Mein Sommer in Nordspanien in Bild und Ton

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carsten
süchtig
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Mein Sommer in Nordspanien in Bild und Ton

#1 Beitrag von carsten » 2010-09-06 0:53:38

In den ersten drei Augustwochen bin ich mit meinem Saurer 2DM quer durch Frankreich nach Nordspanien gefahren. Frankreich bereise ich seit Jahren immer wieder gerne, aber von Spanien hab ich bisher noch nicht so viel gesehen. Schön ist es da!

Los ging´s einmal an der Mosel lang, Burgen und Dörfchen angucken.

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Auf dem Burg-Eltz-Parkplatz fühlte sich mein Lasterchen wohl.

Vor der Reise hatte ich ein billiges altes Navigationsgerät ersteigert („Transonic 4000“, mein erstes überhaupt) und von der Navifriends-Seite europäische Womo-Stellplätze reingeladen. Eine große Hilfe bei der Stellplatzsuche, wenn man irgendwo in Dörfern und Städten pennen will! Das Teil hat mir viel Sucherei am Abend erspart.

Dann ging´s quer durch Frankreich in´s Massiv Central, wo ich mir schon ein paar Strecken zum Rennradfahren ausgesucht hab. Doch schon bei der ersten Tour eine Enttäuschung, die Auffahrt zum Puy de Dome ist gesperrt. Schade. Bei der nächsten Tour holt mich der Regen ein, es gibt schöneres als auf 1200m im Gewitter Rad zu fahren.

An den nächsten Tagen entschädige ich mich dafür mit zwei tollen Brücken.

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Viaduc de Garabit, ein bißchen wie die Müngstener Brücke bei mir zu Hause.

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Die Brücke von Millau

Dieses grandiose Bauwerk ist allein schon eine Reise wert! Ich hatte Glück und strahlend blauen Himmel, habe einen ganzen Tag lang nur diese Brücke angesehen und war überwältigt von der Größe! Die Fahrbahn schien über dem Tal zu schweben.

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Kleines Auto, große Brücke

Es gibt ein informatives Informationszentrum südlich von Millau und viele schöne Aussichtspunkte. Mein Highlight sollte dann die Fahrt über die Brücke werden, also nochmal quer durch die Stadt fahren, nach Norden den Berg rauf und ab auf die Autobahn. An der Mautstelle dann schlappe 23 oder 27 Euro für die Überfahrt, die ich in meiner Brückeneuphorie auch noch gezahlt hab. Dann hab ich die Videokamera im Fahrerhaus auf´s Stativ gestellt, den Fotoapparat in die Hand genommen und los! Doch leider kann man nicht so richtig runtergucken, selbst aus dem LKW nicht, auch aus meinem rechtsgelenkten nicht. Der seitlich angebrachte Windschutz der Brücke ist zwar transparent, reflektiert aber und ist bestimmt 3,50m hoch.

Weiter fuhr ich in die Pyrenäen, erstmal nach Foix und dann mit dem Rad weiter nach Andorra. Schon in Ax-les-Thermes gibt´s immer wieder Stau. Da kann man zwar drumrumfahren, aber schöner wär´s ohne Autos.
Die Straße ist aber gut ausgebaut und leicht zu fahren, nicht besonders steil. Man fährt ins Hochgebirge, über die Baumgrenze, karge Landschaft, Wiesen, Kühe, Felsen.

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Straße, Wiese, Felsen

Irgendwo vor der Grenze ist wieder Stau, hier wird noch richtig kontrolliert! Aber mit dem Rad kann ich einfach durch.
Doch hinter der nächsten Kurve dann das Grauen, die ganze Gegend ist völlig geschmacklos zugebaut! Ein einziges Sauf & Rauch-Paradies aus Glas und Plastik. Dazu noch Tankstellen, die so billig gar nicht sind.

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Der Wohnmobilstellplatz in Pas de la Casa

Natürlich mußte ich noch bis oben hin fahren, doch auch da nur Tankstellen! Und das auf 2400m, grauenhaft!

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Zum Glück Nebel…

Die Aussicht nach Süden war dann aber doch sehr schön, wieder eine typische Hochgebirgslandschaft. Doch ständig seh ich spirituosengefüllte LKW bergauffahren und Franzosen, die den Kram kaufen und wieder im Kofferraum ins Tal bringen. Muss das sein?

Da es mir in den Pyrenäen dann auch des Regens zuviel wurde, fuhr ich weiter nach Westen, abends hatte ich einen ruhigen Stellplatz an der Grotte du Mas d´Azil.

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Grotte von innen

Da kann man sogar mit dem Laster durchfahren, aber zu Fuß ist´s schöner. Am nächsten Tag fuhr ich bei Dauerregen über die Pyrenäen, am Col du Somport hab ich die Abzweigung zum Col verpasst und musste durch den langweiligen Tunnel fahren. Nach düsteren acht Tunnelkilometern dann das Licht, die dicken Regenwolken sind weg und eine spanische Sonne lacht aus einem blauen Himmel!

Und nun ist auch mein Ziel nicht mehr weit, ich will natürlich durch die Bardenas Reales fahren! Schon die Strecke dahin ist ein Erlebnis, ich überhole einige Pilger, die an dieser Stelle des Jakobsweges bloß noch schlappe 860 Kilometer vor sich haben… zum Teil müssen die am Straßenrand einer Schnellstraße entlangpilgern.

Da ich zunächst kein Hinweisschild finde, biege ich irgendwo an der N121 in einen Feldweg ein, wo ich nach wenigen hundert Metern mehreren Traktoren ausweichen muß. Es geht über steinige Pisten, ich fahre irgendwie nach Südosten und nach kurzer Zeit verschwindet die Landwirtschaft, es kommt eine endlose Ebene, Sand, trockene Sträucher, Fels. Ich stelle den Laster in die Gegend und steige aus.

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Saurer in Gegend

Es ist still. Kein Auto, kein Geräusch, keine Menschen, nur Stille. Und Hitze. Eine Wüste, nur wenige Kilometer von den verregneten Bergen entfernt! Genau das hab ich gesucht, ich kann mich kaum sattsehen an dem wunderschönen Land.

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Auch ein Video von meinem LKW hab ich gemacht, sogar eine wahnsinnig spektakuläre Wasserdurchfahrt ist dabei.

http://www.youtube.com/watch?v=ZmdseeiBIms

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Da die Bardenas Reales ein Naturschutzgebiet sind, bin ich abends rausgefahren und hab woanders gepennt, was in der ganzen Gegend kein Problem ist.

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Sonnenuntergang in Ujué

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Die nächsten paar Tage verbringe ich am Embalse de Yesa, ein am Pyrenäenrand gelegener Stausee. Das Wasser ist zwar vom Sand trüb am Ufer aber wohltemperiert. Von hier aus kann man auch schön mit dem Rad in die Berge fahren.


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Embalse de Yesa
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Haus am See
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Der See von oben, vom Arangoiti aus gesehen. Grandiose Aussicht, allerdings ist die Straße überhaupt nicht für´s Rennrad geeignet.

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Auf dem Weg zum Col de Pierre St. Martin

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Baskische Häuschen in Izalzu

Irgendwann ist so ein Urlaub leider zu Ende, aber die Atlantikküste wollte ich schon noch sehen. Und Bilbao musste auch sein.

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Guggenheim-Museum

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Küstenstraße bei Zumaia

Danach gab´s zwei Tage Dauerregen für die Rückfahrt… Insgesamt fuhr ich fast 4000km, der Laster nahm sich im Schnitt 23l/100km, verbrauchte kaum Öl und zickte auch sonst nicht rum! Und mit der Seitentür im Koffer kann ich auch endlich ohne Leiter schnell ein- und aussteigen. Das war ein sher erholsamer Urlaub, ich werde ganz bestimmt nochmal nach Nordspanien fahren!

Ich könnt schon wieder los…

Grüße,
Carsten

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StephanP
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#2 Beitrag von StephanP » 2010-09-06 5:09:52

Geiler Bericht, tolle Bilder und Landschaft !
Alles konnte ich so früh noch nicht lesen aber das werde ich nacher nachholen !

Gruß Stephan

Wüstling

#3 Beitrag von Wüstling » 2010-09-06 9:23:30

Hallo Carsten,

schöne Bilder!
Da kriegt man Lust mal wieder hin zu fahren!
Aber:
Doch ständig seh ich spirituosengefüllte LKW bergauffahren und Franzosen, die den Kram kaufen und wieder im Kofferraum ins Tal bringen. Muss das sein?
Warum diese Vorwürfe?
Viele von uns fahren doch auch nach Samnaun und Livigno ihren Sprit abholen und der sprudelt da oben auch nicht aus den Bergen!
Und Alk kaufe ich da auch!

Gruß

Ralf
Zuletzt geändert von Wüstling am 2010-09-06 9:24:29, insgesamt 1-mal geändert.

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jonson
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#4 Beitrag von jonson » 2010-09-06 10:04:38

Schöne Bilder von einer sicherlich klasse Tour...Da werde ich mitte Oktober auch mal vorbeischneien auf dem Weg in die Sahara...
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Instagramm ... jonsonglobetrotter

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#5 Beitrag von yoeddy2 » 2010-09-06 11:16:53

Hallo Carsten,
Sehr Schöner Bericht und Tolle Bilder ...auch die Videos :D
Wie hast das gemacht mit d. Videos wenn Diu alleine on Tour warst?
Hingestellt d. Cam und dann wech gefahren und mit Superweit Fernauslöser Gestartet ?

Wir hatten auch vor Eigentlich jetzt auf dem Weg durch Frankreich ...nach Spanien so die Ecke St. Sebastian zu sein ...aber kommt Leider immer anders als man Denkt :wack:
So Verstreichen jetzt gerade 3 Wochen Jahresurlaub für quasi Nix .

Was hat der trip d. Du gemacht hast Eigentlich so alles in allem Gekostet ?

LG und Danke Ralf
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist´s: Reise, reise!
Wilhelm Busch (1832-1908)

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#6 Beitrag von carsten » 2010-09-07 9:43:53

yoeddy2 hat geschrieben:Wie hast das gemacht mit d. Videos wenn Diu alleine on Tour warst?
Hingestellt d. Cam und dann wech gefahren und mit Superweit Fernauslöser Gestartet ?
Genau, ich hab die Kamera auf´s Stativ in die Landschaft gestellt, bin weggefahren, hab irgendwo gewendet, wieder auf die Kamera zu, anhalten, einpacken... ist schon albern, aber ich wollte gern ein Video haben und meine Verlobte war zu Hause...
yoeddy2 hat geschrieben:Was hat der trip d. Du gemacht hast Eigentlich so alles in allem Gekostet ?
Eigentlich bloß 4000km à 23l/100km, also um die 1000 Eier für Diesel, 0 € für Campingplätze und Essen so wie zu Hause.

Wenn ich in Andorra noch Kippen und Alk mitgenommen hätte, hätte ich noch mehr sparen können. Aber rauchen und trinken tut ja mein Auto schon.
Grüße,
Carsten

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yoeddy2
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#7 Beitrag von yoeddy2 » 2010-09-07 10:22:31

Danke Carsten ,
Essen wie zu Hause ....mmmmhhhhhhhh okay ..aber das ist auch Zuhause nicht für Umsonst oder ..........Hast Du Komplett Einkauf mitgenommen und oder auch Unterwegs Fressalien gekauft ?

LG Ralf
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
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