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 Betreff des Beitrags: Zwischenrahmen / Hilfsrahmen
BeitragVerfasst: 2017-11-14 0:54:29 
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Registriert: 2016-05-28 12:00:00
Beiträge: 17
Hallo, werte Gemeinschaft,

der Tag ist nun da: der Hilfsrahmen will entworfen werden....

Wie steige ich am besten in das Thema ein? Was gilt es zu berücksichtigen? Wer hat welche Erfahrungen (ggfs. Fehler) gemacht?
Wie sieht ein professioneller Ablauf bzgl. Planung und Konstruktion aus?
Was unterscheidet eine fachgerechte Ausführung von Stümperei?
Da ich den Zwischenrahmen bauen LASSE, möchte ich wissen worauf es ankommt und worauf ich achten sollte, um einen guten Rahmen zu bekommen.

Ich freue mich über jeden Beitrag, der den Bau des Hilfsrahmens möglich macht....

Danke, Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwischenrahmen / Hilfsrahmen
BeitragVerfasst: 2017-11-14 3:12:36 
Rauchsäule des Forums
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Beiträge: 18143
Wohnort: 79... WT (Ba-Wü)
.. für welches Fahrzeug ...
... für welchen Koffer ...
... welche Lagerung ... diese ist etwas davon abhängig, wo die Karre eingesetzt werden soll ...

Gruss Ulf

_________________
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwischenrahmen / Hilfsrahmen
BeitragVerfasst: 2017-11-14 18:12:30 
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Registriert: 2017-06-28 21:24:46
Beiträge: 18
hallo,
mir sind ebenfalls einige dinge beim zwischenrahmen nicht ganz klar,
warum sind die rahmen immer als leiterrahmen konstruiert? habs mal windverband konstruiert und somit eine weit bessere torsionssteifigkeit erhalten ?
was würdet ihr denn sagen was sind so die federkräfte bei max verwindung ? bzw wie viel darf sich der zr verwinden damit die GFK hütte nichts passiert?

gruß brezzi


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ZR.JPG
ZR.JPG [ 48.78 KiB | 632-mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Zwischenrahmen / Hilfsrahmen
BeitragVerfasst: 2017-11-14 22:37:42 
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Registriert: 2017-01-27 15:44:16
Beiträge: 22
Hast Du dir denn auch schon mal Gedanken um die Anbindung an den Hauptrahmen gemacht - der ist nämlich ein Leiterrahmen.......?!?


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwischenrahmen / Hilfsrahmen
BeitragVerfasst: 2017-11-14 22:48:49 
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Registriert: 2017-11-05 21:54:13
Beiträge: 1
Hi Brezzi,

mit welcher Software hast die Verwindung simuliert?

Grüße,
Thorsten


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwischenrahmen / Hilfsrahmen
BeitragVerfasst: 2017-11-15 13:26:44 
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Registriert: 2017-06-28 21:24:46
Beiträge: 18
arocs hat geschrieben:
Hast Du dir denn auch schon mal Gedanken um die Anbindung an den Hauptrahmen gemacht - der ist nämlich ein Leiterrahmen.......?!?


Standard Federlagerung, was hat das mit dem Fahrzeugrahmen zutun ?

custom hat geschrieben:
mit welcher Software hast die Verwindung simuliert?


Inventor, ist zwar nicht optimal aber zur Abschätzung gut genug.

Brezzi


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwischenrahmen / Hilfsrahmen
BeitragVerfasst: 2017-11-15 14:05:09 
infiziert
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Beiträge: 73
Wohnort: nähe Kiel
Moin,

guck doch mal bei qtwo.de
Die sind bei dir um die Ecke.
-> Selber hab ich mit denen weder Erfahrugn noch kenn ich die. Weiß nur aus eigener Recherche das die bei Köln sind.

.Jo


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwischenrahmen / Hilfsrahmen
BeitragVerfasst: 2017-11-16 23:36:29 
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Registriert: 2016-05-28 12:00:00
Beiträge: 17
@Ulf
Fahrzeug: Star266
Koffer: Holz-Sandwich-Konstruktion mit Bodenrahmen
Lagerung: Raute

@yheesher
Qtwo habe ich vor einem guten Jahr kontaktiert. Wollte mit denen meinen Truck bauen. Scott Dohmen ist ein netter Kerl, das erste Gespräch war echt gut.
Und dann kam quasi nichts mehr….
Habe mich dann auf die Suche nach einer anderen Firma gemacht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwischenrahmen / Hilfsrahmen
BeitragVerfasst: 2017-11-16 23:39:18 
neues Mitglied

Registriert: 2016-05-28 12:00:00
Beiträge: 17
Da mein Truck - ein polnischer Star266 - scheinbar erst einmal als Fahrgestell für ein ExMo verwendet wurde (und dort kam ein in sich gelagerter SanKoffer zum Einsatz), betrete ich also Neuland.
Die polnische Firma, die den Zwischenrahmen bauen soll, scheint ein begabter Metaller zu sein - aber diese Aufgabe ist dort auch ein Novum.
Daher möchte ich die Anforderungen an einen Zwischenrahmen im Vorfeld möglichst gut verstehen.

Bin über jeden Tipp froh...


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwischenrahmen / Hilfsrahmen
BeitragVerfasst: 2017-11-17 23:56:13 
Schrauber
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Registriert: 2014-09-29 23:16:17
Beiträge: 380
Wohnort: Gaggenau, Weingarten
Guten Abend Flinte,

ich versuche mich mal, sollte ich Kabbes verzapft haben bitte ich die Experten um Berichtigung :blush:

zur Literatur ist hier schon das eine oder andere geschrieben.

Ich weiß nicht, was der Star 266 für einen Rahmenaufbau hat, gehe im folgenden aber von einem Rahmen aus kaltumgeformten offenen Profilen aus. Sollte das anders sein gilt das nun geschriebene nur eingeschränkt.

Mit der Wahl einer Rautenlagerung ist deine Wahl auf eine verwindungsfreie Lagerungsart gefallen. Wie eine verwindungsfreie Aufbaulagerung zu erstellen ist erklärt die Zetros ARL mMn ganz gut.
Grundsätzlich darf unterschieden werden in Schubfeste, verwindungsarme und verwindungsfreie Lagerungen. Ich kenne dein Anforderungsprofil nicht, je mehr das Ganze in Richtung unbeschränkte Verwindungsfähigkeit gehen soll umso eher wirst du dich bei der Verwindungsfreien Lagerung finden. Hier darf dann in 3 Punkt und Doppeldreipunkt- (resp. Vierpunkt-, resp. Rauten-) Lagerung unterschieden werden.

Zum grundsätzlichen Verständnis der Vorgänge im Nfz Rahmen finde ich folgende Texte recht interessant/hilfreich:
[list=]"Zur Beanspruchung von Lastfahrzeugrahmen" Prof. Dr. A. Thum
"Über die durch Unebenheiten der Fahrbahn hervorgerufene Verdrehung von Straßenfahrzeugen" Dr.-Ing. Karl Erz
[/list]

Je verdrehweicher dein Aufbau ist, desto mehr Torsion kann er ab. Umso empfindlicher dein Aufbau auf Verdrehung reagiert desto freier muss er gelagert werden. Wenn du einen Womo Aufbau montieren möchtest, dann willst du da möglichst wenig Verwindungkräfte einleiten. Eine zu steife Lagerung sorgt für Ermüdungserscheinungen. Entweder im Aufbau, dem Zwischenrahmen oder dem Fahrgestellrahmen. Alles deinem Auto nicht unbedingt nicht unbedingt zuträglich.

Wenn nun geklärt ist, wie der Aufbau auf Verdrehung reagiert ist zu klären, ob bzw in wie fern der Aufbau sich selbst trägt. So erfordert ein GFK Koffer ein stabileren Unterbau wie ein aus dem vollen gefeilter Stahlklotz (jetzt mal leicht überspitzt dargestellt).

Dann ist zu klären, wie der LKW Rahmen beschaffen ist. Verhindern Einbauten im Rahmen (Getriebe, Querträger, Winde etc.) bzw Anbauten am Koffer, dass der Koffer inkl der nötigen Freiräume (zB an Reifen, Tanks oder so) in der neutralen Faser befestigt werden kann, ist ein Montagerahmen darunter zu setzen. Abgesehen von der Dreipunkt- oder Rautenlagerung ist ein solcher unabhängig der Einbaubedingungen von Nöten.

Der Montagerahmen hat die gleiche Breite aufzuweisen wie der Fahrgestellrahmen. Querträger sind an den Stellen der Querträger am Fahrgestell zu setzen.
Über Querträger und deren Anbindung ist zu sagen, dass
-die Querträger aus offenen U-Profilen oder dergleichen zu bestehen haben
-diese über Knoten- oder Winkelbleche mit dem Montagerahmen verbunden werden um eine ausreichende Verwindungsfähigkeit des Montagerahmens und Festigkeit der Verbindungsstelle sicherzustellen
-diese den Montagerahmen am vorderen Ende bitte nicht zu einem geschlossenen Kastenprofil schließen sollen
-wesentliche Beanspruchungen im Fahrgestellrahmen auftreten durch die auftretende Wölbkrafttorsion bzw der behinderten Querschnittsverwölbung. Durch verwindungsfähige Knotenbefestigung reduziert man das Bimoment und reduziert Wölbnormalspannungen
-Krafteinleitungsstellen müssen so gestaltet sein, dass die Einleitung der Kräfte nicht sprunghaft, sondern allmählich erfolgt. Achte darauf, dass die Wirkungslinien der Aufbaukräfte möglichst durch den Schubmittelpunkt der Längsträger gehen. Ist dies nicht möglich muss das örtlich eingefügte Torsionsmoment durch Einfügen zusätzlicher Querträger abgestützt werden.

Zum Montagerahmen gibt es weiter unten gerade noch nen Thread. Wenn gewünscht kann ihn gerne Einer verlinken. Dieser ist dieser bis zum hinteren Vorderachsfederbock zu führen. Vorne auf 30° abgeflacht und unten abgerundet um Kerbwirkungen zu vermeiden und den Spannungsverlauf anzupassen. Wie der Montagerahmen im Detail auszuführen ist findet sich in den ARL gängiger Hersteller. Die von Scania ist auch nicht schlecht.

Ist nun die Theorie zu den Lagerungen. Hierzu ist es hilfreich sich Gedanken zu den auftretenden Relativbewegungen zu machen.
Folgendes Schaubild zeigt die Rahmenarbeit ganz ordentlich:
Dateianhang:
Relativbewegung bei Verwindung.jpg
Relativbewegung bei Verwindung.jpg [ 191.42 KiB | 198-mal betrachtet ]

(Wir erinnern uns: Verdrehsteife Aufbauten dürfen die Verwindungsfähigkeit des Fahrgestellrahmens nicht beeinflussen)

Das Festlager würde ich persönlich bei einer Rautenlagerung auf Höhe der Hinterachse setzen. Man kann das zwar auch nach vorne sezten, aber das hat folgende Nachteile:
-der Krafteinleitungspunkt der Koffermasse in den Rahmen soll so nahe wie möglich an dem Krafteinleitungspunkt der Hinterachse sein. Wenn das Festlager nach vorne wandert überlastet es den Rahmen, da die Achsverschränkung fast ausschließlich aus dem Rahmen kommt (57%).
-der Aufbau bei Fahrfehlern früher kippt
-Die Radlastverteilung im Gelände wird schlechter

Bei der Anbindung ist darauf zu achten, dass
-das Festlager Drehung um die y-Achse zulassen soll
-der größte Teil der Last in Z-Richtung & alle Kräfte in X-Richtung vom Aufbau in den Rahmen über das Festlager eingeleitet werden
-Knotenbleche im Bereich der Festlager die Spannungen durch Beschleunigungskräfte reduzieren.

Zu den Drehlagern schreibt die Literatur folgendes:
-Drehlager sind in Fahrzeuglängsrichtung beweglich
-die geometrisch optimale Lage liegt auf Höhe des Momentanpols
-Drehlager nehmen Kräfte in Fahrzeugquerrichtung und entlang den Fahrgestelllängsträgern auf
-es ist unabdingbar, dass die Lagerstellen sich auf einer Geraden befinden und kein Höhen- oder Seitenversatz zustande kommt.

Noch ein Wort zu deinem Aufbau:
Achte bitte darauf deinen Aufbau möglichst gleichmäßig zu belasten in deiner Gewichtsbilanz. Ungleichmäßige Beladung sorgt für zunehmende Radlastdifferenzen und dies reduziert im Gegenzug die Geländegängigkeit

Mein Tüv Ing meinte zu mir betreffend Eintragung, dass er keine Freigabe bräuchte, sofern ich mich bei Erstellung des Zwischenrahmens nach den ARL orientiere.

Ob du das deinem Metallbauer zutraust dir zu planen musst du wissen, es gibt den einen oder anderen Fallstrick zu beachten. Aber an und für sich ist das Ganze keine Raketenwissenschaft. (Und auch das ist lernbar ;) )

Vieles des hier geschriebenen ist aus den ARL diverser Hersteller und Fachbücher zusammengetragen, ich erhebe jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit :angel:

Viel Spaß mit deinem Auto :)

Beste Grüße
Florian

PS: Ich hab jetzt nicht das Bedürfniss den Ganzen Text nach Orthoprafie und Satzbau zu untersuchen, also bitte vorab um Entschuldigung :D

_________________
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-Erica Jong

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