Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber wo?

Reisen, Camping, Fernweh, Navigation, ...

Moderator: Moderatoren

Nachricht
Autor
Benutzeravatar
Hatzlibutzli
abgefahren
Beiträge: 1483
Registriert: 2006-10-03 21:48:28
Wohnort: Raubling
Kontaktdaten:

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#61 Beitrag von Hatzlibutzli » 2015-11-20 14:35:53

Ich hätte noch einen Vorschlag zur Früherkennung:

Es hat sich herausgestellt, dass sich ernstzunehmende Höhenkrankheit durch einen Abfall der Sauerstoffsättigung ganz gut vorhersagen lässt:
Da ein Pulsoxymeter bis vor kurzem noch richtig Geld gekostet hat, war das keine echte Option ... jetzt sind brauchbare Geräte für 25€ zu haben.

Bis 5000 m gilt:

1. Bei akklimatisierten Gesunden bis 3500 m muss die Ruhesättigung immer höher als 90 % sein.
2. Unter submaximaler Belastung kommt es unterhalb 1500 m zu keiner Entsättigung, bis 3000 m zu max. 5 % Entsättigung und bis 5000 m zu max. 10 % Entsättigung.
3. Jede Entsättigung unter Belastung um mehr als 15 % und jeder Ruhewert unter 75 % sind in Höhen bis 5000 m sichere Zeichen einer schwer gestörten Anpassung oder AMS.
4. Einige Stunden nach Ankunft sind intraindividuelle Ruhewerte am niedrigsten und sollten bei ungestörter Anpassung auf dieser Höhe um ca. 5 % ansteigen. Jede Entsättigung im Bezug auf diesen Wert von mehr als 10 % unter Alltagsbelastung ist sicher pathologisch.
lesenswerte Quelle: http://franzberghold.at/pdf/HOHENMEDIZI ... sation.pdf

Früherkennung ist vielleicht besser als Therapie!?

Grüsse ... Simon

Benutzeravatar
seppr
Kampfschrauber
Beiträge: 551
Registriert: 2008-04-06 12:42:44
Wohnort: Südbayern

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#62 Beitrag von seppr » 2015-11-20 17:55:46

Kompliment, Simon

Ein guter und vor allem leicht gangbarer Weg.

Sepp

nigges87
neues Mitglied
Beiträge: 5
Registriert: 2015-10-26 17:02:14
Wohnort: Karlsruhe

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#63 Beitrag von nigges87 » 2015-12-16 22:55:52

ich hab den Pamir auch schon mit meinem Kleinwagen bezwungen, ich war nicht allein sondern wir waren zu 10. Alle im besten alter zwischen 18 und 30. Wir sind von Osh über den Pass gefahren, haben ganz oben ne stunde aufenthalt gehabt und sind dann runter zum Karakul und haben dort gezeltet. Allein das hochfahren war schon super anstrengend ( nur schalten und lenken ! ). Einige von uns hatten durchaus mit der Höhe zu Kämpfen aber es hielt sich absolut in Grenzen. Das Schlafen war sehr schwierig da man wirklich sehr aktiv, also bewusst atmen muss um genug Luft zu bekommen. Sobald man anfängt einzuschlafen atmet man flacher und das merkt man sofort.

ich weis nicht wie gut eure physische Verfassung ist aber ich denke das man am Pamir definitiv KEIN Sonderzubehör braucht. Man hält es wie die Panzergrenadiere: Dran, drauf, drüber !

aber das ist meine Persönliche Erfahrung.

Gruß Nic

nigges87
neues Mitglied
Beiträge: 5
Registriert: 2015-10-26 17:02:14
Wohnort: Karlsruhe

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#64 Beitrag von nigges87 » 2015-12-16 22:58:07

Bernhard_h hat geschrieben: Du hast ja ein potentes Auto, in unserem Fall mache ich mir mehr Gedanken über den Leistungserlustes meines Motors als um meinen Eigenen. (ist teilweise spassig gemeint)
Auch dies ist eigentlich nicht so schlimm wie man denkt. Wir sind mit hoffnungslos überladenem Auto, 1.0Liter Hubraum und 66ps auch noch gut hochgekommen.

Gruß Nic

OliverM
Forumsgeist
Beiträge: 6034
Registriert: 2006-12-28 9:26:50
Wohnort: Goch

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#65 Beitrag von OliverM » 2015-12-17 0:05:37

Hatzlibutzli hat geschrieben:Ich hätte noch einen Vorschlag zur Früherkennung:

Es hat sich herausgestellt, dass sich ernstzunehmende Höhenkrankheit durch einen Abfall der Sauerstoffsättigung ganz gut vorhersagen lässt:
Da ein Pulsoxymeter bis vor kurzem noch richtig Geld gekostet hat, war das keine echte Option ... jetzt sind brauchbare Geräte für 25€ zu haben.

Bis 5000 m gilt:

1. Bei akklimatisierten Gesunden bis 3500 m muss die Ruhesättigung immer höher als 90 % sein.
2. Unter submaximaler Belastung kommt es unterhalb 1500 m zu keiner Entsättigung, bis 3000 m zu max. 5 % Entsättigung und bis 5000 m zu max. 10 % Entsättigung.
3. Jede Entsättigung unter Belastung um mehr als 15 % und jeder Ruhewert unter 75 % sind in Höhen bis 5000 m sichere Zeichen einer schwer gestörten Anpassung oder AMS.
4. Einige Stunden nach Ankunft sind intraindividuelle Ruhewerte am niedrigsten und sollten bei ungestörter Anpassung auf dieser Höhe um ca. 5 % ansteigen. Jede Entsättigung im Bezug auf diesen Wert von mehr als 10 % unter Alltagsbelastung ist sicher pathologisch.
lesenswerte Quelle: http://franzberghold.at/pdf/HOHENMEDIZI ... sation.pdf

Früherkennung ist vielleicht besser als Therapie!?

Grüsse ... Simon
Danke für diesen wirklich hilfreichen Beitrag Simon . :unwuerdig:

Grüße

Oliver
the key to freedom isn´t making more it´s spending less

Benutzeravatar
Walöter
süchtig
Beiträge: 939
Registriert: 2007-11-23 11:27:59
Wohnort: Puchheim
Kontaktdaten:

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#66 Beitrag von Walöter » 2015-12-17 15:14:59

Hatzlibutzli hat geschrieben:Ich hätte noch einen Vorschlag zur Früherkennung:

Es hat sich herausgestellt, dass sich ernstzunehmende Höhenkrankheit durch einen Abfall der Sauerstoffsättigung ganz gut vorhersagen lässt:
Da ein Pulsoxymeter bis vor kurzem noch richtig Geld gekostet hat, war das keine echte Option ... jetzt sind brauchbare Geräte für 25€ zu haben.

Bis 5000 m gilt:

1. Bei akklimatisierten Gesunden bis 3500 m muss die Ruhesättigung immer höher als 90 % sein.
2. Unter submaximaler Belastung kommt es unterhalb 1500 m zu keiner Entsättigung, bis 3000 m zu max. 5 % Entsättigung und bis 5000 m zu max. 10 % Entsättigung.
3. Jede Entsättigung unter Belastung um mehr als 15 % und jeder Ruhewert unter 75 % sind in Höhen bis 5000 m sichere Zeichen einer schwer gestörten Anpassung oder AMS.
4. Einige Stunden nach Ankunft sind intraindividuelle Ruhewerte am niedrigsten und sollten bei ungestörter Anpassung auf dieser Höhe um ca. 5 % ansteigen. Jede Entsättigung im Bezug auf diesen Wert von mehr als 10 % unter Alltagsbelastung ist sicher pathologisch.
lesenswerte Quelle: http://franzberghold.at/pdf/HOHENMEDIZI ... sation.pdf

Früherkennung ist vielleicht besser als Therapie!?

Grüsse ... Simon
Hallo Gemeinde,

ich will ja nicht als Besserwisser auftreten, aber ich glaube zu der Thematik kann ich etwas beitragen:
Um nicht Äpfel mit Birnen zu verwechseln: Die Sauerstoffsättigung sagt lediglich etwas über die Anpassung des Körpers an die Höhe aus. Ein direkter Zusammenhang mit dem Entstehen eines Höhenhirn- oder Höhenlungenödems (Wasseransammlung im Gehirn bzw. der Lunge, "Höhenkrankheit") lässt sich daraus nicht ableiten. Eine unzureichende Höhenanpassung (Akklimatisation) und deren Symptome (Leistungsschwäche, Kopfschmerzen) ist etwas völlig anderes als die Entstehung eines Höhenhirn- oder Lungenödems. Wirklich gefährlich ist ein Höhenhirnödems: Es ist nur schwer zu diagnostizieren, vom Betroffenen selbst überhaupt nicht. Höhenhirnödem können sehr schnell zum Tod führen. Höhenlungenödeme sind vergleichsweise leicht zu erkennen (Atemschwierigkeiten, röchelnder Atem). Die einzige Möglichkeit der Besserung besteht darin, in geringere Höhen zu gelangen. Künstlich wird dies mit angesprochenen Certec Bag erreicht.
Der menschliche Körper besitzt die Fähigkeit bis 5.400 mH die Fähigkeit zur vollständigen Anpassung. Daraus erklärt sich auch, dass die höchstgelegene dauerhaft besiedelte menschliche Ansiedlung auf dieser Höhe liegt. Ebenso, dass alle Basislager nicht über 5.400 mH liegen, darüber nur noch ABC (Advatages Base Camp).

Ich hoffe, etwas mehr Licht ins Dunkel gebracht zu haben.

Walter
Auffi, huift ja nix!

Benutzeravatar
seppr
Kampfschrauber
Beiträge: 551
Registriert: 2008-04-06 12:42:44
Wohnort: Südbayern

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#67 Beitrag von seppr » 2015-12-17 17:03:04

Hallo Walter

Ist ja nicht schlecht, wenn wir über dieses Thema noch ein wenig weiter spekulieren.

Ich mag es nicht ganz glauben, dass die Entstehung einer Höhenkrankheit (...ödem) nicht mit der Höhenanpassung (Sauerstoffsättigung) zusammenhängt. Klar, es ist nicht das gleiche. Aber vor der Höhenkrankheit kommt doch die schlechte Anpassung und diese sollte mit der Messung der Sauerstoffsättigung vielleicht doch etwas früher prognostiziert werden als man es selber sicher erkennt. Oder ? Dann könnte man vielleicht vorbeugend das Diamox einnehmen

Wenn das nicht so sein sollte, dann würde das kleine Gerät leider nichts bringen in der Vorhersage und in der Entschidung für oder gegen das Medikament.


Aber egal, wie dieses Detail ausgeht. Auf dem Pamir-Highway mit 4600 Meter größter Höhe und der fast immer gegebenen Möglichkeit, deutlich tiefer zu übernachten sollte das alles nicht so schlimm sein. Den kleinen Fingerklipser kann man sich trotzdem auf jeden Fall mal einpacken.

Sepp

Benutzeravatar
Walöter
süchtig
Beiträge: 939
Registriert: 2007-11-23 11:27:59
Wohnort: Puchheim
Kontaktdaten:

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#68 Beitrag von Walöter » 2015-12-17 18:56:14

Hallo Sepp,

leider ist es nicht so einfach. Ödeme treten auch bei bestmöglicher Anpassung auf. Allerdings i.d.R. erst in deutlich höheren Lagen. Sonst würden wir ja alle nur noch ein Pulsoxymeter und Diamox mitschleppen und keiner würde mehr oben bleiben. Ein Ödem lässt sich weder voraussehen noch wirklich vermeiden. Bis 5.400 ist allerdings die Entstehung eines Ödems bei guter Anpassung äußerst unwahrscheinlich. Wobei es ja eigentlich nicht darum geht, irgendwelche lebensgefährlichen Situationen zu vermeiden, sondern viel mehr darum, auch in der Höhe noch halbwegs gut zu "funktionieren". Selbst auf 4.000 Meter ist es nicht mehr lustig, wenn Du nicht akklimatisiert bist: Null Leistung, üble Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen, Appetitlosigkeit.... Urlaub stell ich mir anders vor, vor allem, weil sich das alles ja vermeiden lässt. Schwierig ist das allerdings, wenn man mit dem Auto auf diese Höhe kommt, da der Körper noch viel weniger gezwungen wird, sich anzupassen. Im übrigen ist die Anpassung bei jedem anders und dauert auch bei jedem verschieden lange. Grundsätzlich lässt sich vielleicht resümieren: Anpassung ist sehr von der Schlafhöhe abhängig. Die "Aktionshöhe" sollte immer etwas höher (2-300 Meter) als die Schlafhöhe sein. Zum Regenerieren sollte die Schlafhöhe immer wieder einmal deutlich herabgesetzt werden.
Spätestens ab 3.500 sollte auf eine Akklimatisationsphase geachtet werden. Bei Beschwerden natürlich schon vorher. Ein Zeichen guter Anpassung ist z.B. viel und regelmäßiges Urin lassen (natürlich viel Trinken, ist sehr wichtig), sowie das Beobachten des Ruhepulses: In der Anpassungsphase ist der Puls zunächst sehr hoch und sinkt mit zunehmender Anpassung wieder auf normal oder sogar darunter, dann ist es Zeit wieder höher hinauf zu gehen. Kopfschmerzen sind die ersten Anzeichen schlechter Anpassung, natürlich neben der spürbar schlechteren Leistungsfähigkeit.

Ciao,
Walter
Zuletzt geändert von Walöter am 2015-12-17 18:59:26, insgesamt 1-mal geändert.
Auffi, huift ja nix!

Donnerlaster
abgefahren
Beiträge: 1317
Registriert: 2008-10-29 20:06:25
Wohnort: Buxtehude
Kontaktdaten:

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#69 Beitrag von Donnerlaster » 2015-12-17 18:59:19

seppr hat geschrieben: Aber egal, wie dieses Detail ausgeht. Auf dem Pamir-Highway mit 4600 Meter größter Höhe und der fast immer gegebenen Möglichkeit, deutlich tiefer zu übernachten sollte das alles nicht so schlimm sein.
Sepp

Jetzt werde ich pingelig: es sind 4655 m!!!


Was bezeichnest du als deutlich tiefer? So viele Möglichkeiten, mit unseren Autos in kurzer Zeit deutlich tiefer zu kommen, ist da nicht gegeben. Oder aber du bezeichnest 3600 m (Murgab) als deutlich tiefer - das reicht aber noch nicht, um die Probleme der Höhenkrankheit auszuschalten.

Benutzeravatar
Walöter
süchtig
Beiträge: 939
Registriert: 2007-11-23 11:27:59
Wohnort: Puchheim
Kontaktdaten:

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#70 Beitrag von Walöter » 2015-12-17 19:00:27

Hallo Peter,

deutlich tiefer sind bereits 400 Meter. Das entspricht auch den AC-Schritten. Auf 3.600 hast Du kein Ödem zu befürchten.

Walter
Auffi, huift ja nix!

Benutzeravatar
mangusta
süchtig
Beiträge: 629
Registriert: 2013-01-15 1:11:24
Wohnort: Bergisch Gladbach

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#71 Beitrag von mangusta » 2015-12-17 20:23:58

Hallo Walter,

lässt sich ein Hirnödem durch Sauerstoffgabe und langsame Höhensteigerung (Fahrtrichtung von West nach Ost) bis 4655 m also nicht sicher vermeiden?

Im Gegensatz zum Bergsteigen ist beim Befahren der Passstraße eine deutliche Höhenreduzierung nachts ja nicht immer möglich.

Gruß

Rolf

Benutzeravatar
seppr
Kampfschrauber
Beiträge: 551
Registriert: 2008-04-06 12:42:44
Wohnort: Südbayern

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#72 Beitrag von seppr » 2015-12-17 21:08:32

Die letzte Frage von Rolf kann man zum Teil beantworten: Klar, wenn Du genügend Sauerstoff dabei hast und langsam genug hochfährst kannst Du ein Ödem mit Sicherheit vermeiden.

Aber wie viel Sauerstoff und wie langsam hoch, das dürfte individuell verschieden sein und ist schwer vorhersehbar.

Aber bei allem glaube ich fest daran: Reisende, die sich mit dieser Problematik so intensiv auseinandersetzen, wie wir es hier tun werden langsam genug in die Höhe fahren und ausreichend Ruhetage einlegen. Wir sind ja keine Spediteure, die einen Termindruck haben. Man muss halt visabedingte Ausreisetermine im Auge behalten.

Zur Höhenreduzierung nachts: Die Pässe mit 4655 oder 43.. Meter Höhe runterfahren ins Hochtal mit meinetwegen 3800 Meter kann man doch wohl fast immer. Klar sind auch andere Situationen denkbar, etwa Autopanne oder eine Militärstreife hält Dich auf der Passhöhe fest. No risk, no fun.

Sepp

Benutzeravatar
Hatzlibutzli
abgefahren
Beiträge: 1483
Registriert: 2006-10-03 21:48:28
Wohnort: Raubling
Kontaktdaten:

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#73 Beitrag von Hatzlibutzli » 2015-12-18 8:55:34

@Walöter:
ich habe mich eben nochmal rückversichert:
es bleibt Lehrmeinung unter anderem von http://www.bexmed.de/ und der österreichischen Gesellschaft für Alpin und Höhenmedizin (http://www.alpinmedizin.org/j/), dass man mittels Pulsoxymeter wie oben beschrieben recht sichere Früherkennung der akuten Höhenkrankheit betreiben kann.
Du hast Recht, Pulsoxymeter mit einem minimalen Gewicht haben schon viele Leben gerettet. Die, die oben bleiben haben das Problem, dass sie nicht schnell genug runter kommen, sei es, weil das Wetter scheisse ist, Lawinengefahr oder einfach die eigenen Füsse nimmer tragen ...

Wir reden hier aber von der Strasse und nicht von der Todeszone. 100-200 Hm Abstieg bringen oft schon ein Verschwinden der Symptomatik.
das Beobachten des Ruhepulses: In der Anpassungsphase ist der Puls zunächst sehr hoch und sinkt mit zunehmender Anpassung wieder auf normal oder sogar darunter, dann ist es Zeit wieder höher hinauf zu gehen
Das ist nicht mehr state of the art und durch Obiges ersetzt ...

Grüsse ... Simon

Benutzeravatar
Walöter
süchtig
Beiträge: 939
Registriert: 2007-11-23 11:27:59
Wohnort: Puchheim
Kontaktdaten:

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#74 Beitrag von Walöter » 2015-12-18 11:47:31

Hallo Gemeinde,

@ Rolf: Sauerstoff auf 4.600 ist sicher nicht nötig. Mit langsamer Anpassung ist ein Ödem auf dieser Höhe extrem unwahrscheinlich.
@ Simon: Ein Höhenhirnödem hat ja nicht so viel mit der Sauerstoffsättigung sondern mit mehr der dicke des Blutes und dem Luftdruck zu tun und ist daher schlecht mittels Messung der Sauerstoffsättigung zu prognostizieren oder zu diagnostizieren.
Der Ruhepuls ist nach wie vor ein wichtigstes Kriterium zur Anpassung und Erkennung von HACE / HAPE. Es hat ja auch nicht jeder ein Pulsoxymeter dabei, der die 4.000 Meter-Grenze überschreiten möchte, oder?

Walter
Auffi, huift ja nix!

Benutzeravatar
seppr
Kampfschrauber
Beiträge: 551
Registriert: 2008-04-06 12:42:44
Wohnort: Südbayern

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber w

#75 Beitrag von seppr » 2015-12-18 14:55:32

Ich schlage vor, den Expertenstreit vorerst zu lassen. Die Frage wird in der Medizin immer wieder auftauchen: Was zählt mehr: eine technische Untersuchung oder die jahrzehntelange klinische Erfahrung. Lösung: Sie ergänzen sich.

Für den Reiseeinsatz dürfte ein Pulsoxy ein nettes und hilfreiches Spielzeug sein. Aber nicht gebannt auf das Display schauen und die beobachtbaren Kriterien wie etwa den Puls ignorieren. Eine zu niedrig gemessene Sättigung kann ja sehr leicht auf einem Messfehler beruhen, zu kalte Finger etc. Das erkennt der Laie nicht so ohne weiteres.

Sepp

Benutzeravatar
mangusta
süchtig
Beiträge: 629
Registriert: 2013-01-15 1:11:24
Wohnort: Bergisch Gladbach

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber wo?

#76 Beitrag von mangusta » 2018-05-02 13:10:13

Hallo,


bald geht es los - ohne Gamov-Sack - aber mit einer 5 Liter Sauerstoffflasche mit Y-Verteiler, entsprechenden Masken, Pulsoxymeter und Diamox.

Nicht nur für die Beschaffung der Flasche - fertig gefüllt mit medizinischem Sauerstoff - sondern auch für seine extrem freundliche und intensive Beratung - und das auch noch beim deutlich besten Preis - kann ich Herrn Caprano von der Firma CTS wirklich sehr empfehlen:

http://www.cts-medizintechnik.de/

Vielen Dank auch an alle Anderen hier im Forum für die freundliche Beratung und Hilfe.


Herzliche Grüße

Rolf

Benutzeravatar
Hatzlibutzli
abgefahren
Beiträge: 1483
Registriert: 2006-10-03 21:48:28
Wohnort: Raubling
Kontaktdaten:

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber wo?

#77 Beitrag von Hatzlibutzli » 2018-05-02 17:23:54

Hallo Ralf,

zuerst gute Reise und gesunde Wiederkehr.

Darf ich fragen, wieviel Sauerstoff Du dabei hast? Hast Du ein on-demand-ventil?

Vergissnicht schon mal einen Basiswert Deiner Sauerstoffsättigung auf 1000 Hm zu nehmen!

Grüße ... Simon

PS: ich wundere mich manchmal, welches vermeindliche Fachwissen hier kundgetan wird ...

nochmal für Alle: Hoehenkrankheit und auch Höhenlungenödem und Hirnödem gibt es ab 2500 meter, es erwischt auch körperlich fitte, wie den Tschechischen Bergsteiger, den die Bergwacht Garmisch vor ein paar Jahren vom Jubiläumsgrad holen musste (ja, wir befinden uns in Deutschland, auf 2600-2800m Höhe!), nachdem er sich bereits verwirrt seiner Kleidung entledigt hatte ... am Osterfelderkopf war er schon wieder fit, ins Garmischer Krankenhaus wollte er schon nimmer ...

Benutzeravatar
mangusta
süchtig
Beiträge: 629
Registriert: 2013-01-15 1:11:24
Wohnort: Bergisch Gladbach

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber wo?

#78 Beitrag von mangusta » 2018-05-02 20:30:10

Hallo Simon,


zu der neuen 5 Liter Sauerstoffflasche, die laut Druckanzeige mit über 200 bar gefüllt ist, habe ich diesen Druckminderer bekommen:

https://www.ebay.de/itm/Druckminderer-M ... 2871150125

Wieviel / für wie lange Sauerstoff ist denn das?


Herzliche Grüße

Rolf

Benutzeravatar
schmidti
infiziert
Beiträge: 69
Registriert: 2016-01-23 0:36:36

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber wo?

#79 Beitrag von schmidti » 2018-05-03 2:23:19

Wow - interessante Ausstattung. Mich hat es auf 4000m ca. erwischt und wir sind nach Murghab gefahren 3600 und da konnte ich mich komplett erholen um am nächsten Tag wieder auf die größeren Höhen zu kommen. Bei mir lag es an einer 10-tägigen Durchfallserie die mich ziemlich geschwächt hat. Wir haben uns ordentlich akklimatisiert, aber es hat trotzdem nix genützt.

Wir hatten keine Medikamente dabei, das hab ich etwas bereut, allerdings würde ich nicht mit der erweiterten technischen Ausstattung fahren. In Murghab soll es laut Auswärtigem Amt eine Kammer geben und nach Murghab kommt man innerhalb von einem halben Tag auch wieder unter 3000m, wenn man nicht alleine fährt sondern einen Ersatzfahrer (meine Frau z.B.) hat.

Viel Erfolg bei der Reise, der Pamir Highway ist die Reise auf jeden Fall wert!
Mit dem Land Rover einmal um die Welt - www.bodensee-overlander.de

custom
neues Mitglied
Beiträge: 5
Registriert: 2017-11-05 21:54:13

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber wo?

#80 Beitrag von custom » 2018-05-03 12:14:27

mangusta hat geschrieben:
2018-05-02 20:30:10

Wieviel / für wie lange Sauerstoff ist denn das?
5l bei 200bar sind ca. 1000l Sauerstoff bei normalem Luftdruck. Bei der Gabe von 2l pro Minute sollte die Flasche 500 Minuten reichen...

Benutzeravatar
Hatzlibutzli
abgefahren
Beiträge: 1483
Registriert: 2006-10-03 21:48:28
Wohnort: Raubling
Kontaktdaten:

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber wo?

#81 Beitrag von Hatzlibutzli » 2018-05-03 14:06:29

Hallo Rolf,

Custom hat richtig gerechnet, aber was kann man mit 2 Liter/min machen?
Den Fi O2 von 0,21 auf 0,28 heben! Heisst den Sauerstoffanteil in der Luft von 21% auf 28% anheben, sprich um etwa 15%

Gleichzeitig sinkt der Luftdruck von 1013 hPa auf Seehöhe pi mal Daumen bei 3000m auf 696 hPa bei 5000m auf 542 hPa ....

Also bewirken die 2 Liter Sauerstoff in etwa soviel wie ein Abstieg von 3000m auf 1888m oder von 5000m auf 3886m ... sprich kann eine Symptomatik völlig zum Verschwinden gebracht werden. Und in guten 8h kann man einen tieferen Ort erreichen!
Bzw. Du musst sogar gar nicht so arg aufdrehen ;-)))

Ein on demand-Ventil macht nur auf, wenn Du dran ziehst/einatmest, damit lässt sich ein Haufen Sauerstoff sparen ... gleiches gilt für einen Reservoirsack, der vollläuft, während Du gerade nicht einatmest ...

Grüsse ... Simon

Benutzeravatar
mangusta
süchtig
Beiträge: 629
Registriert: 2013-01-15 1:11:24
Wohnort: Bergisch Gladbach

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber wo?

#82 Beitrag von mangusta » 2018-05-03 14:51:40

Hallo,


vielen Dank - nach dieser perfekten Vorbereitung bekommen wir dann wohl ohnehin keine Höhenkrankheit - sondern - wie beschrieben - Durchfall - oder hat schon mal jemand das Ersatzteil gebraucht, daß er über tausende Kilometer mitgeschleppt hat ...

Aber immerhin bekomme ich jetzt Jahre nach Abgabe meiner Praxis meinen ersten Pulsoxymeter ...


Herzliche Grüße

Rolf

Benutzeravatar
joern
abgefahren
Beiträge: 1915
Registriert: 2006-10-22 7:13:12
Kontaktdaten:

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber wo?

#83 Beitrag von joern » 2018-05-03 16:12:33

Mal was zum Nachlesen:

https://m.thieme.de/viamedici/klinik-fa ... ?r=1&p=all


  "Insbesondere das Pulsoxymeter, das als „Statussymbol“ des Expeditionsarztes angesehen wird, hat nur sehr beschränkte Aussagekraft. Beispielsweise ist eine Sauer­stoffsättigung von 68% im Basislager des Aconcagua (4.300 m) durchaus nicht ungewöhnlich und bei Wohlbefinden nicht besorgniserregend."



 " Ein weiterer, viel diskutierter medikamentöser Ansatz zur Prophylaxe ist die Gabe von Phosphodiesterase-5-Hemmern wie beispielsweise Viagra® oder Cialis®, da diese den pulmonalarteriellen Druck senken."
Das Leben ist kein Ponyschlecken

sri-lanka
Schlammschipper
Beiträge: 437
Registriert: 2015-04-01 16:05:08

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber wo?

#84 Beitrag von sri-lanka » 2018-05-03 17:44:50

Bevor ich ein solches "Tamm-Tamm" (Sauerstoff mitnehmen etc..) veranstalten würde, da ich gesundheitliche Bedenken hätte mich auf 4'500 müM zu begeben, würde ich weiter unten bleiben.
Man sieht es ja wieder bei den 6 toten Alpinisten, welche vor wenigen Tagen in den schweizerischen Alpen ums Leben kamen. Trotz Schlecht-Wetterwarnungen schon Tage zuvor, starteten sie diese Tour. Die tun mir keine Sekunde leid.

Auf dem Jungfraujoch in der Schweiz (ca. 3'500müM) waren schon Millionen von Touristen ohne Sauerstoff. Darunter viele nur ca. 40Kg leichte Japaner-Mädchen. (selber dort oben gesehen).
Von Interlaken aus überwindet man in knapp 2 Stunden mit dem Zug ca. 3'000 Höhenmeter. Auf dem Rückweg bin ich dann im Zug eingeschlafen, da war ich wirklich fix und foxi :D

Grüsse

Werner

franz
neues Mitglied
Beiträge: 12
Registriert: 2013-11-19 20:54:21

Re: Pamir Highway - Überdruck- (Gamow-) Sack kaufen - aber wo?

#85 Beitrag von franz » 2018-05-04 23:27:45

Hallo Rolf und alle anderen,
Nun macht euch doch nicht gleich in die Hose! Wenn ich Angst habe dann ist es besser zu Hause zu bleiben. Man kann auch vor Angst sterben. Okay es ist nicht jeder gleich. Bin damals den Pamir HW mit dem Motorrad gefahren und das war etwas unkomfortabel als mit dem Auto. Wichtig ist Zeit zu nehmen und nicht wie bei einer Rally rauf zu brettern. Die Landschaft zu geniessen viele Pausen machen u d trinken, trinken....
Übrigens während der Fahrt habe ich überhaupt nichts von der Höhe bemerkt. Erst oben am Pass als ich kurz mal einen Hang etwas forsch rauf marschierte merkte ich etwas Druck im Kopf. Habe dann bei einer Familie auf da. 4000m übernachtet. Habe schon ganz leichte Kopfschmerzen bemerkt, wie gesagt nicht gleich in die Hose machen!
Falls es dir nicht gut geht, einfach mal 200 HM tiefer fahren u d dort pausieren/schlafen.

Also nimm dir Zeit, oder fahr nach Jesolo, dort gibt es keine Höhenprobleme!
SG Franz

PS: mich fasziniert hier immer wieder wie man so vieles zerreden kann! Schön waren damals die Zeiten ohne Internet, da hat man es einfach probiert ohne lange herum zu diskutieren. Einfach mit ein bisschen Hausverstand an die Sache herangehen!

Antworten