Tollwutausbruch in Spanien

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carasophie
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Tollwutausbruch in Spanien

#1 Beitrag von carasophie » 2013-06-21 1:00:50

In Spanien ist aktuell die Tollwut ausgebrochen und mehrere Hunde und Menschen wurden angesteckt. Ein Hund hatte sich in Marokko angesteckt und hat dann in Spanien mehrere andere Hunde und Menschen gebissen. Er wurde am 1. Juni euthanasiert. Die spanischen Behörden reagieren mit Leinenzwang in den entsprechenden Gebieten und Impfzwang. Außerdem verhängen sie im Einzelfall Einreiseverbote für fremde Hunde. Wer nach Spanien will mit seinem Hund, sollte sich sehr genau über die momentanen Bedingungen in den entsprechenden Regionen erkundigen.

Betroffene Regionen sind:

• Die Gegend um die Stadt Toledo, Toledo Provinz, autonomen Region Castilla-La Mancha
• Die Gemeinde Monzón, Huesca Provinz, autonomen Region Aragon
• Der Stadtteil Sant Martí in Barcelona
• Gemeinden und Porqueres Banyoles, Province of Girona und Montcada i Reixach, Piera und die Provinz von Barcelona, autonomen Region Katalonien.

Quelle: schwedisches Landwirtschaftsamt
Schwedisches Landwirtschaftsamt

Rabiesutbrott i Spanien ger problem för semestrande hundar - Jordbruksverket
www.jordbruksverket.se
Rabiesutbrott i Spanien ger problem för semestrande hundar

(Übersetzung so gut, wie's geht - kann ruhig nochmal jemand drübergucken)
Grüssle, Bärbel

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uta+micha
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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#2 Beitrag von uta+micha » 2013-06-21 6:06:22

carasophie hat geschrieben: Ein Hund hatte sich in Marokko angesteckt
So tragisch das auch ist, muss ich sagen, daß bei unserer Marokkotour im März sich kein Grenzer bei der Ein-und Ausreise für unseren Hund interessiert hat, obwohl dieser klar erkennbar und lautstark zwischen uns saß. :dry:
Wir hätten problemlos noch ein paar herrenlose Hunde einführen können.

Gruss, Uta
Leben sollte nicht eine Reise zum Grab mit der Absicht sein, sicher in einem attraktiven und gut bewahrten Körper zu sterben, sondern eher heineinzugleiten mit Schokolade in der einen und einem Glas Wein in der anderen Hand, den Körper gründlich verbraucht, völlig abgenutzt und 'WOOO HOOOOO was eine Fahrt" zu schreien!

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carasophie
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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#3 Beitrag von carasophie » 2013-06-21 11:27:23

Auch nicht bei der EU-Einreise?
Grüssle, Bärbel

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uta+micha
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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#4 Beitrag von uta+micha » 2013-06-21 12:33:30

Weder bei der Ausreise von Almeria und Einreise nach Nador sowie bei der Ausreise von Tanger Med und Einreise nach Algeciras wollte jemand den Impfausweis geschweige denn die Tollwut-Titer-Bescheinigung sehen. Hat mich auch gewundert.
Beim Grenzübertritt Russland-Norwegen 2011 war sogar ein Tierarzt vor Ort, der die Hunde überprüft hat.

Ich frage mich eh, wie sich ein tollwutgeimpfter und mit ausreichendem Tollwut-Titer versehener Hund (wie in den Reisebestimmungen vorgegeben) mit Tollwut anstecken kann.

Gruss, Uta

PS: Bin zwar kein Hund, habe mich sicherheitshalber auch gegen Tollwut impfen lassen.
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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#5 Beitrag von frizzz » 2013-06-22 18:12:12

EIn geimpfter Hund ist nach wie vor ÜBERRÄGER der Krankheit.
Eine Impfung ist ja keine "Desinfektion"....
<
PS derzeit viel schlimmer ist die in Marokko grassierende Leishmanniose- deren Erreger haben sich, aufgrund des "Überangebotes" nun auf Hunde als Wirtstiere festgelegt.
Ich habe 4 Freunde die bereits mehrere Leishamnniosewunden haben- heilen nur schlecht und unschön zu ...tötlich wenn sie innere Organe befällt

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kawahans
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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#6 Beitrag von kawahans » 2013-06-22 19:52:29

@ frizzz

Gestattet mir eine berichtigende Stellungnahme:

Ein Hund, der geimpft und mit ausreichendem Titer getestet ist, wird kaum Tollwut übertragen. Für die aktive Übertragung muss der Hund selbst erkranken, dann erst scheidet er Virus mit dem Speichel aus und infiziert so beim Biss. Diese Erkrankung ist durch den Antikörpertiter ausgeschlossen. Die als schützend festgelegte Titerhöhe von 0,5 IE wird in der Praxis bei normal geimpften Hunden weit übertroffen (meine z.B. alle deutlich über 3 IE).

Die passive Übertragung ist ein theoretisches Gedankenexperiment, hier würde der Hund den Speichel eines infizierten Tier am Fell weitertransportieren und einen Menschen durch Berührung einer wunden Stelle mit dem noch feuchten Speichel infizieren. Das ist aber wie gesagt eine theoretische Abhandlung, der Nachweis einer solchen Übertragung ist noch nie geschehen. Der Mensch hat eine rel. hohe Abwehrschwelle gegen das Tollwutvirus, besonders durch die intakte Haut geht es nicht.

Tragisch sind solche Fälle immer.
Eine Tollwutimpfung des Menschen ist bei Reisen nach Afrika (aber nicht nur dort) sicher empfehlenswert.

Liebe Grüße aus Graz!

kawahans
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Freddy
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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#7 Beitrag von Freddy » 2013-06-29 0:23:50

UNBEDINGT empfelenswert!!!!
Ich bin im Mai in Marokko gebissen worden. Seitdem habe 6 Injectionen Impfstoff und 2x Immunglobolin gekriegt... das haut ganzschön rein.

In meinem Impfpass steht so gut wie alles was man haben kann... außer Tollwut mein Arzt meinte darmals ich hätte jas im Fall der Fälle 12Std zeit zum Krankenhaus zu kommen...
-Hat geklappt aaaaber... die Krankheit ist Tötlich wenn sie ausbricht, das ist ziemlich unangenehm...

Viele Grüße
Freddy

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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#8 Beitrag von Gwenn » 2013-07-02 13:31:23

Freddy hat geschrieben:... außer Tollwut mein Arzt meinte darmals ich hätte jas im Fall der Fälle 12Std zeit zum Krankenhaus zu kommen...
Diesen "Rat" halte ich für fahrlässig. Aber einer guten Freundin vor mir hat ihr Arzt auch vor der Indienreise nicht zu einer Tollwutimpfung geraten, sind nur haufenweise bissige Affen überall dort, wo die Touristen rumkrabbeln ...

Marcus

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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#9 Beitrag von OliverM » 2013-07-02 15:34:24

Gwenn hat geschrieben:
Freddy hat geschrieben:... außer Tollwut mein Arzt meinte darmals ich hätte jas im Fall der Fälle 12Std zeit zum Krankenhaus zu kommen...
Diesen "Rat" halte ich für fahrlässig. Aber einer guten Freundin vor mir hat ihr Arzt auch vor der Indienreise nicht zu einer Tollwutimpfung geraten, sind nur haufenweise bissige Affen überall dort, wo die Touristen rumkrabbeln ...

Marcus
Ich finde diesen Rat schon mehr als grob Fahrlässig. Wer ohne Tollwutimpfung auf lange Reisen geht sollte sich zumindest über die möglichen Folgen einer Ansteckung im klaren sein ...... und da ist nix mit 12 Stunden Zeit um zum Arzt zu kommen , sondern die Chance sowas ohne Impfung zu Überleben geht gegen Null.

Grüße

Oliver
Zuletzt geändert von OliverM am 2013-07-02 18:53:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#10 Beitrag von Hatzlibutzli » 2013-07-02 17:16:47

Tollwut ist die einzige Infektionskrankheit, die wenn ausgebrochen eine annähern 100%ige Letalität hat .... sprich es gibt nur wenige Einzelfälle von Überleben von Ungeimpften ...

Ganz lesenswert hierzu: http://szmstat.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/39407

Zugegeben: Die Chancen von einem infizierten Tier gebissen zu werden sind recht gering ... aber es ist eben ungeimpft fatalst ... und eine Behandling nach dem Milwaukee-Protokoll in den meisten Ländern der Welt per se schon tödlich .... oder wer will 1 Woche Vollnarkose in einem nordafrikanischen Provinzkrankenhaus ???

Grüsse ... Simon

PS: die Impfung hatte bei beruflich in den 80er Jahren noch geimpften einen katastrophalen Ruf, da die Viren lange auf Affenhirnen hergestellt wurden (und in Teilen der Welt auch noch werden) der hiesige Zellkulturimpfstoff ist jetzt gut verträglich ...

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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#11 Beitrag von OliverM » 2013-07-02 18:54:58

[quote="Hatzlibutzli"
PS: die Impfung hatte bei beruflich in den 80er Jahren noch geimpften einen katastrophalen Ruf, da die Viren lange auf Affenhirnen hergestellt wurden (und in Teilen der Welt auch noch werden) der hiesige Zellkulturimpfstoff ist jetzt gut verträglich ...[/quote]

Naja , je nach Person kann die Impfung immer noch eine recht krasse Nummer sein . Aber Sinnvoll ist sie auf jeden Fall.

Grüße

Oliver
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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#12 Beitrag von seppr » 2013-07-02 22:29:39

Ein Problem bei der Tollwutimpfung: Es kommt öfter mal vor, dass der Impfstoff über den normalen Apothekenhandel vorübergehend nicht verfügbar ist. Das passierte einer Bekannten, die nach Indien reiste und zu kurzfristig an diese Impfung dachte.
Mehrere Apotheken am Ort scheiterten beim Versuch die Spritzen zu bestellen.

Also etwas frühzeitiger damit anfangen und bei Lieferengpässen nach Restbeständen oder internationalen Apotheken suchen.

Sepp

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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#13 Beitrag von nik » 2013-07-02 23:22:01

Ich war vor den Reisen extra in der Uniklinik in Düsseldorf, die haben dort ein Tropeninstitut und die Ärzte kennen sich mit den ganzen Impfungen aus. Vorteil ist die haben dort immer alles lagermäßig da und man spart schon mal locker 4 Wochen. Die Impfungen bestehen ja oft aus drei "Gängen" nun hat der Hausarzt genug Zeit den Rest zu bestellen. Bei mir wurde gesagt Tollwutimpfung ist eine der wichtigstens da man bei einem Biß nicht viel Zeit hat und die Behandlung alles andere als angenehm sein soll.
Da mir die Zeit weglief haben die mir gleichzeitig 4 verschiedene Impfstoffe gespritzt und das war dann auch irgendwie ein komischen Gefühl im Körper, mein Hausarzt meinte es wäre für den Körper auch ne harte Nummer.

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Turi
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Re: Tollwutausbruch in Spanien

#14 Beitrag von Turi » 2013-07-08 15:15:47

Hallo zusammen
Um es noch mal ganz deutlich zu sagen.
Wer keine Tollwutimpfung hat und nicht innert 24 Stunden nach einer Infizierung geimpft wird, der wird sterben.
Unser Tropenarzt musste bei 3 Fällen in den letzten paar Jahren zusehen wie die Menschen starben.
Ganz Afrika ist Tollwutgebiet.
Wir haben uns impfen lassen und zusätzlich bei einer evtl. Ansteckung noch eine Dosis Impfstoff dabei, da trotz Impfung bei einer Infizierung nachgeimpft werden muss.
Nebenwirkungen der Impfung hatten wir absolut keine.
Meiner Meinung nach ist jemand , der über längere Zeit in heikle Länder reist und sich nicht impfen lässt, ein potentieller Selbstmordkandidat. Wer findet schon in abgelegenen Gegenden, innert nützlicher Frist, einen kompetenten Arzt, der auch noch Impfstoff am Lager hat.
Für ganz Afrika zB. ist die Impfung unerlässlich, auch wenn 1000 mal nichts passiert ist, einmal ist dann das 1. und im Tollwutfall das letzte Mal.
Bei Malaria sind sich alle mehr oder weniger einig, bei Kurzreisen wird prophilaktisch Chemie geschluckt, die bei weitem mehr Nebenwirkungen zeigt als die Tollwutimpfung und bei Malaria ist nicht innert 24 Std. Gefahr in Verzug.
Grüsse aus dem heissen Südmarokko
Turi

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