Tipps und Tricks für Overlander in Indien

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MissFuManchu
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Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#1 Beitrag von MissFuManchu » 2016-04-22 8:45:16

Hallo ihr Lieben,

nach über vier Monaten in Indien haben wir unsere Erfahrungen bzw. Tipps und Tricks für das Überleben im Camper zusammengeschrieben. Von Gas- und Trinkwasserversorgung bis hin zum Thema Sicherheit und Verkehr. Habt ihr vielleicht noch mehr Tipps speziell für Indien auf Lager? Wir würden uns sehr freuen, wenn wir diese Liste noch weiter ausbauen könnten.

http://kiss-the-world.com/10-tipps-fuer ... in-indien/

Viele Grüße aus Nepal
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schneemann
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#2 Beitrag von schneemann » 2016-04-25 15:09:03

Wer "Erholung" von Indien braucht (und die braucht man nach einer gewissen Zeit), der geht nach Nepal oder Sri Lanka.

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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#3 Beitrag von laforcetranquille » 2016-04-25 18:34:02

Haben wir auch so empfunden und ausgiebig genossen. Nepal war für uns so etwas wie die Schweiz Asiens, eine Erholung nach Indien.
Na ja , wohl auch vorbei nachdem dort die Wände gewackelt haben.
Gruss Wim
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#4 Beitrag von MissFuManchu » 2016-04-27 16:50:01

Wir sind jetzt seit fast vier Wochen in Nepal. In Pokhara sieht man nichts mehr vom Erdbeben. Hier ist Alles intakt. Haben aber gehört, dass man Kathmandu noch ziemlich kaputt sein soll. Da gehts morgen dann hin.

Von Lumbini bis Bokhara gab es kein Problem, Diesel zu bekommen. Gas ist jedoch rar und es ist fast unmöglich als Tourist ran zu kommen. Wir hatten allerdings Glück und konnten unsere Gasvorräte nochmal auffüllen. Müsste für die nächsten fünf Wochen reisen, danach gehts dann nochmal nach Indien.

Das mit der Erholung von Indien kann ich nur bestätigen. Nepal ist toll! Viel aufgeräumter, die Menschen sind freundlich und die Natur einfach nur wunderschön. Uns gefüllt es hier richtig gut.
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#5 Beitrag von schneemann » 2016-04-29 18:16:36

Von Nepal zurück nach Indien, DAS IST HART :-)

Schon an der Grenze bei Lumbini ging der Stress los. Der indische Beamte konnte nicht rechnen und erklärte mein Visum kurzerhand für ungültig. Erst sein Chef löste das Raetsel auf und liess mich einreisen.
Dann in Gorakhpur habe ich einen Bahnhof vorgefunden, der in Absurdistan hätte stehen können. Die Schalter waren so tief am Boden, dass man auf die Knie gehen musste, um ein Ticket zu kaufen.
Der Zug nach Delhi war dann von besoffenen Studenten bevoelkert, die mich eine Nacht lang auf Trapp gehalten haben.

Der ganz normale indische Wahnsinn eben :-)

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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#6 Beitrag von laforcetranquille » 2016-04-30 7:37:09

In Pokhara fragte mich ein englischer Restaurantbetreiber ob ich eigentlich wüsste was India heisst....
Seine eigene Antwort :

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I ndia

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Der wusste wohl wovon er redete.
Nepal jederzeit wieder, für Indien muss man schon hart im Nehmen ( nicht nur beim Autofahren) oder noch etwas jünger sein. Wir hatten das als erste grosse Wohnmobilreise gemacht. Wenn wir gewusst hätten was auf uns zukommt hätten wir uns das wohl noch mal überlegt. Einzige Ausnahme für mich: Pondicherry und Auroville, aber da fliegt man ja wohl besser hin. Die wenigsten kommen bis dorthin ja überhaupt auf eigener Achse. Dabei ist der Süden der nun wirklich entspanntere Teil Indiens

Gruss Wim
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#7 Beitrag von MissFuManchu » 2016-05-18 11:35:57

Wir fahren eigentlich nur nochmal nach Indien, weil wir den Manila-Leh Highway noch machen möchten. Die Menschen im Norden sollen ja etwas freundlicher sein. Ansonsten muss ich sagen, dass es uns dort nicht wirklich gefallen hat. Vor allem die Menschen und der Verkehr machen einem das Leben echt schwer. Vom Müll ganz zu schweigen. Ich persönlich denke, dass Indien für Oberländer eigentlich nicht wirklich geeignet ist. Wenn ich mich nochmal entscheiden könnte, würde ich lieber mehr Zeit im Nahen Osten verbringen und Indien so schnell wie möglich hinter mich bringen.

Ende Juli geht es für uns dann endlich raus nach Myanmar und Thailand. Da freu ich mich schon sehr drauf.
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#8 Beitrag von schneemann » 2016-05-18 12:45:47

Manila-Leh Highway

Der wäre wohl ein bisschen lang:-)
Du meinst natürlich den Manali-Leh-Highway.

Ich habe Indien als eine Art Vorhoelle empfunden, bin aber trotzdem achtmal da gewesen, denn es ist zwar nicht "schön" aber hoch interessant.

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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#9 Beitrag von peter » 2016-05-18 17:09:36

MissFuManchu hat geschrieben:Wir fahren eigentlich nur nochmal nach Indien, weil wir den Manila-Leh Highway noch machen möchten. Die Menschen im Norden sollen ja etwas freundlicher sein. Ansonsten muss ich sagen, dass es uns dort nicht wirklich gefallen hat. Vor allem die Menschen und der Verkehr machen einem das Leben echt schwer. Vom Müll ganz zu schweigen. Ich persönlich denke, dass Indien für Oberländer eigentlich nicht wirklich geeignet ist. Wenn ich mich nochmal entscheiden könnte, würde ich lieber mehr Zeit im Nahen Osten verbringen und Indien so schnell wie möglich hinter mich bringen.

Ende Juli geht es für uns dann endlich raus nach Myanmar und Thailand. Da freu ich mich schon sehr drauf.
Servus, wir schmunzeln viel über eure Indenbereisebeschreibungen....

den Manali - Leh "Highway weil Hochstrasse" mit Abstecher über den Kardung La Pass (angeblich höchster Straßenpass der Welt, oder auch nicht) ins Nubra-Sackgassen Tal und die Weiterreise nach Kaschmir, die Städte und Dörfer von Rajasthan, sowie die "andere Ecke" bei euch um die Ecke, nämlich Butan kann ich aller wärmstens empfehlen.

Laßt euch nicht zusehr nerven. Mit etwas Abstand sieht vieles anders.
Und, ob politisch korrekt, oder nicht. Das Übernehmen des teilweise sehr selbstbewussten bis arroganten Auftretens der alten Kolonialmacht GB ist vor Ort manchmal eine hilfreiche Taktik. Kann man 10min später ja wieder ablegen.

Gruß Peter, der schön öfters da war :D
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Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#10 Beitrag von JStefan » 2016-05-18 19:04:56

[img]http://uploads.tapatalk-cdn.com/2016051 ... b35f37.jpg[/img]
Ab Manali sind die ersten 100km die interessantesten... Bis der Tunnel fertig ist.

LG
Stefan


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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#11 Beitrag von MissFuManchu » 2016-05-23 6:40:15

Ach diese doofe Autokorrektur... Natürlich Manali (das musste ich grad natürlich wieder zweimal eintippen) und nicht Manila.
Macht aus Overlander auch immer Oberländer....

Heute fahren wir aus Kathmandu los und sind dann wahrscheinlich Ende der Woche in Kashmir. Bin sehr gespannt!

Das mit der Vorhölle kann ich nur unterschreiben. Am schlimmsten finde ich aber, was dieses Land mit MIR macht. Denn ich bin eigentlich ein Menschenfreund und mag nicht gerne arrogant, bis ärgerlich auftreten oder schimpfen. Oft bleibt mir aber überhaupt keine andere Wahl, als mich lautstark durchzusetzen. Danach hab ich dann immer ein schlechtes Gewissen :bored:

Aber ich habe mir vorgenommen, da jetzt möglichst neutral ran zu gehen und dem Ganzen nochmal eine richtige Chance zu geben. Vielleicht klappt´s jetzt mit dem nötigen Abstand und Vorwissen etwas besser und wir werden positiv überrascht. Wer weiß? :positiv:

@Peter Das freut uns natürlich, dass ihr damit Spaß habt :D Du warst schon in Bhutan? Kann man da mit dem Auto rein und ist das nicht sau teuer?

@JStefan Wie hoch sind die Tunnel am Highway eigentlich? Weißt du das? Ich hoffe, wir kommen da mit unseren mittlerweile 3.60m halbwegs problemlos durch.
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#12 Beitrag von peter » 2016-05-23 13:02:04

Servus Micha,

Zuerst die gute Nachricht: Buthan mit dem eigenen Auto geht. Hab mit 2 Leuten gesprochen, die das gemacht haben. Ich bin vom geliebten Indien dorthin geflogen, was allein schon Weltklasse ist. Die Himalaja entlang mit bester Sicht und auf Augenhöhe zum Mount Everest usw Der Landeanflug auf Paro ist unbeschreiblich. Wäre was für Johnson. ....

Die schlechte Nachricht. Es kostet a bissetl was. Die aktuellen Eintrittskartenpreise must du recherchiert. $ werden vorab uberwiesen :angel:
Für mich hat es sich absulut gelohnt.

Macht weiter so und nicht den Schneid abkaufen lassen. Die Inder beißen nicht, die wollen nur spielen.

Grüße aus Istanbul
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#13 Beitrag von joern » 2016-05-23 14:30:16

War 2013 und 2015 mit dem Laster in Bhutan. Geht schon. Tagessatz ca 200 Euro
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#14 Beitrag von MissFuManchu » 2016-05-24 16:07:19

Ui also 200 Euro am Tag sind definitiv zu viel. Echt schade, ich wäre gern hingefahren. Auch Tibet wäre sicher spannend gewesen. Aber vielen Dank euch für die Info.

Vielleicht machen wir das irgendwann, wenn wir alt sind und nicht mehr wissen, wohin mit dem ganzen Geld :D
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#15 Beitrag von joern » 2016-05-24 16:39:53

Vietnam liegt in ähnlicher Preisklasse mit eigenem Fzg. Da lohnt sich doch eher eine Rucksackreise
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#16 Beitrag von Pingu » 2016-05-24 16:46:07

peter hat geschrieben:Ich bin vom geliebten Indien dorthin geflogen, was allein schon Weltklasse ist. Die Himalaja entlang mit bester Sicht und auf Augenhöhe zum Mount Everest usw Der Landeanflug auf Paro ist unbeschreiblich. Wäre was für Johnson. ....
Hach, vor 2 Jahren und ich bekomme noch immer Gänsehaut, wenn ich daran denke. Toll. Wieder hin will.

Gruß

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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#17 Beitrag von MAN-45 » 2016-06-12 10:47:03

laforcetranquille hat geschrieben:In Pokhara fragte mich ein englischer Restaurantbetreiber ob ich eigentlich wüsste was India heisst.... Seine eigene Antwort :

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Der wusste wohl wovon er redete. Gruss Wim
Das entspricht ziemlich der Meinung, die wir von fast jedem hörten, der durch Indien gefahren ist: "Nie mehr freiwillig dort zu fahren". Witzig ist in diesem Zusammenhang der Werbeslogan für den Tourismus Indiens: "Incredible India". Gemeint ist da wohl etwas ganz anderes, "incredible"/ unglaublich ist das Land auf jeden Fall.

@ MissFuManchu: danke für die Kommentare zum Verkehr. Kann ich voll unterschreiben.

Auch nochmals die Warnung, Nachtfahrten nur zu machen, wenn es unbedingt notwendig ist. Fußgänger an den Fahrbahnen sind fast durchwegs dunkel gekleidet, gehen - nicht wie bei uns - dem herankommenden Autoverkehr entgegen (um gegebenenfalls schnell auszuweichen) sondern mit dem Rücken in dieselbe Fahrtrichtung. Menschen mit schwarzen Haare und dunkler Kleidung sind entsprechend manchmal erst in letzter Sekunde auszumachen. Auch wenn man lernt, grundsätzlich aufgeblendet zu fahren. Das ist auch so ein Kapitel. Abblendlicht scheint nicht zu existieren und nach einigen vergeblichen, "belehrenden" Versuchen gibt man es selbst nach einiger Zeit auch auf. Grund dafür zeigt sich bald: mehr als 90% aller Fahrzeuge haben kein funktionierenes Rücklicht. Langsame Fahrzeuge, und die meisten LKWs fahren kaum mehr als 40 kmh, sind ohne Fernlicht daher erst im letzten Moment zu erkennen, besonders wenn man ständig vom entgegenkommenden Verkehr geblendet wird. Ein nachts auf der Überholspur der Autobahn stehender LKW ohne jegliche Beleuchtung oder Warnblinkanlage, bei dem der Fahrer gerade im Funzellicht seiner Taschenlampe einen Reifen wechselt, kann durchaus passieren.

Rückspiegel: zur Vermeidung von Beschädigungen sind die meisten tatsächlich eingeklappt. Was dann aber funktioniert, ist die Reaktion der Fahrer auf Hupen. Gehupt wird ohnehin fast immer und überall, aber der vorausfahrende Fahrer weicht tatsächlich aus. Wie schon ein paar Mal gehört: eine nicht funktionierende Hupe in Indien ist fast schlimmer als eine nicht funktionierende Bremse. Wir hatten bei unserem MAN in Deutschland bei Amazon eine zusätzliche "normale" Hupe gekauft, um diese parallel mit dem Original zu schalten. Der unerwartete Aufdruck auf der Hupe "Made in India" ist in diesem Fall fast eine Empfehlung. Im Gegensatz zu Indien reagieren Fahrer in Nepal auf Hupen nur selten, dafür ist Aufblinken mit der Lichthupe dort manchmal die letzte Möglichkeit, entgegenkommende Fahrzeuge zu bewegen, auf ihre eigene Strassenseite zu fahren.

Gruß, Wolfgang
Zuletzt geändert von MAN-45 am 2016-06-12 18:07:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#18 Beitrag von marylin » 2016-06-12 13:07:14

MAN-45 hat geschrieben:

Was dann folgte, kam mir selbst vor wie in einem schlechten Theaterstück. Ich sprang sofort verärgert heraus, beschimpfte den Fahrer lautstark, ob er betrunken wäre, ob er seinen Führerschein in der Lotterie gewonnen hätte und ähnlichen aggressiven Unsinn.

Gruß, Wolfgang
So schnell ist europäische Aggression heilbar-
Oder bist Du wieder zu Deinem Verhalten zurückgekehrt, in der Heimat?

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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#19 Beitrag von steffUK » 2016-06-12 14:09:37

Bin im Februar noch durch Dehli gefahren... noch nie war ich so gestresst, lag aber auch daran das ich im "Leihwagen" unterwegs war :D
Auf dem Weg zum Buddh F1 Kurs kamen uns dann auf der Autobahn Gabelstapler als Geisterfahrer entgegen :eek:
Insgesamt sind wir von Dehli nach Jaipur und es ist schon ein Erlebnis, aber eins das ich nicht taeglich braeuchte.

Gruss von der Insel
Stefan
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#20 Beitrag von Eisho » 2016-06-12 14:43:14

Sehr schön, Stefan!

Nach meiner Erfahrung gilt in Indien im Straßenverkehr ja das Gesetz des Schwereren. Gleichzeitig werden die Symbole der früheren Kolonialmacht erstaunlich stark geachtet. Konntest Du mit diesem Gefährt im Straßenverkehr davon profitieren?

Gruß, Peter
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#21 Beitrag von steffUK » 2016-06-12 16:47:50

Eisho hat geschrieben:Sehr schön, Stefan!

Nach meiner Erfahrung gilt in Indien im Straßenverkehr ja das Gesetz des Schwereren. Gleichzeitig werden die Symbole der früheren Kolonialmacht erstaunlich stark geachtet. Konntest Du mit diesem Gefährt im Straßenverkehr davon profitieren?

Gruß, Peter

Wir waren dort auf einer Rally und unser Phantom II war nur eines von vielen klassischen Autos dort. Alle Verkehrsteilnehmer waren freundlich, fuhren aber auch oft sehr nah ran um Bilder zu machen. Eigentlich war ich ueberascht das es nicht mehr Unfaelle dort gibt.
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#22 Beitrag von MissFuManchu » 2016-06-24 19:51:01

@Wolfgang: Diese Erfahrungen kann ich nur unterschreiben. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft wir täglich ausrasten und rumschreien. Die letzte Tage mussten wir leider bis in die Dunkelheit fahren. Das war kein Spaß und leider genauso, wie du beschrieben hast. Mir tun noch immer die Augen weh vom Fernlicht. Mein Mann hat mittlerweile schon Schmerzen im Daumen von der ganzen Huperei. Das schlimmste ist, dass uns die Leute ständig überholen, knapp einscheren und dann ausbremsen. Dann kommen die Handzeichen, dass wir wieder überholen sollen, damit sie Fotos von uns machen können. Zum Ausrasten!

Leider hat es uns vor zwei Tagen die linke hintere Feder zerlegt. Jetzt tuckern wir auf den miesen Straßen dahin und kommen hoffentlich bis Sonntag in Kathmandu an. Bitte drückt uns die Daumen, dass das trotz Monsun, Erdrutschen und gebrochenen Federn irgendwie hinhaut und wir in Irwins Overlander Garage alles wieder repariert bekommen.

Schon komisch, wenn man sich mit Backpackern unterhält, haben die einen ganz anderen Eindruck von dem Land. Aber das liegt wahrscheinlich an der anderen Art zu reisen. Als Backpacker steht man eben nicht jeden zweiten Tag bis zu den Knöcheln in der Sch.. und muss sich mit dem irrsinnigen Verkehr abplagen.

Ich habe noch nie so viele schlimme Unfälle gesehen, wie hier. Sogar einen Toten auf der Straße, der soeben überfahren wurde. Ganz zu schweigen von den unzähligen Wracks und immer wieder die Frage nach dem Warum? Warum fährt man so? Warum bringt man sich und seine Familie in solche Gefahr und warum diese Rücksichtslosigkeit? Ich merke, es wird Zeit dieses Land endgültig zu verlassen.

P.S. Kann es sein, dass das Forum mit Marylin nen neuen Troll hat?? :joke:
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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#23 Beitrag von laforcetranquille » 2016-06-25 8:46:56

Einer der grössten Probleme im indischen Strassenverkehr scheint darin zu liegen das man zwar von den ehemaligen Kolonialherren den Linksverkehr übernommen hat die Regierung aber scheinbar irgendwann beschlossen hat den Rechtsverkehr einzuführen. Dies scheint aber nirgendwo veröffentlicht worden zu sein. Auf geheimnisvolle Weise ist die Direktive aber trotzdem bei einem Teil der Bevölkerung angekommen.
Ergebniss: einige Milliarden fahren noch links der andere Teil fährt rechts. :joke:
Zudem ist eines unserer weiteren Missverständniss dass wir glauben die indische Gesellschaft sei zutiefst friedvoll. In Wirklichkeit schlummert unter einer pazifistischen Oberfläche eine imense Agression und Rücksichtslosigkeit die u.a. im Strassenverkehr sichtbar wird.
Was wundern wir uns da noch

Ich liebe das Land trotzdem, fahren werde ich dort nicht mehr.

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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#24 Beitrag von schneemann » 2016-06-25 10:08:14

laforcetranquille hat geschrieben: Zudem ist eines unserer weiteren Missverständniss dass wir glauben die indische Gesellschaft sei zutiefst friedvoll. In Wirklichkeit schlummert unter einer pazifistischen Oberfläche eine imense Agression und Rücksichtslosigkeit die u.a. im Strassenverkehr sichtbar wird.
Was wundern wir uns da noch

Ich liebe das Land trotzdem, fahren werde ich dort nicht mehr.

Gruss Wim
Ja, so ist das.
Im Bus habe ich immer versucht, möglichst nah vorne beim Fahrer zu sitzen, um freies Sichtfeld auf den totalen Irrwitz da auf der Straße zu haben. Am eindrücklichsten in Erinnerung sind mir die Fahrten in der Abenddämmerung geblieben, wenn "tout India" auf der Straße war einschl. Rinder, Büffel, Affen, Kamele, Elefanten, verträumten Hindus, pilgernden Buddhisten, Saddhu auf einem Bein, Saddhu ohne Bein auf Rollbrett und der gesamte göttliche Pantheon.

Einmal ging neben dem Bus eine Frau, die einen Hund an der Leine hinter sich her zog. Eine Frau mit Hund.....dachte ich......das gibts doch nicht in Indien, und ich schaute nochmal genauer hin. Nein, das war kein Hund, sondern ein grauenhaft verkrüppeltes Kind, das auf allen Vieren ging und eine Art Hundeleine um den Hals trug.

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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#25 Beitrag von MAN-45 » 2016-06-28 10:37:36

schneemann hat geschrieben:Im Bus habe ich immer versucht, möglichst nah vorne beim Fahrer zu sitzen, um freies Sichtfeld auf den totalen Irrwitz da auf der Straße zu haben.
Machte ich auch mal, bei einer Busfahrt vom Camper Stellplatz bis hinein nach Mumbai. War ein interessantes Gespräch mit dem Busfahrer: Wie lange fährt er denn jetzt schon einen Bus.... so, an die 5 Jahre. Und wieviel mußte er für den Busführerschein bezahlen? xxx Rupien, das war vor zwei (!) Jahren, als er als eigener Unternehmer diesen gebrauchten Bus kaufte, da bestanden die Behörden auf einem Führerschein...

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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#26 Beitrag von laforcetranquille » 2016-06-29 9:57:14

Zu Thema Rückspiegel...

die haben in Indien bei den Verkehrgebahren nicht nur was von den Engländer sondern auch von der seeligen Tätära übernommen...
Honnies Spruch; " Vorwärts immer, rückwärts nimmer "
Schaut mal einem Inder bei dem Versuch zu auch nur einen Meter rückwärts zu fahren. :blush:

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Re: Tipps und Tricks für Overlander in Indien

#27 Beitrag von Lassie » 2016-06-29 10:24:06

Hab mit 2 Leuten gesprochen, die das gemacht haben. Ich bin vom geliebten Indien dorthin geflogen, was allein schon Weltklasse ist. Die Himalaja entlang mit bester Sicht und auf Augenhöhe zum Mount Everest usw Der Landeanflug auf Paro ist unbeschreiblich. Wäre was für Johnson. ....
Jepp, Bhutan ist klasse - und Jonson ist da schon mal geflogen. Offensichtlich war er der Pilot, der uns damals nach Bhutan karrte - wusste ich nur damals noch nicht. :blush:

http://www.jlaske.de/wp-blog/reisen/2007-2/2007-bhutan/
Huch, das ist ja auch schon wieder 9 Jahre her :eek:

Ansonsten: mit 'deutschem' Fahrverhalten kommt man in Indien etc nicht weit. Nachts fahren ist eine ganz blöde Idee. Und Rechthaben wollen auch. Kleinere Rempler gehören dazu, wer sein Heiligs-Blechle liebt, fährt da am Besten erst gar nicht hin.
Am schlimmsten finde ich aber, was dieses Land mit MIR macht. Denn ich bin eigentlich ein Menschenfreund und mag nicht gerne arrogant, bis ärgerlich auftreten oder schimpfen. Oft bleibt mir aber überhaupt keine andere Wahl, als mich lautstark durchzusetzen. Danach hab ich dann immer ein schlechtes Gewissen
Mir ging es genauso. Ist aber auch eine interessante Erfahrung - man lernt sich selber von ganz neuen Seiten kennen. Das macht das Reisen in solchen Ländern recht anstrengend und man fragt sich bisweilen: warum mach ich denn den ganzen Sch*** hier?!

Viele Grüße
Jürgen, der zum Selberfahren mittlerweile etwas dünner besiedeltere Gegenden ( = stressfreier.... ) vorzieht....
... was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest ?

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
Erasmus von Rotterdam

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