Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

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unimag
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Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#1 Beitrag von unimag » 2012-06-04 5:34:08

Hallo,
ich möchte unsere Erfahrungen gerne weitergeben und mit Euch diskutieren.
Fahrzeug: Mercedes G mit Sanka-Koffer.
Route:
Teil1: Sibirien bis Jakutsk und Chabarowsk, Mongolei, China, Laos. In Thailand Fahrzeugverschiffung nach Südamerika. Reisedauer: ca. 5 Monate.
Teil 2: Chile, Argentinien Feuerland. Fahrzeug in Buenos Aires abgestellt. Reisedauer: 5 Monate.
Teil 3: Nordargentinien, Nordchile, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien, Mittelamerika. Fahrzeug steht bis zur Reisefortsetzung kommenden Februar auf einem Campingplatz nahe Tijuana. Dauer: 7 Monate. Danach ist Nordamerika geplant.

Erfahrungen:
So eine Reise ist in weiten Teilen alles andere als eine Urlaubsfahrt. Besonders in China und dem dritten Reiseabschnitt wurde ich an die Grenzen meiner physischen und psychischen Belastbarkeit gebracht. Ich bin heilfroh, diese Fahrt nicht, wie zunächst geplant, mit dem 170er gemacht zu haben. Gründe waren vor allem die Fahrzeugprobleme und die Grenzübertritte mit dem Hund. Wer näheres hierzu erfahren will, kann auf dem Reiseblog der Selbstfahrer (www.selbstfahrer.de) nachlesen. (vielleicht kann das ja mal jemand verlinken, ich bin zu doof dafür.)
Vergesst alles, was über den Auf- und Ausbau von LKWs in diesem Forum geschrieben steht. Für unsere Reise ist es ohne Belang. Ein LKW wäre denkbar ungeeignet weil:
- zu massig, zu schwer und unhandlich. Er erfordert eine viel höhere Konzentration und Ausdauer sowie Kraftanstrengung im Fahrbetrieb.
- in den Hochlagen der Anden und engen Wegabschnitten schlechter geeignet.
- problematische Grenzabfertigung mit teilw. sehr langen Wartezeiten in der LKW-Spur
- Fahrverbote in den meisten Städten
(sorry, ist meine Ansicht. Natürlich habt Ihr ganz andere Erfahrungen gemacht.)
- Dreipunktlagerung, hochgelgte Luftansaugung, große Reifen etc. etc. sind irrelevant.
- doppelt so hohe Kosten im Reisebetrieb.
Ein Pickup mit kleiner Wohnkabine erscheint mir daher das ideale Fahrzeug. Allrad ist nicht unbedingt notwendig. Ein stabiler Kastenwagen in gutem Zustand mit einfachem, auf die Bedürfnisse der Reisenden zugeschnittenem Aufbau, dazu Sandbleche, Wagenheber, Bergegurt, wenn man will noch Schneeketten und Greifzug erscheinen völlig ausreichend.
Vergesst, was diesbezüglich im Allradler zu lesen ist.
Vergesst, was in Bad Kissingen von unwissenden Herstellern und Händlern noch ahnungsloseren Kunden aufgeschwatzt wird. In meinen Augen sind 90% unbrauchbar oder unnütz.
Etwa 25% der Strecke legten wir auf guten, 50% auf schlechten Straßen , 25% auf Pisten zurück. (Davon vielleicht 10% im Gelände, vor allem bei der Stellplatzsuche) Damit erledigt sich das Thema Allrad. (Will man natürlich von Ost nach West durch die Sahara, zur Schneeschmelze durch sibirischen Matsch oder ins Pantanal während der Regenzeit, stellt sich die Situation anders dar).

Wir benötigten unterwegs keine Heizung, auch nicht in den Hochlagen der Anden. Viel wichtiger war, die Hitze aus dem Auto zu bekommen. Schlafen bei 35°C ist kein Vergnügen. Das besserte sich erst, als wir Fliegengaze vor die Eingangstür machten und diese nachts aufließen.
Gas war stets problemlos zu bekommen.

Gefahren:
a) Der Straßenverkehr.
In China und dem nördlichen Südamerika und Mittelamerika existieren de facto keine Verkehrsregeln. Es gilt das Recht des Stärkeren. Kaum jemand besitzt ausreichenden Versicherungsschutz. Besonders problematisch war die Fahrweise der Bus- und LKWs. Auch mit zwei Anhängern fuhr man bei 10%igen Gefällstrecken locker mit 120km/h. Es gab Strecken, an denen in Kurven sämtliche Leitplanken durchbrochen waren. Ab und an sah man im Tal dann auch den LKW-Schrott.
Die Aussicht auf einen Verkehrsunfall ist extrem hoch. Wenn man dabei nur sein Auto einbüßt, selbst unverletzt davon kommt, kann man von Glück sagen. Eine solche Reise sollte nur unternehmen, wer dies verkraften kann.

b) Entführung, Raub und Mord
Uns passierte unterwegs nichts. Vereinzelt störte eine Polizeikontrolle; in einem einzigen Fall, an Fastnacht, schlug ein Betrunkener nachts gegen das Auto. Dennoch: Im nachhinein erscheint mir das Bereisen von Kolumbien bis Mexiko bei ständigem wilden Campen unverantwortlich. Nach Informationen der Einheimischen wie nach Bekanntmachungen des AA unter Reise- und Sicherheitshinweisen(die mir absolut nicht übertrieben scheinen) gilt für alle Staaten äußerste Vorsicht. Alle Hauptverbindungsstraßen waren (allerdings unterschiedlich intensiv von Land zu Land) mit schwerbewaffneten Polizei- und Militäreinheiten bewacht. Wir sahen (in Kolumbien) Kampfpanzer und LKW mit Maschinenkanonen. Guatemala hat die weltweit höchste Mordrate. Hier kommen mit aufgepflanzten MGs Verbrecher in Pick Ups, die nicht lange zögern würden, wie man uns versicherte- (In diesem Zusammenhang: Wenn Ihr die Tage den Panamerikana-Beitrag verfolgt habt auf Phönix erinnert Ihr Euch, dass das Team unter Polzeieskorte fuhr, Nikaragua überflog und Kolumbien in 8 Stunden durchfuhr)Uns begegnete von Norden kommend kein einziges Reisefahrzeug.
Ein Grund, warum wir nicht belästigt wurden sehe ich darin, das wir immer weit von der Hauptstraße, auch im kolumbianischen Rebellengebiet, campten. Wir blieben jeweils nur für eine Nacht, suchten sehr sorgfältig unsere Stellplätze.

Das wichtigste auf unserer Reise
waren unsere Sprachkenntnisse (Spanisch und Russisch). Ohne Spanisch geht in Südamerika nichts. Kaum jemand, selbst Ärzte nur gebrochen, sprach einigermaßen verständlich Englisch. Alles, aber wirklich alles mussten wir auf Spanisch verhackstücken. Aber auch der Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung war so um vieles reicher. Es machte Spaß, z. B. mit einem Lamazüchter an der Grenze zu Bolivien sich zu unterhalten, nicht nur, weil er uns die dringend nötigen Coca-Blätter verkaufen sollte.

Gruß Gerd
Loose your dreams and you will loose your mind (Rolling Stones)

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Lassie
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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#2 Beitrag von Lassie » 2012-06-04 6:50:54

Hi Gerd,

deine Erfahrungen deckt sich mit dem, was ich mir auch schon eine gute Zeit lang denke und von vielen anderen Weit-Reisenden auch immer wieder gehört habe: Small is beautiful!
Die Vorteile eines kleineren Fahrzeuges auf Reisen sind enorm:
- günstiger im Unterhalt
- schneller auf Verbindungsetappen
- handlicher und deutlich grössere Reichweite (aka schmale Pisten, Gewichtsbeschränkungen durch wacklige Brücken, niedere Tunnels)
- einfacher zu bergen, falls man die Karre mal versenkt hat
- einfacher zu parken, unterzustellen, zu verschiffen oder in der Stadt zu fahren
- weckt weniger Begehrlichkeiten
- geringere 'Distanz' zu den Einheimischen, da man nicht 'von oben herunter' schaut (naja.....)
- etc

Dennoch denke ich, dass ein Allrad-LKW durchaus seine Berechtigung hat:
- wenn man dauerhaft darin leben will
- wenn die höheren Betriebskosten durch langsameres Reisen kompensiert werden können (oder schlicht keine Rolle spielen)
- wenn man nicht die letzten kleinen Pistchen fahren will sondern sich eher auf Strassen und Strässchen beschränkt

Aber letzlich muss jeder selber wissen, was er auf Reisen zu brauchen meint: der Eine braucht einen 18-Tonner 6x6 Zetros samt Quad, Motorboot und Marmorbad, dem Anderen reicht ein spartanisch ausgestatteter Landy und ein paar Wanderschuhe.
Letztlich reduzieren sich die Ansprüche beim Reisen immer wieder auf das Wesentliche: Fahren, Schlafen, Essen, Toilette, Dusche - und bei vielen Dingen kann man mit etwas Improvisationstalent und Nutzung von lokal vorhandener Infrastruktur (zb kleine Restaurants, gelegentliche Campingplatz oder günstige Hotelaufenthalte) ganz schöne Zugeständnisse machen.

Viele Grüsse
Jürgen
... was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest ?

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
Erasmus von Rotterdam

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joern
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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#3 Beitrag von joern » 2012-06-04 8:14:37

Da sehe ich ein paar Dinge anders:
-je wilder der Verkehr, desto "vorfahrtberechtigter" und sicherer ist ein LKW gegenüber kleineren Fzg.
-der höhere Spritverbrauch wird oft durch grosse Tanks mehr als kompensiert, wenn Preisunterschiede zwischen angrenzenden Ländern bestehen. (Zollprobleme hatte ich diesbezgl. noch nicht)
-je langsamer man reist (viele Tage ortsfest), desto angenehmer ist mehr Platz im Fzg.
-ich finde auch, das Allrad für ein Reisefzg überbewertet wird, aber gerade zur Stellplatzsuche abseits der Route ist es hilfreich,ihn einsetzen zu können.
-ein LKW ist m.E. ein sichererer Übernachtungsort, als ein Dachzelt oder Fzg mit ebenerdigem Zugang/Fenstern auf Augenhöhe.

(Schreibst Du jetzt ein neues Buch, um Dein vorheriges zu widerrufen? :joke: )

Jörn
Zuletzt geändert von joern am 2012-06-04 9:09:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#4 Beitrag von Jofri » 2012-06-04 8:31:51

Hallo Gerd,

interessant zu lesen!
Einige der aufgeführten Länder und auch viele andere habe ich, vielleicht etwas sorgloser,
doch meist mit klaren Sinnen, unbeschadet bereist.
Du regst mit deiner Auflistung zu Gedanken an!
Deine absolutistische Darstellung sagt mir jedoch, eine Diskussion mit dir darüber
zu diskutieren wie und mit welchem Fahrzeug "man" reisen sollte, wird mir zu anstrengend sein.
Einige Male hätte ich mir z.B. einen Hubschrauber gewünscht.
Also entschwebe ich

Jochen

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#5 Beitrag von klausontheroad » 2012-06-04 8:41:04

die wesentlichen fuer mich wichtigen gruende fuer einen reise lkw haben joern und juergen schon geschrieben...

nicht ausser acht lassen sollte man auch die zuverlaessigkeit ein alter lkw mit wenig km ist schon erheblich unproblematischer, gerade in nicht so weit entwickelten laendern wo elektronik noch ein fremdwort in wekstaetten ist.

natuerlich hab ich mir manchmal auch schon ein kleineres auto gewuenscht.

lg klaus
die heimat des abenteuers ist die fremde

http://klausausadlitzreiseblog.blogspot.com/

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#6 Beitrag von roman-911 » 2012-06-04 10:48:53

hallo Gerd,

das:
Ich bin heilfroh, diese Fahrt nicht, wie zunächst geplant, mit dem 170er gemacht zu haben. Gründe waren vor allem die Fahrzeugprobleme und die Grenzübertritte mit dem Hund
verstehe ich nicht. welche fzg-probleme jetzt ? die unhandlichkeit?
Vergesst alles, was über den Auf- und Ausbau von LKWs in diesem Forum geschrieben steht.
wieso ?
Für unsere Reise ist es ohne Belang.
ach so...
ehrlich gesagt...eigentlich liest sich Dein beitrag als ob man solche reisen tunlichst unterlassen sollte...


grüsse roman
Schrauberkollektiv Kollbach
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x.l.
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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#7 Beitrag von x.l. » 2012-06-04 11:34:12

Moin,

ich bin bisher noch nicht mit meinem LKW weit gereist... es gibt aber gute Gründe warum ich einen LKW habe und keinen Landi oder G.

Jedes Fahrzeugkonzept hat so sein Vor- und Nachteile. ich habe z.B. eine 4-köpfige Familie, und ich stehe auf etwas Komfort (Küche, Bad, Heizung) undd a komme ich um ein etwas größeres Fahrzeug nicht drum rum. Über die Notwendigkeit vonm Allrad kann man streiten, oder es aber auch einfach lassen. Natürlich braucht man das nicht unbedingt um die Welt zu bereisen, aber wenn auf der anderen Seite des kleinen Flusses der tollste Stellplatz ist den man sich vorstellen kann, dann freut man sich wenn man Allrad hat. Speziell beim Allrad ist wohl auch ziemlich viel "haben-wollen" mit dabei.

Das man in winkligen Gebirgen großen Städten und an Grenzübergängen mit einem PKW besser beraten ist erschließt sich glaub ich jedem. Aber das weiß man ja vorher und kann sich dann drauf einstellen. Ich bin gerade erst heute morgen mit meinem LKW mitten durch Berlin gefahren... und statt Hektik stellte sich eine gewisse innere Ruhe ein. Kann man wohl nicht mit Verkehr in Shanghai oder sonstwo vergleichen... aber ich kann mir vorstellen das man auch da mit nem LKW durchkommt. Das man in 95% der Länder so etwas wie Versicherungsschutz vergessen kann sollte man wohl auch vorher wissen. Selbst falls es so etwas wie ne Versicherung gibt stelle ich mir es sehr schwierig vor einen Schaden auch tatsächlich bezahlt bekommt.

Die Sicherheit in den verschiedenen Ländern ist wohl tatsächlich ein Problem und etwas wo ich auch mehr und mehr dazu tendiere gar nicht überall in einem durchfahren zu wollen. In einem benachbartem Forum gint es jemanden der seine FAhrzeugkabinenboden "etwas verstärkt" hat um zumindest eine Personenmine überleben zu können. ... Mir fällt dazu nur ein: Personenminen oder Jeeps mit Warlords drauf kommen in meiner Definition von Urlaub nicht vor!
Womit sich die Frage stellt wo man dann noch hinfahren kann... hab ich leider für mich selbst noch nicht beantworten können.

Deine Punkte die am Anfang aufgebracht werden haben mit Sicherheit alle ihre Berechtigkeit.. sind aber auch immer vor allem individuell zutreffend. Wer tatsächlich die Welt so bereisen möchte der informiert sich entsprechend vorher und für den sind dann solche Berichte keine Schreckensmeldungen mehr...sondern nur etwas mit dem man sich eh schon hätte auseinander setzen sollen. Wer das nicht getan hat sollte besser zu Hause bleiben.



Gruß
Axel
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Gwenn
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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#8 Beitrag von Gwenn » 2012-06-04 12:54:17

unimag hat geschrieben:Grenzübertritte mit dem Hund. Wer näheres hierzu erfahren will, kann auf dem Reiseblog der Selbstfahrer (http://www.selbstfahrer.de) nachlesen.
Leider ist da nur "Baustelle".

Marcus

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Matze am See
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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#9 Beitrag von Matze am See » 2012-06-04 13:14:53

Nur einige kurze Anmerkungen:

Hund ist Hund, egal ob im G oder im LKW

LKW-Wohnmobil kann beim Grenzübertritt fast überall die PKW-Spur benutzen

die persönliche Sicherheit würde ich im LKW viel höher einschätzen als im G, sowohl auf der Straße als auch beim Übernachten

der G ist sicher viel Diebstahlgefährdeter als ein LKW

Kosten, da müßte man mal wirklich errechnen was nach sagen wir einer 50 Tkm Tour günstiger ist, aber es wird sicher kein riesiger Unterschied sein ( runtergerechnet aud den gefahrenen km)

Der unvergleichlich höhere Komfort beim Wohnen im LKW muß dabei aber auch bewertet werden, der ist mir zum Bsp. wichtiger als die letzte kleine Passhöhe oder Dschungelpiste zu befahren. 2 Wochen Scheißwetter im G und im LKW, und jeder weiß was gemeint ist.

Mit eigener Dusche, Toilette und einem vernünftigen Bett lassen sich auch sehr schwierige und angespannte Situationen besser überstehen.

Ich glaube wenn man unvoreingenommen an die Bewertung rangeht ( aber wer kann das schon !) wünscht man sich auf so einer Reise genau so oft ein kleineres Fahrzeug wie auch ein größeres.

Matze

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#10 Beitrag von Hatzlibutzli » 2012-06-04 13:39:55

Schön, dass hier wieder mal jemand glaubt, die Weisheit mit Loeffeln gefressen zu haben. Sag mal Du bist gelernter Paedagoge, oder?
Ein Puch waere auch meine erste Wahl fuer eine Weltreise. Jeder Buschmechaniker hat dafuer die Teile im Regal. Oder war das der Toyota LC??? Du weisst das aber sicher besser und bringst es wieder schlecht recherchiert in Buchform.

Kopfschuettelnd Simon

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mario1
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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#11 Beitrag von mario1 » 2012-06-04 14:00:18

:wack: :wack: Jetzt hab ich ein halbes Jahr mit Mühe und Geld und noch mehr Vorschlägen hier aus dem unnützen Forum nen LKW ausgebaut.

Gerade von nem ersten Probetripp zurück, war eigentlich total Happy., genauso wie vorgestellt. :D :D

Und jetzt les ich das alles totaler Müll ist. :mellow:

Was habt ihr mir nur alle für ein irrelevanten Müll erzählt :) :D

Muss ich jetzt alles verkaufen ,. will das überhaupt jemand geschenkt, bzw. kann man noch Guten Gewissens nach Bad Kissingen zu den Verbrechern fahren??? :ninja:


Selten so was gelesen. :joke:

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Rudi
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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#12 Beitrag von Rudi » 2012-06-04 14:09:06

Hallo zusammen,
Was die Fahrzeugwahl angeht:
Auch in diesem Forum ist die eierlegende Wollmilchsau noch nicht erfunden worden!!!
Den Rest muss jeder selbst entscheiden!!!

Viel Erfolg dabei und gute Reise
Grüße
Rudi
T4 Seikel Syncro
weils soo schön war, auch 2015 Kreta!!!

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TobiasXY
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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#13 Beitrag von TobiasXY » 2012-06-04 14:18:51

Die "Sicherheit" war gerade EIN Argument für einen alten LKW. Ich hasste es bei meinem alten T3 unter der Kopfhöhe der Passanten zu schlafen..jeder konnte direkt und ohne Probleme ins Auto reinschauen und es auskundschaften. Im LKW kannst du mehr H20 transportieren, mehr Diesel, mehr Nahrungsmittel, dafür MUSS man natürlich mit der größe vorliebnehmen, aber auch mit der Höhe..

Doch wenn ich hier die meisten 7m LKW anschauen macht es doch auch nicht wirklich einen unterschied zum z.B. Defender 130 mit Wohnkabine und 5,5m...

Es muss ja beim Spritverbrauch nicht gleich ein KAT sein oder URAL...z.B. mein LA710 ist auch unt. 19l zu fahren und ich denke das ein Defender 130 mit Wohnkabine auch nicht umbedingt soooviel weniger braucht..selbst deine G-Klasse...oder das Buschtaxi..

Im Endeffekt muss es jeder Selbstwissen...

Aber etwas würde ich gern noch wissen: Worin unterscheidet sich ein Hund im LKW und PKW? Am Vorhanden Schmiergeld des Eigentümers oder was kommt jetzt? :joke:

Grüße

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#14 Beitrag von wayko » 2012-06-04 15:19:41

TobiasXY hat geschrieben:
Aber etwas würde ich gern noch wissen: Worin unterscheidet sich ein Hund im LKW und PKW? Am Vorhanden Schmiergeld des Eigentümers oder was kommt jetzt? :joke:
Im "Kleinwomo" kann man ihn leichter über die Grenze schmuggeln, da niemand vermutet, daß da neben 2 Personen auch noch ein Hund mit rumgekarrt wird. In einen LKW will dauernd jemand reinschauen, da ist es also schon schwerer :joke:

Ich meine, jeder soll mit dem Fahrzeug fahren, das ihm das Liebste ist. Ich war schon mit einem Corsa und Zelt im Urlaub (muß ich nicht mehr haben), und für unsere Ziele ist ein LKW ideal. Andere wollen halt wo hin, wo ein LKW eben nicht ideal ist. OK, dann soll er halt was Kleineres ausbauen. Wie schon gesagt wurde, die eierlegende Wollmilchsau gibt es einfach nicht...

Viele Grüße
Clemens
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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#15 Beitrag von kawahans » 2012-06-04 15:50:32

Servus Überholer!

Wie die Schreiber vor mir meine ich, dass es kein "ideales Fahrzeug" geben kann. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen und auch die Situationen.

Aber manche hier sind schon weit unterwegs gewesen mit ihren LKW (ich leider nicht) und waren durchaus glücklich dabei.

Für mich persönlich ist alleine das Bewegen des 45 Jahre alten Fahrzeuges ein Vergnügen, vor allem wenn ich die Technik in Schuss habe :D

Die Weltumrundung ist da nicht das Wesentliche, 200 bis 250 km im Tag reichen mir leicht, wenn ich dann wieder einen interessanten Platz für die Nacht habe. Man wird faul mit dem Alter :spiel:

@ mario1: nur ein halbes Jahr :eek: wenn Du Dein halb angefangenes Projekt verschenken willst :joke: bitte PN :hug:
Wer Morgens zerknittert aufsteht hat tagsüber die besten Entfaltungsmöglichkeiten

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#16 Beitrag von tonnar » 2012-06-04 15:52:20

Mein Senf dazu:
Hier wird immer versucht die ach so großen Vorteile eines Allrad-Lkw hervorzuheben und sich die vielen Nachteile schönzureden. Aber sind wir doch mal ehrlich, wer so nen dicken Laster fährt, hat auch ne mehr oder weniger große Macke! :wack: Wie erklärt man sonst das Verhalten erwachsener Männer und Frauen, sich Monate (oder Jahre) mit der Auswahl und dem Aufbau eines Reisemobils zu beschäfftigen, dabei zehntausende Euros auszugeben und dann die ganze Fuhre auch noch ins Ausland zu verschiffen um dort den ganzen Quatsch (Allradantrieb, Winde, 16er Räder :rock: , Schnellganggetriebe, kältebrückenfreie Fenster, Standheizung, Solarpark aufm Dach, Zusatzdieseltank, etc.) doch nicht zu benutzen weil man Angst hat, dass man den teuren Ballast nicht wieder heil nach hause bekommt??? :ninja:
Der hier benannte Komfort ist auch nicht so hoch wie manche meinen. Jedenfalls hab ich in meinem MB508 mehr Platz als im Koffer unseres Lasters (und der hat schon 4,60m!!!). Von Verbrauch, Lautstärke, Durchfahrtshöhen und Reisegeschwindigkeit, Kosten, etc. und dass man mit nem Laster (selbst in Europa) ganz oben auf der Liste der Sprit-Diebe steht, fang ich lieber gar nicht erst an.
Komisch nur das sich die Gemeinschaft gleich auf den Schlips getreten fühlt, wenn jemand mal negativ über unser beklopptes Hobby schreibt (wennn auch nicht sehr diplomatisch).

Gruß...
Tino
(der auf seinen schönsten Reisen nur nen Rucksack dabei hatte)

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#17 Beitrag von Wilmaaa » 2012-06-04 16:16:16

Die Reaktionen wären bei "auf den Schlips getreten fühlen" wesentlich heftiger ;)

Ich schreibe es ja mit schöner Regelmäßigkeit: wir sind kein Weltreiseforum per se. Sicher planen einige hier eine größere Reise, aber es gibt auch Leute (so wie mich), die den Laster nicht haben, um damit die Welt zu umrunden. Insofern ist es fast müßig, darüber zu sinnieren, ob ein Laster für eine Weltreise nun taugt oder nicht. Dem einen taugt er, dem anderen nicht. Seine Entscheidung muss jeder am Ende selbst treffen.
Ich hab einen Virus: den H-A-N-O-M-A-G-I-R-U-S
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"Frauen haben in der Küche nichts zu suchen. Sie müssen sich um die Schweine kümmern und den Traktor schmieren." (Charlotte MacLeod)
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"Das ist also ein Kleinbus und ein LKW in einem." (Mitarbeiterin über den 170er)

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#18 Beitrag von TobiasXY » 2012-06-04 16:30:57

Das muss ich auch zugeben, mit dem Rucksack...das waren bisher die Besten Reisen, aber ganz ehrlich:

Ich hätte keine Lust jetzt mit Baby, Frau und Rucksack durch Europa zu trampen. Früher fand ich das Genial. Allein würde ich dies auch wieder machen, denn näher kann man nicht an den Menschen sein. Genauso erlebt man mit weniger auch viel extremere Situationen..viel Intensiver als hinter einer Glasscheibe..da sind dann 100km eine ganz andere Situation...genauso wie Regen, Kälte, aber auch Sonnenschein, das war der Grund weshalb ich damals mein T3 verkaufte und mir nur ein Motorrad hielt :lol:

Aber heutzutage mag ich es einfach zu wissen das meine Familie dann und dann einen Schlafplatz hat, meine Tochter (8 Monate) sich dann und dann hinlegen kann....

Kommt eben wirklich drauf an, was man macht und wielang..

Allein finde ich das Beste Reisegerät eine kleine Enduro
2 Personen große Enduro oder kleiner Geländewagen
3 Personen Geländewagen oder kleiner LKW

Jetzt kommt es natürlich noch auf die Zeit an..ich finde meine rollende Wohnung wirklich genial, man hat genug Platz zu dritt...ist auch noch nach 3 Wochen sehr schön usw...

Für Korsika, Sardinien usw. ist ein LKW absolut nicht geeignet..man kann es machen, es wird auch schön, aber die besten Spots kann man nicht erblicken weil man einfach zu breit / zu hoch ist..

Noja, das Leben besteht eben aus Vor und Nachteilen :lol:

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#19 Beitrag von Udo » 2012-06-04 16:56:44

Hallo Gerd,

deinen seitenlangen Beitrag kann man mit einem Satz abschließend kommentieren:

Das für eine bestimmte Reise perfekte Fahrzeug entspricht den zu erfüllenden Anforderungen.

Beispiele:
Würdest du mit 6 Personen mit einem San-G fahren?
Würdest du mit Behinderung (Rollstuhl?) etc. mit einem San-G fahren?
Würdest du alleine mit einem San-G fahren?

Ich denke, man kann deine Erfahrungen nicht so absolutistisch verallgemeinern, wie du dir das vorstellst, zumindest kommt es so herüber. Für die beschriebenen Anforderungen (2 erwachsene Personen/Hund) mag mein Satz zutreffen...
Viele Grüße,
Udo
** Magirus 170D11FA **

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#20 Beitrag von JRHeld » 2012-06-04 17:00:09

man man man, Statements über Statements :eek:

Ich enthalt mich mal dazu...

ist aber druchaus unterhaltsam in so nem Threade zu lesen. :joke:

Gruß
Jakob

Irgendwie habt ihr doch alle recht :blume:
Ich bin krank,
ich hab die Schrauberitis...
Endet mit 24 Vorwärts- und 4 Rückwärtsgängen ;+)

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#21 Beitrag von TobiasXY » 2012-06-04 17:05:01

Man muss auch noch die Emotionen hinzurechnen..eine Fahrzeugwahl kann man doch nicht wirklich objektiv beschließen...ich liebe es einfach nur meine Dicke zu fahren..da sind mir auch meine 18l Verbrauch egal (auch wenns sie mir finanziell ganz schön schmerzen)

Es gibt auch viele Familien die ganz normal mit dem Fahrrad eine Weltreise machen sogar mit 1 Baby + 1 Kleinkind, aber ich liebe es mit dem LKW zu spielen :spiel:

Jedes mal wenn ich den Startknopf drücke..muss ich eine Erektion unterdrücken :joke: :joke: :totlach:

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makabrios
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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#22 Beitrag von makabrios » 2012-06-04 18:06:49

TobiasXY hat geschrieben: Jedes mal wenn ich den Startknopf drücke..muss ich eine Erektion unterdrücken :joke: :joke: :totlach:

So nen Startknopf kostet doch nicht die Welt! Und schnell ausgewechselt ist er auch. Dann kehrt wieder Ruhe ins Fahrerhaus ein. :dry: Mußt ja nicht dauernd auf die Bordsteinschwalben gucken :ninja:

Hallo,
daß in einer Allrad-LKW-Gemeinschaft der Allrad LKW in Frage gestellt wird, muß zwangsläufig Empörung hervorrufen. Einig sind sich bestimmt fast alle darüber, daß Reisen mit Animateuren oder Betreuern nicht der Brüller sind. Selbst der hinterm Reisebus hergezogene Hasenstall weckt für das nächste Mal Begehrlichkeiten nach Komfort und Individualsphäre. Erfüllen lassen sich diese eher in einem Schneckenhaus auf einem Laster, als in einer Biwakschachtel auf dem Landy. Tatsächlich müssen Fahrverbote, Gewichtsbeschränkungen, enge Durchfahrten und einiges mehr im Dickschiff viel mehr berücksichtigt werden als im etwas grösseren PKW.
Andererseits bietet eine hohe Sitzposition über ordentlich Masse gute Aussicht, welche vorausschauendem Fahren zuträglich ist und besseren Unfallschutz - gerade in Ländern deren §1 der Strassenverkehrsordnung heißt: "Der Stärkere hat Vorfahrt" Da mag ein Lamborghini vielleicht mehr Pferdestärken aus dem vor Schmerz schreienden Motor zaubern, trotzdem ist er nicht unbedingt der Stärkere :dry:

Blind gegenüber den Fakten sollten aber auch wir mit den Allradlastern nicht sein. Höhere Mautgebühren und Verschiffungskosten sowie die erwähnten Verkehrsbeschränkungen sprechen gegen uns.
Aber Laster fahren macht einfach mehr Spass! :D

Diese Diskussion rational geführt müßte uns alle auf Fahrrädern enden lassen :ninja:

Gruß
MAK
Einen Raum als Beziehung zu verstehen ist wie Chili essen. Durch Chili wird die innere Form des Mundes spürbar. (Ernesto Neto)

Filly

Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#23 Beitrag von Filly » 2012-06-04 18:38:09

Danke für deine Reiseerfahrungen. Insbesondere über Südamerika liest man hier sonst recht wenig. In die Diskussion zur Fahrzeugwahl einzusteigen ist müßig. Aber dieser Satz
unimag hat geschrieben:Vergesst alles, was über den Auf- und Ausbau von LKWs in diesem Forum geschrieben steht.
tut dem Forum unrecht. Ich zähle mich nicht dazu, aber es gibt hier genug Leute die ebenfalls längere Reisen gemacht haben. Jeder sammelt da seine ganz eigenen Erfahrungen und passt sein Fahrzeug darauf an.
unimag hat geschrieben:In China und dem nördlichen Südamerika und Mittelamerika existieren de facto keine Verkehrsregeln.
Das fängt schon in Italien an und steigert sich exponentiell je weiter man sich von Westeuropa entfernt.
unimag hat geschrieben:Ohne Spanisch geht in Südamerika nichts. Kaum jemand, selbst Ärzte nur gebrochen, sprach einigermaßen verständlich Englisch.
Englisch ist definitiv nicht die Weltsprache, wie uns immer weisgemacht wird. Die Sprache wird nur von 2 arroganten Nationen, in denen sie tatsächlich gesprochen wird, und Ländern wie Deutschland, die treu-doof folgen, zur Weltsprache stilisiert. Aber diese Länder sind allesamt auf dem absteigenden Ast. Östlich von Polen zählt nur noch russisch. In Afrika ist man mit französisch sehr gut bedient, in Südamerika funktioniert nur spanisch. Schon unsere französischen Nachbarn können mit englisch nicht viel anfangen.

Christoph

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#24 Beitrag von makabrios » 2012-06-04 18:48:15

Filly hat geschrieben:... in Südamerika funktioniert nur spanisch. ...
Hallo,
jetzt ist mir auch klar, warum die Allermeisten um Brasilien einen großen Bogen machen und dabei die Hälfte des Kontinents ignorieren.

Gruß
MAK
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Filly

Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#25 Beitrag von Filly » 2012-06-04 18:52:07

makabrios hat geschrieben:
Filly hat geschrieben:... in Südamerika funktioniert nur spanisch. ...
Hallo,
jetzt ist mir auch klar, warum die Allermeisten um Brasilien einen großen Bogen machen und dabei die Hälfte des Kontinents ignorieren.

Gruß
MAK
oder halt portugiesisch :cool: Das hab ich jetzt in meiner Arroganz mit dem dem Spanischen in einen Topf geworfen :angel:

...

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#26 Beitrag von DäddyHärry » 2012-06-04 19:09:04

Filly hat geschrieben:...
unimag hat geschrieben:Ohne Spanisch geht in Südamerika nichts. Kaum jemand, selbst Ärzte nur gebrochen, sprach einigermaßen verständlich Englisch.
Englisch ist definitiv nicht die Weltsprache, wie uns immer weisgemacht wird. Die Sprache wird nur von 2 arroganten Nationen, in denen sie tatsächlich gesprochen wird, und Ländern wie Deutschland, die treu-doof folgen, zur Weltsprache stilisiert. Aber diese Länder sind allesamt auf dem absteigenden Ast. Östlich von Polen zählt nur noch russisch. In Afrika ist man mit französisch sehr gut bedient, in Südamerika funktioniert nur spanisch. Schon unsere französischen Nachbarn können mit englisch nicht viel anfangen.
Christoph
Genau daran kann man eines sehr schön erkennen:
Man braucht für die Spracheinteilung der Welt eigentlich nur 2 Karten, eine von 1910 und eine von 1950.
Anhand der Kolonialherren bzw. Besatzer weiß man, wo man welche Sprache braucht...
(Ausnahme sind vielleicht die ehemals sowjetisch besetzten Länder.)
Andererseits kann man in touristisch erschlossenen Gebieten mit ein paar einheimischen Brocken (zeigt von gutem Willen und wird m.E meist entsprechend honoriert) und englisch auch recht weit kommen.

Warum wurde denn der Asiatische Raum bei der Aufzählung ausgelassen? :angel:

Und zu den Franzmännern/-frauen: können oder wollen??

Gruß Härry

P.S. Gerd, "unsere Erfahrungen" mögen ja für Dich (euch??) richtig sein, aber als allein seligmachende Weisheit taugen sie eher weniger...
waren vielleicht doch die eine oder andere Handvoll Coca-Blätter zu viel oder zu wenig? :ninja:
Die Bundesfamilienministerin warnt:
Fläschchengeben führt bei Vätern zum Auftreten von Stilldemenz!

Filly

Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#27 Beitrag von Filly » 2012-06-04 19:21:45

DäddyHärry hat geschrieben:Warum wurde denn der Asiatische Raum bei der Aufzählung ausgelassen? :angel:
Weil ich davon keine Ahnung hab und in so einem Fall hält man besser die Klappe.

...

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#28 Beitrag von unimag » 2012-06-04 19:41:53

Hallo,
allen, die geantwortet haben, ein großes Kompliment für die Sachlichkeit. Hätte sehr viel mehr "böse" Reaktionen erwartet. Mir geht es in keinster Weise darum, einen Vergleich über Vor- und Nachteile des Reisens mit dem LKW zu betreiben, noch viel weniger darum, letzteren madig zu machen. Ich wollte einzig unsere Reise, unter den genannten Bedingungen und aus meiner ganz persönlichen Sichtweise darstellen. Niemand möchte ich damit zu nahe treten. Wenn ich sinngemäß schreibe, dass alle Ratschläge zum LKW-Ausbau irrelevant seien, meine ich damit folgendes:
Für eine Weltreise, die, wie in unserem Fall und bei der genannten Strecke, fast ausschließlich über befestigte Wege führt, benötige ich kein Fahrzeug wie für einen Truck-Trail Parcours. Nicht höchste Geländegängigkeit sind gefragt, sondern einfache Technik, nicht komplizierte, anfällige Kofferausbauten sondern möglichst einfache, schnell selbst reparierbare Einrichtungen.
Ich glaube, dass die Anbieter von Weltreise, Expeditions- und Extremfahrzeugen nur in wenigen Fällen eine weltumspannende Reise gemacht haben. Hier werden Wünsche und Träume verkauft, in vielen Fällen nicht aber wirklich notwendiges Zubehör. Mit dem, was wirklich notwendig oder zumindest des Mitschleppens wert ist, wäre wohl auch kaum ein großes Geschäft zu machen.
Um es auf den Punkt zu bringen: Jeder wird wohl zugeben, dass in Europa ein Allrad-LKW für die Urlaubsreise nicht notwendig ist. Natürlich kann es mit ihm Spaß machen, sei es, um einen ansonsten nicht zu erreichenden Stellplatz aufzusuchen o. ä. oder auch nur, weil man so ein Gefährt unendlich geil findet. Geht mir ja auch so. Aber notwendig?!?
Notwendig ist er da, wie ich schon schrieb in Weltgegenden, wo große Mengen Treibstoff und Ausrüstung über menschenleere Strecken transportiert werden müssen. Da, wo tiefe Furten zu bewältigen oder unendliche Schlammstrecken gemeistert werden müssen. Wo wirklich keine befestigten Wege sind. Dies alles gab es auf unserer Tour fast nicht. Natürlich hätten wir es darauf anlegen können, aber das Risiko, die Reise in Folge von dann auftretenden vermeidbaren Fahrzeugbeschädigungen abbrechen zu müssen, war zu groß (Ich vermied z. B. die Fahrt von Jakutzk nach Magadan wegen der äußerst schlechten Straße). Nur, die genannten Bedingungen gibt es nur in wenigen Ländern wie Island, der Mongolei, Teilen von Sibirien und Afrika. Dies sind dann aber auch Expeditionen, ich rede hier von Reisen, die ohnehin schon anstrengend genug sind.
Weiterhin glaube ich, vielleicht liege ich da aber auch falsch, dass viele von uns ihren LKW auf- und ausbauen, um damit in ferner Zukunft zur ganz großen Reise aufzubrechen. Im Moment ist dies oft wegen Familie, Zeit , Job, Geld etc noch nicht möglich. Aber es gibt den Spaß, die Vorfreude schon jetzt. Und etwas handfestes, an das sich die Träume klammern können. Nur finde ich, und deshalb dieser Tread, dass sie auch von Zeit zu Zeit mal mit der Realität konfrontiert werden sollten.
Vielleicht sollte ich noch erklären, dass wir mit dem Hund auf Grund von Papierkrieg tausend Probleme hatten. Dies wäre natürlich mit dem LKW das gleiche gewesen. An vielen Grenzen habe ich selbst schon erlebt (z. B. Littauen, Grenze zu Georgien) dass ein Befahren der PKW-Spur mit dem LKW nicht möglich war. In einem anderen Thread schrieb ich, dass wir an der Littauisch-Russischen Grenze 4 tage in der Warteschleife hingen. In Peking hatten wir einen Stellplatz in der Innenstadt, fünf Minuten Gehweg zur U-Bahn. Mit dem LKW unvorstellbar.

So viel für diesmal.
Gruß Gerd
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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#29 Beitrag von HildeEVO » 2012-06-04 19:58:02

Hallo Gerd,

ich habe mit meiner Frau schon 14 Monate im LKW gelebt und alle Höhen und Tiefen durchgemacht. Wir haben den LKW verflucht, geliebt, gehasst, verteufelt und was weiß ich noch alles.. Er war manchmal zu groß, zu klein, zu schwer, zu breit, zu laut, zu auffällig, zu militärisch, zu provozierend, hat Herzen geöffnet und hat geholfen Freunschaften zu schließen!

Wir haben uns oft gefragt was wäre anders mit einem kleineren Fahrzeug als wir an niederen Durchfahrten oder kleinen Brücken gestanden haben. Waren uns dann aber sicher die Flüße mit 1,3 m Tiefe mit einem Jeep oder Kastenwagen nicht bewältigen zu können. Wir haben Ihn verflucht weil wir immer die teuerste Versicherung oder Maut bezahlen mussten. Haben uns aber immer gefreut quasi ohne Limit absoluten Luxus zu haben! Wir haben immer in unsere eigene Toilette gesch.. und immer im eigenen Bettzeug geschlafen, unser eigenes Brot gebacken und nach 3 Monaten noch eingefrorenes Fleisch aus der Truhe gezogen!!!

Du hast sicher recht dass man das meißte auch ohne Allrad bewältigen kann. Das zeigen uns ja auch die Einheimeischen LKW- oder PKW-Fahrer. Trotz allem hat man etwas mehr Reserven wenn man mal in etwas abgelegenere Gebiete kommt. Man muss immer noch berücksichtigen dass die Locals den Heimvorteil besitzen und Hilfe leichter Organisieren können...

Natürlich hast Du auch recht, dass man vieles reduzieren kann was mit viel Geld und Aufwand in den LKWs realisiert wird. Vieles ist mehr als überflüssig und macht oft nur zusätzlich Ärger... Allerdings ist es auch so, dass grob 80 % der Mitglieder hier vermutlich nie das Glück oder Privileg haben werden mal eine wirklich lange Reise von mehr als 6 Monaten zu unternehmen. UNd es geht vielen auch nur darum mit einem Allrad-LKW unterwegs zu sein... Sei es nur zum Treffen oder für die "normalen" 3-4 Wochen Urlaubsfahrt in die Toskana... Klar das klann man einfacher und manchmal auch Komfortabler in einem Hymer von der Stange, weniger Sprit ist dann auch noch verfahren... Aber das Fahrzeug unterscheidet uns doch auch von den Anderen Campern!

Wir haben unser Fahrzeug (HildeEVO 1) nach der Reise verkaufen wollen und uns verkleinern wollen (Vario 4x4) leider konnten wir den Wunschpreis nicht erziehlen und haben das Fahrgestell gewechselt um mittlerweile noch größer irgendwann (3-5 Jahre) wieder auf Reise zu gehen... Wir wissen nach der ersten Reise genau was wir wollen und worauf es ankommt. Daher gehen wir den Weg konsequent weiter. Auch wenn wir wieder fluchen, lieben , hassen, verteufeln.... Letzendlich bekomt man das was man erwartet und die Erfahrung aus unseren Reisen (Früher auch per Rucksack) hat uns einfach die möglichkeiten des LKW gezeigt. Auch wenn wir manchmal Einschränkungen hinnehmen müssen!

Letztendlich muss es jeder selber wissen und keiner darf m:m. nach den anderen in die Ecke stellen und mit dem Finger ziegen. Jeder kann sich nur bis zur Decke strecken und gemeinsam haben wir doch alle etwas vor Augen: Das Reisen und ein Ziel was jeder individuell erreichen möchte. Manchmal sind solche Denkanstöße gut, man verzettelt sich sonst leicht und verliert das eigentliche Zeil aus den Augen...

Ich wünsche auf jeden Fall jedem sein Ziel zu erreichen egal wie!

Grüße Chris
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Ve-ge'ta-ri-er <[ve-] m.; s-, -> Bed. i.d. Sprache der Indianer, schlechter Jäger

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Re: Vorläufige Bilanz unserer Weltreise

#30 Beitrag von Wilmaaa » 2012-06-04 20:25:10

unimag hat geschrieben:Nur finde ich, und deshalb dieser Tread, dass sie auch von Zeit zu Zeit mal mit der Realität konfrontiert werden sollten.
Was weißt Du denn tatsächlich über das Leben, die Träume und die Realität von mehr als 5000 Forennutzern? Und von den vielen Internetnutzern, die diesen Bereich des Forums mitlesen können, ohne registriert zu sein? :search:

Wat dem een sin Uhl is dem annern sin Nachtigall. Wie man's dreht und wendet, in den Kopf anderer Menschen kann keiner von uns reinschauen. Und das ist auch gut so.

Gönnt Euch gegenseitig Eure Träume und Spinnereien. :spiel:
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