Lofoten festgessen, infolge technischer Probleme.
Gruss
Matthias

smuginho
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#5 Beitrag von smuginho » 2016-10-15 15:15:16

laforcetranquille hat geschrieben:Wir tragen uns mit dem selben Gedanken, falls wir diesen Winter überhaupt wegkönnen. Normalerweise sind wir ja jetzt schon auf der Rolle. Winter in Lappland wär mal eine schöne Kurzzeitreise zum Abschluss der europäischen Schmudelwettersaison.
Lange habe ich überlegt was man ändern/verbessern könnte. Übrig blieb ein zweiter Satz Schneeketten für die Vorderachse und evt. ein Stromaggregat sollte man irgendwo doch mal etwas länger stehen.
Die Isolierung ist top ( evt noch was zusätzliches für die Frontscheibe), zwei Heizungen sind vorhanden die nicht das Chassisystem belasten, alle Batterien sind warm im Innenraum untergebracht, Abwasser ist beheizt, B-B -Lader gewährleistet eine vernüftige Ladung der Aufbaubatterien auch bei kurzen Fahrstrecken oder Leerlauf. Nur die Dieselfilter man mir noch etwas Sorgen da nicht beheizbar. Ich überlege sie mit Heizwendeln zu ummanteln die in die Alde eingeschlauft sind. Ich denke aber im worst case reicht auch der kleine Reiseföhn zumal ich vom Innenraum aus rankomme. Die Heizwendeln würden beim fahren u n d stehen heizen.
Was mir eher etwas Kopfzerbrechen bereitet ist wo finde ich überhaupt vernüftige zugängliche Stellplätze wenn ich nicht immer nur auf Truckstops oder an Supermärkten und Tankstellen stehen will.
Gruss Wim
Wim,

kannst du zum Thema Stromerzeuger Tipps geben, wie viel Leistung man braucht und ob man unbedingt AVR und Inverter-Technologie benötigt? Außerdem: Diesel oder Benzin?

Ich stell mir das auch ziemlich laut vor, wenn ich mir mal die db-Werte ansehe.. Wie machst du das denn?! Steh grad auf dem Schlauch, wie das in der Praxis aussieht :spiel:

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micha der kontrabass
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#6 Beitrag von micha der kontrabass » 2016-10-15 16:44:26

Zum Thema Stellplätze,
Man muß einfach noch vorrausschauender sein als im Sommer, aber auch viele Waldwege werden geräumt, da im Winter genauso viel Holz gefahren wird wie im Sommer. Man wird manches mal vielleicht um "mehr öffentliche Plätze" nicht herum kommen. Wobei die auch sehr schön liegen können, und ich das im eher dünnbesiedelten Norden nicht als Problem empfinde. Bisher hat noch jeder seinen Platz gefunden.

Zu Bedenken ist vielleicht auch noch, dass der Januar noch recht kurze Tage hat. Wenn man in den Süden fährt, hat man entweder die Sonne genau von vorne flach über dem Horizont, oder es ist dunkel (etwas übertrieben). ich fand die Mischung aus beidem damals, was das Fahren angeht, enorm anstrengend. Ich empfinde die Fahrerei im dunkeln auch jetzt noch sehr anstrengend, da man von der Landschaft nicht eigentlich was mitbekommt.
Was das angeht, bin ich eindeutig Fan der hellen Sommernächte. Aber wenn man Zeit hat geht es, und der Winter hat eindeutig die schöneren Lichtstimmungen, und Nordlichter.

Wenn ihr alle unterwegs seit, können wir auch gerne ein Wintertreffen hier veranstalten...

Gruß
Micha d.k.
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Walöter
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#7 Beitrag von Walöter » 2016-10-15 17:30:44

TobiasXY hat geschrieben:
Wie bereite ich den Kurzhauber auf die Geschichte vor?
...
...a gscheits Getriebe reinbauen :joke:

Walter :p
Auffi, huift ja nix!

Vario Hans
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#8 Beitrag von Vario Hans » 2016-10-15 18:10:43

Servus miteinander,

ich furhr damals noch mit meiner alten Mühle ohne Allrad dafür mit Benzinmotor und Schneeketten:

meine Problemen hatte ich:

mit der Heizung - einmal ist die Gas Truma ausgefallen, dann die Eberspächer Standheizung - war dauernd am Reparieren,
Glätte - Spikes waren unbedingt erforderlich

Orkanartige Winde - in No. sind manche Straßen gesperren und man muss hinter einem Leitfahrzeug Kolonne fahren. Man sollte sich evtl. auf tagelanges warten auf dem Warteplatz einstellen.

Kühlwasser wurde nicht mehr warm und damit keine Heizung - nach dem Abdecken des Kühlergrilles alles Ok

Gasversorgung ganz große Probleme - Finnland / Norweden / Schweden mehrere verschiedene Systeme - spezielle Adapter für Norwegisches System gebastelt.

Übernachtungsplätze z.Teil rar da im Winter ofmals nur das Nötigste geräumt wurde.

Toilette leeren im Winter in manchen Gegenden ein Problem da die Häuschen im Winter manchmal zugenagelt waren

Starten auch unter -30 °C kein Problem (damals Benziner) - Motorvorwärmung nie benötigt

Stromaggregat war unbedingt notwendig, Lautstärke kein Problem mit langem Kabel. Schutz gegen starken Schneefall nicht schlecht. Extra großes Unterlegbrett nicht schlecht da das Aggregat warm wird und im Schnee versinkt - verursachte dann Kurzschluss.

Kälte dringt von unten in den Wohnraum - besonders darauf achten sonst bekommt Ehefrau kalte Füße :angel:

Seitenscheiben wurden nicht mehr Eisfrei und vor einer Kreuzung musste ich stehen bleiben und erstmal das Eis abkratzten bervor ich die Straße überqueren konnte

Rechne damit daß Du irgendwo in der Eisamkeit stehst mit irgend einem blödem Defekt / Unfall usw. und die ganze Nacht kommt keine Fahrzeug und das Handy hat keinen Funkkontakt - bei -40°C sehr unangenehm. Und bei -40°C habe ich gemerkt ist die Reisetätigkeit der Bevölkerung auch sehr eingeschränkt.

Wie gut von Matthias beschrieben ist auf das Wetter kein Verlass. Von sehr mild bis sehr kalt - schlimm sind die Orkane in Norwegen, hat mich zu Fuß von der eisigen Straße geweht.

Anbei ein paar Bilder schlechter Qualität da vom Film:
Dateianhänge
nordkapp_01_100404.jpg
Übernachtungsplatz 02.jpg
Übernachtungsplatz 01.jpg
Orkan weht fast von Strasse.jpg
Orkan weht fast von Strasse.jpg (35.06 KiB) 10503 mal betrachtet
Orkan fahren fast unmöglich.jpg
Orkan fahren fast unmöglich.jpg (29.79 KiB) 10503 mal betrachtet
Ohne Spikes geht nichts mehr.jpg
Ohne Spikes geht nichts mehr.jpg (27.89 KiB) 10503 mal betrachtet

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Tomduly
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#9 Beitrag von Tomduly » 2016-10-15 18:33:20

Moin!
TobiasXY hat geschrieben:Wie bereite ich den Kurzhauber auf die Geschichte vor?
Schau mal in diesen aktuellen Thread: Wo ist es im Dezember in Europa schön kalt? - das meiste dort lässt sich ja auf Deinen Fall übertragen.
Öl trotzdem 15w40?
Kommt drauf an, welche Temperatur das Öl/der Motor beim Kaltstart hat:

Motoröl Tiefsttemperatur, bei der das Öl unter festgelegten Bedingungen (SAE J 300) noch pumpbar ist.
SAE 0W −40 °C
SAE 5W −35 °C
SAE 10W −30 °C
SAE 15W −25 °C
SAE 20W −20 °C
SAE 25W −15 °C
(Wikipedia)
Startet der Motor OM352A auch bei -20°C ohne Vorwärmung oder sollte ich mich um eine Wasserstandheizung bemühen?
Ich würde mit dem Motor zumindest jedesmal mitleiden. Mein OM352 im Mog springt bei -10°C ohne jegliche Vorwärmung o.ä. noch ganz gut an, braucht dann aber einige Minuten, bis er wirklich rund läuft. Aber ein täglicher Kaltstart bei -20°C Dauerfrost ist was anderes als einmal alle 2 Jahre bei -10°. Ich würde zumindest eine Motorheizung vorsehen. Wasserstandheizung ist ideal. Wenn man Landstrom hat, reicht auch ein DEFA-Tauchsieder - allerdings nur, um den Motor halbwegs temperiert zu halten, ist er seit Tagen komplett durchgekühlt, dann richtet man mit ein paar kW Heizleistung nicht viel aus.
Bei Wasser gilt (grob vereinfacht): um 500kg von -20° auf +10°C zu erwärmen braucht man fast 20kWh Energie, Abstrahlverluste an die eiskalte Umgebung gar nicht eingerechnet. Der OM352 wiegt knapp 500kg, eine 6kW-Standheizung hätte demnach den Motorblock bei idealer Wärmeeinkopplung nach dreieinhalb Stunden gerade mal von -20 auf +10°C erwärmt. Ein 2kW-Tauchsieder bräuchte 10h.
Wenn es geht, sollte der Motor bei tiefem Dauerfrost gar nicht ganz auskühlen, die Motorheizung braucht dann "nur" den Wärmeverlust an die Umgebung ausgleichen.

Grüsse

Tom

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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#10 Beitrag von matthiasbut » 2016-10-15 19:41:26

Stellplätze war eigentlich nie ein Problem. Wir standen halt manchmal auch in einem Dorf.
In Mora direkt am See, dort wo es im Sommer verboten ist. In Dorothea beim Skilift, auf dem Pallas Tunturi beim Hotel mit Steckdose.
Generator habe ich auch dabei, aber eher als letzte Rettung.
Wenn beide Gasheizungen und die Dieselstandheizung ausfallen würden, könnte ich so noch die elektrische Fussbodenheizung und der Elektroheizlüfter laufen lassen.
Bei -40 einsam irgendwo und es geht gar nichts mehr, kann schnell kritisch werde . Wir sind in der Regel auch mindestens zwei Fahrzeuge.
Bei grosser Kälte lass ich die Standheizung laufen, damit die Kabine warm wird.
Gas ist mit einem Tank mein Problem. Schweden hat im Norden fast keine Tanmstellen.
Norwegen bei viele und Finnland gar keine. Ich brauche ca. 25 Liter Gas in der Woche bei durchschnittlich -15 Grad.
Wir haben aber sehr gut isoliert, bis zu 80 mm.
Gruss
Matthias

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TobiasXY
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#11 Beitrag von TobiasXY » 2016-10-15 21:03:34

Gerade etwas eingebunden etc.

Erstmal vielen dank für die antworten etc. Gerne mehr..

Mensch das fühlt sich ja nach Abenteuer an :D

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Pirx
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#12 Beitrag von Pirx » 2016-10-15 21:40:56

TobiasXY hat geschrieben:Irgendwie lässt mich der Gedanke nicht los, statt im Januar oder Februar nach Marokko zu machen, eher 4 Wochen Richtung Norden zu ziehen, sprich Nordschweden und Lappland.

Wie bereite ich den Kurzhauber auf die Geschichte vor?
Hallo Tobias!

Ich war ja im Januar 2004 mit meinem 911er auf Skandinavien-Tour (Finnland, Schweden, Norwegen) bis zum Nordkapp:
http://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/m ... f=8&t=4362

Zu Deinen Fragen:

Öl trotzdem 15w40?
Mindestens 10er Öl, besser wäre 5er.

Startet der Motor OM352A auch bei -20°C ohne Vorwärmung oder sollte ich mich um eine Wasserstandheizung bemühen?
Rechne mal eher mit -30°C und noch weniger. Bei diesen Temperaturen solltest Du unbedingt vorwärmen. Ich hatte mir eine Wasserstandheizung eingebaut.

Schafft die normale Kurzhauberheizung das Fahrerhaus zu erwärmen ? Im Endeffekt hab ich auch das Fahrerhaus mit Armaflex isoliert (wobei hier und da noch paar Stückl fehlen)
Die serienmäßige Heizung schafft es auch bei 80°C Kühlwassertemperatur nicht, das Fahrerhaus warm zu bekommen. Der Heizungswärmetauscher ist dafür einfach zu klein. Es reicht gerade so, die Scheiben frei zu halten. Ich hatte zusätzlich zur Kühlwasser-Standheizung (die dieses Problem nicht lösen kann) eine Luftstandheizung.

Auf Einschraubspikes würde ich gern verzichten :blush:
Ich hatte damals keine Spikes. Würde heute nicht mehr ohne fahren.

Ansonsten kann man da ja schließlich nicht viel machen oder?
Die Fahrzeugbatterien sollten neuwertig sein.
Alle Türdichtungen mit den entsprechenden Mitteln gegen festfrieren vorbereiten.
Türschlösser mit Enteiser versorgen.
Mehrere, stabile (!) Eiskratzer mitnehmen (oder da oben kaufen, da gibt es "heavy-duty-Eiskratzer", den habe ich immer noch).
Frostschutz für die Bremsanlage in ausreichender Menge mitnehmen. Du hast hoffentlich einen Frostschützer? Ansonsten soll laut Betriebsanleitung eine Druckluftleitung abgeschraubt werden, um Frostschutz einzufüllen. Wenn man das häufig macht, wird irgendwann was undicht werden.
Rechtzeitig Arctic-Diesel tanken!
Achtung in Finnland, es wird auch im Winter Sommerdiesel verkauft, aber als nicht-Finne kannst Du das Schild nicht lesen!

Pirx
Der mit der Zweigangachse: 15 Vorwärtsgänge, 3 Rückwärtsgänge, Split, Schnellgang, Differentialsperre
---
"Immer bedenken: Hilfe ist keine Einbahnstrasse, Geholfen-Werden ist kein Recht und es liegt an jedem selbst, inwieweit er sich hier in der Gemeinschaft (die im Extremfall so einiges gemeinsam schafft) involviert und einbringt."
Ein Unimog-Fahrer.

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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#13 Beitrag von Ulf H » 2016-10-15 21:46:46

@mathiasbutt wo finde ich die Winterreifenliste ... Kannte ich bisher noch nicht ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#14 Beitrag von Vario Hans » 2016-10-15 22:25:33

Ulf H hat geschrieben:@mathiasbutt wo finde ich die Winterreifenliste ... Kannte ich bisher noch nicht ...

Gruss Ulf
Hier:
http://stronordic.com/
http://stro.se/wp-content/uploads/2016/ ... Sweden.pdf
http://stro.se/wp-content/uploads/2016/ ... Norway.pdf

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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#15 Beitrag von laforcetranquille » 2016-10-16 7:49:41

Moin,

zu der Frage zum Moppel.

eigentlich bin ich wieder davon ab.
Ein 1000 W Inverter gibt so um die 900 W Dauerleistung ab. Damit man kann die Batterien ( nur 12V !) so mit ca. 8 Ah laden.
Der vorhandene B2B lädt bei Leerlaufdrehzahl des Motors mit ca. 18 A. Zudem werden so die Starterbatterien u n d die Aufbaubatterien geladen.
Klar ist das etwas unökonomischer weil da 4-5 L Diesel pro Stunde (mal sehr hoch angesetzt) durchgehen aber die Batterien sind in jedem Fall schneller geladen und als Nebeneffekt heizt man gleichzeitig ( über Wärmetauscher in das Alde-System) und spart damit Gas. Irgendwie ist das bestimmt die Nullsummenrechnung. Den Generator gibt es ja auch nicht umsonst, der muss icl. Kanister irgendwo untergebracht werden, braucht viel und das Benzin ist teurer als Diesel. Da scheint mir der ganze Aufwand unangemessen.
Zudem wäre das ohnehin nur für den absoluten Notfall gedacht gewesen. Bebraucht habe ich in der Vergangenheit einen Generatur bisher nur beim Betrieb einer Klimaanlage und das mit sehr fragwürdigem Nutzwert. Der wurde mit dem letzten Auto mitverkauft.

Gruss Wim
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#16 Beitrag von visual » 2016-10-16 10:41:09

Na das rechnest du aber bitte nochmal nach....
Bei 900 Watt sind das bei 12 Volt 75A

Bernhard_h
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#17 Beitrag von Bernhard_h » 2016-10-16 11:07:36

mit so schnellen Belehrungen wäre ich etwas zurückhaltender, möglicherweise hat Wim einen Inverter der am 12V Ausgang(!) nur 8A leistet. Ich habe so einen und würde deshalb auch immer mit dem 220V Ausgang am Landstromeingang laden (falls vorhanden)

Bernhard

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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#18 Beitrag von laforcetranquille » 2016-10-16 11:26:42

Genau so ist es, die gängigen Inverter haben so um die 8 Ah am 12 Volt Ausgang. Man kann aber eben nur 12 V damit laden zudem ist das ganze ungeregelt.
Wenn ich den Landstromeingang nutze habe ich zwar mehr aber der Lader geht auch nur auf das 12v Koffernetz.
Wenn ich die Motor Lima Nutze lade ich die 24 V Starter-Batterien und zusätzlich über den 24/12 B2B mit ca. 20 Ah das Koffernetz.

Gruss Wim
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#19 Beitrag von laforcetranquille » 2016-10-16 11:37:41

Ähhmmm.
Nebenbei sind 900 W bei 220 V doch auch nur ca. 4 Ampere.

Ober habe ich da irgenwann mal nicht richtig aufgepasst :eek:
Gruss Wim
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Bernhard_h
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#20 Beitrag von Bernhard_h » 2016-10-16 11:45:54

stimmt schon, aber eben 4A bei 220V (=880W) statt 8A bei 12V (=96W)

schönen Sonntag noch, Bernhard

AL28
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#21 Beitrag von AL28 » 2016-10-16 12:20:37

Hallo
Ich hatte mir theoretisch mal Gedanken gemacht .
Da bei meinen OM 352 Die an-spring grenze bei ca.-25°Grad liegt brauche ich eine vorwärmung .
Der Fühererhausheizung traue ich sowieso nicht und bei der Kälte ist ein Zweitheizungssystem fast lebensnotwendig .
Damit ist auch klar , das einen Wasserheizung zwar gut für die Vorwärmung beim Starten wäre , aber beim Fahren sinnfrei .
Also käme ins Führerhaus eine Diesel Luftheizung , die man während der Fahrt auch zuschalten kann .
Der Motor wird mittels Tauchsieder elektrisch vorgewärmt , woher der Strom kommt , später .
Um die Kraftstofffilter und Tank kämen Heizmatten die mit 24Volt laufen würden Tank wird außerdem isoliert .
Auch beim Batterie Kasten , Heizmatten und Isolierung . Alles einzeln zuschaltbar .
Fahrerhaus Isolierung ist klar und 24V Heizmatten an den Füßen .
Ein sehr kräftige Lima und neue Batterien , sind ja auch klar .
Das die Solar- nichts bringt wäre bei mir kein Problem , weil ich ja noch ein Ladegerät für Landstrom verbaut habe und einen Sterling 2B2 mit 20 oder 40 A .
Ich würde für den Notfall auch noch Heizmatten am Boden legen und natürlich dicke Teppiche .
Koffer Heizung auf jeden Fall zweigleisig und vollkommen unabhängig von einander .
Also ein mindestens die Kein Strom braucht und nur Heizmaterial , Bei mir sind beide Stromlos .
Koffer gut isoliert sollte Klar sein .
So wie der aufmerksame Leser festgestellt hat , brauche ich sehr gut Strom , vor allen beim Kaltstart . :cold:
Den gibt es einmal aus der Steckdose , damit läuft der Motortauchsieder und ein sehr kräftiges 24V Ladegerät , das die Fahrzeugbatterien Laden tut , da kann ich auch den Koffer anschließen .
Ohne Steckdose kommt ein 3 bis 5 KW Stromerzeuger mit der mit Benzin läuft , am bequemsten mit Fernstart aus dem Koffer .
Früh aufstehen , Kofferheizung hochfahren . Mit dem Generator laufen gleichzeitig , Motorvorwärmung , Fühererhausheizung und Diesel vorwärmung an . Da genügend Strom die Fußbodenheizung im Koffer . Noch mal eine halbe Stunde in Bett und mit der Frau und oder Kinder Spielen . Aufstehen , gut Frühstücken und sich abreise fertig machen .
Motor ist vorgewärmt und springt problemlos an ( es reicht wen er auf -5°Grad vorgewärmt wird , habe die 1017er Version die braucht nicht wie der Unimog 10°Grad plus zum Starten :D ) . Führerhaus ist schon vorgewärmt und der Diesel läuft auch problemlos . Die Abgase würde ich auf den Motorblock leiten , hilft beim vorwärmen .
Wichtig , Benzin am Aggi wieder auffüllen .
War mein Gedankengang wen ich mal im Winter nach Sibirien will .
Gruß
Oli

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Tomduly
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#22 Beitrag von Tomduly » 2016-10-16 13:57:36

Moin!

Ich würde bei allen kritischen Systemen (v.a. Wärme- und Stromerzeugung) darauf achten, dass sie möglichst wenig voneinander abhängen. Sonst kann ein "Schwarzstart" bei fehlender Infrastruktur und/oder Begleitfahrzeugen bei klirrender Kälte im Desaster enden.

Der Motor braucht fließfähiges Öl und Diesel und eine gewisse Mindesttemperatur im Brennraum, damit er starten kann.
Die Batterien sind bei Kälte nicht so belastbar wie bei Raumtemperatur.
Entladene Batterien können einfrieren und sind dann kaputt. Wenn man z.B. den Motor nicht anbekommt und dabei die Batterien leergeorgelt hat und die Batterien nicht gleich wieder aufladen kann, dann sind diese nach einigen Stunden tiefem Frost auch hinüber.
Eine Standheizung benötigt Strom, d.h. sie belastet die Batterien nicht unerheblich. Eine Wasserstandheizung muss das Kühlwasser mit einer elektrischen Pumpe umwälzen, eine Luftstandheizung hat ein Gebläse. Hinzu kommt die Steuerung, die Zündung und bei Dieselheizungen die Kraftstoffpumpe dazu.
Gasbetriebene Geräte haben Probleme bei großer Kälte, weil das Gas nicht aus der Flasche/dem Tank kommmt (es verdampft nicht).
Eine Notheizung (Holzofen) im Aufbau für die Besatzung macht IMO durchaus Sinn.
Bei der Standheizung für den Aufbau sollte man vor der Kälte-Tour prüfen, ob sie auch während der Fahrt funktioniert, oder ob aufgrund von ungünstigen Strömungseffekten am Kamin und dem Frischlufteinlass Störungen auftreten und sich die Heizung abschaltet.

Ich würde soweit es geht, kritische Systeme so simpel wie möglich und redundant auslegen.
Das fängt schon damit an, dass man am Fahrzeug und im Aufbau die selbe Bordnetzspannung verwendet und die Batterien hin- und hertauschbar sind, oder man zumindest sich selbst mit den Aufbaubatterien Starthilfe geben kann.

Auch sollte man verschiedene Lademöglichkeiten vorsehen:
LiMa -> Starterbatterien, LiMa -> Aufbaubatterien und beide Batterieblöcke gleichzeitig.
Man sollte beide Batterieblöcke unkompliziert über einen Landstromanschluss und ein leistungsfähiges Netzladegerät laden können. Ein zweites Netzladegerät als Reserve sollte auch an Bord sein.

Über den Landstromanschluss kann man dann auch ein ggf. mitgeführtes Stromaggregat als Stromquelle für die Netzladegeräte verwenden. Lediglich die12V/ 8,3A-Hilfswicklung eines Generators zum Batterieladen verwenden ist quatsch, wenn die Kiste 1kVA Dauerleistung liefern kann.

Die Batteriekästen sollten nicht nur isoliert, sondern auch beheizbar sein. Die Ellos der NVA hatten einen Lampenkasten für eine Petroleumlaterne unterm Batteriekasten - nicht ohne Grund. Man kann auch elektrische Heizmatten seitlich an den Batterien anbringen, die man dann so ansteuert, dass die (nur) bei Kälte und bei laufender Lichtmaschine bzw. anliegendem Landstrom heizen.

Wie Achim schon schrieb, fallen durchaus andere Systeme aus, die man vielleicht gar nicht auf dem Schirm hat. Mir ist mal die pneumatische Gruppen-Umschaltung des Getriebes beim Mog eingefroren. Ich konnte anfangs nur in der grossen Gruppe fahren. Dumm nur, wenn der Rückwärtsgang (Wendeschaltung) nur in der kleinen Gruppe funktioniert.

Wenn man 230V hat und eine warme Gasflasche, dann kann man sein Fahrzeug auch mit einen Gasgebläse (Baustellenheizung) vorwärmen: ich hänge dazu eine Baumarktplane seitlich und vorne als Schürze ums Fahrzeug und stelle hinter dem Fahrzeug ein Gasheizgebläse mit 33kW Heizleistung auf. Nach ein, zwei Stunden hat man dann soviel Wärme eingeblasen, dass auch die Aggregate im Antriebsstrang brauchbar vorgewärmt sind. Man muss allerdings die Gasflasche warm halten (z.B. etwas Luft vom Gebläse zur Flassche leiten). Und man sollte gebührenden Abstand von Plastikteilen (Tecalan-Rohren...) halten.

Grüsse

Tom

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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#23 Beitrag von laforcetranquille » 2016-10-16 14:36:05

Mein Gott, wie überleben eigentlich die Trucker die mit Mören aus dem Laden ohne jegliche Sonderausstattung durch Sibirien und in den Polarkreis fahren.
Wir übertreiben mal wieder mit unserem Pefektionismus.

Gruss Wim
Gibt es ein Leben nach der Reise ?
Ja, nach der Reise ist vor der Reise !

Vario Hans
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#24 Beitrag von Vario Hans » 2016-10-16 15:21:16

So startet Mann / Frau hardcore, alles anere sind Weicheier :D :D :D --> https://www.youtube.com/watch?v=Y3tXAuFxGQk

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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#25 Beitrag von matthiasbut » 2016-10-16 16:15:14

Ich sehe es wie Wim, es leben auch Leute im Norden und die fahren auch ganz normale Fahrzeuge und Wohnmobile.
Die wenigsten PKW s haben zB. Allrad.
Wir machten uns vor unserer ersten Winterreise auch viel zu viele Gedanken.
Heute fahren wir so selbstverständliche im Winter in den Norden wie im Sommer.
Ein bisschen Respekt vor dem Winter muss man haben, sonst wird es gefährlich.

Wir haben folgendes zum Serien Vario geändert und sind damit gut gefahren.

Diesel-therm eingebaut http://www.diesel-therm.de/diesel-therm.htm
kostet nicht viel und führt auch zu einem ruhigeren Lauf. Schalte ich ab 0 Grad ein.

Begleitheizband und Isolation der Dieselleitung zum Tank für die Standheizung. Noch nie eingeschaltet.

Standheizung und Lüfter auf die Aufbaubatterien geschaltet, schont die Starterbatterien.

4 Aufbaubatterien 95 A Exide microhybrid und 2 Starterbatterien 95 A Exide microhybrid, somit kann beliebig getauscht werden.

Eis Ex https://www.truma.com/downloadcenter/ei ... _gb_fr.pdf
an den Regler der aussenliegenden Gastanks. Hatten damit nie Probleme, auch bei -35 Grad.

Beim Aufbau zwei Gasheizungen

Wasser und Abwassertank nur im geheizten Innenraum, alles draussen, auch mit Heizung, kann man vergessen.
Auch die Ablasshähne gehören nach drinnen. Mir war ein Ablasshahn etwas undicht, dadurch bildete sich ein Eiszapfen im Schlauch bis 5 cm in den warmen Innenraum.

Ein Reserveladegerät umschaltbar.

Ladung über einen ersten Wechselrichter der eine Ladegerät im zweiten Wechselrichter speist und somit auch im Standgas lädt.
Hochstromrelais um im Notfall alle Batterien zusammen zu schalten und vom Alternator zu laden, falls Wechselrichter oder Ladegerät defekt.
War schon mal froh darum.

Dann gibt es immer noch die unvorhergesehenen Dinge.
Bei uns ging die Truma mit dem Boiler nicht mehr.
Um nicht kalt duschen zu müssen haben wir den Kanister mit gekochtem Wasser gefüllt und anstelle vom Wassertank aus, aus dem Kanister angesaugt, funktioniert prima.

Diesen Winter machen wir die Reise wieder mit 4 Reisemobilen, nebst zwei Allradsprinter und unserem Allrad Vario ist wieder ein ganz normales Wohnmobil ohne Allrad und mässig isoliertem Aufbau dabei.
Mit dem normalen Wohnmobil zusammen waren wir bei Eis und Schnee im Konvoi am 30.12.15 am Nordkap.
Also macht euch keine unnötigen Sorgen, redet nicht nur davon, sondern fahrt los.
Es ist ein tolles Erlebnis im Winter im Norden.

Gruss

Matthias

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Tomduly
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#26 Beitrag von Tomduly » 2016-10-16 16:53:17

@matthiasbut: für Dein einfaches "fahrt los" ist Deine Liste der Umbauten und Vorsorgemaßnahmen bei eurem Vario ziemlich lang - länger als meine wenigen Vorschläge, die Wim zu einem "Mein Gott.." veranlassten. :dry:

Tom

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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#27 Beitrag von micha der kontrabass » 2016-10-16 17:59:05

Vario Hans hat geschrieben:So startet Mann / Frau hardcore, alles anere sind Weicheier :D :D :D --> https://www.youtube.com/watch?v=Y3tXAuFxGQk
Das hab ich beim Magirus auch schon gemacht, allerdings mit Feuereimer. Das größte Problem war allerdings der beisende Rauch nachher im Fahrerhaus.... :ninja: :cold:

Aber es funktioniert.

Gruß
Micha d.k.
mit dem am nördlichsten stationierten Magirus Mercur!

Es ist nie zu spät um aufzugeben!
schwedisches Sprichwort

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matthiasbut
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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#28 Beitrag von matthiasbut » 2016-10-16 18:08:25

Habe noch einen TV Beitrag aus Norwegen gefunden, der zeigt eigentlich ganz gut die Strassenverhältnisse wie sie sein können.
https://tv.nrk.no/serie/broeyt-i-vei/dn ... /episode-1#

Gruss

Matthias

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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#29 Beitrag von rainerausbochum » 2016-10-16 21:13:50

@Mein Gott, wie überleben eigentlich die Trucker die mit Mören aus dem Laden ohne jegliche Sonderausstattung durch Sibirien und in den Polarkreis fahren.

Ganz einfach,so wie wir LKW Fahrer das schon immer gemacht haben:Karre laufen lassen,ausmachen,das machen nur Fahrer,die Probleme haben wollen,wenn sie keine haben!
Früher,ja früher,da haben wir nur schlappe 110AH für die 10 Zyliner gehabt+ab 20 Minus nur einen Versuch,das Risiko sind nur die wenigsten eingegangen,und wir haben nicht am Nordkapp gestanden,Überbrückungskabel hatten+brauchten wir auch nicht!
Gruß, Rainer,achso,von Startpilote hab ich hier noch garnix gelesen,oder hab ich was übersehen?
Signatur find ich blöd!

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Re: Lappland im Winter mit dem Kurzhauber - Vorbereitung

#30 Beitrag von laforcetranquille » 2016-10-17 6:39:48

Kleine Anektote

Als wir 93 die ersten FH bekamen meinten wir den Kasachen ( Russlanddeutsche) die die Dinger nach Osten geprügelt haben was Gutes tun zu müssen und haben das "Polarpacket" mitbestellt. Das war u.a. ne zusätzliche Fahrerhausisolierung.
Irgendwann rief der Werkstattmeister von VOLVO bei einer Wartung an und meinte wir sollten doch mal vorbeikommen. Er zeigte uns die offene Verkleidung aus denen der grösste Teil der Isolierung rausgerissen war. Der befragte Fahrer meinte dazu er habe ja sonst keinen Platz für die geschmuggelten Zigarettenstangen ........ :eek: :ninja: :wack:

Gruss Wim
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