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BeitragVerfasst: 2017-10-09 12:34:12 
Die das Thema weiterführenden Aspekte interessieren mich ebenfalls, dafür vielen Dank. Dagegen hat sich mein Einwurf auch nicht gerichtet. Sondern gegen die Beiträge, die einfach nur ohne weitere Informationen die Sinnhaftigkeit meiner Frage in Frage gestellt haben. Das empfinde ich als oberlehrerhaft und daher verletzend. Auf sowas reagiere ich pikiert, und bin da in diesem Forum auch schon für andere eingetreten, wenn dies bei Fragen anderer Threaderöffner ebenso der Fall war. Mir ist ein wertschätzender Umgang miteinander wichtig. Daher, eine weitergehende und die Frage thematisch weiterführende Diskussion begrüsse ich sehr und trage auch in anderen Threads selber aktiv dazu bei. Aber bitte kein Witzeln über Fragesteller oder die Frage, nur weil es gerade den eigenen Gedankenhorizont übersteigt. Das müssen wir uns hier alle nicht antun.


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BeitragVerfasst: 2017-10-09 16:02:06 
Überholer
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Hallo,

da stimme ich Dir vollkommen zu. Wenn man etwas schreibt oder fragt erhält man direkt eine endlose Diskussion und viele schreiben nur um des Schreibens willen. Manchmal wundere ich mich was hier für ein Unsinn oder Halbwahrheiten geschrieben werden. Meist halte ich mich inzwischen zurück...

Die wenigsten berichten aus der Reisepraxis, viele schreiben nur etwas was sie wieder gehört haben usw..

Kurz zu dem Thema: Wir haben uns schon oft mit dem Thema beschäftigt und ich folge hier der Meinung und nehme nur begrenzt das mit, was andere anwenden können; also Einwegspritzen, Verbandsmaterial usw.. Ich glaube nicht, dass ich jemanden bei einer ernsthaften Verletzung helfen könnte oder sollte; überall gibt es Ärzte und da hoffe ich, dass bei einer solchen Verletzung ein Arzt aufzutreiben ist. Wir haben auch schon Kurse gemacht und am Eisbein herumgesäbelt und genäht, aber ernsthaft: wie soll das in der Praxis am lebenden Menschen funktionieren. Da hätte ich doch Medizin studieren müssen :angel:

Grüße

Peter


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BeitragVerfasst: 2017-10-09 16:25:27 
Forenteam
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Pele hat geschrieben:
Hallo,

da stimme ich Dir vollkommen zu. Wenn man etwas schreibt oder fragt erhält man direkt eine endlose Diskussion und viele schreiben nur um des Schreibens willen. Manchmal wundere ich mich was hier für ein Unsinn oder Halbwahrheiten geschrieben werden. Meist halte ich mich inzwischen zurück...

Die wenigsten berichten aus der Reisepraxis, viele schreiben nur etwas was sie wieder gehört haben usw..



Schon schlimm hier :cold:

Bedenkt, dass Ihr als Teil des Ganzen auch entsprechenden Gestaltungsspielraum hinsichtlich des hier geschriebenen Unsinns habt und dass das, was ihr für adäquat empfindet, für andere nicht zwingend auch so sein muss. Für den einen ist die gefühlte Infragestellung seiner Frage nicht wertschätzend, für den anderen das anonyme Verfassen eines Beitrags - nur, wer ist dabei tatsächlich im Recht? Ein bisschen mehr Gelassenheit tut denke ich allen gut.

Gruß
Uwe

_________________
Zum Glück hab ich kein Laster

-------------------------------------------

Der Fahrer hört den Klang der Meise,
der Motor läuft, doch läuft er leise.
Die Wasserkühlung dämpft die Töne,
das ist am HANOMAG das Schöne


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BeitragVerfasst: 2017-10-09 16:53:52 
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Hallo,
so langsam geht das in die Richtung "ich kaufe einen Noarztwagen mit vollem Equipment".

Natürlich, ist eine 1. Hilfe Ausstattung genauso wie die persönlichen Medikamente selbstverständlich.

Im Falle einer Verletzung , die nach der persönlichen Meinung , genäht werden muss. Nach den Regeln eine Wundabdeckung durchführen
und ab in das nächste Krankenhaus/Sanitätisstation/Missionstation oder dergleichen. Je nach der Ausstattung dem Arzt das eigene Equipment zur Verfügung stellen.

Alle die Wunden nähen wollen usw. sollten sich fragen, sind seine Begleiter/inen ebenfalls bereit derartige Versorgungen durch zuführen. Ansonsten stimmt die Aussage "Arschkarte gezogen".

Das Leben ist endlich und wenn man Pech hat, erwischt uns das Ende auf einer Reise.

Ein Defi ist ein tolles 'Gerät in einem med. Hightec Land. Was nützt mich ein Defi wenn der nächste Herzkathederplatz in der 2000km entfernten Hauptstadt ist - wenn überhaupt und kein Flugzeug verfügbar ist.

Gruß
Bernd

_________________
Unsere Kopf ist rund, damit wir beim denken die Richtung wechseln können. Francis Picabia

carpe Diem


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BeitragVerfasst: 2017-10-09 17:06:06 
Kampfschrauber
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Wohnort: St. Augustin
Geishardt hat geschrieben:
Hallo,

Alle die Wunden nähen wollen usw. sollten sich fragen, sind seine Begleiter/inen ebenfalls bereit derartige Versorgungen durch zuführen. Ansonsten stimmt die Aussage "Arschkarte gezogen".


Gruß
Bernd


? Wieso das?
Ich war schon mal in der Situation und habe selber genäht, nicht schön aber geht. Wenn du 48 Std. bis zum nächsten Arzt hast, macht es viel Sinn selber eine vernünftige Wundversorgung hin zu bekommen. Ach ja... selbstverständlich habe ich meiner Frau beigebracht wie man so was flickt.
Außerdem stell Dir vor Du hast eine blöde Wunde und dann kommt Gunther per Zufall vorbei... dann wärst Du froh Du hättest was mehr mit.

AED, da gebe ich Dir halb Recht, das ist eher etwas für Pessimisten.. oder eben vordisponierte Patienten. Nicht jedes Herzkammerflimmern muss innerhalb von 2-3 Std in Kathederlabor. Im übrigen verschafft Dir ein AED im Zweifel die Zeit, ohne AED wirst Du dann vermutlich keinen Arzt mehr lebend erreichen.

Klar ist das eine eskalierende Diskussion, am Ende nehmen wir einen OP mit....

Aber auf der anderen Seite, wenn ich mir Gedanken über ein AED mache, dann entspricht das nicht mal mehr zweier Tankfüllungen..

_________________
13.10.17 Fahrzeug mit Kabine da :-) getauft auf Lulatsch


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BeitragVerfasst: 2017-10-10 8:30:13 
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Registriert: 2007-06-06 10:39:15
Beiträge: 3197
Wohnort: Berlin-Biesdorf
Für Schürfwunden und ähnliche Läsionen Brillantgrün...
...Macht auch optisch was her.
Gruß Härry

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Die Bundesfamilienministerin warnt:
Fläschchengeben führt bei Vätern zum Auftreten von Stilldemenz!


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BeitragVerfasst: 2017-10-10 17:01:53 
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Wohnort: Südostbayern
gunther11 hat geschrieben:
Ich war schon mal in der Situation und habe selber genäht, nicht schön aber geht...


Du warst auch oft genug in der Situation , blutende Wunden zu sehen und zu versorgen - da ist das eine ganz andere Voraussetzung ...

zu GOde-Re :

aber nochmals Oberlehrerhaft : Es gibt in meinen Augen keine Wunde , die genäht werden müßte , die ein absoluter Laie im Notfall sinnvoll nähen kann .

Häufigste Schnittverletzung unterwegs : an der Hand - keine Indikation - entweder per Klammerpflaster , wenn tiefer Gefahr einer Sehnenverletzung...
alle Biß- und Quetschverletzungen gehören vorher sorgfältig ausgeschnitten .

am Fuß - Scherbenschnitte - Klammerpflaster , ggfalls Druckverband

Kopfschwartenplatzwunden - bluten in der Regel so stark , daß auch der hart gesottenste Laie nach 2 Stichen frustran aufhört
und sinnvollerweise versucht einen Druckverband anzulegen .

tiefe Schnittwunden an - Bein und Rumpf kann man nicht mit einer einfachen Hautnaht sinnvoll versorgen .

Ich bin sicher , Gunther gibt mir recht , daß er auch ohne die schmerzhafte , nicht schöne Naht nach Hause gekommen wäre .

Oberlehrer II : ich würde mir viel mehr Gedanken über einen eitrigen Zahn , eine akute, eitrige Mittelohrentzündung
oder auch im gesetzteren Alter jenseits 50 Gedanken über einen akuten Harnverhalt machen -
d a s sind Probleme im outback , aber nicht eine Wunde nähen !

auch wenn Du vielleicht wieder "zickig" wirst , Du setzt als Laie völlig falsche Prioritäten !

Ich würde meinen Hausarzt zB auch lieber fragen , wie man eine akute Blinddarmentzündung diagnostiziert !
das kann ein Laie sehr wohl versuchen und ggfalls telefonisch Hilfe suchen .

_________________
Vorsorge tut gut - KAT fahren
Amour de Deutz


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BeitragVerfasst: 2017-10-10 20:41:03 
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Beiträge: 1454
Wohnort: Raubling
Nun muss ich auch noch meinen Senf dazu geben:

Sepp und Urologe haben meineserachtens goldener Schraubenschluessel wuerdig dazu geantwortet ... zwischendrin war auch viel Schmarrn zu lesen ...

Dank guter Ausbildung und viel Erfahrung hat Sepp mit Lidocain noch keine Komplikationen produziert und wenn koennte er sie sogar noch selbst beherrschen ... in Unwissenheit und Angst ist es vielleicht doch mal schnell in ein Gefaess gespritzt und dann braucht man am Ende doch den Defi ;-)
Ein echtes Problem koennte noch sein, dass das allererste und auch potenteste Lokalanaesteticum Weltweit als Betaeubungsmittel geaechtet ist: Cocain ... drum schmieren sich Cops das immer ins Zahnfleisch, um zu sehen, obs taub wird ;-)

Naehen mit Nadelhalter und Pinzette will gelernt sein ... Versuche meiner Bergwachtbereitschaft (zum Gutteil RS/RA/NS) an einem Schweinebratenstueck waren nicht sehr ueberzeugend ... die haben jetzt alle wieder Steristrips im Rucksack ;-)))

Tests mit Malariaschnelltests, die mit einem Blutstropfen versehen werden muessen haben gezeigt, dass 4 Wochen nach einer intensiven Einweisung nur ein Bruchteil der Laien ein vernuenftiges Ergebniss reproduzieren konnte ... darum: keep it simple

Deshalb erscheint es auch nicht in meiner Reiseapotheke:
https://www.hausaerztepang.de/app/download/10138482479/Reiseapotheke.pdf?t=1460718225

Gruesse ... Simon

PS: Adrenalinhaltige Lokalanaestetica habe ich in Europa schon recht lange nimmer im Gebrauch gesehen (wegen der Komplikationen und der ohnehin recht langen Wirkdauer der aktuellen Substanzen)... 1 Prozentige Adrenalinloesung gibt es nicht ... die Hochdosis in der Notfallmedizin hat 1 mg/ml hat also 1 Promille und muss zur i.v. Anwendung beim Lebenden idealerweise 1:100 verduennt werden .... Helden gibt es aber immer :joke:


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BeitragVerfasst: 2017-10-11 11:23:21 
süchtig

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Beiträge: 697
Wohnort: Kiel
Komme aus keinem medizinischen Beruf, habe aber einige Jahre praktische Erfahrung wenn es darum geht bis zu 25 Menschen weitab jeglicher Infrastruktur auch bei schwersten Verletzungen zu helfen. Dazu wurde uns während des Studiums so eine Art erweiterter erste Hilfe Kurs zuteil in dem wir auch das Nähen von Wunden an Schaumstoffen und Schweinehälften üben durften. Einen Teil meiner Studienzeit habe ich dann in England absolviert am Plymouth Polytech, Faculty of maritime studies. Dort wurde uns im Rahmen des "Ship Captains medical course" von einem Chirurgen in 30 Minuten erklärt wie wir an Bord einen akut entzündeten Blinddarm entfernen. :eek: Keine Ahnung ob das als typisch britischer Humor anzusehen ist, aber während des Vortrages habe ich inständig gebeten das dieser Fall doch bitte nie eintreten möge wenn ich in an Bord bin. Und nun zum Thema Vorsorge auf Reisen. Zusätzlich zu den theoretischen Einheiten an den Hochschulen habe ich freiwillig ein mehrwöchiges Praktikum an einem Krankenhaus absolviert. Ziel war es Diagnostik und Handwerk wie nähen von Wunden und setzten von Spritzen, sowie punktieren von Venen zu üben. Wer die Möglichkeit dazu hat sollte das auch vor langen Reisen in entlegene Gebiete machen.
Aus der praktischen Erfahrung kann ich sagen das man im Notfall zu sehr viel mehr in der Lage ist als man gemeinhin annimmt. Natürlich war es mir lieber wenn die Reise ohne Unfälle blieb, leider klappt das nicht immer und tausende von Meilen weg von der Küste ist man eben sein eigener Feuerwehmann wenn es brennt, und sein eigener Arzt wenn es Unfälle oder irgendwelche Erkrankungen gibt. Im übrigen der Mensch verträgt eine Menge Arzt , man wundert sich. Entscheident ist sich vorab schon mal Gedanken darüber zu machen was man tut enn es üble Verletzunen gibt. Die angesprochene Verletzung die mit einer Naht geschlossen werden kann gehört da noch zu den einfacheren Übungen.
Übel wird es bei offenen Brüchen, oder abgetrennten Körperteilen die nicht sauber abgetrennt wurden sondern zerquetsch wurden. Auch das kann einem auf einer Reise passieren. Für mich und meine Partnerin bedeutet dies das wir uns so weit es geht auf worst case Szenarien vorbereiten.
Da unsere Familien mit Medizinern infiltriert sind können wir da auf eine gewisse Unterstützung setzen.
Mein Schwager hat eine App entwickelt die es Reisenden ermöglicht im Notfall qualifizierte Mediziner zu kontaktieren die Hilfestellung geben können. Diese App soll kostenfrei sein. Erst wenn Hilfe angefordert wird entstehen Kosten. Das Ganze ist inzwischen fertig nun sucht er nach einem Veriebspartner. Denke in absehbarer Zeit dürfte es auf dem Markt sein. Werde das dann hier auch bekannt geben.

Solche Remote Medizin hat sich auch in Notfällen an Bord bewährt. Man hat eine Apotheke die auf allen deutschen Schiffen gleich ist. Alle Medikamente und Instrumente sind nummeriert. Bei schweren Fällen macht man über Funk bzw Sat. ein sog. "Medico" Dann hat man am anderen Ende einen Mediziner der die Ausrüstung kennt und der Erfahrung darin hat Laien entsprechend anzuweisen. Denke so in etwa wird die App auch funktionieren. Ich selbst musste es einmal für ein Besatzungsmitglied anfordern welches schwerstverletzt war. Kann nur sagen das es mächtig beruhigt wenn man dann jemanden in der Leitung hat der unterstützt. Somit sollte der Fernreisende sich seine "Bordapotheke" mit einem solchen Facharzt zusammenstellen. Wer die Möglichkeit hat ein Praktikum zu absolvieren sollte das tun, ist rechtlich allerdings nicht so ganz ohne. Auf der Adventure Northside gab es vor einem Jahr einen Stand wo ein Unternehmen solche Notfallmedizin in Kursen anbot. Und wer dann noch ein oder zwei Mediziner für das Thema begeistern kann um in Notfällen Unterstützung zu erhalten, der hat meiner Meinung nach schon eine Menge gemacht. Und das man wirklich viel machen kann zeigte mir der schlimmste Unfall den ich an Bord zu versorgen hatte. Ein Motormann wollte ein Ventil eines Hilfsdiesel von Ablagerungen befreien und spannte das Teil in die Drehbank. Irgendwas ging dann fürchterlich schief und das Ventil (etwa 30 cm lang) sprang beim bearbeiten aus der Halterung und traf den Mann an der Brust. Dadurch wurde der Brustraum teilweise geöffnet. Den haben wir mit Funkunterstützung und den an Bord vorhandenen Medikamenten zwei Tage stabilisieren können bis wir in Reichweite eines Hubschraubers waren der uns von Oman entgegenflog. Es geht also Einiges.

Knut


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BeitragVerfasst: 2017-10-11 14:37:23 
Forumsgeist
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Hallo
Wen ich einen Nähen muß wird es wohl nicht anders gehen .
Zwei der beteiligen wollen es ganz sicher nicht das genäht werden , ich und der wo genäht wird .
Also wen ich jemanden Nähen würde , dann nur weil es nicht anders geht . Und ich hoffe inständig , das ich der diejenige bin der Näht außer ein Arzt ist dabei .
Wen ein größeres Gefäß dabei ist , ist der zu Nähente sowieso Tot , weil wen man medizinische Hilfe vor eintritt des Todes bekommen könnte , würde ich nie und nimmer jemanden Nähen . Ansonsten würde ich einfach probieren was ich machen kann der er überlebt .
Auf so was kann man sich eh nicht vorbereiten .
Gruß
Oli


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BeitragVerfasst: 2017-10-11 16:49:12 
Überholer
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Beiträge: 288
Wohnort: Windhuk / Namibia
Liebe Gemeinde,

…etwas „off topic“ möchte ich meine höchst persönliche Geschichte erzählen. Im letzten Jahr rutschte ich in Angola bei einem Wasserfall aus und stürzte doch so einige Meterchen hinab, bis ich mit den Füßen im Wasser zum Stillstand kam. Ich spürte nichts, nur ein Druck im linken Bein, der sich zunehmend ausweitete. Gott sei Dank konnte ich aufstehen und beide Beine bewegen, …also keine Knochen gebrochen. Als ich wieder oben angekommen war und mir ein Mitreisender bestätigte, daß meine teure Kamera meinen intuitiven „Kameraweitwegschmißvordemabsturz“ ohne Schaden überstanden hatte, da fiel mir ein Stein vom Herzen. Als ich mir den Schweiß (…oder was auch immer) aus dem Gesicht wischte, da war alles rot. Unter dem Ellenbogen tat sich ein tiefer Riß auf. Es tropfte ganz gut heraus! Gott sei Dank hatte ich unter meinen Gästen zwei Krankenschwestern und eine Ärztin dabei. Das war reines Glück und nicht geplant. So war ich medizinisch in guten Händen.
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Notfall-01.jpg [ 578.26 KiB | 386-mal betrachtet ]
Die Wunde wurde zunächst ausgewaschen, da alles voller Moos und grünem Dreck war, …nicht nur die Wunde. Anschließend wurde der Bereich vor der Magirushaube als Not-OP-Tisch vorbereitet.
Dateianhang:
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Notfall-04.jpg [ 468.27 KiB | 386-mal betrachtet ]
Die nette Ärztin hatte tatsächlich so einen „Tacker“ dabei! Nachdem die Wunde mit Desinfektionsmittel (-???-) ausgesprüht wurde, begann sie mit dem „tackern“. Fünfmal vernahm ich das mir bekannte Bürogeräusch. Vier Klammern hielten die Wunde zusammen. Anschließend wurde mit etwas Anpressdruck verbunden.
Dateianhang:
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Notfall-03.jpg [ 359.97 KiB | 386-mal betrachtet ]
Am Ende der Safari, zwei Wochen nach dem Unfall, wurden die Klammern fachmännisch mit einer Spitzzange entfernt.
Dateianhang:
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Notfall-05.jpg [ 405.6 KiB | 386-mal betrachtet ]
So sieht ein "harter und buscherfahrener Buschmann" unter Schock aus! Es war heiß und schwül, aber Gesichtsausdruck und der Panikblick sprechen Bände!

Meinen Magirus konnte ich nach einer Woche wieder selber fahren. Mein linkes Knie schwoll durch einen Bluterguß an und konnte nicht mehr gebeugt werden. Auch hier hatte ich Glück: Ein zweiter Reiseleiter war als Unterstützung auf dieser Tour dabei, den richtigen Führerschein hatte er auch noch!

Was soll ich sagen? In jeder Hinsicht Glück gehabt!

Und die Konsequenz: Meinen Erste-Hilfe-Kasten habe ich um Desinfektionsspray, Druckverband und diese „Klebestrips“ erweitert! Operationsbesteck und „Tacker“ oder andere medizinische Geräte werden von mir als Nichtmediziner nicht angefaßt! Das heutige in Deutschland allgemeine Rechtsverständnis amerikanischen Ursprungs verbietet mir das ganz einfach! Man stelle sich vor, ich versaue etwas bei meiner „fach“-medizinischen Behandlung! Dann müßte ich bluten, …aber finanziell!

Wie gesagt, …etwas „Off Topic“ meine Geschichte, aber thematisch anschaulich weil aus der Praxis.

Herzliche Grüße aus der Sonne,

Euer Olli

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Wer aus der Wüste zurückkommt ist reicher, ...aber auch einsamer, denn die Zahl derer, die einen verstehen können, ist kleiner geworden!


Zuletzt geändert von Wilmaaa am 2017-10-11 16:52:13, insgesamt 1-mal geändert.
Editiert. Das hier ist kein medizinisches Fachforum und Fotos von offenen Wunden müssen nicht sein.


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BeitragVerfasst: 2017-10-11 18:15:21 
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Wilmaaa hat geschrieben:
Ich sag's nochmal, diese Plattform ist nicht der passende Ort für dieses Thema.


Genau! Lasst uns wieder über Umbauten an der Bremsanlage von schweren Lkw reden :D

—max


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BeitragVerfasst: 2017-10-11 18:19:55 
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Ich nicke ehrfürchtig, Wilma, sorry! Die Wunde war ja schon wieder zu! ...wird nicht mehr vorkommen! Liebe Grüße, Olli

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 2017-10-11 18:26:00 
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Beiträge: 14001
Wohnort: 35519 Rockenberg
Das Thema technische Änderungen und deren Machbarkeit haben wir in unseren Nutzungsbedingungen eindeutig beschrieben. Kein Grund also, diesbezüglich "den Max zu machen".

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BeitragVerfasst: 2017-10-11 20:21:26 
Schlammschipper
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So schlecht, dass man ihn durch Themenwechsel beenden sollt ist dieser Faden doch garnicht. Und die Naht einer kleineren Wunde ist doch nicht so phänomenal, dass man da Grenzen einreissen würde. Soll doch jeder nähen, der unbedingt will. Urologe hat aber Recht: Es gibt wenige bis keine Wunden, die unbedingt genäht werden müssten. Aber eine gute Naht hat einen riesigen Vorteil: Man braucht danach erheblich weniger Verbandsmaterial und davon hat man doch nie genug dabei, oder?
Ein kleiner technischer Hinweis dazu: Eine Pinzette als Nadelhalter geht nur dann, wenn der Operateur sehr viel Kraft in den Fingern hat. Auf Deutsch: Wenn er ein guter LKW-Schrauber ist.

Ein Defi auf Reisen ist echt Overkill. Ich verstehe ja noch den Veranstalter eines Tauchlehrganges mit älteren Teilnehmern, dass er aus juristischen Gründen einen Arzt mit Defi dabeihaben will. Aber eigentlichn sollten alle Taucher vorher von einemm Sportarzt untersucht worden sein, ob sie herzgesund sind. Ohne eine solche Bescheinigung dürfen sie ja garnicht am Tauchkurs teilnehmen. Und Herzkammerflimmern bei herzgesunden Leuten ist sehr selten, und wenn, ausserhalb eines Krankenhauses fast ein Todesurteil. Allerdings der schönste Tod, den man sich vorstellen kann, für den Sterbenden, ganz sicher nicht für die Angehörigen, Reisebegleiter etc.

Ein Wort zur Blinddarmentzündung: Eine Blinddarmperforation ohne langen Krankeitsvorlauf gibt es und in diesem Fall wird es echt schwierig im Busch.
Aber meistens geht es doch langsam los und steigert sich im Verlauf von Tagen. Die Blinddarmentzündung ist zwar ein Chamäleon, bietet verschiedene Symptome, aber Durchfall gehört echt nicht dazu, Erbrechen sehr wohl. Die meisten Bauchschmerzen auf Reisen gehen mit Durchfall einher, da ist dann die Blinddarmentzündung schon (fast ) ausgeschlossen.
Wenn aber zu den Unterbauchschmerzen (egal ob links oder rechts) noch Übelkeit oder Erbrechen dazu kommt und Verstopfung dann sollte man handeln.
Und da ist mir vor einigen Monaten eine interessante Studie aus dem chirurgischen Fachgebiet in die Hand gefallen. Es wurde untersucht, ob bei einer beginnenden Blinddarmentzündung die Operation besser ist als eine Antibiotikabehandlung, wie sie bei der Divertikulitis (Spitzname linksseitige Blinddarmentzündung) längst erfolgreich praktiziert wird.
Die Chirurgen waren so ehrlich, zuzugeben, dass der Akutverlauf statistisch gesehen vergleichbar gut war, dass aber die Rezidivrate sehr für die OP spricht.

Seit dieser Zeit gehört die Antibiotikakombination Ciprofloxacin und Metronidazol zum absoluten MUSS in meiner Reiseapotheke. 2x500mg Cipro plus 2x400mg Metronidazol 5-10 Tage lang. Vielleicht (nicht sicher) rettet mich das vor einer Appendektomie zur Unzeit.

Sepp


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BeitragVerfasst: 2017-10-11 22:28:00 
neues Mitglied

Registriert: 2013-09-28 14:01:24
Beiträge: 26
Ganz kurz noch eine Anmerkung zu Octinesept Wundbehandlung aus eigener, schmerzvoller Erfahrung:

Die Wunde spülen bedeutet NICHT, mit einer aufgezogenen Spritze Octinesept in tiefere Wunden zu bekommen - DAS gibt ganz böse Wundheilungsstörungen! Anscheinend wissen das auch einige Handchirugen im Münchner Raum nicht - ich habs dann durch Zufall auf dem Beipackzettel gelesen...
darf nicht unter Druck in die Wunde eingebracht werden!!! Hätte mich fast den Daumen gekostet....


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BeitragVerfasst: 2017-10-12 11:05:23 
neues Mitglied
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Registriert: 2017-04-08 20:27:46
Beiträge: 27
Ja, Ja da gibt es einiges zu beachten und nicht alles steht im Beipackzettel.
Wir als Ärzte haben immer die "kleine Wundversorgung" mit Nahtmaterial, Nadelhalter, Octinesept und Carbostesin mit im Gepäck.
Haben wir bis jetzt noch nie richtig gebraucht. Immer ging es mit Pflaster und Steristrips ganz gut.
Im Notfall würde ich es verwenden, aber einem Laien nie raten.
Da hilft nur einen Mediziner als Reisebegleitung mitnehmen... :idee:
Wir bauen grad noch, aber wenn fertig suchen wir einen versierten LKW-Schrauber als Mitreisenden. :search:
Grüße Thomas

_________________
Wir Rauchen und Trinken nicht, aber jeder sollte ein(en) Laster haben!


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BeitragVerfasst: 2017-10-12 13:11:08 
Schlammschipper
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Registriert: 2008-04-06 12:42:44
Beiträge: 480
Wohnort: Südbayern
Der Hinweis von Mang90 ist gut.
Mit Spülen meinte ich mittels Handsprühflasche den sichtbaren Schmutz aus der Wunde spülen, besser sprühen. Ich mache das selbst bei kleinsten Wunden, die Naht oder Pflaster garnicht brauchen. Früher nahm man so schöne Lösungen wie Mercurochrom. Das ist aber out, Mediziner sagen obsolet.

Die angesprochene Warnung betrifft das tiefe Spülen chronischer Wunden, das Pflegeschwestern früher ausgiebig machten, genau wie zu Hause beim Hausputz. Das macht man heute nicht mehr. Aber um diese Erkenntnis zu bekommen müssen erst Fehler gemacht und veröffentlicht werden. Letzteres fällt Medizinern besonders schwer.

Wenn jeder Langzeitreisende 2-3 Flaschen Octenisept oder Prontosan einpackt hat sich dieser Exkurs weg von Bremsen und Reifen doch schon gelohnt.

Sepp


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BeitragVerfasst: 2017-10-12 17:59:52 
süchtig

Registriert: 2015-12-17 16:44:22
Beiträge: 697
Wohnort: Kiel
Ich finde solche Themen in einem Forum dessen Mitglieder sich zum Teil abseits medizinischer Versorgung bewegen , durchaus passend. Ebenso interessant dürften fundierte Informationen über empfehlenswerte Impfungen sein. Das sollte dann aber von einem "Wissenden " in einem extra Beitrag seinen Raum finden.

Knut


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BeitragVerfasst: 2017-10-12 18:07:29 
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Registriert: 2006-10-02 9:50:27
Beiträge: 14001
Wohnort: 35519 Rockenberg
Es gibt im Forum bereits mehrere Threads zum Thema Impfungen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich aber, zu medizinischen Themen einen Arzt zu fragen.

Und auch wenn der ein oder andere mal mit dem Laster wegfährt, verstehen wir uns nicht als reines Weltreise- oder Expeditionsforum. Dass ich das auch immer wieder sagen muss...

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BeitragVerfasst: 2017-10-12 18:57:22 
infiziert
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Glucklich, bin ich verheiratet mit ein intensivstation krankenschwester (jetzt Heilpraktikerin).


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